Fliegt ihr im Moment nach Kenia?
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Was möchtest du denn hören von uns ?
Jassi -
...sogar in diesem Thread,wer lesen kann ist klar im Vorteil....denke hier ist ein Reiseforum und jede/r der Kenia bereisen möchte hat die Möglichkeit sich über diese Destination zu informieren...und muss dann entscheiden....Politik ist meiner Meinung nach fehl am Platz

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Die Münze hat auch hier - wie so oft - zwei Seiten!
Klar ist es für viele nicht angenehm, in einem Luxus-Resort am Strand zu liegen, im warmen Meer zu baden, landestypische Leckereien und erfrischende Drinks zu sich zu nehmen, und seine zehn Kilo Übergewicht durch die Anlage zu wuchten, während sich in anderen Teil des selben Landes eine humanitäre Katastrophe anbahnt. Die Bilder sind sicherlich schwer erträglich.
Allerdings liegt bei Kenia die Sachlage ja auch ein wenig anders, da die Flüchtlinge kaum Kenianer, sondern eher Somalis sind, und Kenia - selbst ein armes Land - sich mit der Situation überfordert sieht, aber nicht die Katastrophe weiter anheizt.
Andererseits macht Fernbleiben die Situation nicht einfacher, eher schwieriger, denn wenn vom Tourismus abhängige Menschen kein Auskommen mehr haben, wem ist dann mit dem Boykott geholfen?? Die Menschen verlieren ihren Job und hungern - mit Familie - ebenso, da es dort kein "Hatz IV" gibt!
Und bei wievielen Gebieten macht man sich keinen Kopf? Oder hat es diese Diskussion hier auch bezüglich der DomRep nach dem Erdbeben in Haiti gegeben? -
Ich weiss übrigens gar nicht, warum ihr jetzt alle so einen Agress bekommt.Wir hatten wirklich nächstes Jahr einen grossen Familiy Urlaub geplant nach Kenia. Loisaba (nähe Mount Kenya) + diese Elsa Lodge.
Ich weiss nicht was daran verwerflich ist, das wir uns entschlossen haben nicht zu reisen und die Kohle lieber zu stiften. Wie gesagt, ist mir immer noch lieber, als mich an den Strand zu legen und mich bedienen zu lassen. -
@Libertyfan
Darum geht es nicht!
Aber soweit ich gelesen habe, bist Du ebenso nicht sehr aufgeschlossen dafür, dass Andere - u.a. Kenia-Kenner - eine andere Auffassung haben!
Es ehrt dich, dass du dein Reisegeld spendest! Es ehrt jedoch Andere ebenso, dass sie dem Land die Treue halten und nicht noch das Rückrat der - eh schon nicht übermäßig starken - Wirtschaft schwächen! -
Jambo!
Habe jetzt alles durchgelesen und muss mich auch mal zu Wort melden.
Kenya besteht aus mehr als nur Dadaab. In Kenya leben ca. 39 Mio. Menschen, nicht nur die 440 000 in Dadaab (wovon eben wirklich die Hauptzahl Somalis sind, die vor dem Bürgerkrieg fliehen, denn komischer Weise haben sie in Somalia genug Geld für High Tec Waffen, aber keines für Lebensmittel für ihre Bevölkerung).
Ca. 1/6 direkt der kenyanischen Bevölkerung lebt dabei direkt oder indirekt vom Tourismus.
Wenn man die Nachrichten über Kenya immer verfolgt, weiß man dass es vor ca. 2 Jahren eine große Dürre mit vielen Hungertoten in der Turkana Region gab, es immer wieder Dürrekatastrophen im Samburu Land etc. gibt.
Wenn jetzt die Einnahmen aus dem Tourismus, wie z.B. Ende 2007, wegfallen, sind noch viel mehr Menschen von Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger betroffen.
Keiner will hier das Elend der Menschen in Dadaab negieren, aber weder die Dürre noch der Hunger und vor allem nicht der Bürgerkrieg in Somalia haben ein Ende, wenn ich oder wir nicht mehr nach Kenya fliegen.
Es ehrt sehr, wenn man das Urlaubsbudget spenden will, aber sind wir uns ehrlich, wieviel Prozent der Urlauber würden das machen, und stattdessen auf ihren Urlaub verzichten? Bleiben wir realistisch.
