der deutsche Urlauber
-
Hallo Erwin,
das was du ansprichst, ist nicht spießig, sondern das ist auch Urlaub und gehört dazu. Hab auf Mauritius 4 Taschenbücher gelesen ( in 14 Tagen) und lag dabei am Strand oder im Bett....bin ich spießig deshalb?
Zu deinem Sohn Gratulation, das er dazu beigetragen hat, ein anderes Bild vom Deutschen zu zeichnen, das sind ja die kleinen und schönen alltäglichen Erlebnisse mit dem berühmten AHA Effekt Wäre halt schön, wenn solche Berichte, Kontakte oder Erlebnisse zunehmends in irgendeiner Form pupliziert würden. Denn dann würde das jetzige Bild der Deutschen Urlauber in eineigen Jahren nur als kleine Minderheit dargestellt werden, und das wäre ja schön für uns und unsere Kids....
Mit Gruß
Charlly -
Hallo salvamor!
Wie immer eine schlüssige Argumentation...damit kann ich gut leben!
Zum Thema "innerdeutsche Vorurteile": Ich stamme aus Solingen und rate mal, welchen Satz "wir" sehr häufig hören.
"Ihr seid doch die, die die Türken abgefackelt haben!?!" - in dieser "Brutalität" vor ziemlich genau 2 Wochen "ins Gesicht geworfen bekommen".
Jahrzehnte/-hunderte lange Tradition ("Klingenstadt") und positives Image in vielerlei Form wird "vernachlässigt" wg. diesem einen (schlimmen!!!...bevor hier irgendjemand auch nur im entferntesten auf die Idee kommt ich würde das Geschehene "rechtfertigen", "entschuldigen" oder gar abschwächen wollen) Vorfall. -
Hallo Charlie!
Nochmal zu meinem ersten post hier zu diesem Thema...ich wollte weder Dir noch irgendjemand anderen hier gegenüber "persönlich werden", oder "auf die Füsse treten"...falls notwendig gerne ein ehrlich gemeintes SORRY!
Natürlich ist mit bewußt, das es hier um Tendenzen geht (wie auch salvamor so richtig bemerkt hat), aber selbst diese sind (so wichtig ich persönlich die Feststellung selbiger finde - siehe meinen ersten Beitrag) in manchem Zusammenhang nicht "ungefährlich" oder schlichtweg falsch.
Ich stimme Dir (innerhalb gewisser Grenzen) zu, das das "neue" kulturelle Bewußtsein in eine "stupide" Richtung gesteuert wird...und ja, es wird von "den Medien" (auch so eine Verallgemeinerung) gesteuert - und einige wenige verdienen "nicht schlecht" daran.
Die von Dir benannten TV-Shows finde ich auch "nicht toll"; sie sind aber a) mitnichten (in keinem einzigen Fall) eine deutsche "Erfindung", noch werden sie b) einzig und allein in unserem Ländle ausgestrahlt (da gibt es schon noch ein paar andere). Berechtigt ist natürlich Deine (und Petra's) Frage, warum "wir" auf diesen Zug aufspringen. Das hat sehr viel mit Trends, Kommerz, Zeitgeist etc. zu tun (habe beruflich viel mit Marketing zu tun) und ich kann nur sagen, das es in unserem Land zum Glück so etwas wie z.B. die FSK und den Fernsehrat gibt. Schau mal nach Japan (ein weiteres Land mit viiiiiiel Kultur) und Du bist dankbar für jeden deutschen TV-Vollproleten".
Das amerikanische Paar hääte ich einmal gefragt, wieviele Horn-Raab-analoge-"Künstler" und -Sendungen sie in ihren TV-Programmen mit gewaltigen Einschaltquoten "bewundern". Hunderte? Tausende? Ich denke, ihr Lachen über "Germans new history" wäre schnell verstummt in Scham über eigene "kulturelle Aussetzer".
Aber auch hier gilt natürlich keinesfalls "wenn die, dan wir auch" - selbstverständlich müssen wir nicht alles nachmachen und/oder übernehmen.
Ich habe eben von "kulturellen Aussetzern" gesprochen und möchte dies grundsätzlich gerne relativieren.
Steht es irgendeinem von uns wirklich zu, Kunst/Kultur zu "bewerten" - gerade in einem der Länder in denen mal von "entarteter Kunst" gesprochen wurde...mit anderen schrecklichen Folgen.
