Verreisen wir deutschen nur um den Reisepreis zu mindern?
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@ curi
Danke für den Link mit den Statistiken. -
Ein mehr oder minder weiser Mann hat mal vor langer Zeit gesagt: Deutsch sein heisst, eine Sache um ihrer selbst willen tun. Eventuell darum die Preisjaegerei.
In der Beziehung bin ich selbst wenig deutsch. Ich mache dort Urlaub, wo es mir gefaellt und nicht, wo es am billigsten ist. Selbst wenn dann nach der Rueckkehr ein Schnitzel weniger in die Pfanne kommen kann.
Jedoch auch ohne Statistiken sind wir sicherlich nicht die einzigen Pfennigfuchser. Wenn ich da an unsere Vettern von der Insel und Mallorca denke! -
Ganz eindeutig: NEIN
diejenigen die mit der Frankfurter Tabelle im Kopf und im Koffer von vorneherein verreisen sind ein ganz verschwindend kleiner Satz aller Reisenden bestimmt unter 0,1 %. Aber bei der Zahl an Reisen die von Deutschen jährlich unternommen werden, sagen wir mal 100 Mill. sind 0,05 % bereits 50.000 Fälle also eine Riesensumme wenn diese vor Gericht ginge, tut es aber nicht. Im übrigen ist es auch ein ganz schönes Stück harte Arbeit/Nerven so eine Sache bis zum Ende zu verfolgen. Unterscheidet sich in nichts von meinem Job
(telefonieren, Briefe schreiben, Argumente sammeln, Rechtsliteratur studieren, bla, bla, bla), bin aber nicht im Reisegewerbe tätig.Dazu kommt natürlich noch der bestimmt höhere Anteil an Leuten die tatsächlich "ungeplant" vor Ort mit der Situation unglücklich sind, manchesmal schlicht und einfach auch über den Tisch gezogen werden (sollen) kommt ne Unsumme an Fällen dabei raus, die mehr oder weniger intensiv verfolgt werden. Es gibt leider auch eine unglaublich große Zahl an einfach nur dummen Leuten die vermeintliche Rechte eintreiben wollen, wobei diese dann oft die wirklichen Mängel überhaupt nicht erkennen (können). Dann erlebt Urlauber A bei völlig identischer Buchung vll. aufgrund seiner Zimmerlage oder weil er einen völlig inkometenten MA im Hotel/Flieger/Reiseleitung antraf es ganz anders als Urlauber B. Nur das Wissen darum, dass es solche Abzocker gibt, spukt wohl bei vielen der berechtigten Reklamationen erst mal vordergründig in den Köpfen derer die es zu beheben oder beurteilen hätten und macht die Wiedergutmachung in welcher Art auch immer zu einer hohen Hürde. Und die wird immer höher!
Ich gehe soweit zu sagen, dass eine Leistung völlig mangelfrei überhaupt nicht zu machen ist. Es kommt halt darauf an wie groß diese Mängel sind und inwieweit sie mich direkt tangieren und ob diese wissentlich und willentlich im Vorfeld bereits einkalkuliert sind. Mich persönlich stört ein fehlender Miniclub vor Ort weniger. Auch soweit eine Umgebungsleistung aktuell nicht mehr stimmt, muss ich als intelligenter Mensch einfach zugute halten können, dass der Veranstalter kurzfristig nur in seltenen Fällen was dagegen unternehmen könnte usw., usw.
Im übrigen wer kann schon sagen was ist ein marktgerechter und normaler Preis? Bestenfalls sollte man sich mögl.weise Gedanken um die Menschen an der hintersten Kette der Tourismus-/Reisemaschinerie machen, die hättens nötig. Ich mache mir absolut keinen Kopf daraus günstige Angebote für mich in Anspruch zu nehmen. Ich bekomme diese ja ohne weiteres vom Veranstalter so angeboten. Ich zwinge keinen mir dieses Angebot zu unterbreiten. Wenn ich heute ein Special annehme und morgen den Normalpreis zahle wird wohl irgendwo in der Mischung insgesamt ein marktgerechter Preis dabei herauskommen. Ansonsten, ich bin nicht Mutter Teresa und fühle mich in keinster Weise verpflichtet Unternehmen zu einem noch höheren Gewinn zu verhelfen, glaube aber weitestgehend gerecht zu sein. Geiz ist geil habe nicht ich formuliert sondern schon vor vielen Jahren die Kunden unserer Firma vor jedem Vertragsabschluss.
