Dorf an einem See
© stock.adobe.com - Conny Pokorny

Badeurlaub

Ostschweiz: 7 Geheimtipps zum Baden in Seen, Flüssen und Bergseen

Erst wandern, dann baden: In der Ostschweiz liegen einige der schönsten Badeplätze nicht direkt neben dem Parkplatz, sondern am Ende eines Wanderwegs, entlang eines Flussufers oder versteckt zwischen Bergen und Moorlandschaften. Wer den kleinen Umweg in Kauf nimmt, wird mit klarem Wasser, eindrucksvollen Ausblicken und oft auch mit etwas mehr Ruhe belohnt. Wir zeigen Dir sieben Seen und Fluss-Stellen, die sich besonders gut für eine sommerliche Auszeit in der Natur eignen.

Ostschweiz: Unsere Bestseller-Hotels

Alle anzeigen
Bergsee
Seealpsee, Appenzell Innerrhoden, Schweiz © stock.adobe.com - suteracher

Seealpsee, Appenzell Innerrhoden

Der Klassiker im Alpstein – früh morgens fast ganz still

Der Seealpsee gehört zu den bekanntesten Bergseen der Ostschweiz. Trotzdem ist er erstaunlich ruhig, wenn Du früh unterwegs bist. Der Weg startet in Wasserauen und führt in rund einer Stunde hinauf zum See auf 1.141 Metern Höhe. Unterwegs öffnen sich immer wieder Blicke auf Alpweiden, Kalkfelsen und das Säntismassiv.

Am Ufer gibt es keine Badeaufsicht und keine klassische Badi, dafür Wiesen, Steine und klares Bergwasser. Auch im Sommer bleibt das Wasser meist eher kühl – eher Frischekick als Badetag mit Luftmatratze. Familien spazieren oft gemütlich um den See, Wanderfans ziehen weiter Richtung Ebenalp oder Aescher. Praktisch: Direkt am Wasser liegen zwei Berggasthäuser mit Terrassen, Restaurants und Gästetoiletten. Besonders schön wird es am Abend, wenn viele Tagesgäste schon wieder im Tal sind und sich die Lichter der Gasthäuser im glatten Wasser spiegeln.

Bergsee
Fälensee, Appenzell Innerrhoden, Schweiz © stock.adobe.com - Simona

Fälensee, Appenzell Innerrhoden

Dunkles Wasser zwischen steilen Felswänden

Wenn Du noch tiefer in den Alpstein hineinwanderst, erreichst Du den Fälensee. Der langgezogene Bergsee liegt auf knapp 1.450 Metern und wirkt mit seinen steilen Felswänden fast wie ein kleiner Fjord. Das Wasser erscheint je nach Licht dunkelgrün oder fast schwarz – vor allem abends, wenn die Schatten der Berge über den See wandern.

Die Wanderung ab Brülisau dauert knapp zwei Stunden und verlangt gutes Schuhwerk. Oben angekommen, gibt es bei warmem Wetter kaum etwas Schöneres, als sich im kühlen See abzukühlen. Aber Vorsicht: Selbst im Hochsommer bleibt das Wasser kalt, weil der See tief in einem schattigen Kessel liegt und wenig Sonne abbekommt. Langes Baden ist also eher etwas für Hartgesottene und geübte SchwimmerInnen. Direkt am Wasser liegt das Berggasthaus Bollenwees mit Terrasse und Übernachtungsmöglichkeiten. Stimmungsvoll wird es am Abend, wenn die Sonne langsam hinter den Felswänden verschwindet.

See mit Bergen im Hintergrund
Schwendisee, Toggenburg, Schweiz © stock.adobe.com - M_Eidenbenz

Schwendisee, Toggenburg

Baden zwischen Moorlandschaft und Klanghaus

Nur wenige Autominuten von Wildhaus entfernt liegen die beiden Schwendiseen in einer stillen Mulde auf über 1.100 Metern Höhe. Das dunkle Wasser entsteht durch das Flachmoor rund um den See und fühlt sich überraschend weich an. Gleichzeitig wärmt es sich schneller auf als viele andere Bergseen in der Region – angenehm, wenn Du mit Kindern unterwegs bist.

Kleine Holzstege führen direkt ans Wasser, zwischendurch öffnen sich immer wieder Blicke auf die Churfirsten. Wenn Du aufmerksam unterwegs bist, entdeckst Du in den Moorflächen sogar seltene Pflanzen wie den fleischfressenden Sonnentau. Grillstellen und flache Wege machen den Schwendisee zu einem unkomplizierten Ziel für einen langen Sommertag in der Natur.