Und, wenn man sich einmal mit Kunst-/Kulturgeschichte befasst, wird man schnell feststellen, das vieles von dem was wir heute bewundern, in seiner Entstehungszeit zumindest "umstritten" war, oder gar nicht gewürdigt oder anerkannt wurde. Wissen wir heute, ob Daniel Küblböck in 200 Jahren nicht vielleicht ein "Sinnbild fortschrittlicher Hochkultur" ist? ...ok, wir wissen das es nicht so sein wird
Das war natürlich ein provokantes Beispiel - aber ich hoffe D weißt worauf ich hinaus will...
Ich bin beruflich u.a. mit Marketing beschäftigt und werde somit oftmals auch mit Umfrageergebnissen konfrontiert. Einiges ist überraschend, vieles erwartet...aber ein "Volk"/ein Land danach zu bewerten/zu beurteilen ist gelinde gesagt "sehr schwierig" - zumal nicht so überholt ist, wie die gerade in Auftrag gegebene Umfrage.
Ich hoffe, ich konnte einiges wieder "geraderücken" - viele Grüße, Holger -
Ich denke ja auch nicht, so ich/wir Spiesser sind, wenn wir mal einfach nur so rumliegen.
Natürlich finden wir es wunderbar, wenn wir mit Einheimischen zusammen sind, deshalb machen wir eben auch gern Urlaub, wo wir Land, Leute und Kultur kennenlernen. Z.B. eine Silvesterparty in unserem Hotel mit einem Saal voller toller Spanier aus Granada, da ging was ab - und wir bereuen überhaubt nicht, dass wir nur Brocken verstanden haben. Spätestens gegen 2 Uhr umarmten wir uns alle und feierten gemeinsam bis früh 6 Uhr (dort im Hotel waren wir lediglich 3 deutsche Paare !). Mit der einen Familie aus Granada pflegen wir heute noch Kontakt.
Also, du siehst - auch beim Feiern kann man sein Land gut darstellen uns Freundschaften oder auch Lieben aufbauen.
Eines haben wir jedoch noch nicht gemacht - lacht mich bitte jetzt nicht aus - aber wir haben z.B. noch nie einen All inclusive - Urlaub gemacht, obwohl wir es voll akzeptieren.
Z.B. meine Schwester mit 2 Kindern diesjahr in Ägypten fand es sehr toll, leider blieb von dem schönen Essen nicht alles im Magen.
Übrigens trifft das Darstellen von uns als Deutsche - ich sag mal, als Europäer - auch hier auf`s Inland zu.
Wo wir jetzt z.B. zur Silberhochzeit auf Usedom im Romantik-Hotel Ahlbeck waren,
haben wir ein Paar erlebt, da würde es uns manchmal "speieübel" (entschuldigt).
Allein schon die Art und Weise, wie der Herr seinen Parkplatz für seinen Benz forderte, war abstossend - und ich habe wirklich kein schlechteres Auto......
Und dann die ewigen Reden, " wenn sein Geld nicht in den Osten geflossen wäre..."
Ich habe mich nicht angelegt - man hätte es aber machen sollen -
Wir dann uns ganz einfach einen anderen Tisch geben lassen und sind der Konfrontation aus dem Weg gegangen, hatten ja auch unsere Silberhochzeit.
Das können eben auch deutsche Urlauber sein, im eigenen Land !
Viele Grüsse
Erwin -
Woher die 2 Amis den Beitrag kannten, erfuhr ich nicht, da wir uns wegen der Reaktion ziemlich schnell verdrückten.
Hallo Charly,
wir haben den Song-Contest mit Herrn Horn damals in einer kleinen Taverne auf Rhodos nebenbei mitverfolgt.
Als der deutsche Beitrag kam und Herr Horn anfing, sich halbwegs nackig zu machen und auf einem Geländer aalte, war uns das sooo peinlich, wir wollten uns auch am liebsten verdrücken.
Unsere griechischen Freunde guckten erst ganz ungläubig und fingen dann schallend an zu lachen. Als sie merkten, wie peinlich uns der Auftritt war, lachten sie nochmehr. Wir wurden wirklich (zu Recht) ausgelacht, den deutschen Beitrag fanden sie ganz einfach richtig witzig - und haben telefonisch dafür gestimmt!!
