Urlaub im Reef Village Sharm El Sheikh Weihnachten/Sylvester 2003/4
Die Zimmer:
Zuerst der Schock! Statt der im Prospekt versprochenen kleinen 72 Zimmer-Anlage müssen wir feststellen, dass das Reef Village Teil des über 800 Zimmer umfassenden Reef Oasis ist. 90% der Touristen sind Italiener. Das Reef Village ist ein etwas abgegrenzter Bereich, in dem die Deutschen, Österreicher, Schweizer und ein paar Holländer und Belgier untergebracht werden mit eigenem Pool, eigener Poolbar und Solino-Kinderclub.
Die "Zimmer" selbst sind in einer Art zweigeschossigen Reihenhaussiedlung, die sich über ein weites Areal erstreckt. Die Ausstattung ist ok, deutsche Maßstäbe dürfen nicht angelegt werden. Die Familienzimmer mit separtem Schlafraum (Buchungs-Nr. F1) verfügen über Kühlschrank und Fernseher mit ein paar deutschen Programmen (ARD, ZDF, RTL). Nett: an jedem Pool ist eine Webcam, deren Bild man im Fernseher empfangen kann.
Die Zimmer haben entweder Balkon oder Terrasse.
Ein Trick wurde mit fast jedem am Anreisetag versucht: Wer die Familienzimmer mit separatem Schlafraum (also Buchungs-Nr. F1) gebucht hatte, wurde zunächst in ein Familienzimmer mit Beistellbetten (F0) einquartiert. Wir haben sofort protestiert und ich habe in der Rezeption meine Buchungsbestätigung auf den Tresen gelegt. Lächelnd erklärte mir der Manager, es handle sich um einen Irrtum. "Oh sorry" und wir wurden sofort in das gebuchte Zimmer gebracht. Familien, die sich erst am nächsten Tag bei der Reiseleitung beschwert haben, mussten teilweise zwei Tage in dem Zimmer der schlechteren Kategorie ausharren, bis ein F1-Zimmer frei wurde.
Es empfiehlt sich daher immer die Buchungsunterlagen und die Seite aus dem Reiseprospekt griffbereit im Handgepäck zu führen.
Essen/Trinken:
Wir hatten "All Inclusiv" gebucht, was sich wirklich bezahlt macht! Zur Teilnahme am Verfahren trägt man farbige Plastikbändchen am Handgelenk, die im übrigen auch beim Betreten des Hotelgeländes kontrolliert werden.
Uns standen drei Restaurants, alle Poolbars und die Strandbar zur Verfügung. Frühstück gab es von 7 bis 10 Uhr im sog. Central-Restauraunt und ab dem 01.01.2004 auch im Grillrestaurant in Strandnähe. Wann immer es ging, haben wir das Grillrestaurant vorgezogen, da es dort beschaulicher und ruhiger ablief. Im Central-Restaurant herrscht eine große Lautstärke und Unruhe.
Das Frühstücksbüfett ist reichlich. Es gibt Kaffee, Tee, Säfte und H-Milch. Pulver für Kakao steht bereit. Frischmilch muss man missen ebenso ist die Auswahl an Wurst mangels Schweinefleisch gering. Ansonsten bleibt kein Wunsch unerfüllt bishin zu Quark, Obst und Müsli.
Ab 10 Uhr gibt es dann noch "Late-Breakfast" an den Poolbars und am Strand (Crossants etc.).
Ab 12 Uhr Mittagstisch im Central-Restaurant vom Büfett. Am Strand und den Poolbars gibt es Hot Dogs, Hamburger, Gyros, Pommes oder Pizzastückchen.
Ab 15 Uhr gibt es Kaffee/Tee etc. mit einfachem Gebäck/Bisquites.
Ab 19 Uhr bis 22 Uhr Abendessen. Entweder Pizza/Pasta in einem italienischen Restaurant oder vom Büfett im Central- oder Grillrestarant.
Zur Auswahl am Büfett sind in der Regel "Soup of The Day", drei Nudelgerichte, zwei Sorten Fisch, ein Huhn- und ein Rindfleischgericht. Schweinefleisch gibt es verständlicherweise nicht. Dazu ein reichhaltiges Salatbüfett, Nudeln, Reis oder Kartoffeln, diverse Brotsorten und ein großes Nachtischsortiment und Obst.
Einmal die Woche wird draußen gegrillt. Das Fleisch war aber z. T. stark angebrannt.
