INFO-Thread :Wieviel Trinkgeld gebt Ihr?
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@cocoly
Das penetrante Einfordern von Trinkgeld für eine Minileistung kannst du als Ergebnis einer verhaltensbiologischen Konditionierung sehen. Einige wenige haben probiert, ob man für sowas wie Koffer anfassen Geld bekommt, und erstaunlicherweise klappte es manchmal. Mit der Zeit wurden immer mehr Touristen regelrecht dressiert, für fast nichts Euros auszuspucken. In einem FB-Forum zu Ägypten las ich kürzlich als inflationäre Variante den Tipp einer Touristin, zu Hause von der Bank einen Stapel 5 Euro-Scheine zu besorgen, weil Ägypter keine Münzen tauschen können.Auch ich bringe den Ägyptern gerne 5 Euro Noten mit, ganz ohne Bank.
2 Wochen vor dem Urlaub bei Einkäufen keine 5er mehr hergeben und nur noch annehmen kostet mich keinen zusätzlichen Aufwand.
Ich muß sagen die Roomboys haben schon gut gefüllte Taschen, allerdings schwer einen Verdienst daraus abzuleiten,
womöglich wechselt er noch für Kollegen und fragt andere Touristen auch nach 5ern.
Großzügig 5€ Noten mitnehmen ist auf jeden Fall nicht verkehrt, bei Mini-Einkäufen ist es super wenn man mal schnell einen 5er in
den ATM zum Wechseln schieben kann. -
Wir können uns Urlaub in einem von Inflation geplagten Land leisten und nehmen jedes Sonderangebot mit - ohne Rücksicht auf die Menschen dort. Da ist es wohl legitim, etwas mehr Trinkgeld zu geben als in den letzten Monaten. Meine Ansicht und wir werden es auch weiter so handhaben!
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Wir können uns Urlaub in einem von Inflation geplagten Land leisten und nehmen jedes Sonderangebot mit - ohne Rücksicht auf die Menschen dort. Da ist es wohl legitim, etwas mehr Trinkgeld zu geben als in den letzten Monaten. Meine Ansicht und wir werden es auch weiter so handhaben!
@Sabaelcher sagte:
Wir können uns Urlaub in einem von Inflation geplagten Land leisten und nehmen jedes Sonderangebot mit - ohne Rücksicht auf die Menschen dort. Da ist es wohl legitim, etwas mehr Trinkgeld zu geben als in den letzten Monaten. Meine Ansicht und wir werden es auch weiter so handhaben!
Ethisch/moralisch korrektes Handeln ist wichtig, aber gar nicht so einfach.
Es ist fair Trinkgeld zu geben, fair ist aber auch nicht die noch reicher zu machen, die schon mehr als genug haben.
In der Hauptsaison macht ein Kellner oder Roomboy ohne Probleme 20€ am Tag, 100€ die Woche und 400€ im Monat.
Und der Mensch in der Küche hinter dem Kochtopf oder der Gärtner verdient nur den Hotel-Hungerlohn.
Da braucht man sich als Tourist gar nicht gut fühlen, wenn man dem Kellner weitere 10€ zusteckt,
bloß weil er einem die Serviette umlegt, solches Personal geht mir auf die Nerven, ich bin doch nicht in einem Pflegeheim!
Habt einen Blick für die "unsichtbaren" Menschen im Hintergrund, Haustechniker, Gärtner, Küchenpersonal oder den Strrand-Nachtwächter, die Angestellten mit viel Kundenkontakt sind schon Großverdiener - 10LE oder 50 Cent reichen.
