Ferienfliegen im Umbruch? Zur Diskussion
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Spezifizierung der Interessen bereits auf Angebotsebene genießt bei Veranstaltern im Blick auf Pauschalreisen höchste Aufmerksamkeit.
Die Ambitionen gehen eindeutig in die Richtung "erste Anfrage - Volltreffer".
Hierzu muss der Interessent allerdings transparent sein, sonst klappt das Vorhaben nicht. Will man das?Bezüglich der ganz individuellen Bedürfnisse (bspw gib mir Koffer aber verschone mich mit Futter) ist es leider schwierig ... "unpack service" ist weitaus komplizierter darzustellen als "start from no frills".
Ich sehe Nischenprovider sprießen aus den Trümmern einer einst sooo verlässlichen Servicestruktur ...

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Nun klar, der Kunde muss schon seine Präferenzen für das Reisebüro (oder Online-RB, oder Reisemakler oder was auch immer) transparent kundtun, und das funktioniert nur, wenn am POS diese seine Wünsche abgefragt werden, auf einem Fragebogen oder in einer Onlinemaske oder wie auch immer- wie so ähnlich schon mal 10 Seiten vorher genannt.
Ob das dann Nischenprovider sind oder ob die etablierten sich dahingehend bequemen könnten, möge dann die Zeit zeigen.
Andererseits funktioniert das ja in wirklich guten stationären Reisebüros nicht erst seit heute; da kenne ich Leute, die rufen einfach im Reisebüro ihres Vertrauens an "hallo, ich/wir hab(en) dann und dann Urlaub und möchte(n) für x Tage in ungefähre Richtung y", und das klappt, auch inklusive der gewünschten im Einklang mit der möglichen Gepäckmenge, den evtl. zubuchbaren Verpflegungsextras, und ferttich.
Wenn's etwas zu klären gibt -z.B. wegen eines evtuellen Aufpreises für eine bestimmte Gepäckmenge- meldet sich das Reisebüro nochmal kurz, und ein paar Tage später kann alles bezahlt werden, und ab geht's, den Kundenwünschen entsprechend.
Und ich bin mir sicher, daß diese Reisebüros auch die neueren Umstrukturierungen in den Buchungsverlauf ihrer Stammkunden einfließen lassen, und das nennt man dann halt Service. -
Die Verwaltung von Kundendaten birgt Tücken ... ich nehme mich als Beispiel:
Scheinbar ist bei mir DZ zur Einzelnutzung hinterlegt, ich brauche aber kein DZ und würde durchaus Angebote für ein EZ begrüßen sofern mein Wunschhotel selbige vorhält.
Da scheint es fast weniger kompliziert Fluggäste zu matchen und mich die ungeliebten Mahlzeiten von malini verdrücken zu lassen - ich geb ihr im Gegenzug einen caffè corretto aus ...

Ernsthaft:
Sich "dahin bequemen" ist leichter gesagt als getan!
Eine punktgenaue Bedarfsjustierung ist praktisch nur durch Zubuchen realisierbar - alles andere sind fromme Wünsche. Daten müssen immerhin in der Praxis verwaltbar sein - zumindest von den Veranstaltern. Wenn das schon ein Reisebüro mit einem Bruchteil des Kundenaufkommens nicht so ganz perfekt hinbekommt sollte man sich keine großen Illusionen bezüglich der Möglichkeiten machen. -
Man rüstet immerhin auf!
Nebenbei laufen spaßige bis spacige Debatten in den Airline-Threads.
Was soll´s - gesucht? - gefunden! wär ja auch schweinelangweilig ... :?
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Die Pauschalreise kommt über eine Software in einem Computer. Ob es nun eine spezielle Software eines Reisebüros handelt oder über einer Webseite direkt über das Netz ist egal.
Die Reisebüros oder Internetreisebüros sind ja nur Vermittler. Viele RV`s haben natürlich eine eigende Webseite, das spart Provisionen.Bei einer Pauschalreise kauft der Reiseveranstalter per Baustein die Pauschalreise zusammen.
