Das kannst Du erleben
Floßfahrten auf der Isar: Bayerische Tradition auf rund 30 Kilometern
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Die Touren starten an verschiedenen Einstiegsstellen und enden nach knapp 30 Kilometern meist an der Floßlände in München-Thalkirchen. Die Fahrt an sich dauert unterschiedlichen Angaben zufolge – und je nach vorherrschenden Bedingungen – etwa viereinhalb bis sieben Stunden. Unterwegs geht es unter anderem durch das Landschafts- und Naturschutzgebiet Pupplinger Au und durch das Mühltal bei Straßlach vorbei an ruhigen Flussabschnitten und über mehrere Floßrutschen, darunter die laut mehreren Anbietern längste Floßrutsche Europas.
Was wird bei der Floßfahrt geboten?
Während der Fahrt gibt es nicht nur einzigartige Blicke auf die Natur, in der Regel wird sich auch um das leibliche Wohl der Gäste gekümmert, die in Wolfratshausen teils schon mit Blasmusik empfangen werden. Auf hungrige TeilnehmerInnen warten während der Fahrt dann etwa Brotzeiten und bayerisches Bier. Beim Traditionsbetrieb Isarfloss Angermeier, der laut eigenen Angaben in fünfter Generation geführt wird, kannst Du dich beispielsweise zwischen Leberkäse und Weißwurst entscheiden. Dazu wird mit einem Augustiner angestoßen. Für mittags lässt sich auch vorab beispielsweise eine Einkehr in einem Lokal entlang der Strecke organisieren.
Du kannst je nach Anbieter ganze Flöße buchen oder Plätze für Einzelpersonen und kleine Gruppen. Platz bietet so ein Floß, das in München zerlegt, dann zurücktransportiert und schon ganz in der Früh am nächsten Tag in Wolfratshausen neu gebaut wird, für um die 60 Personen.
Wenn Du noch in diesem Sommer eine Isarfloßfahrt erleben möchtest, solltest Du aber schnellentschlossen sein. Die Saison läuft gewöhnlich von Anfang Mai bis Mitte September, daher bleiben zum einen nur noch wenige Wochen. Zum anderen sind die Termine häufig gut ausgebucht. Der Flößereibetrieb Franz Seitner bietet etwa erst wieder ab Spätherbst Termine für das kommende Jahr.
Wie alles angefangen hat
Wolfratshausen bezeichnet sich selbst auf seiner Internetseite als "Flößerstadt an Loisach und Isar". Was heute vor allem ein geselliger Sommerausflug ist, war früher ein wichtiger Weg für den Transport von Waren. Nach Angaben von München Tourismus wurden bereits ab dem 13. Jahrhundert Baumaterialien oder auch Waren aus Italien per Floß in die bayerische Landeshauptstadt gebracht.
Ende des 17. Jahrhunderts gab es regelmäßigen Güter- und Personenverkehr, zur Mitte des 19. Jahrhunderts passierten demnach jährlich rund 5.800 Flöße die Floßlände in Wolfratshausen. Mit der Eröffnung der Isartalbahn im Jahr 1891 verlor das Floß als Transportmittel an Bedeutung. Zwölf Jahre später begann sein Comeback als Vergnügungsfahrt. Mittlerweile hat die UNESCO die Flößerei an sich zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt.
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