Auswandern?
-
winnie1178 wrote:
Alles ein wenig pauschal, diese Sprüche von diesem "Chef", und, mit Verlaub, auch von dir, Bernat.Pauschal? Pauschal sind Bemerkungen die lediglich mit anderen Worten das wiederholen was andere hier schon geschrieben haben.
Eine Sache ist 'Theorie', die andere Erfahrung 'am eigenen Körper'.
In Spanien haben wir - im Prinzip - die selben Arbeitszeiten wie in Deutschland, ergo, wir arbeiten hier nicht 'länger' oder 'mehr' (hat auch wohl keiner der 'Vorschreiber' behauptet)?
Was - hingegen - die 'Sprüche des pauschalen Chefs' besagen ist: "Die Leute, die in Deutschland Erfolg haben, haben auf Mallorca ebenfalls Erfolg. Diejenigen, die in Deutschland keinen haben, haben ihn auf Mallorca auch nicht."
bzw. "In Spanien muss man doppelt so viel arbeiten wie in Deutschland für das halbe Gehalt", was für jemanden der 'gut verstehen' kann so viel bedeutet wie: das Verhältnis zwischen geleisteter Arbeit und erhaltenem Gehalt steht in Spanien in keinem Vergleich zu Deutschland.
Ich glaube unsere Aussagen (Deine und meine) sind - wie die Engländer sagen würden - 'self explanatory'.
Ich kann Dir nur viel Glück und Erfolg als 'hochqualifiziertes Personal' in der Schweiz wünschen - nach Abschluss des Studiums natürlich. Hier in Spanien wärst Du zumindest der 'Einäugige unter den Blinden' (wie ich?), müsstest dann aber gezwungenermassen die Sprache lernen.
-
Bernat, versteh mich nicht falsch, nur wir Deutschen allgemein haben ja immer dieses Gen, welches uns auf irgendwelche seltsame Art und Weise immer und zu jeder Zeit ein Pauschalurteil über alle Sachverhalte zustehen läßt.
Jetzt reden eben alle übers Thema "Auswandern" mit, und dazu findet man immer irgendwelche "Experten", die ein 100 prozentiges Urteil sofort parat haben. Diese Pauschalisierung dabei habe ich kritisiert.
Natürlich kann auch auf Mallorca z.B. ein Handwerker, der trotz guter Fachkompetenz dank Billiglöhner aus Osteuropa aus dem deutschen Markt gedrängt wurde, Erfolg haben. Er kann aber auch scheitern.
Ein LKW-Fahrer kann in Kanada glücklich werden, während er in D unglücklich war.
Eine Krankenschwester findet in der CH Arbeitsbedingungen, welche in D so vielleicht nicht zu finden sind.
Wir Deutschen sind ja im Ausland oft nicht sonderlich gern gesehen, was sicher auch mit unserer Art zu tun hat, ständig über andere zu urteilen und alles besser zu wissen. Ich finde, da ist was richtiges dran.
-
Du bist der Meinung, daß wir Deutschen zu Pauschalurteilen neigen - und gehst da gleich frohen Mutes voran. Wie kommst Du denn zu der Annahme, daß wir Deutschen im Ausland nicht sonderlich gerne gesehen sind?
Mein Mann ist beruflich nur im Ausland unterwegs und liebt es, immer neuen Herausforderungen und vor allem nationalen Empfindlichkeiten zu trotzen. Und wenn du das eine Weile machst, ist es plötzlich gar nicht mehr so schlecht, in Deutschland zu leben - man lernt gewisse deutsche Tugenden wieder zu schätzen. Seit einem Jahr ist er in Argentinien und ich glaube nicht, das seine argentinischen Kollegen ihn als "Besserwisser" ansehen, sondern froh sind von seinem Wissen zu profitieren und zu lernen. Am Arbeitsplatz ist er absolut akzeptiert, Spanisch hat er in diesem Jahr super gut gelernt, aber trotzdem ist es nicht so einfach auch privat Kontakt zu Argentiniern zu bekommen-zumindest dort wo er lebt, sind die Menschen ziemlich reserviert.
Es ist eine Sache beruflich im Ausland Fuß zu fassen, die andere ist es dort Freunde und nicht nur Bekannte zu finden. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb sich dann wieder Deutsche zu Deutschen gesellen - man bekommt einfacher Kontakt..