An den Beispielen für die Zimmer, neue Hotels haben meist größtenteils DZ ( + größer ) und möglichst keine EZ.
Das hängt damit zusammen das man mit EZ nicht so flexibel ist wie mit einem DZ.
Für die Einzelnutzung eines Doppelzimmers nehmen die Hotels wenn möglich ein Aufschlag vom RV. Dieser gibt es am Kunden weiter, möglichst mit Aufschlag.
z.B. Hoteleinkauf. Hotel hat 300 DZ und 10 EZ. RV kauft davon 4 EZ und 100 DZ. Per Frühbucherrabatt versucht er so viele Zimmr wie möglich zu verkaufen, den Frühbucherrabatt Finanziert er eh über günstigere Buchungen der Flüge die er dann früher Buchen kann. Man kann schon gut Planen ( Hotel + RV ). Hat er im Idealfall 2/3 aller Zimmer weg, so wird der Preis 1 - 2 Monate vorher erhöht, hier gibt es noch ein Gewinn plus wenn der Rest der Zimmer weg geht. Sind dann noch Zimmer übrig, so gehen die an die Tochterfirmen oder Fremdfirma. Diese werden dann per Last Minute billiger verkauft. Dem RV entsteht ein Verlust, weil er die Pakete billiger an die Tochterfirma bzw. Fremdfirma vergibt. Das drückt die Steuerlast.Um Kosten zu sparen, nimmt man sich in Ländern mit billigeren Löhnen Tochterfirmen oder Agenturen. Diese regeln dort alles. z.B. Hotel, Busfahrten, Zusatzangebote.
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Ich grab das Thema grad nochmal aus - ist viel passiert in der Zwischenzeit!
Nach wie vor jedoch scheinen viele Ross und Reiter noch nicht unterscheiden zu können und schimpfen über die Airlines, obwohl dort deutlich mehr Servicepotenzial zu holen wäre als (zuweilen) vom Veranstalter zur Verfügung gestellt.
Mehr lässt sich oft im Vorwege und für relativ geringe Aufwendungen ermöglichen - eine entsprechende Beratung hinsichtlich der (wenngleich kostenpflichtig) verfügbaren Besserleistungen wäre sicherlich im Sinne aller Beteiligten.
Ob man den Fuffi dann setzen möchte oder nicht bleibt ja dem Fluggast überlassen.
Wissen ist Macht ... nix wissen ist ggf. halt Käse ...
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Ich habe das Gefühl, dass die Airlines zum größten Teil für den Unmut vieler Passagiere verantwortlich sind.
Warum werden denn die Schreie der Entrüstung von veraxxcht über abgezockt bis hin zu betrogen immer lauter? Anke Wondercheck fliegt seit Jahren einmal im Jahr in die Türkei und ist ihrer 20 Kilo Freigepäck, zweimal Cola und ein wie immer beschaffenes Sandwich gewohnt. Auf einmal soll sie nur noch 15 Kilo mitnehmen dürfen, dass Sandwich ist weg und die Cola kostet extra, ohne dass es für sie (merklich) billiger wird. Teurer darf es eh nicht werden, der Pilot muss sich ja seinen Steuerknüppel nicht auch noch auf ihre Kosten vergolden lassen.
Sie fühlt sich sich abgezockt, weil ihr keiner sagt, dass es einen allgemeinen Umbruch in der Preisstrukturierung der Fluggesellschaften gibt. Es fehlt an Aufklärung und Transparenz.
Ich denke, wenn die Fluggesellschaften, und zwar alle und am besten standardisiert, die Paxe zumindest in einer Übergangsphase erstens davon in Kenntnis setzen würden und und später immer am besten vor der Buchung, jedoch spätestens danach in einem direkten Schreiben informieren würden:
Du buchst oder hast Tarif x gebucht, darin sind folgende Leistungen xyz enthalten.Wenn Du zusätzliche Leistungen haben willst, kannst Du Dir sie aus der folgenden Liste aussuchen, von der Extra-Portion Käse auf dem Salamibrötchen über zusätzliches Gepäcksvolumen bis hin zu den XXL- Sitzen etc..