Sie fanden es richtig klasse, dass sich Deutschland von jemandem vertreten lässt, der Witz und Selbstironie ausstrahlte und nicht so furchtbar perfekt und ernsthaft sein wollte.
Wir haben an dem Abend noch sehr lange und lebhaft über "typisch deutsch", "-griechisch", "-englisch" usw. diskutiert (mit reichlich Ouzo!!) mit dem Ergebnis, dass diese "Schubladen" einfach doof und überflüssig sind.
Ohne dieses "Schubladendenken" macht es definitiv mehr Freude, anderen zu begegnen. Wir habe im letzten Urlaub in Bulgarien richtig tolle Menschen aus England, Tschechien, Holland, der Schweiz und natürlich Bulgarien kennengelernt, wobei ich eben richtig wg. der Nationalitäten überlegen musste - so unwichtig ist mir das.
Die Namen, Gesichter und Eindrücke sind nach wie vor sehr präsent
und wir können es kaum erwarten, dass wir im kommenden Urlaub (noch eine Woche!!) wieder viele neue Leute treffen. -
Hallo,
ich denke auch, dass gerade wir Urlauber im Ausland zeigen sollten, dass die Deutschen nicht verklemmt, arrogant, humorlos etc. sind. Jeder kann mit seinem Verhalten dazu beitragen. Es kommt aber auch darauf an, wo man Urlaub macht. In den sog. "Dritte-Welt-Ländern", wo man als Touri oft angebettelt und / oder gerne übers Ohr gehauen wird, schadet eine gewisse Arroganz/ selbstbewusstes Auftreten wahrscheinlich nicht. Wie auch immer, Alkohol trinkt wohl jeder, der eine mehr der andere weniger, ob jemand in Sandalen mit Socken rumläuft, interessiert mich nicht die Bohne. Mir ist nur wichtig, dass sich die Leute um mich herum benehmen und Rücksicht auf die anderen Hotelgäste nehmen. Soviel dazu,
Gruß
Tina -
Hallo Tina,
mit Deinem Beitrag stimme ich überein, allerdings mit einer Einschränkung bezüglich des Verhaltens in den "Dritte-Welt-Ländern". Ich denke, bei unseren Reaktionen auf die Bettelei dort müssen wir satten Mitteleuropäer immer berücksichtigen, daß die Menschen das nicht grundlos machen. Es gibt dort riesige soziale Unterschiede, in der Regel beherrscht eine kleine, elitäre Clique von Superreichen das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in diesen Ländern, einen Mittelstand wie wir ihn kennen, gibt es so gut wie nicht. Das Gros der Menschen ist arm, oft eben im wahrsten Sinne des Wortes "bettelarm", weil es auch so gut wie keine sozialen Sicherungssysteme gibt.
Ich denke, wir sollten das bei unserem Verhalten auch auf das manchmal sicher lästige Betteln berücksichtigen. Ob "eine gewisse Arroganz/selbstbewußtes Auftreten", wie Du schreibst, eine angemessene Reaktion sind, wage ich sehr zu bezweifeln. Ich meine, wir sollten uns, auch wenn es manchmal schwer fällt, eine eher ruhige, verständnisvolle Art des Umgangs mit diesen Menschen angewöhnen.
Gruß salvamor -
Hallo zurück,
danke für deine Antwort, gern werde ich etwas mehr ins Detail gehen.
Natürlich ist man gern bereit, hilfsbedürftigen Menschen zu helfen. Nur: Es ist eigentlich hinlänglich bekannt, dass gerade in den "Dritte-Welt-Ländern" Kinder vorgeschickt werden, um Mitleid zu erregen oder die Familien mit den "Einnahmen" finanziell zu unterstützen. Dadurch vernachlässigen sie die Schule. Warum sollen sie zur Schule gehen und eine Ausbildung absolvieren, wenn man mit Betteln bei den Touristen mehr Geld verdient? Auch verdienen einige Hotelmitarbeiter mit zusätzlichen Trinkgeldern fast soviel wie Ärzte. Das steht in jedem Reiseführer. Und ich habe mir sagen lassen, dass man automatisch "verloren" hat, wenn man z.B. auf einem Markt sich auf Diskussionen mit Händlern einlässt. Darum meine ich, dass man sich halt zielstrebiger und auch "selbstbewusst" durch die Menschenmassen bewegen sollte. (Zitat einer Kollegin: "Einfach vorbeigucken...") Ich denke, die freundliche Art und Weise der Ablehnung funktioniert bei uns ganz gut, aber in Ägypten? Ich war bis jetzt noch nicht dort, bin aber gespannt, ob es klappt. Ich werde es gern probieren, glaube aber nicht, dass ein höfliches "Nein" die gewünschte Wirkung erzielt.
