Chaos am Frankfurter Flughafen
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Richtig, worüber @pursche berichtet, ist eine einvernehmliche Vertragsaufhebung.
Eine Entschädigung im Rahmen der Fluggastverordnung bedeutet eine vertagte Beförderung plus einer Entschädigungszahlung von X Euro zusätzlich zur erbrachten Beförderungsleistung.Ich staune immer wieder, was für eine geballte Kompetenz sich doch in den Foren ein Stelldichein gibt?! Eine Frage der Zeit, dass die Plüsch-Etagen fliegerischer Einrichtungen jeder Art zu Nachschulungen hier durch die brillanten Lösungsvorschläge gejagt werden und so langsam aber sicher dann jegliche Unbill in den Griff kriegen, eingeschlossen den atomaren Vernichtungsschlag!

O.t. @Krümel, jaja, die Schweizer ham´s zwar erfunden, die Probleme der Bahn generieren sich allerdings überhaupt nicht aus vereisten Schienen oder nur zu einem verschwindend geringen Prozentsatz.
Immerhin hat Stockholm angeboten, FRA das Schippen zu lehren ... dort gibt es nämlich so gut wie keine Behinderungen und so gut wie doppelt soviel Schnee - plus ordentlich Wind!

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Also ich glaube nicht das man mitte Dezember - wenns mal ein wenig mehr schneit -
von Ausnahmesituation oder Unwetter reden kann.
Gerade der Frankfurter Flughafen war in den letzten Jahren bei Schnee und Eis hoffnungslos Überfordert. Ist ja nicht das erste mal das da alles zusammen bricht.
Warum hat denn der Münchner Flughafen mehr Geld in Enteisungsanlagen investiert als der Frankfurter ?
Ich denke schon das die derzeitigen Probleme vermeidbar gewesen wären wenn man
besser auf den Winter vorbereitet gewesen wäre ! -
@wiener-michel
Fachleute in Sachen Reiserecht sehen das genauso.
Das hilft den Betroffenen allerdings herzlich wenig ...
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Mit gebetsmühlenartigen Wiederholungen läßt uns der Leiter des Flughafens Frankfurt in sämtlichen Nachrichtensendungen wissen, das Chaos am Frankfurter Flughafen sei hauptsächlich bedingt durch die "internationale Vernetzung" des Fluggeschehens :? .
Warum haben denn mit dieser "internationalen Vernetzung" andere Flughäfen weniger Probleme? Z.B. gehen ab Düsseldorf fast alle Flüge, auch jetzt, mehr oder weniger pünktlich raus trotz erheblich viel mehr Schnee als in Frankfurt. Internationale Vernetzung? Sicher auch ein Grund, aber ein untergeordneter.
Hier hilft auch ein Blick nach Heathrow wo man mit läppischen 10 cm Schnee seit Tagen komplett überfordert ist und tüchtige Arbeiter dort die Landebahn z.T. mit Schneeschaufeln und einem schlichten Besen kehren.
Aufschluß gibt hier eine satirischer Kommentar aus UK:
...man habe eine wissenschaftliche Kommission eingesetzt, um herauszufinden, aufgrund welchen Umstandes die Infrastruktur in Heathrow versagt. Wissenschaftler hätten jetzt herausgefunden, daß man das zurundeliegende Phänomen "WINTER" nennen würde
..... Vermutlich würde das Phänomen regelmäßig widerkehren.......
Merke: 95% aller Chaos-Situationen sind hausgemacht. Wer sich ungenügend vorbereitet, der versagt. So einfach ist das.
Gruß Serramanna -
Also ich habe durchaus Verständnis dafür, dass bei extremen Wetterlagen Mensch und Technik an gewisse Grenzen stoßen können und dann eben auch mal "nix mehr geht".
Dass das Enteisungsmittel Mitte Dezember ausgeht, ist aber wirklich mehr als lächerlich. Die Lagerkosten, die ein weiterer Tank verursachen würde, dürften wohl verschwindend gering sein im Vergleich zu den Kosten die entstehen, wenn Flugzeuge am Boden bleiben müssen.