LG, und klar gehts heute abend 3:2 für Deutschland aus,
Ginus -
ich glaube, dass die reklamationen nach dem urlaub dadurch zustande kommen, dass die beschreibungen des hotels/ortes/landes im katalog immer genauer werden.
und dann kommt der korrekte deutsche und misst nach.
dann kommt dabei raus, dass die ai leistung, die im katalog bis mitternacht beschrieben wurde, doch nur bis 23.45 uhr geht.
der weg zum strand ist keine ca. 300 meter, sondern 350 meter.
der pool ist doch nur 22,5 grad warm , usw.
früher hat das niemanden interessiert, weil man nicht so genaue angaben im katalog hatte.
einerseits ein glück, andererseits ein fluch. -
Für mich gilt:
Stell dir vor, es ist Urlaub und keiner hat Spaß?
UNMÖGLICH!!!!
... ich bereite einigermaßen vor und habe dann meine Wonne - wenn was suboptimal läuft, war ich entweder schlecht vorbereitet oder zu zickig, mich darauf einzustellen.

Hatte noch NIE Drecks-Urlaub und habe noch nie gemindert ...
30 Jahre sind auch kein Pappenstiel ...!?
Bin allerdings Deutsche ...

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Hallo,
es ist schon so, dass das Geld nicht mehr so locker sitzt
und auch andere es ' gezielter ' ausgeben,
teils ist auch Geiz geil geworden,
übertrieben pedantisch sind hoffentlich nur wenige
dennoch sollte man das Maß, Ziel und Verhältnis nicht
aus den Augen verlieren, wie schon geschrieben, ein AI für 299
kann man nicht mit 2.900 Reisen vergleichen, die Erwartungen
sollten sich dem Preis anpassen.
Wer einen Kleinwagen kauft kann auch nicht mit einem
großem Auto vergleichen.
Man sollte Mensch sein und über kleine Fehler weg sehen können,
wer ist ohne Fehler ? -
Stimmt genau.
Allerdings kann es auch sein, daß Leute sich derart auf ihren Urlaub freuen und sich darum Vorstellungen machen, die sich vor Ort nicht so recht erfüllen.
Die Realität sieht dann anders aus und letztendlich macht sich Enttäuschung breit. Dann kommt der Gedanke, wenn es schon nicht so war, wie ich es mir vorgestellt habe, könnte man ja versuchen, etwas vom Reisepreis zurück zu holen, um sich mit einer Erstattung zu trösten.
Gruß Reisemarie
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Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Warum sollten wir verreisen um den Preis zu drücken? Ist doch völliger Quatsch
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Richtig, richtig, richtig, Wanderin!!
Das stimmt einfach nicht, dass wir verreisen um hinterher wieder Geld zurück zu erhalten. Von vorneherein planen das nur blauäugige oder Hardcore-Meckerer. Geld zurück zu erhalten ist harte Arbeit und muss einem, wenn geplant, schon eine spezielle Befriedigung verschaffen
. Es ist zwar jetzt durch neue Reiserechte, europäische Fluggastverordnung etc. gesetzesmäßig mehr reglementiert aber, auf den Seiten der Rechtssprechung sitzt das Geld schon längst auch nicht mehr so locker.Menschen sind Menschen und die sind so unterschiedlich nicht. Ich hatte mal das Vergnügen 10 Tage ausschließlich mit einer Reisegruppe von ausschließlich Schweizern zu verreisen. Die waren zu 100 % davon überzeugt, dass die schlimmsten Touristen (rummeckern, saufen, überheblich) ihre eigenen Landsleute seien. Hat nicht eine kürzliche Umfrage ergeben die Briten halten die Deutschen für die höflichsten Europäer
?Also, leben und leben lassen. Wir haben keinen Grund uns selber niederzumachen.
LG Ginus
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Ich will meinen Urlaub geniessen und nicht hinterher klagen. Habe keine Lust mich durch sämtliche Instanzen zu kämpfen und anschließend wieder Urlaubsreif sein. Käme garnicht auf den Gedanken, im Urlaub sämtliche Unzulänglichkeiten zu suchen, oder zu dokumentieren.
Gruß
Siegi -
Ich kenne es von Berufswegen und muss sagen: So macher hat an ALLEM etwas auszusetzen, aber solche Leute sind immer mies gelaubt und gehen wahrscheinlich auch überall sonst mies gelaunt hin und pampen alles und jeden an.
Solche Leute sind ärgerlich, aber wohl selbst am meisten gestraft mit ihrem Verhalten.
Ich denke nicht, dass es ein länderspezifisches Problem ist, sondern es so etwas überall gibt.
Für mich ist wichtig, dass ich mir im Klaren darüber bin, was ich will, was ich ausgeben möchte und danach meinen Standard festzulegen.