Ganz andere Erfahrungen haben wir z.B.in Schweden und Brasilien gemacht - hier ist es uns gelungen, auch privat liebe Menschen kennenzulernen - und dort kam dann auch eher der Gedanken auf - sollen wir nicht doch vielleicht hier bleiben?
Trotzdem haben wir uns für die Variante - wir bleiben in Deutschland und schauen uns den Rest der WElt Stück für Stück an. Falls wir im Alter (ist nicht mehr so lange) noch halbwegs gesund sind, wollen wir zumindest "Teilzeitaussteiger" werden - aber ohne festes Ziel, sondern immer nur für eine Saison, da es so viele schöne Ecken in der Welt gibt.
Und für alle, die meinen, nur in Deutschland gäbe es Bürokratie - oh nein-es geht noch viel, viel schlimmer!!!!
Liebe Grüße
Andrea -
Dann geh mal in die Schweiz ;=)
Gruß
-
-
Nein, die Blick meide ich genauso wie die Bild und inzwischen den Großteil deutscher Presse.

Aber auch die NZZ und seriöse Medien thematisieren das zwiespältige Verhältnis oft genug, und viele eigene Erfahrungen legen schon den Schluss zu, dass da noch viel Völkerverständigung nötig ist.
-
Die Schweizer sind halt sehr nationalistisch - ich habe über zwei Jahre dort gelebt und wurde nicht verbal angegriffen

Und ganz im ernst - wie sieht denn unser Verhältnis zu den Holländern, Briten usw. aus? In der Presse wird gezetert was das Zeug hält, aber im realen Leben vertragen wir uns doch ganz gut.
Ich habe mich schon öfter für das Verhalten meiner Landsleute im Ausland geschämt - aber wenn du dich darüber mit Menschen aus anderen Ländern unterhältst, passiert denen das auch.
LG
Andrea -
winnie1178 wrote:
Wir Deutschen sind ja im Ausland oft nicht sonderlich gern gesehen, was sicher auch mit unserer Art zu tun hat, ständig über andere zu urteilen und alles besser zu wissen. Ich finde, da ist was richtiges dran.Da geb ich dir Recht
Ich bin ausgewandert weil ich die Schn*** voll hatte in Deutschland vorallem wegen den Menschen. sorry Die Lebensqualität is NULL und es wird IMMER WEGEN JEDEM SCHEI** AUF HOHEM NIVEAU GEJAMMERT! Schade eigentlich da Deutschland ja ein tolles land ist aber dieses gejammer an jeder ecke
das war einfach nicht mehr auszuhalten! Dabei wissen viele nicht wie gut sie's doch in Good old Germany haben 
-
Da ihr ja alle auf der vorigen Seite so recht habt und ich nicht auch noch Pauschalen anhängen will, sag ich einfach nichts mehr dazu.
Doch eines vielleicht noch, kaum Gründe zu jammern, kein Grund sich für jemanden zu schämen. Pauschal gesagt: schämen solltestest du dich nur für dich selber, wenn überhaupt.
LG Ginus
-
Bernat wrote:
Gott sie Dank muss ich nichts kaufen ... wie Du sagst, die Preise für 'normale' Immobilien auf der Inderl kann man inzwischen wirklich 'abhaken', letztlich auch 'Dank unserer Landsleute' (unter anderen natürlich, aber vorrangig), die es auch für die Einheimischen unmöglich gemacht haben eine Eigentumswohnung zu erstehen.....Das Argument liebe ich ja - das haben die Franzosen an der Côte d'Azur, wo ich gewohnt habe, auch immer gern gebracht: "Die Engländer haben die Preise so nach oben getrieben, daß es jetzt für uns unbezahlbar ist". Aber daß die Engländer ja nur den Preis gezahlt haben, die die (habgierigen?) Einheimischen verlangt haben und somit das Problem hausgemacht ist, wurde gern vergessen

Für's Protokoll, ich habe jahrelang im Ausland gelebt, die meiste Zeit in Frankreich, aber auch in Südkorea und auf den Philippinen. Wer sich bemüht, die Sprache so schnell wie möglich zu erlenen und sich den örtlichen Begebenheiten anzupassen, der wird sich auch überall wohl fühlen und sesshaft werden können.
