Studie: Nachhaltiger Tourismus
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Ich habe in meinem Bekanntenkreis darüber diskutiert. Alles normale Leute wie du und ich, kein extremer Ausrutscher im sozialen Bereich nach oben oder unten. Und ich war erstaunt, das es doch viele ernsthafte Meinungen gab, ein solches Angebot zu unterstützen. Es gibt ja schon Produkte wie "fairer Preis", oder auch die Bio-Angebote, die anscheinend mehr Leute als man denkt annehmen
Vielleicht schreiben hier mehr user, die ausschliesslich oder überwiegend auf der "best-price-Schiene" unterwegs sind. Und ich muss gestehen, ich gehöre eigentlich auch dazu. Aber es hat mich nachdenklich gemacht.
Noch ein Wort zu lexilexi und ihren verbalen Ausfällen gegen mich. Ich nehme es ihr nicht übel, sie unterliegt da einer ihr angetragenen Hausaufgabe. Und deswegen kann ich das ganz gut einordnen, aber eine Entschuldigung ist sie mir trotzdem schuldig.
Gruss Gabriela
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So wie es mit der ganzen Bio-Produkte-Sache ein Für und Wieder gibt, wird es sicher auch bei "Nachhaltigem Tourismus" sein. Wenn man ganz sicher wüßte, dass der Mehrpreis für den Urlaub dann auch wirklich für diese angedachten Zwecke genutzt wird, würde sicher mancher seine Gedanken auch ernsthafter in die Tat umsetzen.
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Urlaub unter dem Stichwort "Nachhaltiger Tourismus" könnte aber auch wesentlich billiger sein:
Handtücher werden nach einer Woche gewechselt, Bettwäsche bleibt die gesamte Dauer. Damit spart man eine Unmenge an Energie, ebenso mit abschaffung der
Klimaanlage.
Statt Buffet gibt es feste Menüpläne, in die man seine Wunschspeise einträgt, damit spart man eine Menge Lebensmittel, die sonst entsorgt werden müssen.
In der kalten Jahreszeit gibt es keine beheizten pools mehr, denn diese Energie ist einfach Verschwendung.Das ist erst mal der Anfang meiner Ideensammlung, ich glaube aber kaum, dass ein RV mit solchen Angeboten große Geschäfte machen wird.
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@chepri
Deinen Ausführungen kann ich nur zustimmen.
ABER:
der deutsche Urlauber hat mittlerweile so hohe Ansprüche gestellt, er wär richtig verärgert wenn er das Ihm jetzt Gebotene nicht mehr bekommt.Du würdest in Zukunft noch mehr lesen:
Katastrophaler Service, Sauberkeit lässt zu wünschen übrig, NIE WIEDER Urlaub in dem Hotel, in dem Land usw.LG
Wilhelm
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@chepri
deine ersten ideen sind gar nicht so schlecht und lassen sich eigentlich recht eninfach realisieren.
ich kann mir aber auch vorstellen, dass viele hoteliers auf der jagd nach dem maximalprofit die eigentlichen einsparungen unter dem deckmantel der "ökologisierung" noch teurer verkaufen.
will heißen:
an energie gespart, trotzdem preiserhöhung weil man ja ein besonderes "öko hotel" ist.
und schon ist die gewinnspanne ein wenig erweitert.
und das schlimmste: kein urlauber kann sich mehr über diese dinge beschweren.
und das sind doch die gerne genommenen meckerpunkte:
die bettäwsche wurde nicht jeden tag gewechselt.
(mache ich im übrigen zu hause auch nicht !) -
Guter Ansatz, chepri, aber nicht konsequent zuende gedacht. Denn der nachhaltigste Tourismus wäre, wenn eben dieser nicht mehr statt fände, da allein die Anreise z.B. per Flug alles andere als nachhaltig ist.
Folglich wäre nur der RV "nachhaltig", der sich selber abschafft oder eben alternativ mit Galeeren die Touristen befördert.
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So ganz stimmt das ja auch wieder nicht, denn nachhaltiger Tourismus beinhaltet ja noch mehr als "bloßes" Energiesparen. Im übrigen müßte bei Abschaffung des Tourismus sofort überlegt werden, was der ehemalige Reisende mit seiner Urlaubszeit anfängt. Nicht dass das "Nicht-Verreisen" mehr Ressourcen kostet, als der Flug um den halben Erdball (Pioniere der Nachhaltigkeit:...Sie verpflichten sich zu nachhaltigem Tourismus, der Rücksicht auf Umwelt, Kultur und Gesellschaft des Gastgeberlands nimmt.Karibische Länder wie Jamaika und Barbados sind Vorreiter der Bewegung.Quelle Spiegel online 2003)
Also nicht nur Tourismus abschaffen, sondern auch Urlaub
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carofeli wrote:
Wenn man ganz sicher wüßte, dass der Mehrpreis für den Urlaub dann auch wirklich für diese angedachten Zwecke genutzt wird, würde sicher mancher seine Gedanken auch ernsthafter in die Tat umsetzen.Ja, das ist der "Knackpunkt" ...
