Ladenschlußzeiten
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"Püppi" wrote:
Ich meinte, dass die Leute im Einzelhandel unter anderen Vorraussetzungen diesen Beruf ergriffen haben. Nämlich deshalb, weil sie dort ebenKEINEN Schichtdienst haben.@ Püppi
Es geht hier nicht in erster Linie um die Angestellten im Einzelhandel, sondern um eine verbesserte Kundenzuwendung.
Durch gesteigerten Service erhöht sich die Kundenzufriedenheit, und das kommt auch den Angestellten zu Gute. -
Was würde uns eine verlängerte Öffnungszeit bringen ?
1.längere Öffnungszeiten = mehr Arbeitsplätze = falsch

Grund: mehr Arbeitsplätze heißt auch mehr Kosten, die auf die Waren umgelegt werden müssen, somit steigende Preise.Argument: in anderen länder gibt es dass auch,warum bei uns nicht?
Antwort: im Urlaub wird vieles durch die rosarote Brille der Zufriedenheit gesehen, aber auf Preise wird nicht geachtet, dass in den Läden, die 24h aufhaben es verschiedene Preise nach Tageszeit gibt wird übersehen, da man sich ja nicht immer im Geschäft aufhält.
Würde es dies bei uns geben ( gibt es übrigens schon ), dass die Waren abends teurer werden, würde ein Aufschrei der Entrüstung durchs Land gehen- nur wenn ich abends vergessen habe Butter zu kaufen, gehe zur Tanke und wunder mich nicht, dass ich dafür im Supermarkt 2 Packete bekommen hätte.
Das zum Thema Gleichberechtigung Einzelhandel - Tankstellengewerbe, beim einen wird's akzeptiert, beim anderen geflucht.
- längere Öffnungszeiten = mehr Umsatz = falsch

Habe ich deswegen mehr Geld in der Tasche, um es auszugeben, wenn ich die Möglichkeit habe dies auch um 03.00 Uhr zu tun?
Antwort: NEIN
Meine Euro kann ich nur einmal ausgeben, somit sind keine höheren Umsätze zu erwarten, u.U. nur eine Verteilung auf die Geschäfte.
Somit wird sich der kleine Einzelhändler noch schwerer tun als bisher, und die Platzhirsche mit Ihren Einheitsläden die nur jemanden an die Kasse setzen müssen, aber keinen Service + beratung bieten müssen gewinnen hierbei; Folge: Innenstädte werden noch mehr von den Ketten beherscht und dadurch wird jede Stadt austauschbar.- Personal hätte dann mehr Zeit für den Kunden = falsch

Wenn ein Geschäft 50h öffnet pro Woche mit 10 Mitarbeitern, dann wären 5 Mitarbeiter/pro Stunde anwesend ( die Rechnung stimmt zwar nicht ganz, wegen Tarifvertrag usw., soll auch nur ein Bsp. sein); öffnet dieses geschäft aber jetzt 100h die Woche, wären nur noch 2,5 Mitarbeiter im Kundendienst, da mehr Mitarbeiter auch höhere Preise bedeutet usw. und die kein Kunde zahlen möchte ( ausser bei Tankstellen) somit eine Verschlechterung der Servicequalität unabdingbar wäre.
Also nix mit mehr Zeit für den Kunden.
Also mein Fazit des Ganzen:
Längere Öffnungszeiten = höhere Kundenzufriedenheit = gleichbleibende Preise ist nicht zu realisieren. ( bei steigenden Preisen würtde zwar die Kundenzufiedenheit abnehmen, aber die längeren Öffnungszeiten lassen sich durchsetzen.Man kann halt nicht 'alles aber billig' haben.
- längere Öffnungszeiten = mehr Umsatz = falsch
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Ich plädiere ebenfalls für den Wegfall des Ladenschlußgesetzes.
Längere Öffnungszeiten müssen nicht zwangsläufig zu längerer Arbeitszeit führen, aber es wären wären sinnvollere Ladenöffnungszeiten möglich: der Lebensmittelhandel wie bisher; Möbel-, Küchen- und Kfz-Handel würden vielleicht später öffnen und dafür länger geöffnet haben. Ein Auto oder eine Einbauküche kauft man nicht zwischen 18 und 20 Uhr/innerhalb von zwei Stunden. Der Kauf dieser hochwertigen Konsumgüter konzentriert sich heute auf Samstage oder Urlaubstage.
Früher waren die Geschäfte an den "langen Samstagen und Donnerstagen" gut besucht. An den verkaufsoffenen Sonntagen - auch während der - WM gab es in den Geschäftsstraßen teilweise kein Durchkommen mehr. Bedarf scheint zu bestehen.
Das Ladenschlußgesetz stammt aus den 50er Jahren und ist überholt. Jeder Geschäftsmann sollte selbst entscheiden können, wann er sein Geschäft öffnet, was er ganz sicher auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten tut.
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Hi Erika,
an den "langen Donnerstagen und Samstagen", sowie an verkaufsoffenen Sonntagen war meiner Meinung nach kein Durchkommen mehr, weil es was besonderes war/ist.
Hätten wir dieses Angebot jeden Tag, würde es im Laufe der Zeit auch wieder ein sehr gutes "Durchkommen" sein...