Brücke über einen Fluss
Ganggelibrugg, Haggen, St. Gallen, Schweiz © stock.adobe.com - Franz Gerhard

Ganggelibrugg an der Sitter

Flussbaden unter einer schwingenden Brücke

Nur etwa 20 Fahrminuten von St. Gallen entfernt fließt die Sitter durch eine grüne Schlucht mit Kiesufern, großen Sandsteinfelsen und schattigen Badeplätzen. Unterhalb der Haggenbrücke, die viele nur Ganggelibrugg nennen, treffen sich im Sommer vor allem Einheimische zum Baden und Grillen. Die Brücke selbst hängt beeindruckend hoch über dem Fluss, darunter liegen kleine Kiesbänke und ruhige Plätze direkt am Wasser. Die Sitter hat sich hier tief ins Gestein gegraben, das ist toll zum Schwimmen, gleichzeitig solltest Du den Fluss nicht unterschätzen: Nach Regenfällen steigt der Pegel schnell an, und die Strömung kann kräftig werden.

Für Kinder eignen sich eher die flacheren Uferbereiche. Sanitäre Anlagen gibt es keine, dafür mehrere Feuerstellen und schöne Wanderwege entlang des Flusses. Frühmorgens oder unter der Woche ist das bewaldete Flusstal fast menschenleer.

Mann schwimmt im Fluss
Die Strecke ist nichts für ungeübte SchwimmerInnen © stock.adobe.com - BearOK

Hochrhein bei Diessenhofen

Mit der Strömung durch den Sommer treiben

Klares Wasser, bewaldete Ufer und viel Natur: Der Rhein zwischen Wagenhausen und Diessenhofen gehört zu den schönsten Flussabschnitten der Region. Statt an einer festen Badestelle zu bleiben, steigst Du bei Wagenhausen ins Wasser und lässt Dich mit der Strömung gemütlich flussabwärts treiben – ein besonderes Erlebnis an heißen Sommertagen. Die rund drei Kilometer lange Strecke bis nach Diessenhofen ist allerdings nichts für ungeübte SchwimmerInnen. Strömung, Schiffsverkehr und Wasserstand solltest Du immer im Blick behalten. Ein Wickelfisch – ein wasserdichter Schwimmsack für Kleidung und Wertsachen – gehört ebenfalls zur Grundausstattung. Die meisten Schwimmerinnen und Schwimmer verlassen den Rhein bei Diessenhofen und kehren von dort zu Fuß ins historische Städtchen zurück.

Praktisch: Start- und Endpunkt sind gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. So kannst Du die Strecke bequem planen, ohne ein Auto an der Einstiegsstelle zurücklassen zu müssen. Wenn Du es ruhiger angehen möchtest oder mit Kindern unterwegs bist, findest Du bei der kostenlosen Rhybadi Rodenbrunnen eine Liegewiese und einen einfachen Zugang zum Wasser.

Bergsee
Walensee, Weesen, Schweiz © stock.adobe.com - Leonid Andronov

Walensee bei Weesen

Ruhige Naturplätze mit Blick auf steile Bergflanken

Der Walensee gehört zu den größten Seen der Schweiz und liegt zwischen den Kantonen St. Gallen und Glarus. Auf 15 Kilometern zieht sich das Gewässer durch eine Berglandschaft, die vielerorts fast fjordartig wirkt. Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf die Churfirsten – eine markante Bergkette mit sieben Gipfeln, die sich steil über dem Südufer erhebt und das Panorama prägt.

Die ruhigsten Badeplätze findest Du am Nordwestufer bei Weesen. Dort erreichst Du das alte Strandbad Flihorn zu Fuß entlang des Linthkanals. Statt klassischer Badeanlagen erwarten Dich Naturufer, schattige Plätze und viel Raum, um den See in aller Ruhe zu genießen. Im Sommer erreicht das Wasser meist angenehme 20 bis 23 Grad. Spannend ist auch das Mikroklima rund um Weesen: Hier wachsen sogar Palmen und Feigenbäume. Wenn Du weiter Richtung Betlis spazierst, entdeckst Du kleine Buchten und den Seerenbachfall, der beinahe direkt in den See stürzt. Wer einen entspannten Badetag in naturnaher Umgebung sucht, findet hier einen der schönsten Plätze am Walensee.

Drei Frauen schwimmen im Fluss
Badepause im Fluss © stock.adobe.com - master1305

Lankbrücke bei Appenzell

Eine Badepause auf dem Kapellenweg

Auf dem Appenzeller Kapellenweg führt eine gedeckte Holzbrücke über die Sitter. Unterhalb der Brücke hat der Fluss tiefe Gumpen ausgewaschen, in denen Du wunderbar abtauchen kannst. Dazwischen liegen große Steine und schattige Plätze am Ufer. Mit etwas Glück entdeckst Du sogar eine Wasseramsel, die hier gegen die Strömung taucht.

Vom Dorf Appenzell erreichst Du die Stelle nach etwa einer halben Stunde zu Fuß. Infrastruktur gibt es keine, deshalb gehören Getränke, Proviant und robuste Sandalen ins Gepäck. Die Kombination aus Wanderung, kurzer Abkühlung und einem späteren Bummel durch Appenzell mit seinen bunt bemalten Häusern und kleinen Geschäften ist wirklich schön.

Top Angebote in der Ostschweiz

Entdecke ähnliche Urlaubsthemen