Gute Gründe für Fernreisen
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vonschmeling wrote:
Ich hab nur echt einige Bekannte, die sich unterprivilegiert fühlen, wenn ihre Anreise zum Urlaubsort nicht mindestens ein Drittel der gesamten Ferienzeit verschlingt, während sie die Pestsäule oder das Colosseum nur aus Wikipedia kennen ...Das eine schließt das andere nicht aus. Ich liebe Hummer und Langusten, aber ab und an ist eine Currywurst durch nichts zu ersetzen.
Auch ich kann ehrfurchtsvoll und staunend in einer mittelalterliche Kirche sitzen od. in einem kleinen keltischen Steinkreis in Cornwall. Das sind tolle Eindrücke, die ich nicht missen möchte.
Nur weil ich hier versuche (mir selbst und euch) zu erklären, warum ich Fernreisen liebe, heißt das ja noch lange nicht, dass ich die restlichen 11 Monate eines Jahres in Europa nur dahinvegetiere.
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Reisemarie,
je weiter ich verreise, je fremder, exotischer die Eindrücke sind, die ich habe, um so mehr entferne ich mich von unserem hiesigen Alltag, und um so besser erhole ich mich. Das mag bei Dir anders sein, ich empfinde das so.
Bist Du wirklich der Meinung, daß sich die Lebensgewohnheiten der Menschen in Mitteleuropa so sehr voneinander unterscheiden? Sicher, es mag vor allem in den ländlichen Gebieten, die sich ihre Identitäten noch ein Stück bewahrt haben, beglückende Erlebnisse während eines Urlaubs geben. Aber glaubst Du wirklich, daß sich die Lebensumstände eines italienischen, eines französischen und eines deutschen Industriearbeiters inzwischen noch stark voneinander unterscheiden?
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Ich glaube, ich verstehe, was Du meinst. Das, was man im fernen Südostasien verspürt, ist eine innere Ruhe, eine Ausgeglichenheit, eine Demut und eine Zufriedenheit, ausgehend von den armen, doch stets freundlichen Menschen, eben, wie Ying und Yang. In Verbindung mit der üppigen Vegetation, Sonne und Meer, ein unvergleichliches Erlebnis!
Für mich absolut nachzuvollziehen, obwohl ich, für mich, aber doch eine gesunde Mischung von Fern- und Nahreisen, incl. meines Heimatlandes Österreich, bevorzuge.
LG ingrid
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Reise ja jetzt schon lange. In Europa habe ich so gut wie alles abgegrast was ich sehen wollte. Aber es ist etwas anderes wenn man zum Beispiel in Lateinamerika ist. Man muß es einfach spüren, riechen. Die Lebensfreude der Menschen. Die Natur vorallem. Kann ich hier in Europa Buckelwale sehen oder Delfine in der freiene Natur? Es gibt eben viele Dinge die mich interessieren.
Europa kann man immer bereisen. Wer weiß wie lange ich Fernreisen machen kann. -
Mei was für ein schönes Thema!
Ich liebe Fernreisen , das ist für mich Erholung pur :? und auch ein Stück weit Luxus!
Ganz weit weg und blos nicht erreichbar bar sein und einfach mal die Seele baumeln lassen - herrliches Gefühl.
Wir reisen seit wir 20 Jahre alt sind und es unser Geldbeutel zulässt und wir haben oft erlebt, das wir doof angeschaut wurden , wir wir uns das in so jungen Jahren blos leisten können!? Inzwischen bin ich 26Jahre und es ist immer noch so - warum blos?
Egal ob in Mexiko, Thailand , DomRep., Kuba....ect. wir haben immer die Quote hochgehalten
Man weiss ja nie was das Leben so bringt und deshalb sollte man sein Leben in vollen Zügen geniessen. In den Schwarzwald kann man ja später immer noch reisen , der läuft ja nicht weg

Alle Achtung vor den älteren Generationen die allein schon 10h Flug und mehr in Kauf nehmen, meine Mutter mault schon bei 4h und will aber am liebsten die ganze Welt sehen und kosten darfs auch nichts - na ja träum weiter :?
lg anni -
Sehr schöner Beitrag, Anni!