Es soll noch irgendwo einen Mitternachtssnack geben. Da wir da aber meist schon geschlafen haben, weiß ich nicht genau wo.
Getränke (Wasser, Säfte, Eistee) erhält man ab 8 Uhr an den Pools zum Zapfen aus Automaten. Cola, Sprite usw. werden einzeln gereicht. Kaffee, Expresso etc. gibt es ab 10 Uhr.
Alkoholische Getränke gibt es an den Pools in Form von Longdrinks außerdem das heimische Bier Sakara. Wein gibt es zu den Mahlzeiten. Sog. impotierte alkoholische Getränke (Whiskey etc.) gibt es nur gegen Bezahlung.
Baden und Schnorcheln am hoteleigenen Strand:
Zum Hotel gehört ein breiter flach abfallender Kiesstrand, der auch für kleinere Kinder geeignet ist. Badeschuhe sind empfehlenswert, da oftmals kleine scharfkantige Korallenstückchen angespült werden. Sollte man über das Korallenriff laufen (was offiziell verboten ist) sind Badeschuhe unabdingbar, um nicht versehentlich auf einen Seeigel zu treten.
Die Wassertemperatur betrug im Dez./Jan. 25°C, so dass Baden und Schnorcheln problemlos möglich war.
Direkt am Strand ist eines der schönsten Korallenriffe der Region.
Über das Korallenriff führt ein Steg. An dessem Ende kann man vor dem Korallenriff ins Meer und ist sofort von der Vielfalt der bunten Fische umgeben. Mit etwas Glück sichtet man sogar einen Rochen, nur von den Feuerfischen sollte man sich fern halten, da die Berührung mit ihnen einen Schock verursachen kann. Da diese Tiere aber nachtaktiv sind, gibt es in der Regel nichts zu befürchten.
Korallen sind sehr scharfkantig. Beim Schwimmen und Schnorcheln sollte man deshalb vorsichtig sein und das Riff nicht unbedingt mit der bloßen Haut berühren. Einmal habe ich mir eine Schnittverletzung zugezogen, die sehr stark blutete. Am besten spült man diese mit Salzwasser.
Das Riff vor dem Strand ist wirklich traumhaft und auch für ungeübte Schwimmer geeignet.
Schnorchelausrüstungen können am Strand entliehen werden. Hygienischer ist es, sie in einem der kleinen Basare auf dem Hotelgelände für 10 Euro/Stück zu erwerben.
Am Strand gibt es auch noch "Beach-Massage" und "Beach-Volleyball".
Ein Tipp: Wer morgens zu spät ist hat ausreichend Gelegenheit über Mittag wieder freie Liegen zu organisieren.
Jeder Gast erhält ein "Liegenhandtuch", da die normalen Badetücher nicht verwendet werden dürfen.
Pools auf dem Hotelgelände:
Zum Hotel gehören vier Schwimmingpools und eine Whirlpoolanlage mit drei kleinen Becken. Der der Rezeption am nächsten gelegene Pool ist beheizt. Dort befindet sich auch ein 40cm Kinderplanschbecken. Die Wirlpoolanlage ist, da das Wasser nicht sehr tief ist, auch warm, lediglich die anderen unbeheizten Pools waren zu unserer Zeit (Dez./Jan.) zu kalt zum baden.
Der Warmwasserpool ist extrem stark gechlort. Anschließendes Duschen ist unabdingbar. Viele Kinder hatten nach zu langem Baden in dem warmen Pool gerötete trockene Hautstellen, die sich aber mit einer handelsüblichen Fettsalbe behandeln ließen.
Solino Kinderclub:
Wir hatten über 1-2-fly gebucht und durften somit den Solino Kinderclub nutzen. Dieser bietet Kindern von etwa 3 bis 10 Jahren ein sich wöchentlich wiederholendes Programm, welches jeden morgen um 10 Uhr startet. Kaum erklang morgens die Begrüßungsmusik war unser Junior (5 Jahre) nicht mehr zu halten und rannte zur Clubanlage. Der Club macht Pause um 12 Uhr und beginnt nachmittags um 15 Uhr mit dem gemeinsamen Eis-, Pfannekuchen- oder Pommesessen. Wenn die Kinder möchten, können sie von 18 bis 19 Uhr zum Kindermenü, ab 19 bis 20:30 Uhr ist dann noch Actionstunde und Kinderdisco.