Ein paar der Probleme sind definitiv hausgemacht und hier muss Fraport nachbessern.
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vonschmeling wrote:
@wiener-michel
Fachleute in Sachen Reiserecht sehen das genauso.
Das hilft den Betroffenen allerdings herzlich wenig ...
???
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@wiener michel @flo2323 @serramanna
Flughafen DUS hat für die Schneezeit um die 10 Schneeschieber & ca. 20 Kipp LKW
in "Alarmbereitschaft"
Lediglich zum Pistenräumen wurde der Flughafen für max 2 Std. geschlossen ,um die Schneemassen abzutragen.
Vergleichsweise zu FRA ist dieser Flughafen natürlich "klein" und man bekommt die
Massen besser in Griff als eine Fläche des Frankfurter Flughafens freizuhalten.
Stichwort : Enteisermittel :
Klar ist es sinnvoll Vorratstanks anzulegen - nur die sind heutzutage aus Kostengründen wesentlich kleiner bzw existieren garnicht mehr.
Kaum eine Fa. hat heutzutage noch grosse Lager, da die Kosten für die Unterhaltung, Wartung, Personal etc zu teuer sind.
Deshalb werden heute die Rohstoffe & Waren auf "Bedarf" angeliefert - mit kleiner Vorratsrestmenge.
Es bestehen zwar kleine Vorratslager, die aber, wie wir ja i.d. letzen Wochen sehen konnten, die Betreiber , den Handel & die Firmen bei solchen Witterungsverhältnissen in arge Schwierigkeiten bringen.
Bestes Beispiel die Ford Werke - war ja i.d. Presse - selbst dieser grosse Automobil-
hersteller bezieht seine Ersatzteile für die Autoproduktion bei Bedarf auf Frankreich, Belgien und hatte einen Produktionsstillstand aufgrund des LKW Fahrverbots.
Um wieder zum Thema zurückzukommen - genauso geht es den Flughäfen.
Ich habe auf keinem Flughafen grosse Silotanks gesehen, in denen sich Enteisermittel befindet.
Der Bau, die Wartung und andere damit verbundene Kosten wären viel zu hoch.
Vielleicht war früher ja doch alles besser, wo man solche Sachen direkt griffbereit hat und das nicht zu knapp. -
Terrorkruemel73 wrote:
Klar ist es sinnvoll Vorratstanks anzulegen - nur die sind heutzutage aus Kostengründen wesentlich kleiner bzw existieren garnicht mehr.
Kaum eine Fa. hat heutzutage noch grosse Lager, da die Kosten für die Unterhaltung, Wartung, Personal etc zu teuer sind.Na da frag ich mich doch was wohl volkswirtschaftlich sinnvoller ist-
a.) auf den großen Airports ein paar Vorratstanks die im Winter gefüllt sind
oder
b.) der totale Zusammenbruch des Flugverkehrs über Europa mit all seinen Folgekosten. -
gerade gelesen:
Nehmen Sie Proviant mit auf Ihre Reise, Kekse, eine Flasche Wein und ein paar Kerzen. Dann können Sie mit Ihrem Sitznachbarn im Zugabteil, der Familie im Auto vor Ihnen oder der Frau in der Flughafenwarteschlange neben Ihnen auf den Heiligen Abend anstoßen. Nehmen Sie genug mit, um auch Ihren Mitreisenden davon abgeben zu können. Ein paar Plätzchen können die Nerven beruhigen und Aggressionen vermeiden. Erst kürzlich gingen am Frankfurter Flughafen Passagiere aufeinander los, weil sich jemand an der Gepäckabfertigung vorgedrängelt hatte. Deeskalieren Sie solche Situationen. Weihnachten ist schließlich das Fest der Liebe, da sollte man nicht um die Reihenfolge am Gepäckband oder das beste Feldbett am Flughafen streiten.
Wer halt gut vorbereitet ist macht das Beste aus der Situation.
Stress ist halt nicht angebracht, sondern Geduld und Hoffnung.