Und das alles klar, deutlich und übersichtlich und ohne Tricks und doppeltem Boden
Wenn sich Anke aber weiterhin durch einen Tarifdschungel wühlen muss, um hinterher festzustellen, dass sie Sparmöglichkeiten und eigentlich gewünschte Zusatzleistungen oder gar versteckte Kosten übersehen hat, bleibt sie frustriert. Und das kann schließlich nicht im Interesse der Airlines sein.
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Jein.
Mir sind zwei Sachen klar: a) dass ich davon wenig Ahnung habe und b) dass eine Umsetzung illusorisch ist, aber auch die Fliegerei an sich erschien ja anfangs Utopie. Aber meine Frage an die Fachfrau/den Fachmann: ist mein Denkansatz prinzipiell richtig oder ist das völliger Blödsinn, was ich schrieb? Ich vermute zumindest mal, dass aus mir die vox populi spricht..., die Stimme des ahnungslosen und verwirrten Volkes. Hinter Letzteres möchte ich allerdings den Ironiebutton setzen. -
Sorry, wenn das wieder dilettantisch klingt, aber wird denn sowohl seitens der Airline als auch der RV gründlich genug zwischen den Zielgruppen unterschieden? Vielflieger, die sowohl im Linien- als auch im "Charter"-Verkehr unterwegs sind, beschäftigen sich ja zwangsläufig häufiger und intensiver mit der Thematik und akzeptieren den Umbruch vielleicht leichter und verständnisvoller als die Wenigflieger. Wäre es da nicht wichtig, Letztere durch bessere Informationspolitik und Transparenz mit ins Verständnisboot zu holen ?
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Danke, das war mir nicht so klar. Das Fazit lautet also: wir müssen mit dem Umbruch leben, ob wir nun maulen oder nicht, die Airlines und die RV haben kein gesteigertes Interesse daran, an der für viele undurchsichtigen Situation viel zu ändern? Fliegen wollen/müssen wir ja alle...
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@rumsstein
vielleicht sollte sich in deinem Beispiel besagte Anke einfach vorab ein bisschen besser informieren.
Wie der User @hoginho immer sagt: die Leute lesen 20 Zeitschriften und Testergebnisse für einen deo Roller.
Eine Reise wird aber so mir nichts, dir nichts mal eben im Internet gebucht.
Fachlich kompetente Hilfe in Anspruch nehmen ? Ach Quatsch. Ich gehe doch nicht ins Reisebüro. Da ist es viel teurer und ich werfe den Leuten mein Geld doch nicht in den Hals. Das kann ich von zu Hause viel besser.
Und genau das ist der Moment, wo es dann passiert. Weil man bei einer Reise nur die reinen preise vergleicht. Nie aber die dahinter befindlichen Leistungen.
Dann klickt Mandeln billigsten Veranstalter an Und merkt gar nicht. dass der nächst teurere , der auch nur 10 Euro mehr kostet, zum Beispiel aber 20 kg Gepäck bereits von vorn herein inkludiert hat.und was macht man am Ende gerne, wenn man nun da steht und eigentlich selbst sein tun oder Beine unterlassen verantwortlich ist, es sich aber nicht eingestehen will ?
man sucht einen Sündenbock.Und ein ganz kleinen wenig beschleicht mich sowieso das Gefühl, dass die Forderungs Mentalität der Leute immer dreister wird.
