würdet ihr als Frau alleine nach Ägypten fliegen?
-
Meine kurze Antwort auf die ursprüngliche Frage: Nein.
Zwar habe ich auf meiner letzten Reise viele sehr höfliche und neutrale Leute getroffen, aber dass, wenn ich (mit meinem Freund) auch nur an manchen Geschäften vorbeigegangen bin, oder auf ein ungebetenes Zudringlichwerden von Händlern freundlich "No thank you" gesagt habe, mir übelste Schimpftiraden entgegenkamen, ist mir so noch nie passiert.
Ehrlichgesagt ist es mir auch aufgefallen, dass die allgemeine Einstellung war, Frauen hätten nichts zu sagen und sollten am besten gar nicht auffallen, wobei ich das nur an meinem subjektiven Eindruck und winzigen Details festmache.Sehr bedenklich und geradezu widerlich frauenverachtend finde ich allerdings manche Äußerungen im Forum wie "Dünne Spaghettiträger und kurzer Rock, da muss man sich danach nicht wundern, wenn was passiert". Klingt doch sehr nach "Dumme Schl**pe, selber schuld dass du vergewaltigt wurdest." So eine Denkweise halte ich für keine Kultur und keinen mitfühlenden Menschen angemessen. Von mir aus soll jemand mit unpassender Kleidung in Ägypten von der Polizei verwarnt und nach Hause geschickt werden, falls denn das Gesetz eine Kleiderordnung vorsieht, aber das rechtfertigt keinen tätlichen Angriff.
-
Ich bin vor einer Woche mit meinen Kindern aus Ägypten zurückgekommen.Natürlich sind meine 2 blonden Mädchen ständig angesprochen worden aber ein deutliches "LA A" hat jeder verstanden und wir hatten nie Probleme.Ich konnte ohne weiteres in einer Shishabar sitzen und die Kinder haben sich frei in Old Market bewegt.Darum ein klares ja für Ägypten und alleinreisende Frauen mit Kindern.Für ängstliche Frauen würd ich Ägypten jedoch nicht empfehlen.
-
melaniehibiki:Meine kurze Antwort auf die ursprüngliche Frage: Nein.
Zwar habe ich auf meiner letzten Reise viele sehr höfliche und neutrale Leute getroffen, aber dass, wenn ich (mit meinem Freund) auch nur an manchen Geschäften vorbeigegangen bin, oder auf ein ungebetenes Zudringlichwerden von Händlern freundlich "No thank you" gesagt habe, mir übelste Schimpftiraden entgegenkamen, ist mir so noch nie passiert. Ehrlichgesagt ist es mir auch aufgefallen, dass die allgemeine Einstellung war, Frauen hätten nichts zu sagen und sollten am besten gar nicht auffallen, wobei ich das nur an meinem subjektiven Eindruck und winzigen Details festmache.Hallo Melanie,
vielleicht hättest Du statt "No thank you" eher "Ana misch aisa shira al'an" sagen sollen ? Scheinst ja etwas Arabisch zu können, wenn ich mir Deinen Nickname so anschaue.
Aber jetzt mal im Ernst, als ich in Ägypten war, haben die Händler vielleicht getuschelt, wenn ich mich rumgedreht habe, aber Schimpftiraden kamen mir da keine entgegen. Ist ja auch schon länger her.
Und was Deinen subjektiven Eindruck von der allgemeinen Einstellung gegenüber Frauen in Ägypten angeht, so kann ich das nur bestätigen. Das ist aber in der gesamten islamischen Welt so. Auch hier in Deutschland habe ich es bemerkt, daß eine Frau, die auf einer Feier laut singt oder ein Instrument spielt, auf diese Herren eher herausfordernd wirkt und daß es dann Störmanöver gibt, um die Aufmerksamkeit von dieser Frau abzulenken. Ich habe das erst nicht verstanden und war empört über diese Störmanöver, aber eine Freundin meinte dann zu mir: "Du darfst als Frau in der muslimischen Welt nie im Mittelpunkt stehen. Das gehört sich nicht."
