Diskussionsthema: ALLGEMEINBILDUNG
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...damals gab es aber auch noch gewisse Werte!

Und bitte, ich bin nicht E.H. und schon gar nicht "rechts", aber einiges von dem was sie vor ein paar Monaten gesagt hat (mit welchen Hintergründen auch immer) war nicht ganz so falsch...zumindest tendenziell!
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Es war auch niemand hier gemeint, sondern darauf bezogen, das diejenigen die in unserem Land eine Wertediskussion anregen leider allzu oft in eben diese Schublade gesteckt werden.
Und davon möchte ich mich auf das energischste distanzieren!
Deshalb der Satz!
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Erika1 wrote:
.......Schule kann nicht alles leisten, manche Eltern können es nicht.
Wer also ist für die umfassende Förderung der Kinder zuständig?Diese Frage ist allzu berechtigt. Oft wird die Verantwortung hin und her geschoben. Die durch Beruf und Alltag überforderten Eltern verdächtigen die Schule, ihren Kindern nicht genügend bzw. nicht das richtige beizubringen. Die Lehrer wiederum verzweifeln an ihren unflätigen, bildungsunwilligen Schülern, denen vom Elternhaus nicht einmal ein Minimum an Ehrgeiz, Strebsamkeit, geschweige denn Ordnung und Anstand, beigebracht wird.
Es hat in den vergangenen Jahrzehnten ein gefährlicher Werteverfall stattgefunden. Die im Berufsleben entstandene Ellbogenmentalität hat längst die nachwachsenden Generationen erreicht.
Ist der Turbokapitalismus schuld? Ist das der Preis, den wir für unsere Demokratie und freiheitliche Grundordnung bezahlen? In Diktaturen gab und gibt es diesen Werteverfall nicht, solange das persönliche Profitstreben nicht zum Maß aller Dinge erkoren wurde. Man kann beispielsweise dem Regime in der ehemaligen DDR eine Menge vorwerfen, aber nicht, daß der Staat (und auch die Elternhäuser) die Bildung und Ausbildung seiner Kinder vernachlässigt hätte.
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Vollkommen richtig Wolfgang!
Das was Du über das DDR-Regime geschrieben hast, trifft nämlich auch auf die Nazi-Diktatur und andere Schreckensregime zu.
Und hier wird es m.E. "gefährlich", denn all diese Regime hatten und haben bestimmte Motivationen um genau das aufrecht zu erhalten.
...aber nichts destotrotz haben sie es geschafft!Interessant finde ich in diesem (allgemeinen) Zusammenhang übrigens die Kulturkreise Asiens (zwar teilweise auch diktatur und/oder totalitär bestimmt) die durch Erhalt von Traditionen den Wertezerfall zumindest verlangsamen.
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wenn wer keine Allgemeinbildung hat, dann kann man niicht davon ausgehen, das den Personen der OQ niedriger als Zimmertemeratur ist. Oftmals liegt es eher an dem mangelnden Interesse.
Vor zwei/drei Jahren gabe es mal eine mehrteilige DoKuserie auf ZDF, wo heutige Schüler auf einem Internat waren und nach dem Schulregeln der 50ziger unterrichtet wurden (ohne Schläge natürlich!).
Bei den Einganstests und deren haarsträubenden schwachen Ergebnisse hatte ich mir schon was gedacht, als es dann aber hieß, das das alle Schüler sind, die aufs Gymnasium gehen, das ist mir das grinsen im Gesicht, über diese mangelnde Kenntnisse, vergangen.
Sicherlich hat es bei dem einen auch länger gedauert als bei dem anderen, sich den Regeln der 50 ziger (mit dem nötigen Respekt gegenüber den Lehrkräften, Auftshene, wenn man gefragt wird und und und) anzupassen und es wurde ausreichend gemurrt.
Aber am Ende dieser Doku waren alle Schüler erheblich besser in dem Abschlusstest als beim Eingangstest und alle Schüler haben einhellig gesagt, das Sie bei diesem System viel mehr und besser gelernt haben, als bei dem heutigen Schulsystem, wo es kein Respekt gibt und es mehr oder weniger drunter und drüber geht.
Ich bin in den achtzigern zur Schule gegangen und muss auch sagen, das ich bei den Lehren, die nach dem Motto "Hart, aber fair/herzlich" gelehrt haben, mehr gelernt habe, als bei diesen "Kumpeltypen". Da fehlte einem als Schüler der notwendieg Respekt.
Und es ist auch kein Grund dafür, das heutzutage beide Elternteile arbeiten. Meine Eltern haben auch beide viel gearbeitet und im Ausland gibt es Tagesschulen, wo dann spätnachmittags, die Eltern von der Arbeit und die Schüler von der Schule , fast gleichzeitig nach Hause kommen. Und die haben effeltiv dann mehr Zeit füreinander, weil wie ist denn hier in D. Da haben doch die meisten Kinder/Jugendliche nachmittags einen so vollen Terminkalender und die Mutter wird nur noch als Fahrerin degardiert.
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Harzer, Du beschreibst weiter die Symptome. Ich stimme mit Deiner "Diagnose" überein. Aber auch an Dich die Frage: Wie kommen wir aus dem Dilemma raus? Sicher nicht dadurch, daß wir die Lehrpläne aus den 50er bis 80er Jahren wieder einführen. Die weit um sich greifende Disziplinlosigkeit ist ein Hauptgrund für den tendenziell katastrophalen Bildungsstand unserer Jugend. Und die bekommen wir durch Änderungen des Lehrstoffs nicht weg. Sie ist ein gesellschaftliches Zeitphänomen, unterliegt politischen bzw. gesellschaftspolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte.