Ich bin sicher, dass die meisten von uns hier, die wir regelmäßig nach Kenya fliegen, schon gespendet haben und zusätzlich noch unser Geld nach Kenya tragen.
LG
TamuTatu -
Es ist richtig, dass durch das Fernbleiben der Touristen sich die Lage für viele Kenianer erheblich verschlechtern würde.
Es ist auch richtig, dass nach dem Erdbeben in Haiti die Urlauber weiterhin in die DomRep geflogen sind / fliegen... usw, usf. (sind ja nicht die einzigen Ländern, die von diesem oder ähnlichen Problemen betroffen sind)Allerdings kann ich auch Libertyfans Einstellung nachvollziehen.
olmaBLN drückt es ziemlich genau aus:
Klar ist es für viele nicht angenehm, in einem Luxus-Resort am Strand zu liegen, im warmen Meer zu baden, landestypische Leckereien und erfrischende Drinks zu sich zu nehmen, und seine zehn Kilo Übergewicht durch die Anlage zu wuchten, während sich in anderen Teil des selben Landes eine humanitäre Katastrophe anbahnt. Die Bilder sind sicherlich schwer erträglich.Und das ist - und war auch schon immer - mein "Problem" - egal ob in Kenia oder anderorts auf der Welt. Und ja - diese Einstellung schränkt die Urlaubsmöglichkeiten erheblich ein.

Aber jeder muss das für sich entscheiden und natürlich respektiere ich die Argumente derer, die dort ihren Urlaub verbringen und damit zur Verbesserung der Lage vieler Kenianer beitragen.
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Jambo
Ich werde im Dezember das erste mal nach Kenya fliegen.
Und natürlich habe ich auch gedacht,als ich die Bilder aus dem Flüchtlingscamp
gesehen habe:Wie kannst Du dort Urlaub in ein AI-Hotel machen,während
in einen anderen Teil dieses Landes die Leute hungern?
Aber wie schon hier geschrieben wurde:Die Menschen,die dort vor Ort vom
Tourismus leben,währen bestimmt nicht erfreut,wenn wir "Touris" fernbleiben
würden.
Ich freue mich auf dieses Land,das mich schon seit Jahren fasziniert.
L.G.
Bernd -
Libertyfan wrote:
Sehr schlimm finde ich das KEINER von euch SuperKenialiebhabern Dahaab erwähnt oder auch nur im geringsten neben eurem Supertourismus irgendwann gesehen habt. Finde ich schlimm- Mehr als schlimm.Viele hier - uns eingeschlossen - müssen nicht erwähnen, dass wir bereits gespendet haben.
Dies auch meist laufend tun. Ich kenne jedenfalls keine Keniareisenden, die vor dem allgegegenwärtigen Elend die Augen verschließen. Jeder hilft sogut er kann - ohne laufend zu betonen, was man alles spendet.
Ich hoffe, Du läßt Deinen großmundigen Ankündigungen hier auch Taten folgen.
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@libertyfan
natürlich denken die hier versammelten Freunde Kenias auch an das Flüchtlingslager, aber da ich noch nicht in Kenia war, aber gerne dort auf Safari gehen würde, kommt mit Sicherheit der Tag an welchem wir fliegen werden. Falls Ihr lieber Euer Geld spenden wollt, bitte schön, ganz hochherzig. Offensichtlich möchtet Ihr hier in diesem Forum Gleichgesinnte finden? wahrscheinlich nicht möglich. Alle haben doch Ihre Ansichten und werden sich auch nicht davon abbringen lassen, denn eines ist doch ganz klar, wenn keine
Touris kommen gibt es doch noch mehr Not und Elend, das möchte doch niemand ????
meint der krollekopp -
"Kourion" hat den Sachverhalt so gut zusammengefasst, dass es ein Schlusswort in diesem Thread sein könnte.
Alle anderen Unterstützer von zukünftigen Keniareisen habe alle ihre plausiblen und nachvollziehbaren Gründe genannt, die man alle akzeptieren sollte.