Da stecke ich lieber dem Gärtner 5€ zu, der den ganzen Tag in der prallen Sonne Blätter schnibbelt, statt in klimatisierten
Räumlichkeiten Gläser hin- und herzutragen. -
In der Regel gibt es in den meisten Hotels Trinkgeldboxen - da steckt man sein Geld ´rein und alle im Restaurant haben etwas davon. Dem Gärtner und weiterem Personal "hinter den Kulissen" kann man (muss aber nicht) auch etwas zukommen lassen. Ich glaube nicht, dass ein Roomboy 50 LE liegen lässt. Ich denke, der Urlauber sollte sich der aktuellen und schlechten Situation bei der Trinkgeldvergabe anpassen. Wenn er nicht will oder kann - o.k., er muss sich dann aber nicht über "schlechteren Service" aufregen. Wir sind nicht in Deutschland und die Menschen dort sind auf Trinkgeld angewiesen. Wir werden auf jeden Fall unser Trinkgeld der momentanen Situation anpassen.
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In der Regel gibt es in den meisten Hotels Trinkgeldboxen - da steckt man sein Geld ´rein und alle im Restaurant haben etwas davon. Dem Gärtner und weiterem Personal "hinter den Kulissen" kann man (muss aber nicht) auch etwas zukommen lassen. Ich glaube nicht, dass ein Roomboy 50 LE liegen lässt. Ich denke, der Urlauber sollte sich der aktuellen und schlechten Situation bei der Trinkgeldvergabe anpassen. Wenn er nicht will oder kann - o.k., er muss sich dann aber nicht über "schlechteren Service" aufregen. Wir sind nicht in Deutschland und die Menschen dort sind auf Trinkgeld angewiesen. Wir werden auf jeden Fall unser Trinkgeld der momentanen Situation anpassen.
@Sabaelcher sagte:
In der Regel gibt es in den meisten Hotels Trinkgeldboxen - da steckt man sein Geld ´rein und alle im Restaurant haben etwas davon. Dem
Ich halte von diesen Trinkgeldboxen nichts.
Die müsste dann schon im Vier-Augen-Prinzip geöffnet und gezählt werden und ein Abrechnungsbeleg erstellt werden, der allen öffentlich zur Verfügung steht. Wenn dann da ein 50€ Schein drinliegt wäre die Verlockung für einen Einzelnen sehr groß, das würde schon in Deutschland nicht vernünftig funktionieren und in Ägypten klappt dies genausowenig.
Vielleicht in ein paar Jahren per Mikrotransaktion per Handy-App, Afrika ist auf diesem Gebiet durchaus führend. -
Ich halts dann auch so, dass ich lieber dem Gärtner etwas gebe, der den ganzen Tag in der brütenden Hitze den Garten pflegt.
Kellner/Zimmerboys bekommen von mir wie gesagt nichts mehr. Wenn sie ihren Job gut gemacht haben, bekommen sie nach meinem Urlaub eventuell etwas, aber auch nur wenn sie über Maß Leistungen erbracht hat, jedoch sind die Ägypter bis auf weniger Ausnahmen nicht fürs totarbeiten bekannt. Die Mehrheit zeigt eher deutlich wie zuwider es Ihnen ist, die Touristen zu bedienen.
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Auch ich halte von den Trinkgeldboxen gar nichts, denn der Inhalt wird sehr ungleich geteilt: Der Chef des Bereiches leert sie und behält für sich schon mal die Hälfte. Anteil für seine Untergebenen je nach Nasenfaktor. Das gleiche passiert bei der Sammelkollekte auf Tauchsafaribooten: Käptn und Cheftauchguide teilen sich 50%. Es ist geradezu sehenswert mitzuerleben, wie diese beiden Funktionsträger reagieren, wenn sich eine Vollchartergruppe auf Einzeltrinkgeld je Crewmitglied je nach seiner Leistung einigt.
@Sabaelcher
Klares NEIN! Auch wenn die Trinkgeldsummen dank inflationärer Vergabe durch eine gewisse Zahl Touristen scheinbar ausufern, ist es nicht Aufgabe aller Reisenden, da mitzuziehen und die Spirale weiter zu beschleunigen. Trinkgeld muss erstens eine Belohnung für eine gute Leistung sein und zweitens in seiner Höhe dem durchschnittlichen Einkommensniveau des Landes angepasst sein. -
@ Sabelcher: Hatten wir die Trinkgeldstory mit dem roomboy nicht selbst erlebt, würde ich es auch nicht glauben.