Die Betreuer waren außerordentlich nett und engagiert. Ein Lob an dieser Stelle an Mäggi und Bob!
Außerdem gibt es zwei Spielplätze in der Anlage.
Lediglich für unsere "große" (12 Jahre) hätten wir uns etwas mehr Angebote gewünscht. Im Programm waren Beachvolleyball, Soccer, Schnorcheln und Gesellschaftsspiele.
Ein Tipp: Wer einen Gameboy sein eigen nennt, sollte das Link-Kabel nicht zu hause lassen. Unsere "große" fand sehr schnell Freunde, die glücklicherweise ein Link-Kabel dabei hatten.
Übrige Animation:
Die Animation wurde im Dez./Jan. nur in italienischer Sprache angeboten. Wir haben das zwar bedauert, andererseits war es aber kein Problem sich dem anzuschließen. Die italienischen Animateure gehen auf die deutschen Gäste in Englisch ein. So habe ich bspw. Bogenschießen mitgemacht und eine Einladung zum Tauchen erhalten. Auch sprach ich ein deutsches Paar, welches beim Tennis-Tunier den 2. Platz erlangt hatte und zur Siegerehrung eingeladen wurde.
Shuttlebus/Taxi:
1x täglich besteht die Möglichkeit morgens mit dem Shuttlebus kostenlos nach Naama Bay zum shoppen oder flanieren zu fahren und am vormittag noch zurück zu kehren. Eine Taxifahrt in einem der blau/weißen Taxis kostet 20 LE entspricht 2,60 Euro (unbedingt vorher aushandeln, die Fahrer starten Verhandlungen meist bei 30 LE). Taxis bekommt man problemlos, wenn man an der Hauptstraße steht. Eine Fahrt zum "Old Market" kostet 15 LE. Die hoteleigenen Taxen (rote Limousinen) sind etwas teurer und rechnen direkt in Euro ab.
Geld / Geldautomaten:
Da alle Touristen mit einer einheitlichen Währung kommen, dem Euro, ist dieser faktisch Ersatzwährung geworden. Der Kurs betrug im Dez./Jan. 1 LE = 13 Eurocent bzw. 7,7 LE gleich 1 Euro. Achtung, nicht zu viel Geld tauschen, da Hotelrechnungen, Tagesausflüge, Arztrechnung in Euro bezahlt werden müssen.
Reiseschecks und Kreditkarten werden (in Euro) problemlos akzeptiert. Geldautomaten funktionieren mit der normalen EC Karte, "spucken" jedoch nur ägyptische Pfund aus. Einige Automaten haben kein deutsches Menü. Dann muss man bei der ersten Abfrage "withdraw" und bei der zweiten Abfrage "from checking" auswählen. Auf dem Hotelgelände befindet sich einer dieser des deutschen unkundigen Geldautomaten.
Als Trinkgelder aber auch in den kleinen Basaren werden überall Euros gern genommen. Übrigens ein Paradis für Sammler fremder Euromünzen, da man als Wechselgeld oftmals italienische, französiche usw. Euromünzen erhält.
Ägyptisches Kleingeld ist Mangelware. 1 LE-Noten sind so gut wie nicht mehr im Umlauf. Unbedingt für kleinere Trinkgelder (Taxifahrer, Kofferträger) sammeln.
Gesundheit:
Wie in allen afrikanischen Ländern darf man kein Leitungswasser trinken. Selbst zum Zähnputzen haben wir das ortsübliche Wasser "Baraka" verwendet. Es wird flaschenweise zu 0,5, 1 und 2l und in 5l Kanistern verkauft. Eine 2l-Flasche kostet 2 LE (26 Eurocent).
Auch Eis und eisgekühlte Getränke sollte man meiden. Unseren Kindern habe ich lediglich erlaubt eingepackte Eistüten bekannter Markenhersteller an zu nehmen und von losem Eis die Finger zu lassen.
Schlägt Montezumas Rache zu, helfen weder Imodium noch MCP aus Deutschland. Empfehlenswert ist ein in jeder Apotheke erhältliches Medikament mit dem wirkstoff Nifuroxazide. Es wird unter dem Namen Antinal oder Drotazide verkauft. Die 10er-Packung kostet 50 LE. Eine ausführliche Dosierungsanleitung liegt in Englisch bei.