Ein sehr guter Freund von mir ist Berufsschullehrer in einer nahe gelegenen Kleinstadt, also nicht einmal in einem besonders schwierigen sozialen Umfeld. Er sagt: Ich kann nicht mehr und will nicht mehr! Ich gehe mit Herzblut an die Sache ran und stoße auf eine unüberbrückbare Interessenlosigkeit meiner Schüler. Er befindet sich, wie er es nennt, in dauernder "kognitiver Dissonanz", fürchtet, auf lange Sicht den totalen burn out zu erleiden. "Mit mir nicht!", ist sein abschließender Kommentar.
Ich glaube, es ist fünf vor zwölf!
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Dein Wort in Gottes Ohr Marcus. Ich bin nur froh, dass mein Sohn von dieser Maßnahme nicht mehr betroffen sein wird.
Das kann eigentlich nur schief gehen wenn ich mir so die Haupt- und Realschüler bei uns anschaue.Ich will hier jetzt nicht pauschalisieren, aber so einige Hauptschüler sind auf dieser Schule, weil sie gar keine Lust haben irgendetwas zu lernen.
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Dieser Dialog von vor ein paar Jahren passt "wunderbar zu dem, was sich manche Eltern für ihre Kinder vorstellen. Oder wie manche Eltern ihre Kinder einschätzen.
Wie aus meinem Profil hervorgeht, habe ich zwei Kinder, die sind sechs Jahre auseinander. Heißt, als die große auf´s Gymnasium kam, war die kleine praktisch noch im Kindergarten.
Eines Tages, fragte mich eine Mutter, "und schickst deine Kleine auch auf´s Gymnasium?"
Ich: "lass sie doch erst mal in die Schule gehen und dann schau ma mal, wie´s dort mitkommt".
Die "Übermutter", ist die Kleine nicht so gescheit?"
Was für eine dämliche Frage, über ein Kind, im Kindergarten.
Manche Eltern wissen heute schon, was ihr Kind wird. Lehrer sind für die, oftmals überflüssig. Da wird den Kindern zu Hause eingetrichtert, wie intelligent sie doch sind und wenn dann ein Lehrer Defizite anprangert, dann geht die Welt unter, oder es läuft einer Amok.
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Brigitte wrote:
....
Manche Eltern wissen heute schon, was ihr Kind wird. Lehrer sind für die, oftmals überflüssig. Da wird den Kindern zu Hause eingetrichtert, wie intelligent sie doch sind und wenn dann ein Lehrer Defizite anprangert, dann geht die Welt unter, oder es läuft einer Amok.und das ist genau der grund, warum ich mein lehramtsstudium geschmissen habe....
da sagen einem mütter ganz unverblümt:"unser erster hat ein schuljahr übersprungen, das schafft unser jüngster wohl auch? oder sind SIE nicht fähig?"
die frage sollte eigentlich heißen, ob der jüngste fähig ist. aber diese frage stellt man sich wohl nicht. wenn die kinder in der schule versagen ist scheinbar immer der lehrer schuld.
und: eltern kennen heute sehr wohl ihre rechte, aber leider nicht immer ihre pflichten. leider. -
In der letzten Woche war eine Sendung im Fernsehen. Es ging um 4 Jugendliche, die das Abitur machen wollen.
Der Tagesablauf sah wirklich nicht prickelnd aus. Ich bin wirklich nicht der Meinung, dass sich die Kiddies nicht um die Schule kümmern sollten, aber wenn der ganze Tag sich nur um Schule dreht und die Kinder nur noch alle sind, kann das auch nicht die Lösung sein!
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plinze,
diese Belastungen hatten die Generationen davor genau so. Ich mußte morgens um 6h das Haus verlassen, um mit Bus und Bahn das ca. 30 km entfernte Gymnasium zu erreichen, zurück war ich nicht vor 15h und mußte dann noch umfangreiche Hausaufgaben erledigen. Vor 17h war selten Schluß mit Schule für mich.
Ich glaube nicht daran, daß die Belastungen für die Schüler heute größer sind!
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mabysc wrote:
15h geht doch.
Heute sind die Kids mehrmals in der Woche bis 17h in der Schule.
Du warst vermutlich auch bis zur 13.'ten auf dem Gymnasium. Heute müssen die den gleichen Stoff in 12 Jahren lernen, wofür Du 13 Jahre Zeit hattest.Und es ist ja nicht so als ob dieses eine Jahr auf die vergangenen Jahre verteilt worden wäre.
Dieses Jahr wird ja höchstens in ein Jahr reingepackt!
LG Jutta
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mabysc wrote:
15h geht doch.
Heute sind die Kids mehrmals in der Woche bis 17h in der Schule.
Du warst vermutlich auch bis zur 13.'ten auf dem Gymnasium. Heute müssen die den gleichen Stoff in 12 Jahren lernen, wofür Du 13 Jahre Zeit hattest.Kann sein! Dafür werden sie aber von Papa oder Mama mit dem Auto zur Schule gefahren und müssen nicht morgens um 05.30h aufstehen und bei Wind und Wetter auf Bus und Bahn warten.