Ich wünsche @llen die in so einer momentanen "Ausnahmesituation" stecken die Durchhaltekraft und das Sie Weihnachten doch am gewünschten Ziel verbringen können.
Dieses Jahr fliegen wir nicht, dafür müssen wir einige 100 km über die Strassen, die hoffentlich frei sind. -
ich glaube nicht, dass es nur an der bevorratung des enteisungsmittels hapert.
wie terrorkrümel schon schrieb sind es die personalkosten, die eingespart werden.
personell ist man gar nicht dafür aufgestellt, die bahnen ständig zu räumen und dem immer wieder fallenden schnee herr zu werden.
ich finde es eigentlich eher kurios.
man kann herzen transplantieren, chemie-käse erzeugen und auf den mond fliegen.
aber nicht genügend streumittel/einteisungsmittel herstellen. -
Urlaubsmaschiene wrote:
Dieser Thread handelt nunmal vom Flughafen Frankfurt und nicht vom Flughafen Dingenskirchen
und hätten die Flughäfen vorgesorgt, wäre das Flugchaos wohl nicht so derb ausgefallen - denn im Sommer fällt bekanntlich kein Schnee...bisher zumindest nicht
, dann hätte man das Enteisungsmittel problemlos von A nach B transportieren können.Berlin Tegel ist nicht Dingenskirchen

Schön zu sehen, wie diese Diskussionen ohne Hintergrundwissen geführt wird.
Die Enteisungssaison dauert vom Oktober bis März/April. Die Lager waren an den FH voll. Da die Lieferanten aber nicht genug nachproduzieren konnten, und die LKWs die dieses Gefahrgut transportieren nicht schnell genug zum Kunden kamen ( da ja auch die Strassen durch Staus und Unfälle blockiert sind ) gab es eben Engpässe. Mehr als volle Lager gehen nicht. Bei der Masse die täglich bei einem solchen Wetter verbraucht werden ist regelmäßiger Nachschub unabdingbar. Wenn der ausbleibt ist eben Stillstand angesagt.
Die Engpässe liegen übrigens beim Hersteller Clariant. Der kommt mit der Produktion nicht mehr nach.
Zitat Focus:
Bei Clariant, einem der wenigen Hersteller der Spezialchemikalien, läuft die Produktion mittlerweile rund um die Uhr. „Es gibt derzeit Engpässe“, sagte Clariant-Sprecher Ulrich Nies am Donnerstag im hessischen Sulzbach. Ein Grund für die große Nachfrage sei der früheund flächendeckende Wintereinbruch in Europa: „Jetzt brauchen alle zeitgleich Enteisungsmittel.“Zudem gestalte sich angesichts der Lage auf den Autobahnen der Transport zu den Flughäfen schwierig. Hinzukomme, dass der Schnee, der derzeit falle, sehr nass sei. „Dafür braucht man rund ein Drittel mehr Flüssigkeit“, sagte Nies. „Das macht alles extrem knapp.“ In dieser Form habe er solche Schwierigkeiten nochnicht erlebt. Clariant stellt die Mittel in einem Werk in Burgkirchenin Bayern her.
Auf einigen deutschen Flughäfen fehlt inzwischen bereits Enteisungsmittel. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen nannte als Grund ebenfalls Lieferschwierigkeiten der wenigen spezialisierten Hersteller. Das Problem bestehe nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.
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@svabri
bei allem respekt.
aber hat man mehr "hintergrundwissen", wenn man den focus zitiert?
in dieser situation versucht doch jeder, die schuld jemand anderem in die schuhe zu schieben.
der hersteller sagt, die transporteure sind schuld,
die transporteure sagen, die kommunen (wegen der ungestreuten straßen) sind schuld,
der flughafen (frankfurt) gibt die schuld den anderen flughäfen,
etc.
die wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. -
Bei Schuhen werden Frauen schwach ...

Jetzt folgt wohl Tauwetter mit Orkanböen, mal sehen welchen Mangel der ausgesourcete Beraterstab dazu dann feststellen wird?! -
Es gibt da noch ein anderes Problem mit den Enteisungsmitteln, nämlich die relativ kurze "Haltbarkeit" von nur einigen Woche (im Sommer einlagern ist also nicht).