Und, ja, Du hast recht - es sind diese kleinen winzigen Details, woran man merkt, wo der Hase langläuft. Es wird ja eigentlich nie offen ausgesprochen. Wohl dem, der die Anzeichen rechtzeitig erkennt und zu deuten versteht.
LG
MarkusMama -
Ich war schon oft alleine in Ägypten unterwegs
. ********* wird man überall, auch hier bei uns in Deutschland! Ein klares und deutliches NEIN und angemessene Kleidung wirkt Wunder........
Ich würde jederzeit alleine nach Ägypten reisen. Allerdings stimme ich utajuli zu, ängstliche Frauen sollten dies lieber nicht tun.
LG Ayasha -
melaniehibiki wrote:
Sehr bedenklich und geradezu widerlich frauenverachtend finde ich allerdings manche Äußerungen im Forum wie "Dünne Spaghettiträger und kurzer Rock, da muss man sich danach nicht wundern, wenn was passiert". Klingt doch sehr nach "Dumme Schl**pe, selber schuld dass du vergewaltigt wurdest." So eine Denkweise halte ich für keine Kultur und keinen mitfühlenden Menschen angemessen.Sehe ich auch so. Der ägyptische Staat will ja unbedingt den Massen-Badetourismus haben. Dann müssen sie damit leben, dass die Leute dann auch kommen, und Badeurlaub nach ihrem Gusto machen wollen.
Es wäre Aufgabe des Staates, dafür zu sorgen, dass die Locals die andere Kultur kennen- und verstehenlernen, um mit den Badetouristen umgehen zu können. Durch entsprechende Schulen/Schulbücher (in denen wir nicht mehr als Ungläubige oder Schweinefresser bezeichnet werden), durch Schulungen, durch Aufklärungskampagnen (so hat man in Marokko das Hassle-Problem zumindest stark verringert).
-
MarkusMama wrote:
"Du darfst als Frau in der muslimischen Welt nie im Mittelpunkt stehen. Das gehört sich nicht."Andererseits gibt es in der arabischen Welt Sängerinnen, die schon fast wie Göttinenn verehrt werden, Umm Kulthum oder Fairouz - wie passt das zusammen?
-
Die wurden/werden aber wegen ihrer Gesangskünste verehrt, nicht weil sie weibliche Wesen sind.bzw.waren, Uum Kalzoum ist ja schon ewig tot.
Fairouz dürfte um die 80 sein.
Bin aber doch über Dein statement sehr überrascht, gerade Du , die die Ägypter immer verteidigt hast. Ich habe auch mal geschrieben, dann hätten sie ihr Land für den Tourismus nicht öffnen sollen, wurde aber hier von fast niemanden akzeptiert, auch von Dir nicht. Es ging um " angemessene Kleidung ",erinnerst Du Dich ? Wie kommt es zu dem Sinneswandel ? Wobei Du natürlich recht hast, völlig klar. Glaube aber kaum, daß solche Kurse etwas bringen , ich kenne das von zig Diskussionen her, es kommt nichts dabei raus,weil es ja mit musl. Augen gesehen, genau entgegengesetzt ihrer Lebensweise ist.
LG -
Richtig, ich habe meine Meinung geändert. In einem Badeort muss es okay sein, in Bikini und Minirock herumzulaufen. War jetzt aber kein konkretes Ereignis, das den Sinneswandel ausgelöst hat.
In Kairo oder einer einer Kleinstadt am Nil sieht das wieder anders aus, da ist man wirklich "fremd", dort sollte man sich anpassen, da würde ich schlimmstenfalls auch ein Kopftuch überziehen.Jedenfalls sollte es machbar sein, jungen Männern im Tourismusbusiness in Seminaren o.ä. ein realistisches Bild von der europäischen Kultur und Lebensweise beizubringen. Dass Frauen und Männer bei uns anders miteinander umgehen. Dass die in Ägypten so exzessiv genutzen westlichen Pornoseiten ausgedachte Filme sind und nicht der täglichen Realität entsprechen. Und wie man sich gegenüber Frauen anständig benimmt.
