748 € Stornokosten!!! Berechtigt???
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@emdebo
generell hat du ja recht mit deinen aussagen. und so traurig wie es ist, dass man stornogebühren zahlen muß. aber eine überraschung ist das doch nicht.
zum zeitpunkt der buchung weiß ich doch, dass ich diese 20 % bezahlen muß. also kann man hinterher vielleicht versuchen, den stornopreis zu drücken, kann mich aber nicht beschweren, wenn der veranstalter, aus welchen gründen auch immer, darauf besteht.
das sind nun mal paragraphen, die irgendwie eingehalten werden müssen.
sicher, mit der umbuchung hätte man das prima umgehen können.
aber wenn ich eine reise buche, die erst sehr viel später ansteht, gehört es zu einer guten beratung dazu, eine reiserücktrittversicheurng anzubieten und diese auch abzuschließen. man weiß ja nie was kommt. -
Auch der Kunde hat doch eine Gestaltungsmöglichkeit:
Er hält seinen Vertrag ein, oder schließt ihn gar nicht erst ab. Oder er schließt eine RRV ab. Dadurch minimiert er sein Risiko. Wem Letzteres zu teuer ist, muss halt die Folgen tragen. Jeder vernünftige Mensch schließt doch auch eine Privathaftpflicht- und eine Hausratversicherung ab.
Bei Frühbuchungen sind doch beide Seiten vertraglich gebunden. Und wer bestimmt schon, was "angemessen" ist? Enthalten deine von dir für angemmessen gehaltene Zahlen auch schon den entgangenen Gewinn wegen Vertragsbruch?
Gruß
Bulgarienfan
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Nur so am Rande:
Die Stornogebühren, die Neckermann in Österreich verlangt, belaufen sich nur auf 10 %. Woher resultiert dieser Unterschied? Haben die Vermittler in Österreich weniger Aufwand im Zusammenhang mit einer Stornierung? -
@bulgarienfan
Vertrag ist Vertrag. Das ist wohl wahr.
Wer diese Bedingungen akzeptiert, sollte wissen, was er tut.Nach Deiner Auffassung könnte ich meinen Urlaub vergessen
oder regelmässig horrende Abstandszahlungen leisten. Bin
arbeitsmässig nur in der Lage, kurzfristig den Rest
( sprich Last-Last-Minute ) des dann noch vorhandenen
Angebotes zu nutzen. Was mir nicht gefällt.Langfristigere Buchungen können ungewollt - leider - häufig nicht
wahrgenommen werden ( meine Kunden erwarten Flexibilität ).
Dafür zahlt keine RRV.Daher buche ich die letzten Jahre keine Pauschalreisen
mit horrenden Abstandszahlungen mehr. Meine Flüge
( über Kundenkarte ) können bis zu 2 Stunden vor
Abflug kostenfrei umgebucht werden. Meine Hotels
kann ich normalerweise bis 18:00 Uhr am Anreisetag
kostenfrei stornieren. Keiner verlangt irgendeine
Stornogebühr - und dennoch funktioniert das System.Übrigens: HC bietet Nur-Hotel-Buchungen in vielen Hotels
jetzt auch mit diesen kundenfreundlichen Rücktrittsbedingungen an.
Zukünftig gibt es also für mich Möglichkeiten, mich nicht nur in
diesem Forum zu informieren. Auch Buchen nach meinen
Vorstellungen ist dann hier möglich. -
"Erika1" wrote:
Nur so am Rande:
Die Stornogebühren, die Neckermann in Österreich verlangt, belaufen sich nur auf 10 %. Woher resultiert dieser Unterschied? Haben die Vermittler in Österreich weniger Aufwand im Zusammenhang mit einer Stornierung?... nein, aber wir haben a bisserl a anderes Reiserecht, sprich, unsere AGB's mit den Stornogebühren sind anders gestaffelt als in Deutschland. Und daran muss sich auch ein Neckermann halten.
Allerdings nur Neckermann Österreich - werden in Österreich deutsche Kataloge verwendet, so gelten die darin abgedruckten, deutschen Bestimmungen (mal grundsätzlich, mit vielleich ein paar Ausnahmen).
Gruß
Peter -
"emdebo" wrote:
Daher buche ich die letzten Jahre keine Pauschalreisen mit horrenden Abstandszahlungen mehr.wie schön doch Eigenschaftswörter sein können - horrend - aber das ist immer Ansichtssache.
Grundsätzlich gilt: wer Verträge unterschreibt, akzeptiert die dazu gehörenden Bedingungen.
Wer eine Musicalkarte kauft, kann sie nicht zurück geben.
Wer eine Software einmal aus der Orignalverpackung genommen hat, kann sie nicht nicht mehr zurück geben.Und so hat halt jede Branche, jedes Produkt seine Verkaufs-Kauf-Bedingungen...