LG
Tanja -
Und Püppi
wenn es so wäre, dass es im laufe der Zeit auch wieder ein sehr gutes "Durchkommen" gibt...
dann würden der Einzelhandel auch wieder freiwillig auf die Öffnungszeiten zurückkehren, wo es wirtschaftlich rentabel für den einzelenen ist.
Aber ist nicht jeder sein eigener Glückes Schmied...
sprich ist nicht der Unternehmer für seine Entscheidungen verantwortlich, warum muss sowas durch den Gesetzgeber reglementiert werden
Ich habe bis jetzt nur Vermutungen gehört, warum man keine längeren Öffnungszeiten haben will, aber ich habe bis jetzt keinen einzigen Grund gehört, warum sowas der Staat reglemntieren muss und nicht durch die frei Marktwirtschaft (wie überall anders auch) geregelt wird?
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Wenn Geschäfte bedarfsgerechtere Öffnungszeiten haben, wird es keine vereinzelten Anstürme mehr geben, klar, die Einkaufszeiten der Verbraucher werden sich entzerren und gleichmäßiger über die Woche verteilen. Das ist angnehmer für die Verkäufer/Innen und für den Käufer.
In meiner Nähe befinden sich mehrere Ladenzentren, die bis 20 Uhr geöffnet haben - die Geschäfte sind bis zum 20 Uhr sehr gut besucht, erst nach 20 Uhr, wenn auch die Cafés und Kneipen schließen, leert es sich langsam. Wäre länger geöffnet, blieben die Kunden länger.
Diese Debatten sind nach meiner Ansicht überflüssig: es könnte dann jeder öffnen, wann er will - niemand wird gezwungen, sein Geschäft länger geöffnet zu lassen.
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Püppi, meinst Du nicht auch, daß es Angestellte gibt, die ihre Wochenarbeitszeit anders verteilen würden, wenn sie könnten? Sie wären flexibler. Ihnen kämen geänderte Öffnungszeiten entgegen.
Viele Verkäufer/Innen arbeiten heute schon auf 400-Euro-Basis. Bestimmt gibt es viele, die gern abends ein paar Stunden arbeiten würden.
Arbeitszeitmodelle gäbe es dann viele. Mancher möchte vielleicht an drei Tagen 12 Stunden arbeiten und dann vier Tage frei haben. Hier sind dann wieder die Betriebe gefragt, die das in Abstimmung mit ihren Mitarbeitern regeln müssen.
Wie war das noch: der Kunde ist König...
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Natürlich wird es solche Leute geben Erika, aber es wird sicherlich auch viele geben, die ihre Arbeitszeiten nicht wirklich ändern möchten, aber leider dazu gezwungen werden.
Zwar kann man sich in anderen Berufen die Arbeitszeiten auch nicht aussuchen, doch ich denke auf den Schichtdienst umzusteigen wäre für viele von Nachteil.
Vielleicht kann sich hier ja auch mal jemand aus dem Einzelhandel zu Worte melden. Wäre doch interessant.
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Ich denke, dass eine Lockerung mehr zum Vorteil der Großkonzerne als zum Vorteil des kleinen Einzelhändlers genügt. Dem kleinen Händler wird es wenig nützen, wenn er am Samstagabend in der Innenstadt allein seinen Laden offen hält. Die Verlässlichkeit von Öffnungszeiten werden vermutlich nur die großen Einkaufscenter bieten können und somit sind nur sie für den Verbraucher interessant. Ob dies die Innenstädte belebt, wage ich zu bezweifeln. Solang das zurückhaltende Konsumverhalten anhält und sich der Umsatz nur "verteilt", werden sich die durch die Lockerung des Gesetzes entstehenden Kosten nur auf zwei Schultern verteilen: Auf die der Verbraucher- durch höhere Preise, und auf die der Angestellten- durch längere Arbeitszeiten. Und in kleinen Betrieben heisst das vor allem- Überstunden !
Ich kann durchaus einigen Argumenten für die Lockerung des Gesetzes etwas abgewinnen, halte aber die viel beschworenen Erfolge derzeit für unrealistisch.
Grüße und allen eine gute Nacht
EffiPüppi@ Ich habe bis letzes Jahr auch vor den Toren HH, in Schenefeld gewohnt. Das Stadtzentrum und das Elbe-Center sind mir daher bestens bekannt. Grüß mir meine Traumstadt und langjährige Wahlheimat!
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"Püppi" wrote:
@woodstöckchen:Du schreibst, "nicht jeder weiß im Vorraus ob er in Schichten arbeiten muss." Das meine ich ja, denn so gehts dann den Verkäuferinnen. Ich habe ja die Berufsgruppen die ich meinte beschrieben, wie z.B. Krankenschwestern, Polizisten, Feuerwehr, die wissen das ja wohl im Vorraus, oder nicht??
Ich meinte, dass die Leute im Einzelhandel unter anderen Vorraussetzungen diesen Beruf ergriffen haben. Nämlich deshalb, weil sie dort ebenKEINEN Schichtdienst haben.
Du hast also kein Mitleid mit den Fabrikarbeitern, die bis in die Nacht hinein arbeiten müssen? (Hörte sich jedenfalls so an). Ich schon...
Hallo Püppi.
Da hattest du wohl etwas mißverstanden.
Das was ich im vorigem Beitrag beschrieben hatte,sind alles Beispiele,da ich es selber erlebe.
