Mecker-Ecke / Speakers Corner
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Es gibt durchaus sachverständige Leute die ausgerechnet haben, das 5 Tage völliger(!) Boykott der Mineralöl-Konzerne verherrende Folgen für diese haben würde - leider aber dadurch auch für unsere Gesamtwirtschaft!
Und, Deutschland ist leider weder geistig noch sozial in der Lage zu einem umfassenden Generalstreik!
Generalstreik, weil die waren Schuldigen sitzen nicht alleine an der Spitze der Mineralölkonzerne, sondern in den Gremien, die Steuern auf Mineralöl- und Mineralölprodukte erheben.
Andererseits, wohin entwickelt sich v.a. das soziale Deutschland ohne entsprechende Steuereinnahmen.
Wer hier etwas fordert, dem sollte klar sein, das dies alles auch eine Menge Kostet - und letztlich durch Steuern bezahlt und finanziert wird!
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Marcus, nach spätestens 5 Tagen würde es sie interessieren - dann wären sie nämlich in Deutschland fast handlungsunfähig!
Aber jedem, der billigen Sprit fordert, sollte klar sein, das dies nur über 2 Wege geht.
Entweder die Mineralölkonzern verzichten auf einen Teil ihres Gewinns - dies hätte aber sehr schnell Auswirkungen auch auf "unser Geld", da viel Sparanlagen und Fonds (von Aktien etc. einmal ganz zu schweigen) sehr stark an eben diesen Industriezweig gebunden sind...
...oder der Staat verzichtet auf gewisse Steuereinnahmen - dann sollte aber auch jedem klar sein, das er auf viele Dinge (die bisher selbstverständlich sind) im sozialen Netz zukünftig verzichten muß.
Genau durch den großen Posten der Steuereinnahmen in Sachen Mineralöl werden z.Z. nämlich a) die Renten und b) die Komunen (mit)finanziert!
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Ja, das ist richtig - und wie gesagt:
Bei einem Boykott schaden wir nicht nur den Mineralölkonzernen, sondern letztlich auf vielfältigen Wegen auch uns selbst.
Das ganze ist ein geschlossenes System!
Edit: Ich denke, Tank wäre besser als Silo
nichts für ungut -
@mabysc
ja ich meinte bzw. in dem Brief wurde geschrieben, dass die gesamten großen u. teuren Tankstellenketten gemeint sind, wenn die Bevölkerung nicht mehr dort tanken würde. Wie sich dies verhält, keine Ahnung. Letztendlich ist es aber auch eine Frechheit des Staates, dass pro Liter Benzin eine Steuer von über 80 Cent erhoben wird.
LG -
Silo ist auch nicht so ganz verkehrt bei dem Trend, Lebensmittel (Getreide u.ä.) zu Sprit zu verarbeiten.

Neben der steigenden Nachfrage für Erdöl in Asien (China und Indien) ist nun mal Fakt, dass seit 10 Jahren politisch gewollte Zuschläge (Ökosteuer), Energie sehr teuer machen.
Es zeichnen sich so langsam Tendenzen zu möglichen politischen Mehrheitsverhältnisssen ab, die dem sicher nicht entgegenwirken werden.
Als Beispiel dazu auch eine, von manchen bereits lange geforderte Besteuerung von Flugbenzin.

Na liebe HC Forum-User und Urlaubsbucher, was meint Ihr so dazu?
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Carsten, bei den 80 Cent hast Du noch die bei einem Literpreis von EUR 1,50 zusätzlichen 14% Mwst. = 24 Cent vergessen.
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Carsten ich habe keine Ahnung, frag mal Lafontaine.

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Ja, berhard - in eben diese Richtung habe ich auch gedacht und es mit meinen Beiträgen angedeutet.
Klar kann man auf Steuern verzichten (teilweise oder ganz) oder sie umverteilen (z.B. geringere Mineralölsteuer auf KFZ-Treibstoff - dafür aber entsprechende Anhebung von Kerosin - das macht dann bei Urlaubsreisen zwischen 10 und bis zu 50% mehr!!!...darüber sollte sich auch jeder im klaren sein!) - nur, über die "Folgen" vielfältigster Art sollte sich dann eben auch jeder im klaren sein!
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Carsten, 14% war natürlich ein Tipfehler! Zusätzlich bezog sich auf Deine 80 Cent. Bei EUR 1,50 includierte 19% Mwst = 24 Cent, die zu Deinen 80 Cent dazu kommen.
Wer macht also den echten Reibach am Sprit?

Edit: Mit 14% Mwst. wars damals irgendwie schöner.