Und ansonsten bin ich voll bei Florian.
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@Florian80w - da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Die Trinkgeldboxen werden nicht vom Chef allein geleert - zumindest im TCF. Dort wird das Geld durchaus gerecht auf alle in der Gastronomie tätigen verteilt. Was meinst Du würde dort los sein, wenn es anders wäre? Die Kellner sehen ganz genau, was in die Boxen eingeworfen wird. Woher hast Du Deine Erkenntnisse überhaupt?
Trinkgeld ist immer eine Anerkennung für eine gute Leistung - das ist wohl klar. Wenn ich nicht gut bedient werde, dann gibt es natürlich nichts. Das mit dem "durchschnittlichen (im Moment äußerst niedrigen) Einkommensniveau" ist richtig und genau deshalb geben wir jetzt mehr. Hier in Deutschland kommt doch auch keiner auf die Idee, einer Friseurin 20 Cent zu geben. Das wäre dann dem "durchschnittlichen Einkommensniveau" nämlich angepasst!
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Tipboxen sind grundsätzlich eine gute Idee, war der Kommunismus auch, scheitern nur beide an der angeborenen Gier der Menschen!
Woher ich das weiß, aus eigener Erfahrung! Daß die Kellner genau wissen, was dort drin ist, wage ich schwer zu bezweifeln und was los ist bei ungerechter Verteilung, ist recht einfach, friß oder stirb!
Ehrlich gesagt fällt es mir sehr schwer zu glauben, daß es in Ägypten gerecht verteilt wird, wenn das schon in demokratischen Ländern nicht klappt und mir sind auch Aussagen bekannt, daß dem nicht so ist, nur kann ich die natürlich nicht für alle Hotels und Bereiche verifizieren. Sollte es im TCF tatsächlich so sein, chapeau, allein der Glaube...
Und ja, die Diskussion gab es hier schon öfter.
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Sabaelcher, du willst nicht verstehen! 1 Euro in Ägypten ist in etwa gleichzusetzen mit 0,7% des Durchschnittseinkommens von Un-/Angelernten. 130 x 1 Euro Trinkgeld = Durchschnittseinkommen. Die von dir genannte Friseurin verdient niedrig gerechnet das Zehnfache davon bei Vollzeitjob als Fixum. Gebe ich ihr 1 Euro extra, sind das 0,7 Promille ihres Einkommens. Um landestypisch äquivalent zu werden und ihr 0,7 Prozent zu geben, wären das folglich 10 Euro nur als Trinkgeld! Ich hätte doch ne Riesenmeise, wenn ich 10 Minuten Maschinenhaarschnitt für 12 Euro an den Laden und 10 Euro Tipp an die Maschinenschneiderin honorieren würde.
Und es kann auch nicht meine Aufgabe sein, indirekt das Überleben der zahlreichen und arbeitslosen Familiensippe des Kellners im Niltal zu finanzieren, die damit die Möglichkeit bekommt, noch mehr hungrige Mäuler zu produzieren. -
@Florian80w - Deine Berechnung hinkt an allen Ecken und Kanten - es geht schon damit los, dass eine Friseurin hier kein Fixum von 1.300,- € bekommt. Wenn, dann Brutto und als Lohn oder Gehalt! In der Regel gibt man 10 % Tipp, in manchen Ländern auch mehr. Nun rechne Dir das lieber noch einmal aus. Ich werde natürlich weiterhin für gute Leistung gutes Geld geben - egal in welchem Land ich mich befinde. Und Dein letzter Absatz war - nett gesagt - einfach unterirdisch.