-
Überflüssiges Doppelzitat entfernt, da dieses bei einer direkten Anrede entbehrlich ist.
Liebe Alexa,Umm Kulthum ist seit Jahren tot und Fairouz ist dermaßen berühmt, daß sie eine Art Narrenfreiheit genießt wie eben andere Prominente hierzulande auch. Aber wehe, sie sind noch nicht so berühmt, dann haben sie ihren zumeist männlichen Gönnern zu gehorchen.
Kennst Du denn nicht den Fall der libanesischen Pop-Sängerin Suzan Tamim, die von einem Auftragskiller ihres ägyptischen Ehemannes ermordet wurde, weil sie es gewagt hatte, sich von ihm zu trennen? Sie dachte auch, 'Ich bin populär, ich bin berühmt, ich bin reich, ich darf das.' Sie durfte nicht, ihre unmittelbaren ****** wurden zwar gefaßt, angeklagt und verurteilt, dieses Urteil wurde jedoch noch nicht vollstreckt, wie es sich nach ägyptischen Gesetzen gehört hätte. Und ihr Exmann, der Auftraggeber des Mordes schaffte es, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, soll er doch gute Kontakte nach ganz oben in Ägypten haben.
de.wikipedia.org/wiki/Suzan_TamimLG
MarkusMama -
Das eine Touristin einem Auftragskiller zum Opfer fällt, liegt in der Wahrscheinlichkeit bei 0,00001%.
Ähnlich wie in Mitteleuropa. 
-
MarkusMama wrote:
Kennst Du denn nicht den Fall der libanesischen Pop-Sängerin Suzan Tamim,Nee. So detailliert interessiert mich das Thema nun auch nicht, und die Musik dieser Damen ist eh nicht so mein Fall.
Du kannst halt nicht die arabische Welt über einen Kamm scheren. Während es in marrokanischen oder tunesischen Städten normal ist, dass Frauen als Kellnerinnen arbeiten, Mofa fahren oder abends allein unterwegs sind, ist dies in Ägypten schon wieder viel seltener/schwieriger, und im Jemen wäre daran nichtmal zu denken.
-
Hallo. Ich fliege seit 1992 ALLEINE als frau nach ägypten. Und die zeiten haben sich sehr geändert. Angesprochen wurde man immer, doch mittlerweile ist es manchmal wirklich lästig für viele urlauber- was ich auch verstehen kann. Doch man muss auch die ägypter verstehen. Es ist ihr job und irgendwie müssen sie ja in kontakt kommen um etwas zu verkaufen. Durch die freizügigkeit mancher touristen (meistens aus dem ostblock-russisch,polnisch) werden die ägypter manchmal auch beleidigent. Ich kann sie aber verstehen. Es ist und bleibt ein moslemisches land und dazu gehört nun mal das man nicht freizügig aussserhalb der hotelanlage herumläuft. Mit einem freundlichen la... (nein)oder la-a (doppelt-verneint)shukran(danke), dürfte es reichen. Ich persönlich hatte nie problem,da ich immer hochgeschlossen oder in einer galabea( arabisches gewand) ins zentrum fahre. Dadurch hatte nicht nur ruhe sondern auch die achtung der ägypter auf meiner seite.
Zu der stellung der frau kann ich nur sagen das sich auch da der stand ändert. Zu haus ehat die frau oft mehr zu sagen als der mann.
Liebe grüsse -
Ich werde weiterhin jedes jahr alleine dorthin verreisen, denn das land ist atemberaubend schön....

-
@orientdreams,
es gibt leider auch reichlich westeuropäische Frauen, die unangemessen peinlich aussehen und sich auch genauso benehmen
Ansonsten, gebe ich dir vollkommen Recht
LG
Roswitha -
Ich reise sei über 16 Jahren und seit 7 J ahren 2-4 mal im Jahr allein nach Ägypten.