Toll, dass du mit 26 immer noch "so" bist - ich würd das auch auf keinen Fall dreingeben!Da ich relativ regelmässig nach Japan fliege, fühle ich mich sehr stolz, einer der zähen Tattergreise zu sein, der auch mal 14 Stunden im Bomber überlebt - wer weiß, wie lange noch???

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Hi, Mitteleuropa habe ich nicht gemeint sondern Europa in der heutigen Form. Vielleicht ist es nicht so exotisch - aber faszinierend ist und bleibt es für mich allemal.
Betrachten wir einmal die in Europa lebenden Minderheiten wie Samen, Sorben, Basken, Ladiner usw. Sie alle haben mit Sicherheit sehr unterschiedliche Lebensweisen, die ich genau so faszinierend finde wie z.B. die der Karen oder der Meos (Bergvölker in Thailand) oder viele andere auf der Welt.
Liebe Grüße Reisemarie
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Ich bin da sehr skeptisch. Hehre Worte und Ziele, "Land und Leute" kennenzulernen. Aber wieviel tun das tatsächlich? Die allermeisten fliegen nach Thailand oder in die DomRep oder nach Kuba, weil es für vergleichbar schmales Geld Tropensonne und Palmenstrände gibt. Punkt. Aus.
Ich war noch nie auf Phuket oder in Punta Cana, aber aus meiner Erfahrung mit anderen einschlägigen Destinationen verneine ich schlichtweg, dass man da auch nur einen Hauch von "einheimischer Lebensart" mitbekommt. Genausowenig wie man am Ballermann Mallorca kennenlernt oder in Rimini Italien. Daran ändert auch der eine oder andere Ausflug nichts - mit der Bevölkerung die nicht im Tourismusgewerbe tätig ist kommt man eh nicht zusammen und wenn doch versteht man sie nicht. Weder verbal noch soziologisch.
Denn nur so sind solche Aussagen zu erklären "in Lateinamerika sind die Menschen immer so fröhlich" etc. Klar, was sollen sie auch machen, sehr viele leben in bitterer Armut in sozial extrem ungerechten Gesellschaften unter oftmals autoritären und korrupten Regimen, ohne die Aussicht jemals das eigene Schicksal in die Hand nehmen zu können. Klar dass sie den fröhlichen Eingeborenen mimen, um wenigstens einen Krumen vom Brot des reichen Touristen aus (Nord)Amerika oder Europa abzubekommen.
Auch der Individualbesucher, der mit offenen Augen durch die Gegend fährt und die "Stimmung" und die "andere Luft" auf sich einwirken lässt bestaunt zunächst mal nur oberflächlich die Touristenattraktionen. Ein Land lernt man NUR kennen wenn man im Land selbst lebt, unter den Leuten und auch mit Menschen zusammenkommt die mit dem Tourismus nichts zu tun haben. Ich habe summa summarum über ein Jahr in Italien unter den Leuten gelebt, habe mit ihnen gesprochen, gelacht, ihre Sorgen und Nöte geteilt. Ich behaupte dass ich einen (ganz kleinen) Einblick in die Mentalität von Land und Leuten gewonnen habe. Und trotzdem werde ich es nie ganz kennenlernen und auch nie ganz verstehen.