Uns ging es im Ausland gut, wir hatten einheimische Bekannte/Freunde und auch beruflich lief alles gut. Doch nach der Geburt des Kindes sind wir dann doch wieder zurückgekommen.
-
miss_varna wrote:
Das Argument liebe ich ja - das haben die Franzosen an der Côte d'Azur, wo ich gewohnt habe, auch immer gern gebracht: "Die Engländer haben die Preise so nach oben getrieben, daß es jetzt für uns unbezahlbar ist".Ist schon klar. "FÜR JEDEN AUSLÄNDISCHEN KÄUFER EIN EINHEIMISCHER VERKÄUFER". Solltest mal das Buch 'Meine geliebten Mallorquiner' lesen (falls Du das noch nicht gelesen hast), von einem auf Mallorca ansässigen 'Festlandspanier' mit viel Humor und Ironie geschrieben.
Hier wird gut erklärt wie die Mallorquiner den Verkaufpreis ihres Eigentums argumentieren: Das fängt mit "ich will ja gar nicht verkaufen" an, geht mit "der letzte Interessent hat mir ein Appartement in Alicante und € 200.000 geboten" weiter, und hört mit der Frage ".. und was würden Sie bezahlen wenn ich bereit wäre das Grundstück zu verkaufen?" auf.
Auf diese oder ähnliche Art - wesentlich herkömmlicher als angenommen - bietet dann ein ausländischer "(Neu-) Reicher" mehr als der verkaufende Einheimische erwartet hat ... und hilft somit 'fleissig' zur Preissteigerung bei. Fragt einfach einmal jemanden - Ausländer natürlich - der Eigentum auf Mallorca gekauft hat.
Auf eine ganz simple Formel reduziert: wenn nicht so viele Ausländer Immobilien auf der Insel erworben hätten (unter anderen ca. 30.000 Deutsche) wären die Preise bestimmt nicht auf dem Niveau auf dem sie heute sind.
-
Auch wir haben.. angeregt von der momentan laufenden Serien im Fernseh schon mal über das Auswandern nachgedacht..
Der deutsche Staat macht versucht ja momentan vieles, einem die Entscheidung auszuwandern leichter zu machen
Wirklich ALLE Zelte in Deutschland abbrechen wollte ich für mich allerdings nicht. Die Familie, Freunde und die gewohnte Umgebung würden mir schon sehr fehlen.. Sonst allerdings nicht unbedingt viel..
Wir wollen, wenn wir älter sind pendeln.. Zum Beispiel auf Teneriffa einen schönen Bungalow kaufen und den Winter dort... den Sommer hier in Deutschland verbringen.. So kann man aus beiden Orten das Beste rausziehen

Gruss Kai
-
Ja.. das mit der Rente wird wohl nix.. da muss man selbst vorsorgen.. :?
Wobei wir mal wieder beim Thema Deutschland sind.. der Staat als Melker der Nation..Also doch nix wie weg ???
Ich denke ich bleibe bei meiner Lösung und versuche diese so früh wie möglich umzusetzen..
Gruss Kai
-
@ Bernat: Womit du sehr recht hast - ich habe bereits selbst 2 Jahre in Spanien gelebt und kann nur sagen, dass man dort schon sehr aufpassen muss.
Besonders auf die Polizei - denn die glaubt einem dort noch nicht einmal, dass man als Deutscher zwingend Haftpflicht versichert ist und lässt einem das Auto auch beim kleinsten Unfall auf eigene Kosten abschleppen, wenn man nicht sofort den grünen Zettel vorzeigt.
Ausserdem werden ausländische Wagen in Parkzonen bevorzugt abgeschleppt - wir hatten es sogar selbst schon 2 mal beobachtet!! Soviel nur als Ansatz zum Thema "melken" und Spanien.
Ansonsten nur EIN Rat an alle Auswanderer, und zwar an diejenigen, welche in Spanien arbeiten wollen: Ihr müsst die Sprache beherrschen!!! Sonst habt ihr meiner Erfahrung nach keine Chance.