Viele Grüße
Tina -
@ Tina
Man sollte aber auch bedenken,dass der Grund daher kommt,dass viele Eltern ihre Kinder deshalb betteln schicken,weil sie nicht in der Lage sind ihr(e) Kinder in die Schule zu schicken,da meist eben in "Dritte-Welt-Länder" die Schulen sehr viel Geld kosten,was eben wir aus unseren Gefielden nicht ganz so nachvollziehen können,da wir sehr viele staatl. geförderte Schulen haben.Und die Eltern meist besorgt um das Wohl der Familie irgendwelche Jobs haben, dass sie so recht und schlecht über die Runden kommen.Oft Krankheiten innerhalb der Familie auftreten,und jedes Medikament sowie Arztbesuch teures Geld kosten.
Wir können sich einen Urlaub ,wo auch immer der genossen wird,leisten,doch somanch Einheimischer im jeweiligen Land,kann sich sein ganzes Leben nicht mal neue Schuhe kaufen,somit ist er ständig auf gut Herz der lieben Touristen angewiesen.
Wenn einem Bettelein oder derartige Dinge der Einheimischen zuwider ist,wäre es besser man bleibt zu Hause.
Und was Reiseführer und Erzählungen von Bekannten usw. belangt:man sollte dem nicht zuviel beimessen,erst wenn man selbst vor Ort Erfahrung gemacht hat,kann man seine Meinung, Ansicht und dergleichen kund tun.
Leider leben wir in einer Gesellschaft wo sich jeder selbst der Nächste ist,Intoleranz einen hohen Stellenwert besitzt.
Ich meine wenn wir ein wenig nachdenklicher und toleranter wären,wäre unser Leben um einiges leichter.
In diesen Sinne
Gruss
Mary -
@ Maria
Mit Deinem Posting bin ich sehr einverstanden!
Man muß das Elend wirklich mit eigenen Augen gesehen haben, um ermessen zu können, was sich da manchmal abspielt.
Ich kenne die Verhältnisse in Brasilien jetzt inzwischen so einigermaßen, war in letzter Zeit öfter dort. Ich werde mich nie an den Anblick offensichtlich hungernder Kinder gewöhnen, die jeder ausgesaugten Kokosnuß hinterherlaufen! Ich kaufe, wenn eben möglich, einem Kind, das Tempotücher oder Bonbons etc. verkauft, für 1 Real etwas ab, um zu verhindern, daß der Kleine beim nächsten mal mit der Knarre vor mir steht.
Meine frühere oberflächliche Sichtweise der Dinge ist großer Nachdenklichkeit und auch Wut gewichen. -
Hallöchen allerseits,
hänge mich jetzt wieder ein, um einige Aussagen/ Postings zu korrigieren, denn ich möchte keineswegs meine persönlichen Erfahrungen als meine Einstellung darstellen.
Keineswegs will ich alles in eine Schublade stecken und letztlich ist es immer entscheidend, wie man auftritt, um einen persönlichen positiven Eindruck zu hinterlassen. Es heist ja nicht, Her Meier war hier, sondern Deutsche waren hier, und das waren sehr, sehr nette Gäste und nicht nur, weil sie genügend Geld hiergelassen hatten.. Das sind die Resonanzen, die wir brauchen und jeder von uns kann dazu beitragen, das dieses positive Feedback immer mehr um sich greift.
Ein freundlicher und höflicher Umgangston gegenüber allen Angestellten oder Menschen öffnet Türen und schafft Sympathie. Daraus können / müßen aber nicht, sehr viele Vorteile resultierenMir liegt es fern, irgendjemandem Verhaltensmaßregeln zu erteilen, aber auf der anderen Seite habe ich wirklich überall in meinen Urlaubszielen nur den Deutschen kennengelernt, den wir hier mehr oder weniger nicht darstellen möchten.
