Sommer rund um Zürich
9 ruhige Badeorte in der Natur
Es gibt diese Sommertage, an denen man einfach ins Wasser will – aber bitte ohne laute Musik, Menschenmassen und Liegestuhl an Liegestuhl. Wenn Du in Zürich lebst, musst Du dafür – glücklicherweise – gar nicht weit fahren. Wir stellen Dir neun erfrischende Orte vor – mitten in der Natur und abseits der großen Badis.
Lützelsee
Baden zwischen Schilf und Moorwiesen
Der Lützelsee im Zürcher Oberland wirkt fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Schilf steht dicht am Ufer, dahinter erstrecken sich Moorwiesen und manchmal entdeckst Du Störche, die wie selbstverständlich durch die Gegend staksen. Der kleine Toteissee befindet sich in einem geschützten Moorgebiet.
Baden ist hier nur in einem abgegrenzten Bereich erlaubt. Da SUPs und Wassersportangebote fehlen, ist die Atmosphäre entspannt und ruhig. Eine Liegewiese und ein Floß im Wasser sind vorhanden, außerdem führen schmale Wege durch Riedlandschaft. Ein kleines Restaurant bietet hausgemachte Kuchen und Getränke an.
Sihlwald
Wildnispark und Baden im Fluss
Der Sihlwald südlich von Zürich ist der einzige Wildnispark der Schweiz in Stadtnähe: Die Sihl fließt durch Waldabschnitte, über Kiesbänke und vorbei an kleinen Lichtungen. Entlang des naturbelassenen Ufers findest Du immer wieder ruhige Plätzchen zum Abkühlen und Picknicken. Der Ort verbindet Baden, kurze Wanderungen und Naturerlebnis – ideal für Familien mit Kindern. Die Infrastruktur ist bewusst minimal gehalten. Nach Regen ist Vorsicht geboten, da die Sihl schnell ansteigen kann.
Arnisee
Baden mit Gänsehaut-Garantie
Der Arnisee liegt auf über 1.300 Metern. Und das merkst Du sofort, wenn Du Deine Füße ins Wasser hältst. Es ist kalt. Wirklich kalt. Die Fahrt mit der Seilbahn dauert nur ein paar Minuten, aber oben fühlt es sich trotzdem wie eine andere Welt an. Rund um den See gibt es Wege, Grillstellen und ruhige Plätzchen. Die meisten bleiben eher am Ufer sitzen und genießen die Aussicht auf die Berge – Baden ist hier eher eine Art Mutprobe. In der Nähe gibt es auch zwei Bergrestaurants. Und falls Du Dich sportlich betätigen willst: Der Klettersteig Adlerhorst direkt oberhalb des Sees eignet sich für Kinder ab zehn Jahren mit Klettererfahrung.
Türlersee
Der entspannte Klassiker im Grünen
Der Türlersee gilt als ruhiger Gegenpol zu den großen Zürcher Badis. Wald, Moorlandschaft und ein Rundweg um den See prägen das Gebiet. Durch die geschützte Lage erreicht das Wasser in den Sommermonaten oft Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad — angenehm warm zum Baden, Planschen und Schwimmen. Flache Uferbereiche machen den See familienfreundlich. Am Strandbad Türlen gibt es einen Spielplatz, Liegewiesen, Grillstellen sowie die Möglichkeit, SUP-Boards und Ruderboote zu mieten.
Kemptner Tobel
Wasserfall zwischen Farnen und Felsen
Zwischen Bäretswil und Kempten findest Du das Kemptner Tobel, eine schmale Waldschlucht im Zürcher Oberland. Durch das Gebiet fließen der Aabach und der Chämptnerbach, die die Landschaft mitgeprägt haben. Hier gehst Du durch dichten Wald mit Felsen, Brücken und Bachstellen. Highlight ist der Chämptner Wasserfall, der rund zwölf Meter in ein Becken fällt. Der Einstieg ist bei der ehemaligen Nagelfabrik in Wetzikon. Die Strecke ist naturbelassen, feste Schuhe sind sinnvoll.
Nussbaumersee
Baden wie in der Jungsteinzeit
Vor fast 6000 Jahren siedelten sich die ersten Menschen am Nussbaumersee an. Heute nutzen ihn Familien und Naturliebhaber zum Baden, Schwimmen und Picknicken. Der Natursee im Thurgau ist maximal vier Meter tief und erwärmt sich im Sommer schnell. Es gibt mehrere offizielle Badeplätze, dazu naturbelassene Uferbereiche zwischen Schilf und Wiesen. Ausstattung wie Kiosk oder Gastronomie fehlt weitgehend, daher empfiehlt sich eigene Verpflegung. Wer über die kleine Halbinsel Horn spaziert, entdeckt außerdem Informationstafeln zur jungsteinzeitlichen Pfyner Kultur, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.
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Klöntalersee
Der Fjord der Glarner Alpen
Der Klöntalersee liegt rund eine Stunde südöstlich von Zürich, eingebettet zwischen den steilen Flanken des Glärnischmassivs. Bei Windstille spiegelt sich die Bergkulisse im Wasser. Daher auch die Bezeichnung: Fjord der Glarner Alpen. Im August erreicht das Wasser Temperaturen bis zu 24 Grad, ungewöhnlich warm für einen See auf 848 Metern Höhe. Kiesstrände, Grillstellen und stille Plätzchen säumen das Ufer. Du kannst Dir hier auch ein Kajak oder SUP-Board ausleihen.
Tobelbach im Tösstal
Sprudelnde Badewanne im Wald
Im Tösstal findest Du entlang des Tobelbachs mehrere natürliche Wasserbecken, die im Fels entstanden sind. Beim Bauma gibt es sogar eine Wasserwanne mit leichtem Sprudel – gespeist vom Tobelbach, der über eine flache Felsstufe ins Becken plätschert. An warmen Tagen nutzen Besucher die Stellen zum Abkühlen, ideal auch für Kinder. Die Infrastruktur ist minimal, daher solltest Du Getränke, Snacks und feste Schuhe einpacken. Achtung: Nach starken Regenfällen kann der Wasserstand deutlich ansteigen.
Wägitalersee
Türkisfarbener Stausee im Bergtal
Am Grund des 65 Meter tiefen Wägitalersee liegt ein ehemaliges Dorf, das 1924 für den Stausee überflutet wurde. Die frühere Siedlung Innerthal wurde aufgegeben und am gegenüberliegenden Hang neu errichtet. Im Hochsommer erreicht das türkisfarbene Wasser angenehme Temperaturen für eine kurze Abkühlung. Der Rundweg um den See ist barriere- und autofrei. Boote kannst Du vor Ort mieten. Lust auf ein kleines Abenteuer? Das Wägital beherbergt rund 200 Höhlen. Direkt vom Rundweg erreichst Du die Hundlochquelle, eine Felsenquelle mit begehbarer Grotte.