Ansonsten: Viele Dinge benötige ich auch nicht: täglicher Handtuch - / Bettwäschewechsel, Klimaanlage stelle ich fast immer aus, da ich diesen Temperaturwechsel überhaupt nicht mag / das Geräusch mich stört, usw. usw. - siehe chepri.
@curiosus
Nur zur Überfahrt hätte ich noch eine Frage:
Wer rudert ?
Oder gehört das zur "Animation"
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hallo
also ich denke, solange themen wie "was müsst ihr so hinblättern für den urlaub" oder "neuen rutschenhotels in ägypten" diskutiert werden, wird das thema nachhaltiger tourismus sicher eine randerscheinung bleiben.
hierzu braucht es auch länder, die nicht nur das schnelle geld durch den tourismus wollen, sondern eher langfristig denken und die nötige infrastruktur und bildung des personals fördern.mal sehen wie sich die branche weiterentwickelt
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Die Angebote für "nachhaltigen Tourismus", erinnern mich ein bisschen an den Markt für Elektroautos. Angebot: Kleinstwagen, 100 km/h schnell, Reichweite: 120 km. Preis: 30.000 Euro.

Ist halt was für Idealisten, die es sich leisten wollen und können, die Welt zu retten. Und die auch naiv genug sind, zu glauben dass sch dadurch wirklich was ändert.
Wann wird "Nachhaltigkeit" mal zum Unwort des Jahres gewählt. Ich find's einfach nur nervig. -
Ob man es nun gerne hört oder nicht, das Thema entwickelt eine Eigendynamik, die in Zukunft die Reisegewohnheiten verändert wird. Die Flugabgabe ist nur erste Schritt, ich glaube, da werden wir uns noch auf viel höhere Belastungen einstellen müssen.
2010 sollen es ca. 2 Milliarden Fluggäste gewesen sein, 2015 schätzt man werden es 3 Milliarden sein: 50% Zuwachs in nur 5 Jahren. Es gibt Untersuchungen, wonach ein Mensch pro Jahr nur 3 Tonnen Kohlendioxyd verursachen dürfte, das schafft aber ein Tourist bereits mit einem Flug von Frankfurt in die Dom Rep. Barcelona fürs Wochenende, London mal kurz zum shoppen oder trecken in Vietnam. Das ist für nicht mehr zu wenige ohne Probleme ein nicht mal jahresfüllendes Programm.
Die Zahl der kritischen Betrachter dieses Szenarium wächst. Trendforscher zählen zu jenen bewusst konsumierenden Anhängern eines gesunden und nachhaltigen Lebenstil mehr als ein Drittel der Bevölkerung in den Industrieländern. Man bezeichnet sie als "Loha" ( Lifestyle of Health and Subsstainability ). Ich sage das auch ganz bewusst gerade im Zusammenhang mit den Dioxin-Vergiftungen. Auch hier gilt die Kernaussage: der Verbraucher will billiges Fleisch ! Kommt mir bei Aussagen von Pauschalurlaubern sehr bekannt vor.
Die RV werden in Zukunft diesen trend verstärkt bewerben, sonst geraten sie in die Bredouille, weil ansonsten sie als die Schuldigen für Verteuerungen ausgemacht werden, wenn sie den Umweltanteil ihrer Preise nicht offen legen. Was da zur Zeit schon im Markt ist: da glaube ich, das der von den "Idealisten" gezahlte höhere Preis noch in die Bilanzen der RV einzieht.
Man sollte auch nicht vergessen, das die Autoindustrie -speziell in Deutschland und in den USA- Entwicklungen in diese Richtung lange verschlafen haben.
Gruss Gabriela
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gabriela_maier wrote:
Ich sage das auch ganz bewusst gerade im Zusammenhang mit den Dioxin-Vergiftungen. Auch hier gilt die Kernaussage: der Verbraucher will billiges Fleisch !Und warum bekommt er statt dessen verseuchte Eier?

PS Es gab KEINE VERGIFTUNGEN! Aufgedeckt wurden VERUNREINIGUNGEN, nur mal so fürs Protokoll
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Dioxin lagert sich im Körper ab, wird nicht oder nur kaum abgebaut. Es kann im Alter daher verstärkt zu Krebserkrankungen führen. Und deswegen ist es legitim, es als Vergiftung zu bezeichnen.
Und die Kernaussage: der Verbraucher will billiges Fleisch = billiges Einkaufen- schliesst auch Eier mit ein. Sollte doch jedem klar sein, da auch in diesem forum so häufig die Geiz ist geil Mentalität angeprangert werden.
Gruss Gabriela