Und nochmal an alle, die hier im Forum Ihre Meinung dazu kundtun. Euch würde ich gerne im Urlaub kennenlernen, bin mir sicher, das wir nur positives Feedback hätten!
Mit Gruß
Charly -
Eine ganz besondere Spezies als "Botschafter deutscher Lebensart" stellt nach unserer Erfahrung die Gruppe der deutschen Langzeit- und Dauerurlauber an fernen Gestaden dar.
Wir kamen erstmals Anfang der 80er Jahre als Gäste in eine überwiegend von deutschen, österreichischen, schweizerischen Residenten und auch einigen spanischen Familien bewohnte Urbanization im Süden von Teneriffa. Uns fiel nach einigen Tagen zunächst auf, daß die deutschen Bewohner der Anlage sich entweder gar nicht oder nur mürrisch grüßten, die Hilfsbereitschaft untereinander unterentwickelt zu sein schien. Man zog sich zurück oder ging sich aus dem Weg.
In der Folgezeit mußten wir dann erleben, daß Nachbarn sich gegenseitig nächtens vor die Haustür kackten, sich wechselseitig Nägel in die Sicherheitsschlösser schlugen, sich gegenseitig ihre Hunden und Katzen umbrachten. Das ganze gipfelte in einer brutalen öffentlichen Schlägerei zwischen zwei über 7ojährigen!! unter Zuhilfenahme von Krückstock und Gartenschaufel.
Wer waren die Protagonisten dieser Scharmützel? Ausschließlich Deutsche! Keine Österreicher, Schweizer oder Spanier!
Man hätte meinen sollen, die haben dort unten ihren Frieden gefunden, sie haben den "Himmel auf Erden": Ruhe, dauerhaft schönes Wetter, nette Leute um sich herum... Aber nein!
Auslöser war offenbar ein Gemisch aus Langeweile, erhöhter Alkoholgenuss (viele haben dort erst richtig das Saufen angefangen!) und einem gewissen Rest-Aggressionspotential aus einem unerfüllten Berufsleben.
Wer jetzt glaubt, das sei eine Ansammlung von Urproleten gewesen, irrt gewaltig. Es waren alles ehrbare Handwerksmeister, Lehrer, leitende Angestellte und Beamte.
Vor allem die Spanier in der Anlage, aber auch in dem benachbarten Fischerdorf, die das alles mitbekamen, guckten peinlich berührt zur Seite, wenn man versuchte, mit ihnen über die Vorfälle zu reden.
Ja, ja, ich weiß! Aggressionen gibt es auch unter Engländern, Franzosen, Skandinaviern, Spaniern, Griechen....
Aber wir reden ja hier über die Deutschen!
"GOTT SCHÜTZE UNS VOR REGEN UND WIND UND DEUTSCHEN, DIE IM AUSLAND SIND!" -
Das hab ich auch schon gehört, dass viele Rentner, die ihren Lebensabend da unten verbringen, zu Saufen anfangen, wohl um die Langeweile zu betäuben. Schlimm, wenn man sich sonst nicht beschäftigen kann (gab's in der Siedlung keine Animateure???), und dann so Dramen à la Maschendrahtzaun beginnen...
Verständnislose Grüsse,
Petra
P.S. Salvamor, bist Du eigentlich Deutscher? Dein Nick klingt un poco español, o portugués?? -
Hallo,
diese sogenanten ´Aussteiger´trifft man überall und irgendwo schämt man sich dann bei so einem Benehmen auch für diese Landsleute. Aber man könnte ja versuchen - von Fall zu Fall - mit denen zu sprechen, warum sie hier sind und letztlich so geendet haben!?`
Wesentlich schlimmer finde ich persönlich es, wenn sich so kleine Gruppen zusammentun und dann losziehen.