-
Eben, genau auch meine Meinung... Wer was kann und Motivation mitbringt, der kann es im Ausland natürlich nochmal versuchen, auch wenn er aus irgendeinem Grund in D nicht vom Fleck kommt. Die Sprache ist das A und O, dazu die Anpassungsfähigkeit, der Fleiss, ... Und ich habe nur kritisiert, dass es irgendwie typisch ist wenn dann gleich wieder "Besserwisser" auf der Matte stehen, die so oder so pauschal sich ein Urteil erlauben ("wenn man es nicht so macht wie ich, wird es eh nie gut gehen, etc.).
Sind wir doch mal ehrlich: Wer hier in D gefestigt ist, einen sicheren Job hat, als Beamter, im öffentlichen Dienst, als erfolgreicher Unternehmer, der hat kaum eine Neigung, einfach mal abzuhauen. Der kann in jedem Land super leben, und D ist ja auch ein schönes Land, zweifellos. Wenn ich ins Ausland gehen würde, dann nicht weil ich D so furchtbar finde, sondern weil ich ein anderes Land lieben würde und dort Chancen für mich sehen würde.
Natürlich gibt es Abenteurerer, die gab es schon immer. Der Massensport "Auswanderung" ist für die BRD aber ein neues Phänomen.
-
Zitat winni1178:
Wenn ich ins Ausland gehen würde, dann nicht weil ich D so furchtbar finde, sondern weil ich ein anderes Land lieben würde und dort Chancen für mich sehen würde.Das würde ich auch so unterschreiben!
Und dann sollte man die "Rückwanderer" nicht vergessen: alleine in dem einen Jahr in Argentinien haben wir viele kennengelernt, die lieber heute als morgen zurück nach Deutschland gehen würden, es sich aber finanziell nicht leisten können - ihr Einkommen in Argentinien reicht kaum zum Überleben und zur Reise nach Deutschland schon gar nicht. Schuld an dieser Misere sind wirklich oft die falschen Infos und (oder) Freunde, die fehlenden Sprachkenntnisse und kein finanzieller Rückhalt für die Anfangszeit.
Es ist wirklich manchmal hart mit anzusehen, in welch ausweglose Situation sich da so mancher manövriert hat - es geht ja noch, wenn es sich um Einzelpersonen handelt, aber oft sind es ja Familien mit Kindern.
LG
Andrea -
Stimmt, man sieht ja oft erst was man hatte, wenn man es nicht mehr hat, Andrea.
Aber der Punkt mit den schlechtgelaunten Mitbürger hierzulande ist nicht von der Hand zu weisen. Manchmal berechtigt, manchmal auch nicht. Die Zeiten in D sind ohne Zweifel härter und problematischer geworden, da sagen sich bestmmt viele: Die fetten Jahre sind vorbei, jetzt ist es schwerer geworden, zu Wohlstand zu kommen: Warum also nicht das Glück in Spanien, Italien oder USA suchen?
Als ich vor 10 Jahren das erste Mal in Spanien Urlaub machte, war Spanien für mich immer noch so etwas wie ein Entwicklungsland, zumindest gegenüber der starken Bundesrepublik. Es hat sich dort für reiche (oder auch nur ganz normale) Deutsche besser leben lassen als heute, die Menschen war freundlicher, die Preise niedriger.
Heute sind beide Länder auf Augenhöhe, Deutschland hat mit die höchste Arbeitslosenzahl in Europa, ein nur noch durchschnittliches Sozialsystem, kommt bei der Bildung nicht mehr so richtig in die Gänge, baut fast nur noch neue Beschäftigung bei Billiglöhnern, Leiharbeitern und Zeitverträgen auf.
Working poor kennen zwar auch die Spanier zu genüge, aber in D ist das inzwischen auch für viele nichts mehr unbekanntes. Da sind eben viele, die das "bessere D" noch kennen, enttäuscht - und manche schlagen die Flucht nach vorne ein. Manchmal etwas naiv, manchmal auch aussichtslos. Aber so zu kämpfen, ist in meinen Augen auf jeden Fall besser als sich hier ins soziale Netz fallen zu lassen und genau zu wissen: Da kommst du in D nicht mehr so schnell heraus.
Es spielt also vor allem eine Rolle, mit welchem Bewusstsein sich heute jüngere Menschen fürs Auswandern entscheiden. So auswandern, wie die Generation zuvor, wo das im Leben gut verdiente Geld als Willkommensgruß reichte, geht bei den nachfolgenden Generationen nicht mehr.
das ist jetzt aber wirklich pauschal - oder hast du zuviel Blick gelesen?