Es steht jedem frei, für einmal im Jahr zig Kundenbindungskarten zu kaufen, um für den Fall des Falles eben die damit zusammenhängenden Vorteile zu genießen.
Aber ob das nun viel oder wenig, gerechtfertigt oder nicht sein kann, möge jeder selbst entscheiden. Wie erwähnt, es gäbe ja Versicherungen...
Gruß
Peter -
Ist mir schon klar, dass du in der von dir beschriebenen Situation kaum längere Zeit im Voraus buchen kannst. Aber warum sollte denn der Reiseveranstalter dein Terminrisiko tragen? Ich unterstelle nicht, dass du das forderst, du ziehst ja auch die Konsequenzen.
Aber ganz allgemein habe ich den Eindruck, dass die Vertragstreue nicht sonderlich hoch im Kurs steht. Was ich hier schon gelesen habe, weswegen jemand (natürlich stornofrei) seine Reise absagen will!
Gruß
Bulgarienfan
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hi bulgarienfan
ich würde es nicht ganz so streng nehmen, dass viele kostenfrei stornieren wollen.
ich denke eher, dass sich viele beim abschluss des vertrages nicht bewusst sind, was für kosten im falle einer stornierung auf sie zukommen. die höhe der veranstalter kann ich auch nicht nachvollziehen, aber so sind nun mal die regeln/gesetze.
ich zum beispiel als versicherungskauffrau habe mir die bedingungen der rrv schon beim abschluss durchgelesen. bin es aber beruflich auch gewohnt, mich mit paragraphen auseinanderzusetzen.
viele machen das halt nicht, stornieren erst und fragen sich dann, was es kostet bzw. welche möglichkeiten es noch gegeben hätte.
und dann kommt das dicke ende. dass da manche verärgert sind kann ich verstehen. -
"Lexilexi" wrote:
ich denke eher, dass sich viele beim abschluss des vertrages nicht bewusst sind, was für kosten im falle einer stornierung auf sie zukommen. die höhe der veranstalter kann ich auch nicht nachvollziehen, aber so sind nun mal die regeln/gesetze.
ich zum beispiel als versicherungskauffrau habe mir die bedingungen der rrv schon beim abschluss durchgelesen. bin es aber beruflich auch gewohnt, mich mit paragraphen auseinanderzusetzen.
viele machen das halt nicht, stornieren erst und fragen sich dann, was es kostet bzw. welche möglichkeiten es noch gegeben hätte.
und dann kommt das dicke ende. dass da manche verärgert sind kann ich verstehen.Menschlich nachvollziehbar, rechtlich irrelevant. Bei verbindlicher Reisebuchung werden die AGBs automatisch als Vertragsbestandteil akzeptiert - und damit auch die Stornobedingungen. Wenn jemand nicht gewillt ist, die AGBs auch zu lesen, obwohl sie JEDEM Gast VOR Vertragsabschluß vorliegen, dann kann das doch wohl nicht zu Lasten des Veranstalters gehen!
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Das hast Du kurz und prägnant ausgedrückt, Sina. Vollkommen korrekt und rechtlich unantastabar. Die Praxis: im Internet wird die Anerkennung der Bedingungen einfach mit "ja" angeklickt; beim schriftlichen Vertrag kreuzt der Kunde einfach an, daß er die Bedingungen anerkennt. Niemand liest diesen "ganzen Kram". Und dann stehen die Leute im Fall des Falles vor diesem Bedingungswerk, das sie vorher bequemlicherweise abgehakt hatten und wundern sich über die Regreßforderungen....
Begriffen habe ich nicht, warum die Stornokosten in Österreich 10 % betragen, in Deutschland aber 20 % - die Kosten für den Veranstalter für das Handling - in diesem Fall Neckerman - dürften die gleichen sein. Der gleiche Katalog mit den gleichen Reisepreisen... ich muß Peter nochmal fragen...
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Also: Die EU gibt Normen allgemeiner Art vor, manchmal auch genauere Details, die das jeweilige EU-Mitgliedsland in seine eigenen Rechtsnormen übernehmen muss.
Nun gab es aber bereits vor dem Beitritt Deutschlands und Österreichs in den beiden Ländern allgemeine empfohlenen Reisebedingungen mit darin enthaltenen Stornoregelungen.
Nach dem Beitritt zur EU wurden in den Staaten die vorhandenen AGB's überprüft, ob sie mit den Vorgaben der EU konform gehen. Was in beiden Ländern der Fall ist.
So haben sich also aus der Zeit vor dem EU-Beitritt Regelungen in beiden Ländern erhalten.
Nun kann ein deutsches Unternehmen OHNE Firmensitz in Österreich seine - deutschen - Bestimmungen anwenden, selbst wenn es ein Österreicher in ÖSTERREICH bucht.