Ich denke, das größte Problem liegt an den unrealistischen Vorstellungen. Nichts bezahlen wollen und viel erwarten passt eben nicht zusammen -
anika1412 hat es gut getroffen: Viele Menschen gehen mit solch grooooosen Erwartungen in die Ferien, dass sie eigentlich nur enttäuscht werden können. Ich denke, dass aber auch die Art der Ferien für die persönliche "Beurteilung" wichtig ist. Reise ich auf einer selbst zusammengestellten Reise mit dem Wagen durch die Toskana und übernachte in 5, 6 verschiedenen Hotels und Esse in zig Restaurants, so fällte eine schlechte Einzelleistung automatisch weniger ins Gewicht, als wenn ich in einem AI-Hotel untergebracht bin und das Essen dort schmeckt mir nicht. Hier kann ich es sogar irgendwie nachvollziehen, dass man bei schlechter Leistung eine Rückerstattung anstrebt, insbesondere wenn man eben andere Erwartungen gehabt hat, wobei es m.E. etwas vergessen geht, dass Ferien nicht nur aus Unterbringung, Hotelverpflegung und Pool besteht, sondern dass jede Ferien doch auch schöne Erinnerungen, neue Begegnungen etc. bringen - auch bei nicht optimaler Unterkunft. Wird um einen Nachlass gekämpft, so habe ich dann oft den Eindruck die ganzen Ferienhaben nur aus den Kakerlaken im Hotel oder dem eintönigen Buffet bestanden!
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Na, eben das meine ich ja. Ich weiß ja, wo meine Prioritäten liegen und ich weiß im Vorfeld, was ich erwarte und danach muss ich mir mein Hotel und den Standard aussuchen und wenn ich finanziell nicht in der Lage dazu bin, muss ich mir dessen bewusst sein.
Von privaten Ferienhäusern über hochwertige Häuser bis hin zur ******** am Ballermann hat man ja so einiges durch und ich zumindest bin mir im Vorfeld durchaus bewusst, was ich erwarten kann und nie enttäuscht worden. (Von beruflichen Reisen einmal abgesehen, da gab es schon das ein oder andere Hotel, was irgendwie an einen Stern zu viel gekommen war.
)Natürlich gibt es immer gerechtfertigte Reklamationen, beispielsweise beim Wechsel im Management und auf einmal alles viel schlechter, oder Mängel, die man nicht dulden muss, jedoch gibt es tatsächlich immer mal wieder Leute, die einfach nur zu dämlich sind.
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Hm.....
Auf der eine Seite ist man pingelig bis zum I-Tüpfelchen, auf den anderen Seite erwartet man kostenlose Leistungen von anderen, wie der Thread über die Beendigung von AI-Leistungen beim Auschecken um 12.00 Uhr gezeigt hat. Aber diese sehr egoistische Sichtweise ist wohl menschlich.
Edit:
Den Kopfkissenthread habe ich erst jetzt entdeckt, es ist ja unglaublich!

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Wer soll denn das sein der mit soooooo großen Erwartungen an den Urlaub/die Reise herangeht? Doch höchstens jährlich die paar jungen Leute die mit 17/18/19 Jahren zum ersten Mal ohne Mami und Papi in den Urlaub gehen und mit der Beurteilung überfordert sind, oder diejenigen die seit 10 Jahren in der gleichen Anlage waren und dann mal wechseln.
Diesen Anteil halte ich nicht für wesentlich.
Unzulänglichkeiten kann man klar übersehen und tut sich einen großen Gefallen selber damit. Man kann sich auch in was hineinsteigern und dann nicht mehr davon lassen, sehr unklug. Ferner gibts Meckerer und Nörgler. Dann gibts aber auch selten dämliche Menschen, hatte selber schon das Vergnügen der Gesellschaft solcher. Ja ich sage Vergnügen, für uns wars nur amüsant.
Aber es gibt dann auch die ganz großen Hämmer wo man einfach nicht mehr anders kann als entsprechend zu reagieren. Und
Bulgarienfan
das hat dann nichts mit Pingeligkeit zu tun. Ansonsten verneige ich mich in großer Ehrfurcht vor Leuten die anderen ggü. so überaus großzügig und verständnisvoll auftreten (können). Ich kann es nicht, bin nur ein Mensch und wer mich ärgert, den ärgere ich auch.
Und jetzt gehe ich mal mir den Kopfkissenthread anzuschauen von dem schon 1000 x die Rede war.
PS: Und dann gibts dann auch noch den Berufsstand der Lehrer.