Ciao Tom
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@santamarinello
ich gebe dir in deinem beitrag vollkommen recht.
viele leute meinen, dass sie die kultur des landes kennen lernen, wenn sie mal außerhalb des hotels essen gehen und vielleicht mal auf dem weg zwischen 2 touristenattraktionen auf der staße anhalten und mit einem "einheimischen" sprechen.
das werde ich auch nie verstehen. -
santamarinello wrote:
Auch der Individualbesucher, der mit offenen Augen durch die Gegend fährt und die "Stimmung" und die "andere Luft" auf sich einwirken lässt bestaunt zunächst mal nur oberflächlich die Touristenattraktionen. Ein Land lernt man NUR kennen wenn man im Land selbst lebt, unter den Leuten und auch mit Menschen zusammenkommt die mit dem Tourismus nichts zu tun haben.Klar, wir kratzen nur an der Oberfläche. Ist aber auch unser gutes Recht. Wenn ich für ein paar Wochen aus dem Alltagstrott rauskomme, will ich mich nicht mit politischen und sozialen Problemen des Gastlandes beschäftigen. Außerdem gibt's ja gerade bei Fernreisen oft eine unüberbrückbare Sprachbarriere.
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Hast mit dem oben Beschriebenem uneingeschränkt recht. Genauso isses!
Trifft zwar nicht auf alle "Fernreisenden" zu, trotzdem liegt die Wahrheit darin sehr sehr nah.
Ich war einmal 1995 auf der DomRep. im Hotel in Punta Cana "Casa de Campo". Haus war super aber ich würde nie und nimmer mehr dahin fliegen. Ich bin sicher, dass seit dieser Zeit noch mehr gebaut wurde. Ein Hotel andem anderen. Abgeschlossen und bewacht von der Security und natürlich AI.
Na ja, jedem das Seine.Und was "Chriwi" über die Sprachbarriere geschrieben hat, stimmt ebenso. Gerade deshalb verkriechen sich viele in AI und meinen später über Land, Leute und Kultur mitreden zu können.
fio -
fio wrote:
Und was "Chriwi" über die Sprachbarriere geschrieben hat, stimmt ebenso. Gerade deshalb verkriechen sich viele in AI und meinen später über Land, Leute und Kultur mitreden zu können.
fioUnd schon gehts wieder in Richtung AI-Hasser. Die wenigsten Urlauber sind Rucktouristen, aber auch keine ungebildeten "Hintlerwälder", nur weil sie in ihrem Urlaub entspannen wollen, herrliche Strände genießen möchten, Luxus genießen möchten, und nicht im Zelt oder einfachsten Unterkünften absteigen möchten.
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ich glaube so oder so ähnlich hatte ich das auch geschrieben und gemeint..
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Metrostar wrote:
Und schon gehts wieder in Richtung AI-Hasser. Die wenigsten Urlauber sind Rucktouristen, aber auch keine ungebildeten "Hintlerwälder", nur weil sie in ihrem Urlaub entspannen wollen, herrliche Strände genießen möchten, Luxus genießen möchten, und nicht im Zelt oder einfachsten Unterkünften absteigen möchten.Also AI Hasser bin ich keineswegs.
Und Rucksacktouristen können genauso gebildet sein wie Hinterwäldler. Oder?
Nur zum Entspannen, herrliche Strände und Luxus genießen; ob ich dafür unbedingt AI brauche?
Höre hier aber auf. Das Thema lautet ja "Gründe für Fernreisen".
fio -
Ich danke für das Feedback.
Metrostar, es geht NICHT um AI oder nicht - es ist legitim das zu buchen und sich entsprechend "verwöhnen" zu lassen. Aber man darf auch die Augen nicht verschließen und so tun als unternimmt die Masse der Touristen Fernreisen um "Land und Leute" kennenzulernen wie so oft behauptet wird. Den meisten ists doch total egal ob ihre 5-Sterne-Anlage nun in der DomRep, in Thailand oder im Südkongo liegt - Hauptsache die Sonne scheint, der Strand ist feinsandig, das Futter genießbar und alles "bezahlbar". That's it an that's all.
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fio und santamarinello sprechen mir voll aus der Seele.
Sehr gute Beiträge, ich kann die Statements der anderen nur bestätigen ...
Ale