Und auch wenn z.B.Wien nur ein "Regionalflughafen" ist, so haben sie dort ein Silolager mit Enteisungsmitteln und (zur Zeit) einige Tanklastzüge in Reseve (erst letzte Woche gesehen).
München hat einen riesen Vorteil da dieses Zeug in Bayern produziert wird!
Aber haben was haben die Passagiere aus diesen Problemen der letzten Jahre gelernt?
Wieviele sind auf einen (einfachen) Flugausfall vorbereitet? Es ist schon klar das einem der Humor verloren geht, wenn man Tagelang nicht vom Airport wegkommt.
Aber leider gibt es verdammt viele, die Wutanfälle bekommen wenn sich eine Verbindung mit 35min Umsteigezeit nicht ausgeht,..
Selbst gebucht --- selbst Schuld -
Wir hatten heute schon die schlimmsten Befürchtungen als wir nach Frankfurt zum Flughafen fuhren aufgrund der ganzen Schreckensmeldungen und dem angeblichen Chaos am Flughafen. Unsere Tochter sollte heute Mittag nach Fort Myers über Philadelphia fliegen.
Der Flug wurde annuliert aufgrund von Blizzard. LH und die Servicemitarbeiter haben super schnell reagiert und einen Ersatzflug für unsere Tochter für morgen eingebucht, allerdings dann über Detroit nach Fort Myers. Es wurde sofort ein Hotelvoucher ausgestellt und der Transfer dorthin lief im 30 Min. Takt.
Die waren super nett und haben geduldig alle Fragen beantwortet.
Allerdings: es gab einige Passagiere die sich aufführten wie die Axt im Wald. Sie schrien herum, ziemlich harte verbale Äußerungen bis hin zu Beschimpfungen und Drängeleien. Da frage ich mich: muss dass sein? Die Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen können ja wohl am wenigsten was dafür.
Man muss halt im Winter damit rechnen, dass es in Nord- und Mittelamerika (natürlich auch anderswo) zu Schneestürmen kommen kann. -
tja, in diesen Tagen wird unserer Vollkaskogesellschaft wieder mal vor Augen geführt daß die Natur die letzte Instanz ist und nicht der Mensch.
Man kann noch so gut versuchen sich auf "extreme" Wetterereignisse vorzubereiten, ab einem gewissen Zeitpunkt sollte man sich zurücklehnen und demütig akzeptieren daß man der 2. Sieger ist. Es gibt eine Reihe von Schwachpunken an denen die Fluginfrastruktur scheitern kann. Diesmal war es in Europa der Mangel an Enteisungsmittel, es könnte aber auch der Mangel an Schneeräumgerät- oder mannschaft sein, oder "falsche" Pistenrichtungen...
An der amerikanischen Ostküste haben wir 2-3x im Jahr den Fall, daß die Airports für ein paar Tage gesperrt werden müssen weil in einem Blizzard einfach nichts mehr geht.
Leute! Wir sind von der Natur abhängig und werden mittlerweile ohnedies nur für kurze Zeit in unserern Plänen "behindert". War man früher auf einer Reise durch Europa im Winter oftmals für Wochen in einem Gasthof eingeschneit, ist man heutzutage bald wieder unterwegs...
Wenn es euch also diesen Winter mal "erwischen" sollte: bleibt bitte ruhig oder versucht eure Fassung wiederzubekommen und lasst euren Frust nicht an den Angestellten von Fluglinien und Flughäfen aus; die können nämlich auch nichts dafür und versuchen ohnedies ihr Bestes die Lage erträglich (für alle) zu machen... -
....wenn man das alles so liest......
manche denken nur weil sie nen Urlaub gebucht haben müsste der Airport das richtige Wetter bereitstellen.
Wir waren ja selber betroffen, aber wenn der Flieger nicht geht dann kann man nix machen. Um so besser muss das Servicepersonal dann agieren, denn dann werden sie wirklich gebraucht.
