200 Tote bei Flugzeugabsturz in Sao Paulo
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Das Unglück macht betroffen, aber am Fliegen ändert es bei mir nichts.
Das ungute Gefühl vor und beim Flug, gerade auf so eine Katastrophe hin, bleibt immer. Fliegerei ist immer mit ein wenig Risiko behaftet, sonst würde es derartige Unfälle nicht geben.
Man kann nur hoffen, dass derartige Unfälle weiterhin Seltenheit bleiben.
Und mal sehen, was die Usache für diesen Unfall war.
LG -
molly41 wrote:
Hallo Leute,Auf Sao Paulos Flughafen Congonhas schlittert ein Airbus über die Landebahn hinaus und knallt in ein Treibstoffdepot. Die brasilianischen Behörden tragen offenbar Mitschuld an der Katastrophe.
Wollte mal wissen wie Ihr als Vielflieger über so eine Katastrophe denkt?
Macht Euch dies Betroffen, oder seit Ihr eher cool und denkt, solange mich es nicht trifft, ist mir das Egal.
Bin echt mal gespannt.
GrussHi,
ja das macht mich schon betroffen. Wir sind zwar jedes Jahr unterwegs, meistens so 2 mal im Jahr mit dem Flugzeug. Aber ich kann nicht behaupten, dass ich gerne fliegen. Im Gegenteil, ich bin immer wieder froh, wenn ich auf dem Boden bin. Ich würde zwar nicht auf Ländern verzichten, weil ich nicht gerne fliege, aber wie gesagt, ich bin immer wieder froh, wenn ich es dann geschafft habe. Ich merke schon beim Start und der Landung, wie ich unruhiger innerlich werde. Man sagt ja, wenn man viel fliegt, merkt man das gar nicht.
Ja zum Teil stimmt das. Man macht sich nicht mehr so den Kopf davor. Aber ich bin immer noch nervös, wenn das Flugzeug dann abhebt. Wenn wir oben in der Luft sind, geht es dann. Dann bin ich entspannt. Aber wehe es kommt ein Luftloch, dann bin ich direkt wieder unruhig
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Erika1 wrote:
Was soll das, Holzmichel?Heuchlerische Trauer hilft auch nicht.
Was das soll ?
Dann lies weiter oben, wo Du Dich mit Noki über mögliche oder nicht mögliche Szenarien derartiger Katastrophen hier in D auseinandersetzt !
Weil ich der Meinung bin, dass die Opfer dort in Brasilien die Folge einer schlamperhaften Sicherheitsauffassung bei diesem konkreten Flughafen in Sao Paulo geworden sind und es ihnen nicht mehr hilft, wenn wir uns hier über "ja oder nein" an deutschen Flughäfen hochwissenschaftlich streiten.So hatte ich zumindest die Threadfrage nicht verstanden.
Und was heisst hier heuchlerische Trauer !
Natürlich sitze ich jetzt nicht hier und vergiesse Tränen !
Natürlich gehe ich auch schnell zum Tagwerk über und vergesse !
Natürlich lache ich heute vielleicht noch über Lustiges oder sitze heute abend im Biergarten !Deswegen hat das aber noch lange nichts mit Heucheln zu tun, wenn ich der Meinung bin, wir sollten die Thread-Diskussion wieder weg von theoretischen Auseinadersetzungen um Crash`s hier in D hin zu den Opfern in Sao Paulo führen !
Und trotzallem - auch ich werde wieder in den Flieger steigen, wie schon so oft. Und KEINE ANGST ZEIGEN - die in Wirklichkeit sicher bei vielen Menschen beim Fliegen irgendwo im Unterbewusstsein existiert.
Erwin,
der nachher gleich ins Auto steigen muss und eine oft nicht minder gefährliche Situation meistern muss - im Strassenverkehr ! -
@ Holzmichel
Natürlich macht mich so ein Unglück betroffen .....und auch nachdenklich. Nachdenklich natürlich auch deshalb, weil wir in den vergangenen Jahren 2x von Congonhas weiter geflogen sind.
Sicher denke ich an das unsägliche menschliche Leid, das dieser Unfall ausgelöst hat. Wirkliche Trauer würde ich aber nur dann empfinden, wenn Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte betroffen wären. Da das nicht der Fall ist, bleibt der Unfall von Sao Paulo einer von vielen schrecklichen Unglücken, bei denen man Gottseidank nicht persönlich dabei war und bei denen auch niemand aus dem privaten Umfeld betroffen war.