Beispiel Bangkok: Ich wohnte mit meiner Frau und 13Jjährigen Tochter im Montien Hotel, in unmittelbarer Nähe zum berühmten Nightmarket. Da wir aus Sicherheitsgründen in den ersten Tagen nicht mit unserer Tochter zusammen am Abend auf dem Markt wollten, gingen wir am Nachmittag bereits auf den Markt, der zu dieser Zeit, ca. 16h langsam aufgebaut wurde. Wer den Markt kennt, weiß auch, das die Bars mit den davorstehenden Girls sehr stilvoll sind und keinerlei anrüchige Szenen oder Anmache dabei stattfindet. Ich habe während meiner ganzen Woche in BKK NIE eine nackte oder halbnackte Frau gesehen ( in den Bars etc)
Dafür kam uns eine Gruppe von Deutschen entgegen, waren vielleicht angeheitert, nicht besoffen, Alter zwischen 35 und 60? 8 mit obercoolem Pferdeschwänzchen der älteste) und diskutierten dabei lautstark über Sexpraktiken der Asiatinen als Vergleich gegenüber der Deutschen frau. Das Gespräch? und die ordinärste Ausdruckweise - als Maßstab bitte einen Porno der unteren Schublade vergleichen - zog dabei alle Touristen im Umkreis von 20 Metern an, die sich umdrehten, den Kopfschüttelten und sich wahrscheinlich ihren Teil dabei dachten. So geschämt für meine Landsleute hatte ich mich schon sehr lange nicht mehr.
Mit Gruß -
Nee, Sambal, Animateure gab es da nicht, weil die Anlage ausschließlich von den Häuslebesitzern selber und ihren privaten Gästen bewohnt wird. Pauschaltourismus, Busse, touristische Auswüchse etc. sind dort unbekannt, weshalb wir auch insgesamt 10x dort waren.
Zu Deiner anderen Frage: Ich bin Urdeutscher, auch meine Vorfahren waren ausschließlich "von hier". Mein Nick setzt sich zusammen aus zwei brasilianischen Orten, die wir sehr lieben:
(Salva)dor da Bahia und (Mor)ro de Sao Paulo. -
...ein sehr kreativer Nick...Kompliment!
Brasilien soll wunderschön sein...Freunde von uns waren mittlerweile 2mal dort und wenn ich die Fotos so sehe und deren Erzählungen lausche - die schwärmen sehr von diesem Land.
Naja, vielleicht komme ich ja auch einmal dorthin.Viele Grüße, Holger
-
Ich glaube, mich daran erinnern zu können, auch einmal von diesem Vorfall gehört/gelesen zu haben.
Wirklich einfach nur peinlich - schade, das sich diese Leute nicht einmal im (mit Sicherheit meistens wohlverdienten) Urlaub oder gar Ruhestand ihren Frieden und ihre Ruhe gönnen können.
Auf die breite (vernünftige) Masse gesehen, denke ich aber (hoffentlich) eine Ausnahme.
Ich glaube aber auch, das u.U. nicht wenige Menschen auch nicht wissen, was "auswandern" heißt und letztendlich wirklich für sie bedeutet und welche Konsequenzen es hat.
Ich bin da etwas vorbelastet: Habe Onkel und Tante in Kanada, Onkel und Tante in Australien, meine Mutter wollte nach einem kurzen Kanada-Intermezzo meiner Eltern unbedingt wieder zurück, ein von mir hat lange auf Bali gelebt (ist aber mittlerweile wieder in heimischen Gefilden) und ein weiterer Bekannter lebt schon seit einiger Zeit in Irland - und alle erzählen oft interessante Geschichten (leider nicht immer schöne).Viele Grüße, Holger
-
@ Sohn vom Kleinen Prinz
@ SambalJa, Brasilien ist auch wunderschön, aber nicht nur das. Es ist gemütlich und aufwühlend, langweilig und aufregend, sicher und unsicher, sauber und schmutzig, idyllisch und pervers ernüchternd, je nachdem wo man ist und mit wem man zusammentrifft. Es gibt eigentlich kein Adjektiv, das Brasilien umfassend beschreiben kann, weil das Land so immens groß und unterschiedlich in seinen Strukturen ist.
Bei näherem Infobedarf bitte melden!@ Sambal
Vielen Dank für Deinen Langkawi-Tip. Ob es KL/Langkawi wird, wissen wir noch nicht, wir haben auch noch eine Option auf Vietnam. Aber möglicherweise wird es doch wieder Brasilien, wir haben schon länger 1 Woche Rio und 2 Wochen an der Costa Verde, die liegt zwischen Rio und Sao Paulo, im Visier, und da besonders das alte Kolonialstädtchen Paraty und die Ilha Grande.
-
@ Klaus43
Du hast ja Recht, wir sind da etwas vom Thema abgewichen.
Also, Schluß jetzt!
Es wäre allerdings schön, wenn auch Du mal etwas zum Thema beitragen würdest.
Nur zu!