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Wie hoch ist der Steueranteil am Benzinpreis?
Auf jeden Liter Benzin, gleich welcher Sorte, lastet eine Mineralölsteuer von 65,45 cent/Liter. Bei Diesel sind es 47,04. Diese Beträge schließen die sogenannte Ökosteuer mit ein, und zwar in Höhe von 15 cent/Liter bei beiden Kraftstoffarten.
Einen besonderen Schachzug hat sich der Finanzminister bei der Mehrwertsteuer einfallen lassen: Nominal beträgt die Mehrwertsteuer zwar auch nur 19 Prozent, wie bei allen anderen Produkten. Das wären bei einem Produktpreis von 50 Cent für den Kraftstoff rund 9,5 Cent/Liter. Dies reicht dem Finanzminister jedoch nicht. Als Berechnungsgrundlage für die Mehrwertsteuer wird bei Kraftstoffen nicht nur der reine Warenwert ohne Mineralölsteuer genommen, sondern der Produktpreis zuzüglich der Mineralölsteuer. Das bedeutet, dass in diesem Beispiel die Berechnungsgrundlage für die Mehrwertsteuer bei Benzin 115,45 Cent/Liter angehoben wird. Das ergibt 21,9 Cent/Liter, und damit mehr als das Doppelte des Mehrwertsteuerbetrages, der sich ohne diesen Berechnungstrick ergeben würde. Im angeführten Rechenbeispiel beträgt die Gesamt-Steuerbelastung damit gut 87 Cent/Liter.
Wenn der Preis für den Kraftstoff über 50 Cent/Liter steigt, erhöht sich automatisch auch die Mehrwertsteuersumme. Aus diesem Grunde ist kein starrer Betrag für den fiskalischen Anteil am Benzinpreis anzugeben, er steigt und fällt mit der Höhe des Mehrwertsteuerbetrages. Festzuhalten bleibt, dass der Mehrwertsteuerbetrag mehr als doppelt so hoch ist, weil er auch auf die Mineralölsteuer berechnet wird. Bei Kraftstoffen ist daher die Mehrwertsteuer überwiegend eine Steuer auf eine Steuer.
Schließlich kommt auf den so errechneten Steuerbetrag noch die Erdölbevorratungsabgabe in Höhe von 0,46 Cent/Liter bei Ottokraftstoffen und von 0,39 Cent/Liter bei Diesel hinzu. Diese Abgabe dient zur Finanzierung des nationalen Bevorratungssystems, das im europäischen Rahmen sicherstellen soll, dass zu jedem Zeitpunkt in jedem europäischen Land mindestens Mineralölprodukte für 90 Tage vorgehalten werden. Damit erhöht sich die gesamte fiskalische Belastung bei Mineralölprodukten auf rund 88 Cent/Liter.Quelle ESSO Deutschland
Ist schon richtig kräftig was der Staat beim Sprittpreis einnimmt.
Der Staat hat doch hiermit kein Intresse an günstiger Energie. -
Kompliment, diesen Link habe ich vergeblich gesucht!

Ansonsten, genau meine Rede.
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Yep,
ist damit wirklich gut und anschaulich erklärt - und richtig: Der Staat hat kein wirkliches Interesse an günstigem Sprit...
...allerdings sollten wir uns umgekehrt auch die Frage stellen, ob wir(!!!) wirklich(!!!) ein Interesse an günstigem Sprit haben!
Nochmal:
Mit diesen Steuereinnahmen wird unglaublich viel (z.B. ein Teil der Renten, das "Überleben" der Kommunen u.v.m.) finanziert. Fallen die Einnahmen aus der Mineralölsteuer auch nur teilweise weg, kann sich jeder die Folgen ausmalen! -
@holginho
trotzdem hat irgendwo alles seine Grenzen. Das Überleben der Kommunen ist zur einen Seite ganz richtig, aber auf der anderen Seite werden täglich Steuergelder verschleudert, die man hätte sinnvoller einsetzen können. Darüber zu diskutieren ist sicherlich zu mühselig, aber dies auf dem Rücken des armen kleinen Steuerzahlers auszulasten wie in diesen Fällen ist sicherlich nicht die richtige Methode. Unsere großen Herren interessiert das recht wenig, die können dies ohnehin absetzen, wenn sie umher gefahren werden. Ich finde: Irgendwann muß auch mal gut sein! -
Jepp, diese Berechnung ist mir bekannt. Mit jedem Anstieg des Barrel-Preises profitiert der Staat: Sprit plus Mineralölsteuer zuzüglich Mehrwertsteuer steigen ins Unermessliche.
Mineralölsteuer senken? Das geht nicht, denn die wird ja dazu genutzt, die Rentenkassen zu unterstützen. Uns wird die Hucke vollgelogen: es gibt in Deutschland keine zweckgebundene Steuer. Alles fließt in einen Topf - aus dem letztendlich auch die Diäten bezahlt werden. Es liegt allein im Ermessen des Staates, wofür Steuergelder ausgegeben werden.
Den Spritpreis zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer - damit hätte wohl niemand ein Problem, da wären wir vielleicht bei 60 Cent.
Ach ja - natürlich habe ich ein Interesse an günstigem Sprit. Aber wenn die Rapsfelder blühen, stellt sich mir schon die Frage, was ans Vieh verfüttert wird, wenn der Raps zu Biosprit verarbeitet wird. Weizen, Roggen, Hafer, Gerste???
Und was essen wir Menschen, wenn alles Getreide/alles Grünzeug versprittet wird?
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"Unsere großen Herren interessiert das recht wenig, die können dies ohnehin absetzen, wenn sie umher gefahren werden."
Carsten, wenn Du damit die Herren (und Damen) Staats- Landes- oder Kommunalbedienstete oder auch Unternehmensmanager meinst, setzen sie es nicht von der Steuer ab, sondern es ist Bestandteil ihre Status, teils auch aus Sicherheitsgründen.
Wenn Du selbstständige Firmeninhaber meinst, bringen sie ihre Fahrtkosten, auch wenn sie selber fahren wie ich, natürlich als Faktor ein. So zum Spass fährt da kaum einer mit dem Geschäftswagen über die Autobahn.
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@bernhard707
genau die Damen u. Herren Staats- Landes- oder Komunalbedienstete meinte ich. Sicherlich ist es Bestandteil Ihres Status. Jedoch habe ich das Gefühl, daß die Realität verloren geht, da sie es selbst nicht bezahlen müssen.
Wie meintest Du aus Sicherheitsgründen? -
Sicherheitsgründe?
Die Kanzlerin, der Innenminister z.Bsp., und auch Herr Ackermann fahren wohl kaum in einem Serien VW Golf selbst zur Arbeit.

Aber auch der gepanzerte 450-er hat Alfred Herrhausen 1989 nichts geholfen.
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@bernhard707
das ist mir schon klar. Ich habe nur nicht so ganz verstanden, in welchem Bezug der Spritpreis zur Sicherheit gemeint war.