Zu der Diskussion über "mögliche Szenarien derartiger Katastrophen in Deutschland": Daß sie auch bei uns möglich sind, beweisen verschiedene
Katastrophen der letzten Jahre mit ähnlichen Ausmaßen. Schlamperte Sicherheitsauffassungen gibt es in Europa genau so wie in Südamerika und anderswo auf der Welt. Eine gewisse arrogante Herablassung ("So etwas könnte bei uns nicht passieren" oder ähnlich), die mehr oder weniger unterschwellig einige Beiträge dieses Threads begleitete, ist deshalb völlig fehl am Platze. -
Das schlimme bei diesen Katastrophen ist eigentlich immer,das gleich sehr viele Leute sterben.Bei Autounfällen mit tödlichem Ausgang sagt heute kaum noch einer was.Und obwohl ich Flugangst habe,muss ich sagen,dass Flugzeuge immer noch die sichersten Transportmittel sind.
Und will man hier auf einigermassen Sicherheit gehen sollte man mit einer renormierten Fluggesellschaft fliegen.Was nicht heisst,das hier nichts passieren kann.Aber das Risiko ist halt geringer.Und leider wird auch hier bei diesem Unglück erst zu spät reagiert.Es muss ja erst was passieren.
Greetings
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@ SilverBlue
Zu unserem besseren Verständnis: Was sind denn für Dich "renormierte" Fluggesellschaften? Und welche sind nicht "renormiert"?
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Ich meinte Fluggesellschaft wie die Lufthansa z.B. Es gibt durchaus Fluggesellschaften,wo ich nicht einsteigen würde.Dieses habe ich auch glatt bei unserem letzten Urlaub durchgezogen.Denn ein Grundsatz für mich ist,wenn ich fliege: mit wem und mit was für einem Typ.
Deshalb bin ich auch gerne bereit ein paar hundert Kilometer mit der Bahn zu fahren nur um mit einer anderen Gesellschaft zu fliegen.
Ich sagte ja schon... es ist nicht sicher das nichts passieren kann,sondern ich versuche für mich das Risiko selbst noch zu verringern.Greetings
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Hallo Leute,
also mit der Trauer meinte ich Stille Anteilnahme an diesem Unglück.
Wir Fliegen auch 2x im Jahr in den Urlaub und auch weite Strecken und wir fliegen sehr gerne.
Aber als ich das im Fernsehn gesehen habe, da habe ich echt eine Gänsehaut bekommen und an unseren bevorstehenden Urlaub gedacht. Man ist durch so einen Bericht doch immer am nachdenken und hoffen, dass man selbst immer Heil auf den Boden zurückkehrt. Natürlich fliegen wir weiterhin und auch gerne. Und renomierte Fluggesellschaften hin oder her, wenn der Mensch versagt, dann nützt dir die beste Airline der Welt überhaupt nichts.
Gruss
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Man kann auch über die Straße gehen und verunglücken oder einfach an einem Herzinfarkt sterben. Eine Garantie, wann man stirbt und wie, gibt es nie. Das nennt man Schicksal oder zur falschen Zeit am falschen Ort. Von daher fliege ich auch weiter. Fliegen ist lt. Statistik immernoch das sicherste Verkehrsmittel.
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SilverBlue wrote:
Ich meinte Fluggesellschaft wie die Lufthansa z.B. Es gibt durchaus Fluggesellschaften,wo ich nicht einsteigen würde.Dieses habe ich auch glatt bei unserem letzten Urlaub durchgezogen.Denn ein Grundsatz für mich ist,wenn ich fliege: mit wem und mit was für einem Typ.
Deshalb bin ich auch gerne bereit ein paar hundert Kilometer mit der Bahn zu fahren nur um mit einer anderen Gesellschaft zu fliegen.