Nicht aber kann ein deutsches Unternehmen mit einem Firmensitz in Österreich seine deutschen Bestimmungen in Österreich anwenden. Es muss vielmehr seine deutschen Bestimmungen an österreichisches Recht anwenden.
Bis vor einigen Jahren gab es eigene Neckermann Österreich Kataloge. Durch die Umbrüche in der Branche und wohl auch aus kostengründen produziert man nun nicht mehr getrennte Kataloge. sondern integriert die Abflüge ab Österreich und die hier in Österreich geltenden Bestimmungen in einem Katalog. Aber weiterhin gibt es einen Firmensitz in Österreich.
Hier kann man die für Neckermann Österreich gültigen AGB nachlesen:
http://www5.neckermann-reisen.at/nec-oes/service_agb.html
Gruß
Peter -
Noch eine Anmerkung zum Problem mancher, dass sie Stornogebühren bezahlen müssen:
- Erwachsene dürfen wählen gehen und bestimmen somit die Geschicke ihres Landes
- viele Erwachsene (auch Jugendliche...) kennen so gut wie alles in der Fußball- und Formel-1-Welt
- Erwachsene wissen oft exakt ihre Rechte in der Arbeitswelt
... und plötzlich, beim Urlaubbuchen stehen sie wie der Ochs vorm Berg und meinen, ja das sei doch wohl nicht zulässig, das hätten sie nicht gewusst, damit hätten sie nicht gerechnet...!
Der Gesetztgeber verpflichtet Reisebüros - die traditionellen als auch die im Internet - zu einer Reihe von Informationspflichten, Allgemeinen Reisebestimmungen, verbietet eine Reihe ungültiger Vereinbarungen (Klauseln), Versicherungspflicht gegen Konkurs, Pflicht der Garantie und Schadensatz bei mangelhaft erbrachten Leistungen und und und.
Da ist es wohl recht, wenn der Konsument im Gegenzug das anerkennt, was er unterschrieben hat. Er kann ja vorher lesen!
meint
Peter -
@mosaik
Angenommen, hier aus Deutschland wird eine Buchung auf der
Neckermann.at oder tui.at oder its-billa.at - Internetseite getätigt. Da werden dann immer die Stornobedingungen Österreich angezeigt.
Also 10% bis 30 Tage vor Abflug. Ist das verbindlich? -
@erika
die begründung hat dir mosaik ja bestens geliefert.
ist dir schon mal folgendes aufgefallen: wenn mann z.b. markenkleidung kauft beispielsweise von "esprit", dann klebt dort ein dickes preisschild dran: euro preise für mehrere länder.in den nl würdest du weniger euros zahlen als ind d und in e noch viel weniger. obwohl es ein und derselbe pullover ist.
da wundere ich mich nicht über verschieden hohe storno gebühren
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"Lexilexi" wrote:
hi bulgarienfan
ich würde es nicht ganz so streng nehmen, dass viele kostenfrei stornieren wollen.
ich denke eher, dass sich viele beim abschluss des vertrages nicht bewusst sind, was für kosten im falle einer stornierung auf sie zukommen. die höhe der veranstalter kann ich auch nicht nachvollziehen, aber so sind nun mal die regeln/gesetze.
ich zum beispiel als versicherungskauffrau habe mir die bedingungen der rrv schon beim abschluss durchgelesen. bin es aber beruflich auch gewohnt, mich mit paragraphen auseinanderzusetzen.
viele machen das halt nicht, stornieren erst und fragen sich dann, was es kostet bzw. welche möglichkeiten es noch gegeben hätte.
und dann kommt das dicke ende. dass da manche verärgert sind kann ich verstehen.Es mag ja auch manchmal gute Gründe geben, eine Reise nicht anzutreten. Aber warum soll das dann zu Lasten des Veranstalters gehen? Und warum wird keine RRV abgeschlossen?
Viele Grüße
Bulgarienfan
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@bulgarienfan
ja das frag ich mich auch. ich als verischerungskauffrau kann das nicht verstehen......
kleiner scherz : ich habe genug anträge
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Kleiner Scherz zurück: Wenn du deine Steuererklärung bei mir machen lässt....

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"emdebo" wrote:
@mosaik
Angenommen, hier aus Deutschland wird eine Buchung auf der
Neckermann.at oder tui.at oder its-billa.at - Internetseite getätigt. Da werden dann immer die Stornobedingungen Österreich angezeigt.
Also 10% bis 30 Tage vor Abflug. Ist das verbindlich?ja, denn Abschlussort = Österreich (durch .at-Endung) ist Grundlage für den Reisevertrag auf der Seite des Anbieters; der Abschlussort für den Konsumenten ist z. B. dann Deutschland und Grundlage für den Reisevertrag einerseits begrenzt deutsches Recht, andererseits die AGB aus Österreich.
Gruß
Peter