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Sabaelcher, was bitte ist für die Friseurin mein Trinkgeld 1 Euro bei Maschinenhaarschnittpreis 12 Euro? Knapp 10%.
Wenn ich die Friseurin mit monatlich 1300 Euro Fixum benenne, ist das natürlich wie auch in allen anderen Branchen üblich brutto, denn woher soll ich ihre Steuerklasse etc. kennen?Mein letzter Absatz beschreibt exakt das bereits bestehende und sich in den nächsten Jahren noch mehr verschärfende Problem nicht nur in Ägypten, dass einer mit Arbeitseinkommen eine stetig steigende Zahl Arbeitsloser in der (erweiterten) Familie alimentieren muss. Ich muss Taxifahrer-Achmed nicht 10 Euro Trinkgeld geben, nur weil er zwei Frauen und 18 Kinder hat. Für dieses Problem können Touristen keine Lösung sein. Und wenn in Hurghada mindestens 2000 Taxis zu viel sind, ist auch das nicht mein mit überhöhtem Trinkgeld zu konservierendes Problem.
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Wieviel Trinkgeld ist JEDEM selbst überlassen.
Wer gut schmiert der gut fährt ! Dies funktionierte schon in der Steinzeit
@wolfi62 sagte:
Wieviel Trinkgeld ist JEDEM selbst überlassen.
Wer gut schmiert der gut fährt ! Dies funktionierte schon in der Steinzeit
Jedem selbst überlassen, stimmt. Wir sind gerade zurück und haben nur da was hingelegt, wo uns der Service positiv auffiel.
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Ich hoffe aber das denen die mit Trinkgeld in großen Scheinen um sich werfen auch bewußt ist das sie damit das ganze Soziale Gefüge durcheinander bringen. Wenn einer in D für den Mindestlohn arbeitet bekommt er oft den Spruch zu hören: Augen auf bei der Berufswahl".
Der Arzt in Ägyten oder auch der Lehrer hat eine lange Ausbildung hinter sich, verdient aber durch das ganze Trinkgeld mehr als z.B. ein Roomboy der unter Umständen weder lesen noch schreiben kann. Wenn nun auch der Arzt als Roomboy arbeitet wer versorgt dann die Wehwehchen der Einheimischen? Schon mal darüber nachgedacht.?
Ich hätte große Lust hier mal einen Lebensmittelprospekt von Spinners zu posten, damit ihr mal für die Preise in Ägypten ein Gefühl bekommt. Und dabei ist spinners garantiert kein Supermarkt wo der einheimische ständig einkaufen geht. Weiß bloß nicht ob das erlaubt ist. /dmins bitte mal ein Zeichen geben)
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Mist eingeschlichener tipfehler: sollte heißen der Arzt verdient nicht mehr, eher weniger als z.B. ein Roomboy..
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Die Supermarktkette heißt Spinneys. Die andere ist Carrefour. Der Normalägypter kauft da nicht ein, kann er sich gar nicht leisten.
Genau diese Gegenrechnung Arzt-/Lehrergehalt mit langer Schulausbildung plus Studium versus Minimalgebildeter mit kleinem Gehalt, aber dazu freigiebige Touristen, habe ich schon öfters gepostet, und jedes Mal gab es Widerrede von Uneinsichtigen. Dann kommt u. a. das Argument, dass der Arzt sowieso aus einer eher kinderarmen gut situierten Familie stammt, weil ihm viele Jahre Schulbesuch und Studium ermöglicht wurden. Der Roomboy kommt dagegen aus einer armen, kinderreichen Familie, ist womöglich der einzige von 10-15 Familienangehörigen, der einen Job hat. Da kommt dann das ganz große Mitleid auf und die 5 Euro-Scheine flattern! Was lernt die breite Masse der einfachen Bevölkerung daraus? Zurückhaltung beim Kinderkriegen und höhere Schulbildung lohnen sich nicht, es gibt ja Touristen, und die sind reich.