Ich arbeite selber in einer Fabrik,Schichtdienst
Und da sagt auch keiner"Die armen müssen Schichtdienst machen.." ...usw.
Die Mitarbeiter,die schon länger da sind hatten Anfangs auch nur eine Arbeitszeit gehabt,später ging das dann auf Schicht.
Das meinte ich mit dem Bezug auf den Satz:"Man weiß es ja vorher...."
Ok,bei Feuerwehrmann usw weiss man es.
Aber es gibt eben auch andere Berufe/Arbeiten,wo man es nicht vorher weiß,also nicht nur die Verkäufer.
Und das von Verkäufern(nicht von allen,aber einige schon) auch kein "Mitleid" für andere da ist,hört man oft genug in Interviews oder liest es in der Zeitung.Wenn sie auf längere Öffnungzeiten angesprochen werden:
"Ja WIR stehen schon lange genug den Tag im Laden,WIR haben schon genug arbeit,WIR müssen Samstag arbeiten.." usw...
Weißt du wie ich es meine,als ob sie die einzigsten wären,die das machen müßten.Andere müssen auch... -
@ Woodstöckchen
Wer arbeitet den bitte schön in Fabriken im Schichtdienst und wer als Verkäufer im Einzelhandel ?
Sind es nicht über 90% Frauen im Einzelhandel?
Und was haben viele Frauen ?Kinder, richtig....
Und wer betreut diese Kinder in der Nachtschicht, an Samstagen, wenn Kindergarten/Schule nicht geöffnet sind ?
Da hakt es dann schon im Getriebe, nicht jeder hat eine Oma und einen Babysitter braucht man dafür auch nicht, da man ansonsten gar nicht mehr arbeiten muss, weil die Kinderbetreuungskosten den Lohn auffressen werden !Vielleicht sollte man darüber mal nachdenken.
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Schaut mal hier.
NRW spielt den Vorreiter in Sachen Öffnung Ladenschluß. Erst müssen noch die kommunalen Spitzenverbände gefragt werden, dann wird über die Gesetzesvorlage am 13.09. abgestimmt.
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"Chiara Saluta" wrote:
@ WoodstöckchenWer arbeitet den bitte schön in Fabriken im Schichtdienst und wer als Verkäufer im Einzelhandel ?
Sind es nicht über 90% Frauen im Einzelhandel?
Und was haben viele Frauen ?Kinder, richtig....
Und wer betreut diese Kinder in der Nachtschicht, an Samstagen, wenn Kindergarten/Schule nicht geöffnet sind ?
Da hakt es dann schon im Getriebe, nicht jeder hat eine Oma und einen Babysitter braucht man dafür auch nicht, da man ansonsten gar nicht mehr arbeiten muss, weil die Kinderbetreuungskosten den Lohn auffressen werden !Vielleicht sollte man darüber mal nachdenken.
Was hat das denn jetzt wieder mit Kindern zu tun?Das Kind gehört ja nicht nur der Frau ,sondern beiden Elternteilen.Und wenn Verkäuferinnen bis abends 20 Uhr im Laden stehen,ist auch kein Kindergarten o.ä mehr geöffnet.Und Samstags ja wohl auch nicht.
Wer passt denn da auf???
Und in Fabriken arbeiten auch genug Frauen ín Schicht mit Kindern.
Dann muß der Mann halt auch mal aufpassen.Soll es jetzt nur keine verlängerten Öffnungszeiten geben,weil Fraunen Kinder haben oder was?Ob man das mit der Arbeitszeit geregelt bekommt,überlegt man sich bevor man mal eben ein Kind in die Welt setzt.Also nicht wieder die Kinder vorschieben,damit man keine Schicht machen braucht. -
Woody, das sehe ich auch so!
Nicht alle Frauen haben Kinder, und wenn doch, so werden diese auch mal groß. Gerade Mütter, um die den ganzen Tag Kleinkinder herumwuseln, möchten abends vielleicht einige Stunden arbeiten, einfach mal raus. Dann ist der Herr Papa zu Hause, der sich um die Betreuung der Kinder kümmern kann.
In Hessen soll das Ladenschlußgesetz bis Ende des Jahres ebenfalls modifiziert werden: es wird dann Ladenöffnungsgesetz heißen, die Öffnungszeiten sollen an Werktagen freigegeben werden.
Wo liegt eigentlich das Problem? Unternehmer, Arbeitnehmer, Familien haben durch die gewonnene Flexibilität erhebliche Vorteile.
Es wirkt ein bißchen so, als käme das Contra ausschließlich von Arbeitnehmern, die an ihrer Arbeitszeit von 8-17 h festhalten wollen.
Was sie letztendlich ja auch können, dies zu regeln, ist eine Angelegenheit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. -
"Erika1" wrote:
Woody, das sehe ich auch so!Nicht alle Frauen haben Kinder, und wenn doch, so werden diese auch mal groß. Gerade Mütter, um die den ganzen Tag Kleinkinder herumwuseln, möchten abends vielleicht einige Stunden arbeiten, einfach mal raus. Dann ist der Herr Papa zu Hause, der sich um die Betreuung der Kinder kümmern kann.
Danke Erika für diese Phrase.....
natürlich werden Sie mal gross, und ja auch Väter können sich in der Erziehung profilieren.
Die Frage bei Eurem Model ( Mutter/ Vater in getrennten Schichten) ist nur, wann sehen sie sich noch
Stellt euch doch mal vor, wie es bei euch wäre; Ihr würdet euren PartnerIn nur noch auf dem Absatz erwischen, findet ihr das toll