Was mir aber inzwischen teiweise so richtig auf den Senkel geht (obwohl ich mir der Schwere der Materie bewusst bin), dass eine eingereiste Frau (und auch Mann) - sich immer anpassen soll.
WARUM??? Irgendwann sollte es der einfachtste Händler gerafft haben. Um Erfolg zu haben, geht man auf sein Gegenüber ein.
Alleinreisende Frauen in den Touristengebieten sind und bleiben - bei den unbekannten Menschen die man trifft "Schamutas". Da kann man sich noch so sehr verhüllen, oder dezent anziehen.
Der einzige Schutz ist ein gesundes Selbstvertrauen. -
Ja, würde ich. In 2 Wochen geht es bei mir los. Klar, werde ich abends nicht gross alleine ausgehen können, das ist mir bewusst, ausser ich treffe andere Touristen. Und kleiden werde ich mich auch, wie es sich in solch einem Land gehört. Habe da keine Bedenken.
-
arkadas spricht mir aus dem Herzen... Wirklich schade, dass in muslimischen Ländern immer noch diese altbackene Vorstellung herrscht.
Das wird sich vermutlich aber auch nicht ändern, solange viele westliche und östliche Touristinnen so leicht zu haben sind.
Ich erlebe das leider in jedem Urlaub wieder und ärgere mich dann, dass alle in einen Topf geworfen werden. -
meine Frau traff ich in Hurghada ein erstes mal im Hotel,es war für sie ein Spiessruten laufen von Anfang an ,sei es der Reiseagend oder das Personal rund um das Buffet oder am Abend in der Stadt die Händler .
Sie war normal gekleidet vielleicht einen hauch Russisch aber für mich nicht provozierend ,ich war zu dieser Zeit ein Kleiderschrank mit Tatoos aber selbst das hat die Typen nicht sonderlich gestörrt,seit wir Eheringe tragen hat es sich aber auf einen Schlag gebessert.
-
also wir sind meist zu zweit unterwegs.. 2 single frauen..
und ich denke das leider ja, oft "altbackene" denkweisen herrschen...
aber ebenso auch offene.
und ich meine damit nicht das - hallo mädles hier bin ich gehabe
auch muss ich sagen - hatte ich - ausser auf dem ersten basar besuch - noch nie einen spießroutenlauf.(aber damals gingen wir auch mit mehr angst durch und wurden immer schneller - was erst recht zu gelächter und sprüche führte. man sah es uns buchstäblich an
)
im hotel schon gar nicht. ausser das mein getränk schneller da war
ein versuch des tatschen´s (basar) ja.. aber es blieb beim versuch. und meine art zu antworten reichte wohl.
wirklich negativ empfand ich es nie. das die leut am basar versuchen die aufmerksamkeit auf sich und den shop zu machen klar. aber nie so das ich mir dachte oje ich will hier raus. (ausser beim ersten mal) sonst würde ich auch bestimmt nicht wieder hin wollen.
wir hatten dieses jahr zum beispiel ein nettes erlebniss.. luxor - basar - irgend ein großer festtag. wir zu dritt - 2 frauen ein mann.. mann ging uns verloren
wir am suchen.. wegen taxi und so.. und ein typ wollte das wir seinen laden angucken. wir abgelehnt wir müssen ja suchen..20 min. später läuft uns der kerl den ganzen bazar hinterher - er hätte "unseren" mann gefunden.. und hat er auch
und wir haben nicht seinen laden leergekauft als dank.. nein ein kurzes nettes gespräch und fertig.
ich will damit nur aufzeigen - es gibt immer 2 seiten.. in deutschland wäre es uns glaub ich nicht passiert.
und an alle die ins zweifeln gekommen sind ob sie nach ägypten sollen - macht es
aber seit auf´s anlabbern gefasst. aber wer ein sicherer auftreten hat, sollte -so zumindest meine erfahrung - kein problem haben.
lg angie