Ich sagte ja schon... es ist nicht sicher das nichts passieren kann,sondern ich versuche für mich das Risiko selbst noch zu verringern.Greetings
Wenn wir solche Bilder sehen, wird wohl jeder (mehr oder weniger) entsetzt und betroffen reagieren. Das Schicksal der Hinterbliebenen oder Augenzeugen können wir (solange man nicht selber betroffen ist) kaum erfassen. Derart spektakuläre Unfälle haben oft recht wenig mit dem Land zu tun. Egal welches Transportmittel benutzt wird, meistens sind Menschen mit allen ihren Stärken und Schwächen der Auslöser. Wir steigen doch auch alle in ein Auto ein, ohne gleich mit einem Unfall zu rechnen. An so etwas wie persönliches Schicksal glaube ich nicht.
Der Mensch neigt aus Selbstschutz dazu diese Unglücke zu verdrängen, hier ein kleines Beispiel dazu. Wer wirklich glaubt, er könnte durch eine Bahnfahrt (um mit einer anderen Fluggesellschaft zu fliegen) das Risiko minimieren hat den 03.06.1988 bereits völlig aus seinem Gedächtnis getilgt. Bei Eschede, also in Deutschland und nicht irgendwo in einem Entwicklungsland, entgleiste der ICE Wilhelm Conrad Röntgen und brachte dabei eine Autobahnbrücke zum Einsturz. Recht scheußliche Bilder von einem Unglück bei dem 101 Menschen starben und 88 Verletzte zu beklagen waren. Wie wäre es mit 2004, noch nicht so lange her und durch viel Glück recht glimpflich verlaufen. Ein Traktor stürzt auf die ICE Trasse Karlsruhe – Basel und wirft den ICE von den Gleisen. Der Zug konnte auf dem kurvigen Teilstück, was schlimmeres verhindert hat, nur mit ca. 80 km/h fahren. Ich wünsche aber trotzdem noch eine beschauliche Fahrt mit der Bahn um eine betimmte Fluggesellschaft zu erreichen…
Gruß Wilfried
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Salvamor,
gerade Du solltest etwas sachlicher zur Sache gehen.
Die anderen haben ihre Meinungen sachlich argumentiert, die nehm ich auch an.
Aber Du unterstellst mir, dass ich mein Wissen "aufschnappe" und "nachplappere". Das ist keine Basis für eine Diskussion und da lass ich mich auch nicht drauf ein. -
Der Flughafen Congonhas ist ein"" heißes Pflaster"" und liegt mitten in Sao Paulo.
Vor einiger Zeit hat man den Flughafen für 737-800 gesperrt.
Info 2006 -18,4 Mio PassagiereGerüchte sind im Umlauf das der Sprit für den Weiterflug nach Belo Horizonte an Board war.
Das würde kein gutes Licht auf die Verantwortlichen werfen.
Einen A 320 bei Regen und starken Aquaplaning(Landebahn war frisch asphaltiert) mit 186 Menschen, extra Fuel an Board, auf einer nur 1.939m Landebahn, landen zu wollen, wäre mehr als fahrlässig.
Man muss die offizellen Untersuchungsberichte abwarten.
Dies Trägödie wird nicht ohne Konsequenzen bleiben.
Meine persönliche Meinung: wenn nur ein Funken Wahrheit in diesen Infos steckt, hätte dieses Unglück vermieden werden können.
Wieder einmal menschlicher Unsachverstand, Profitgier und zur falschen Zeit am falschen Ort.
Diese Bilder erschüttern wie der 11 September. -
@ Mugla
Jetzt bleib' Du mal bitte locker zur Abwechslung! Niemand will Dir hier etwas! Ich habe meinen Standpunkt ausführlich und stichhaltig sachlich begründet. Offenbar hast Du ihn nicht gelesen.
Ich empfehle Dir, Dich zuerst einmal über die jeweiligen Zusammenhänge zu informieren und dann zu schreiben. Dann wirst Du auch nicht mehr, wie hier, in zwei kurzen Sätzen völlig aus dem Kontext gerissene Aussagen treffen, die mit den Geschehnissen in Sao Paulo nichts zu tuen haben.
Noch mal:
Die TAM ist keine Billigfluggesellschaft!
Auslöser der Katastrophe war nach bisherigen Erkenntnissen nicht der Carrier TAM, sondern Aquaplaning auf der Rollbahn!
Es gibt keine brasilianische Fluggesellschaft, die in der EU nicht landen und starten darf!Und jetzt laß' es bitte gut sein!