Gut, einige wünschen dass vielleicht, aber im Normalfall hat man dann keinerlei Beziehung mehr, sondern nur noch eine Wohngemeinschaft in der man sich nicht mehr sieht.
Macht sich auch nicht wirklich gut in der Erziehung.Ich glaube, die einzigen die das späte einkaufen richtig gut finden werden, sind die, die keinerlei Verpflichtungen haben ( Singles ), können Sie doch so Ihre * Langeweile* gut überbrücken, und wenn sie mal jemanden zu Quatschen wollen, dann Fragen sie einfach einen Verkäufer nach diesem und jenem und bringen so noch einen Schwank aus Ihrem leben unter, wie es Tante Klärchen geht usw. und schon ist der Abend gerettet, oder

Gekauft wird natürlich nix, da man ja nicht jeden Tag Geld ausgeben kann, aber schön ist es schon, so allein um 23.00 im Shopping Center und die verkäufer haben ja eh nichts zu tun um diese Uhrzeit, da sind die bestimmt froh, dass ich sie für 30min entertaint habe..........

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Chiara, es gibt eben (um mal kurz soweit vom Thema abzuweichen) bestimmte Dinge, die man bei einer Familienplanung u.U. mit einbeziehen muß.
Deiner Meinung nach dürften(?)/könnten(?) dann also Krankenschwestern, Ärztinnen, Fabrikarbeiterinnen, Taxifahrerinnen u.v.m. keine Kinder mehr bekommen

Übrigens, ich bin Büromensch - meine Freundin ebenfalls ... von "9 to 5 - Jobs" sind wir trotzdem meilenweit entfernt - "uns" fragt auch niemand, ob es uns gefällt über diverse Wochenenden auf Messen oder sonstigen Geschäftsterminen zu verweilen...oder teils bis spät in die Nacht Klienten zu "verarzten" (die größtenteils berufstätig und deswegen froh und dankbar sind, so spät noch Termine wahrnehmen zu können).
Ob das immer(!) sinnvoll ist - ich weiß es nicht, aber es hilft diesen Menschen, ist eine Serviceleistung und sichert letztlich Arbeitsplätze.
Nein, nein, das ist mal wieder ein typisches Beispiel "deutscher"(?) Mentalität - ich will alles nur für mich...und wehe, mir nimmt irgendjemand etwas weg!
Und nochmal:
Niemand will Unternehmen zwingen, länger geöffnet zu haben und alleine aus Kostengründen werden diese sich ganz genau überlegen, wo, wann und wie das Sinn macht...es geht einzig um die Möglichkeit!
Sinn macht z.B. ein alldaylong in Bezug auf Lebensmittelläden ganz sicher in unmittelbarer Nähe des von mir vorher benannten großen Chemiewerks einer Stadt am Rhein, ganz sicher aber nicht in der Innenstadt derselben City.