Im übrigen bekommt man in den Apotheken jedes Medikament rezeptfrei und auch Medikamente, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Außerdem werden die Apotheker nie müde, einem mit einem gewissen Augenzwinkern die "kleinen Pillen für den Herrn" anzubieten - Stückpreis: 9 Euro.
Wir selbst benötigten einmal einen Arzt, der von der Rezeption aus bestellt binnen 45 Min. kam. Seine Spritze gegen die Magenkrämpfe meiner Frau und Tochter wirkte binnen zwei Stunden. Ansonsten hatten wir keine gesundheitlichen Probleme. Die Arztrechnung wurde von der Reisekrankenversicherung, die wir zusammen mit der Buchung abgeschlossen hatten anstandslos binnen einer Woche per Scheck bezahlt. Nicht vergessen: Eine vom Arzt unterschriebene Quittung mit Befund ist nötig.
Ausflüge:
Es werden diverse Bus-Fahrten in die Umgebung sowie Touren mit dem Glasbodenboot und dem Aquascope angeboten. Unsere Erfahrung ist, dass man diese vor Ort in Naama Bay z. T. billiger organisieren kann. Man kann auch ein hoteleigenes Taxi für einen Tag chartern und eine individuelle Ausflugstour zusammen stellen. Kosten für einen Tag: 100 Euro.
Lohnenswert ist auch ein kleiner Fußmarsch (10 Min.) zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Blick auf die Bucht mit dem Hotel und Ras Mohammed (dem Scheidepunkt des Golfes von Akkabar und des Golfes von Suez hat.
Links aus dem Hotel heraus in Richtung Wasserturm gehen. Die erste mögliche Straße wieder links ab. Dann sieht man am Ende des Weges bereits die Sonnenschirme, welche am Aussichtspunkt aufgestellt sind.
Zu Fuß kann man auch das "Alf Leila Wa Leila" (1000 und eine Nacht) erreichen. Eine große Anlage mit vielen bunten Türmchen, die neben unzähligen Einkaufsmöglichkeiten, Unterhaltung und eine Ton- und Lichtshow (2x wöchentlich in Deutsch) liefert.
Handy/Internet:
Unser D1 Pre Paid Handy funktionierte diesmal problemlos mittels Roaming-In in Ägypten. Das alte umständliche Einbuchen über *111* + Sondernummer entfällt damit.
In der Rezeption gibt es ein Internet-Cafe mit drei Plätzen. Was es kostet weiß ich nicht, da ich - wenn's auch schwerfiel - 14 Tage ohne PC konnte.
Was uns NICHT gefiel:
Der obligatorische Zuschlag für die Feiertage (Weihnachten und Sylvester), der für unsere Familie insgesamt 420 Euro betrug, steht in keinem Verhältnis zu dem, was an diesen Tagen geboten wurde. Am Sylvesterabend gab es die selbe Show, wie am Weihnachtsabend. Das ganze ohne live Musik sondern CD! Jede Show, die uns auf einem Nilkreuzfahrtschiff vor zwei Jahren all abendlich geboten wurde, war besser!
Auch das Menü war nicht "so viel ausgefallener", wie an den übrigen Tagen.
Unter dem Kosten/Nutzen-Gesichtspunkt ist von einer Buchung über Feiertage abzuraten!
Ein 2. Kritikpunkt: Wir mussten in Stuttgart umsteigen. Dort herrschten sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug chaotische Zustände, wie ich sie auf einem deutschen Flughafen noch nicht erlebt habe.
Schlage stehen ohne Ende, selbst auf dem Gang vor der Herrentoilette stauten sich 25m! Zu wenig Sitzplätze im Wartebereich. Personen sitzen auf dem Boden. Abfertigungen falsch ausgeschildert.
Letztlich mussten wir beim Rückflug im termingerecht bereitgestellten Flugzeug nach Hannover 1,5 Std. warten, da die Abfertigung der anderen Fluggäste nicht voran ging. Im Flieger trafen wir Urlauber aus Sharm El Sheikh wieder, die uns erzählten, sie hätten die 1,5 Std. Schlange beim Boarding gestanden.
Zusammenfassung:
Insgesamt hat es uns so gut gefallen, dass wir eine Wiederholung im Frühjahr 2005 ins Auge fassen.
Viele Grüße an:
Ute Amrou (Reiseleitung 1-2-fly in Sharm), es hat alles gut geklappt und an Evelyn, Mäggi, Michi und Bob.
Und an Isa, melde dich mal.