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Guten Aben,
es gibt einen Satz " zur falschen Zeit am falschen Ort ",dies gilt auf der ganzen Welt und wenn man dem Lebensrisiko aus dem Weg gehen will muß man sich ins Glashaus setzen. Jeden Tag sterben Menschen auf der ganzen Welt an möglichen und unmöglichen Unfällen,da bricht ein LKW durch die Leitplanke,da säuft eine Fähre ab,da wirde der Enkel vom eigenem
Opa in der Garageneinfahrt überfahren. alles ist schlimm es sind persönliche Schicksale,aber so ist nun mal die Welt.Lebe Dein Leben und das täglich,das ist meine Devise.Gruß an alle Gabi
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Das Flugzeugunglück finde ich schlimm doch wir werden weiterhin fliegen.
Wenn man sich danach richten würde dürfte man gar nichts mehr machen denn es kann überall etwas passieren ob unterwegs oder zuhause.
Gruß Luzia -
Holzmichel,
auf keinen Fall habe ich Dir Heuchelei unterstellt, so wollte ich gewiss nicht verstanden werden.
Es war eine allgemeine Feststellung, da Du an das Trauern erinnert hast.Nach jedem Unglück größeren Ausmaßes werden von Politikern Beileidsbekundungen und Betroffenheitsäußerungen an die Adresse des Landes geschickt, in dem sich das Unglück ereignet hat.
Selbst das Wort "Betroffenheit" ist nicht ganz richtig angewandt, denn man ist ja nicht selbst betroffen. Es tut einem Leid, es ist schlimm, jedoch wird man nicht trauern, weil man so etwas n.d.R. nicht nachfühlen kann.
Nach jedem Unglück werden hier im Forum Threads eröffnet: Anschläge hier, Busunglück da...
Zum Thread-Verlauf:
noki stellte - sinngemäß - die Frage, wer so verantwortungslos sei und zulässt, dass sich Treibstoffvorräte/Tankstellen in unmittelbarer Nähe eines Flughafens befinden.
Dazu fiel mir die Frankfurter Geschichte ein, wo sich die Treibstoffvorräte näher am Geschehen befinden. Und all das andere im Artikel Beschriebene.
In der heutigen Ausgabe unserer Tageszeitung befand sich eine Skizze zum Unglückshergang in Sao Paulo, einige von Euch werden sie auch gesehen haben:
Das Flugzeug ist nicht geradeaus über die Landebahn geschossen, es wurde von der Fläche außerhalb der Landebahn nicht gestoppt. Es bog/rutschte nach dem Ende der Landebahn nach links ab, überquerte die Stadtautobahn, soll mit einigen Fahrzeugen kollidiert sein, hat eine ganz normale Tankstelle gestreift und ist dann in ein Bürogebäude gerast.
Die Untersuchung Airport Frankfurt sowie auch der Spiegel-Artikel zeigen, dass ein Abkommen von der Landebahn nicht erst am Ende einer solchen stattfinden können. Es kann auch auf Höhe der Terminals oder der Treibstoffvorräte geschehen. Ich gebe zu bedenken: diese Untersuchung läßt sich auf jeden Flughafen übertragen, es ist eine reine Messung von Entfernungen.
Sind wir vielleicht deswegen betroffen, weil wir öfter fliegen und sich ein solches Unglück auch auf einem unserer Flüge ereignen könnte? Bei jeder Katastrophe werden wir ein wenig an die Realität erinnert - und die ist nicht immer schön.
Jedes Ereignis, bei dem Menschen ihr Leben verlieren, ist furchtbar, es erinnert uns daran, dass uns das auch passieren könnte.
Es wird immer Unglücke und Naturkatastrophen auf diesem Globus geben, niemand wird das verhindern. So entsetzlich ich das auch finde - trauern kann ich darum nicht. Würde ich das vorgeben, wäre es Heuchelei.
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Erika1 wrote:
Holzmichel,auf keinen Fall habe ich Dir Heuchelei unterstellt, so wollte ich gewiss nicht verstanden werden.
Es war eine allgemeine Feststellung, da Du an das Trauern erinnert hast.Es wird immer Unglücke und Naturkatastrophen auf diesem Globus geben, niemand wird das verhindern. So entsetzlich ich das auch finde - trauern kann ich darum nicht. Würde ich das vorgeben, wäre es Heuchelei.
Alles klar, liebe Erika!