Ach ? Du hast einen Fehler gemacht, liebe Fluggesellschaft ? Dann lass ich dich bluten
nicht selten schließt sich dann anschließend hier im Forum die Frage an, wie viel man denn noch "heraus schlagen " kann. -
Meine Aufforderung zu mehr Aufklärung bezog sich allein auf die verschiedenen Vertriebsschinen der Urlaubsbauer. Ohne als Mäuschen im Reisebüro zahlreiche Verkaufsgespräche belauscht zu haben behaupte ich, die Details wie Snack oder Gepäck auf dem Flug nehmen keinen sehr wesentlichen Teil des Informationsaustausches in Anspruch.
Also bucht Frau Wondercheck scheinbar dieselbe Leistung mit Condor Flug zur genehmen Zeit bei A-tours, weiß aber nicht, dass die nur den low frills (oder gar no frills!) Tarif bei der Airline bieten. B-Reisen hingegen hätte beispielsweise für nur 30€ mehr Verpflegung, mehr Gepäck und womöglich ein Sektchen an Bord beeinhaltet - Dinge, auf die Frau Wondercheck ausgesprochen großen Wert legt und bei A-tours schließlich für 50€ hinzugebucht werden müssen. Sie fühlt sich von Condor beduppt, dabei ist A der Verursacher ...
Solche Merkmale sollten kommuniziert werden!Als vom baldigen Aussterben bedroht betrachte ich die Ferienairlines, die mit obgligatorischer Bemme die klassischen Warmwasserziele ansteuern.
Eine Vielzahl selbst reiner Urlaubsfluggäste wird inzwischen realisiert haben, dass die Bemme unweigerlich auf dem Ticket lastet und sich ggf. lieber bewusst dafür oder dagegen entscheiden - also entweder mit einem low frills Anbieter und eigener Lunchbox zu reisen, die gewünschten Upgrades selbst zu bestellen oder eben ein Angebot auszuwählen, in dem all ihr Komfort von vornherein bedacht wird.Wer sich bewusst macht, welche Unsummen in die Bordverpflegung fließen und versickern, weil eben viele Fluggäste die Bappnudel auf einem 3h Hüpfer verzichtbar finden (und die ganze Pracht unberührt in den Müll wandert), der wird ein spezifiziertes Tarifsystem nach und nach als eine ziemlich schlaue Erfindung betrachten.
Schließlich der Idealfall: Anstatt "Abzocke bei Condor" liest man "Wertschätzung der Kunden bei B-Reisen!" - weil die eben nicht nur den Sparbrötchentarif für ihre Flugreisenden einkaufen und man ja nicht gezwungen ist, dort zu buchen ... -
Ich denke trotzdem, dass die Transparenz zu wünschen übrig lässt.
Wenn du jahrelang Fluggesellschaft A im Tarif X buchst (egal aus welchem Grund/Bemme/Cola für lau, 23 Kilo), und "plötzlich" in diesem Tarif diese Leistungen nicht mehr enthalten sind, der Preis sich aber nicht geändert hast, guckst du erst einmal doof aus der Wäsche, weil du nach zig Buchungen nicht mehr auf den "Info-Button" gehst, der die Vertragsdetails des Tarifes "X" offenbart.Gilt auch für Reiseveranstalter bei Pauschalreisen, die durchaus ein exponierterer Stelle auf Freigepäck und Co. hinweisen könnten.
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Keineswegs - zumindest soweit es mich betrifft.
Ich erwarte von einer Beratung, dass sie ggf. auf Änderungen für meine akut zu buchende Pauschalreise hinweist, bzw. die Unterschiede über "da fliegen sie dann halt mit Albatros Airlines" hinaus erklärt ... kann donnich sooo schwer sein?

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@A_T,
vielleicht fehlt's mir ja am entsprechenden Involvement, aber ganz ehrlich: Wenn ich ein- oder zweimal im Jahr mit Airline X im Tarif Y von A nach B fliege, kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wieviel Freigepäck beim letzten Flug enthalten war oder ob's 'ne Bemme gab...
Woraus folgt, dass ich mich diesbezüglich vor einer erneuten Flugbuchung schlau mache...