Ich setze zu den Keniareisebefürtern noch einen drauf und behaupte, dass gerade wegen der Probleme im nördlichen Grenzgebiet zu Somalia jetzt erst recht sich alle Hotels etc mit Touristen füllen sollten, damit für viele Einzelne eben mehr als bisher im Lande verbleibt (bitte jetzt keine Diskussion anfangen, wie wenig dies bei den jeweiligen Kostenstrukturen solcher Reisen ist oder sein kann, weiß ich, aber jeder Cent zählt). Wir haben eine Erstreise nach Kenia über die Jahreswende gebucht und werden vor Ort sehr wohl den Inhalt dieses Threads im Hinterkopf haben. -
So, jetzt kommt mein Senf auch noch dazu
. Auch ich bin der Meinung, dass man hier immer 2 Seiten im Hinterkopf haben muss. Das Geld zu spenden ist natürlich super und jedem selbst überlassen. Über die Flüchtlingslager, nicht nur Dadaab wurde hier auch schon mehrfach gesprochen viele Nutzer spenden Geld, ich selber nie an irgendwelche Hilfsorganisationen da einfach zu viel versickert, ich greife dann auf Ärzte ohne Grenzen zurück.
Ich selber bin auch der Meinung, dass man auf jeden Fall weiter nach Kenia fliegen sollte. Der Tourismus hilft nicht nur den Reiseveranstaltern, jeder kleine Gärtner in den Hotels hat z.B. durch ihn Arbeit. Natürlich denke ich über die derzeitige Situation nach, man muss es abwägen - wer das moralisch nicht vertreten kann, sollte sich momentan ein anderes Reiseziel aussuchen.
Wenn ich jetzt zum ersten mal eine Reise nach Kenia planen würde, dann würde ich vielleicht auch noch anders darüber denken. Von daher kann ich diese Gedanken schon auf einer Seite nachvollziehen.
Jetzt geht alles durch die Medien, was war die ganze Zeit vorher? Da war es nicht sehr viel weniger schlimm und die Katastrophe bahnte sich schon viel länger an. Alle
Augen waren auf Japan gerichtet - Somalia und Kenia hat zu dem Zeitpunkt keinen
Menschen interessiert. Aus den Medien kam da noch so gut wie gar nichts.
@ Libertyfan - ich habe 2008 mal eine Situation erlebt die ich kurz erzählen möchte, vielleicht kannst Du dann die Denkweise vieler User hier ein bisschen besser verstehen. Wir waren im Januar 2008 in Kenia, dort tobten aufgrund der Wahlergebnisse gerade die bitteren Unruhen. Unsere Safari führte u.a. an den Lake Nakuru. Wir haben die Safari trotz allem angetreten. Im Park gibt es 2 Unterkünfte, eine war bereits geschlossen wegen fehlender Gästezahlen, in unserer waren wir die einzigen Gäste, und das die beiden Tage wo wir dort waren. Es war schon ein seltsames Gefühl für uns, das alle Angestellten nur für uns 2 arbeiteten. Abends nach dem Essen haben wir uns mit den Kellnern über die Situation unterhalten.
Ich werde diese Gänsehaut nie vergessen als sie erzählten, dass sie dadurch, dass wir nicht storniert haben ihre Tageslöhne bekommen. Am anderen Tag morgens die gleiche Story vom Zimmermädchen, sie sagte sie wird tageweise bezahlt und hatte Tränen in den Augen als sie erzählte, dass sie nun doch an dem Tag Essen für ihre Kinder kaufen könnte.
Man kann diese Situationen natürlich nicht vergleichen, aber es zeigt auch die andere Seite.
Die Menschen in den Kriesengebieten haben vom Tourismus nicht mehr und nicht weniger.
Wenn der Tourismus wegbricht werden es ( die Reiseveranstalter ausgeschlossen)
tausende andere Kenianer bitterlich spüren - Hotelangestellte an der Küste und in den Parks, sämtliche Parkangestellte, einheimische Safariunternehmen, Fahrer, die Gastronomie, der ganze Servicebandbreite im Tourismus, die Liste ist unendlich lang.
Das ist die andere Seite die man nie vergessen darf. Diese Menschen dort sind jedem einzelnen Touristen dankbar der nach Kenia kommt, dieser sichert ihren Lebensunterhalt mit. Wenn Du mit den Menschen sprichst werden sie Dir das auch unverblümt und realitätsgetreu so sagen.
Im Enddefekt muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er mit dieser Situation
umgeht. -
Danke, Stüppi, ich habe dem nichts hinzuzufügen, sprichst mir aus dem Herzen, wie die meißten anderen auch.Auch wir sehen Kenia als unser 2. zu Hause an und werden im Februar wieder unten sein und unsere Unterstützung vor Ort leisten.
L.G. Elfi