Hätte mir eigentlich denken können, dass Du mich nicht als Heuchler abstempelst !jetzt mal unabhängig vom Thema - ich glaube sogar, dass es uns (fast)Allen mancherorts unbewusst passiert, dass wir zum "Heuchler" werden.
Ist mir schon mehrfach passiert z.B. am Stammtisch in meiner Lieblingskneipe. Da wird z.B. über irgendeine neue Bestimmung oder sonstwas diskutiert, wo einige "Sitzer" am Stammtisch ev. Nachteile bekommen. Ich nicht, hatte auch noch garnicht weiter darüber nachgedacht, fand diese neue Bestimmung nicht negativ. Und trotzdem habe ich dort im Kreise meiner Freunde erstmal zugehört und letztlich auch tüchtig drüber geschimpft - wozu ich eignetlich keinen Grund hatte !
Das ist schon ein Stück Heuchelei !
Nur die Freunde waren`s mir auch wert, zumal sie ja wirklich dadurch Nachteile hatten.Also, liebe Erika !
Ich galube, wir verstehen uns !Zum Thema :
ich habe es heute nicht weiter verfolgt, aber irgendwie geht die These rum, dass der Flieger zu schnellbeim landeanflug war - wäre somit die Schuldfrage wieder bei der Crew ??
Also doch menschliches Versagen ?Wisst Ihr, ich mache es mir eigentlich ganz einfach mit etwaigen "Anfällen" von Ängst beim Fliegen.
Wer mich kennt, der weiss, dass ich sehr gerne zuHause bin und mir dort gemeinsam mit Frauchen einen guten Wein gönne - so wie vorhin wieder draussen auf unserer Gartenterrasse.
Und nun glaube ich mal, dass die beiden Piloten genauso froh sind, wenn sie zuHause sind, Feierabend haben.
Und deshalb bin ich überzeugt, dass sie alles Mögliche tun werden, dass ihre Maschine ankommt und sie auch danach den Wein geniessen können !
Waren zwar einfache, "billige" Gedanken, aber mir helfen sie.Gute Nacht !
Erwin
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Auch Dir eine gute Nacht, Erwin-Holzmichel.
Menschliches Versagen? Es scheint so zu sein, dass die Landebahn neu betoniert wurde und die Rillen für den Wasserablauf noch nicht eingefräst waren, wodurch es zu Aquaplaning kam. Es sieht bisher auch ein bisschen so aus, als hätte der Pilot ein Durchstarten versucht, aber es hat nicht gereicht: das Wasser, was das Flugzeug beim Landen zu schnell gemacht hat, bremste es beim erneuten Start.
Ich denke, es versagt niemals nur ein einziger Mensch, da sind immer noch andere Umstände.
Auf einer ausreichend langen Landebahn spielen ein paar Meter keine Rolle, das Wetter, die fehlende Drainage, die Umgebung... was auch immer.
Und ja: jeder Pilot, der mit seinem Flieger startet, möchte seine Passagiere, seine Crew und sich selbst wieder heil nach unten bringen. Deswegen mache ich mir keine Gedanken, wenn ich in ein Flugzeug einsteige.
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Erika1 wrote:
...Menschliches Versagen? Es scheint so zu sein, dass die Landebahn neu betoniert wurde und die Rillen für den Wasserablauf noch nicht eingefräst waren, wodurch es zu Aquaplaning kam. Es sieht bisher auch ein bisschen so aus, als hätte der Pilot ein Durchstarten versucht, aber es hat nicht gereicht: das Wasser, was das Flugzeug beim Landen zu schnell gemacht hat, bremste es beim erneuten Start.
Ich denke, es versagt niemals nur ein einziger Mensch, da sind immer noch andere Umstände.
Auf einer ausreichend langen Landebahn spielen ein paar Meter keine Rolle, das Wetter, die fehlende Drainage, die Umgebung... was auch immer.
Und ja: jeder Pilot, der mit seinem Flieger startet, möchte seine Passagiere, seine Crew und sich selbst wieder heil nach unten bringen. Deswegen mache ich mir keine Gedanken, wenn ich in ein Flugzeug einsteige.
Du hast Recht, es kommen meist verschiedene Dinge zusammen, die dann letztendlich zu einem Unglück führen.
Alle diese Dinge für sich alleine hätten sicherlich keinen Unfall zur Folge gehabt, wie:
Landebahn von nur ca. 1.900 m
Aufsetzpunkt zu weit
Durchstarten nach zu weiter Landung
fehlende Rillen
Regenwasser auf der Landebahn
Sichtbehinderung durch starken Regenaber alles zusammen führte wahrscheinlich zu diesem Unfall.
Ich will hier keine Unfalluntersuchung vorausnehmen, wir sind alle auf Nachrichten in den Medien angewiesen, keiner von uns war dabei.
Wenn die Landebahn statt ca. 1.900 m 3.000 m oder länger gewesen wäre, dann wäre der vom Piloten spät getroffene Aufsetzpunkt (lt. Medien) auf der Landebahn kein Problem gewesen.
Ein Durchstartversuch wäre nicht erforderlich gewesen, weil genügend Länge zum sicheren Abbremsen zur Verfügung gestanden hätte.Hätte der Pilot den auf jeder Landebahn markierten optimalen Aufsetzpunkt getroffen, wäre trotz kurzer Landebahn von ca. 1.900 m sowohl ein sicheres Abbremsen als auch ein Durchstarten problemlos möglich gewesen.
(Der optimale Aufsetzpunkt wird allerdings von den Piloten nicht immer getroffen, auch nicht bei besten Wetter- und Sichtbedingungen. Ein Aufsetzen erst 300 m hinter dem optimalen Aufsetzpunkt auf Landebahnen mit ausreichender Länge ist absolut kein Problem und kommt so häufig vor, dass man es fast als durchaus üblich bezeichnen kann.)Hätte der Pilot sich noch vor dem Aufsetzen entschieden, durchzustarten, weil er bemerkt hat, dass er den optimalen Aufsetzpunkt sehr weit verfehlt hat, hätte die Maschine ganz normal eine Platzrunde gedreht und einen neuen Anflug gestartet.
Bei einer Start- bzw. Landebahn von nur ca. 1.900 m Länge wird der so genannten "Go"-Punkt (beim Start) schnell erreicht, weil hinter dem Go-Punkt ein sicheres Abbremsen nicht mehr möglich ist. Das bedeutet umgekehrt aber auch, dass bei der Landung auf einer solch kurzen Landebahn der Pilot u.U. nur Sekundenbruchteile Zeit zu entscheiden, ob er sich vielleicht bereits hinter dem (Start-) Go-Punkt befindet oder nicht, ob er also noch vor dem Aufsetzen durchstartet oder noch eine Landung durchführen kann. Bei durch Regen bedingten schlechten Sicht wird die Entscheidung schwieriger.
Wenn auf der Landebahn Rillen vorhanden gewesen wären, dann hätte das Regenwasser bis zu einer gewissen Höhe kein Problem dargestellt.
Wenn kein Regenwasser auf der Fahrbahn gestanden hätte, wären die noch fehlenden Rillen kein Problem gewesen.
Ein zu "spät" getroffenere Aufsetzpunkt kann mehrere Ursachen haben:
Der Pilot wollte die Maschine besonders weich aufsetzen und hat deshalb das Flugzeug etwas länger "gleiten" lassen - allerdings bei starkem Regen eher unwahrscheinlich, weil dann die Räder auf dem Wasser aufsetzen und nicht auf der Landebahn. Darum setzen Piloten bei Regen häufig aus Sicherheitsgründen auch etwas fester auf.
Es kann auch sein, dass der Pilot beim Landeanflug nicht optimal auf dem Gleitweg lag, sondern sich etwas über dem Gleitweg befand. Dann ist zwangsläufig der Aufsetzpunkt etwas später als für die entsprechende Landebahn vorgesehen.Ich möchte um Gottes Willen hier nicht den Eindruck erwecken, dass ich bereits im Vorfeld die "Schuldfrage" geklärt habe und diese vielleicht sogar dem Piloten in die Schuhe schieben möchte. Ich möchte nur anhand der vorausgegangenen Diskussion nüchtern aufzeigen, dass wirklich viele Dinge zusammen kommen müssen, damit es zu einem Unfall kommen kann. Viele Dinge, die vielleicht noch am Zustandekommen des Unfalls beigetragen haben, stehen nicht in der Zeitung.
Gruß, Hardy
