Sexueller Missbrauch von Kindern im Tourismus!
-
Noch einmal zu dem Aufruf, jeder solle ihm verdaechtig erscheinende Beobachtungen den zustaendigen Stellen melden: Wenn ich hier in Thailand so sehe, was Touristen alles nicht oder auch voellig falsch verstehen/interpretieren, dann graust's mir vor dem Gedanken, dass die jetzt auch noch Polizei spielen sollen.
Ueberlasst das besser denen, die was davon verstehen! Die machen das - zumindest hier in Thailand - sehr gut und verstehen auch etwas von ihrem Job. Wenn denen jetzt auch noch durch Reizueberflutung ohnehin schon stark beeintraechtigte und durch Vorurteile belastete Amateurdetektive mit ihren Allerweltsbeobachtungen die Bude einrennen, dann gute Nacht!
Ich empfehle dringend, erst einmal den ersten Schritt zu tun und bettelnden Kindern (ob in Erwachsenenbegleitung oder ohne) grundsaetzlich nie etwas zu geben oder abzukaufen. Wenn sich da einmal ein entsprechendes Allgemeinbewusstsein entwickeln sollte, waere damit schon sehr viel geholfen.
Gruss
Caveman -
Auch ein schöner Kommentar, Wolfmisc ... da kämen wir auf den Punkt, den ich vorhin angedeutet habe ... Ursache von Kinderprosititution ist Armut in Verbindung mit einem Bestehendem Bedarf in gewissen, zum Teil sehr überliberalisierten gesellschaftlichen Systemen. Um Armut zu beseitigen bedarf es politischer, sozialer und ökonomischer Anstrengungen ... Bloss - Wären die Industrienationen bereit auf Ihre Billiglohnländer zu verzichten und die entsprechen wirtschaftlichen und sozialen Diskrepanzen zwischen Arm und Reich zu nivellieren? Wären wir als Urlauber bereit, nicht mehr 20 Cents für eine Flasche Cola zu zahlen, sondern 2 Euro wie daheime? (Sorry, bin kein Cola-Trinker ... meine Preisangabe ist deshalb etwas schwammig) Wir sind also alle viel tiefer mit im Boot als Touristen wie wir denken ... Und ich habe die naiven Utopien der Aquarius-Ära verlassen um zu behaupten: Jeder ist bereit auf seine Vorteile zu verzichten. Sowohl Konzerne wie auch der Einzelverbraucher urteilen nach knallharten betriebswirtschaftlichen kriterien, die Armut zementieren und fördern. Ich hab noch keinen Thailandurlauber erlebt, der sich beklagt hat, dass das 5 Euro teure Hemd Ausdruck ist von Armut im Billiglohnsektor. Da wurde eher lächelnd behauptet: "Cool, 5 Euro und maßgeschneidert"

wolfmisc wrote:
Ganz kurz einmal zu diesem Thema und dem Schrei nach haerteren Strafen. In Thailand und Kambodscha stehen 20-30 Jahre drauf (und die wurden auch des oefteren bereits ausgesprochen), auf den Philippinen war es bis vor einigen Jahren die Todesstrafe und ist jetzt lebenslaenglich und in Vietnam ist es immer noch die Todesstrafe. Was sollte man da noch verschaerfen? Vielleicht Entmannung und anschliessend Vierteilung wie im Mittelalter bei Koenigsmord?
Aufgrund dieser harschen Strafen ist (entgegen einiger Meinungen hier im Forum)
der Sextourismus in dieser Richtung bereits arg zurueckgegangen. Leider wird daneben in allen Medien staendig ueber Sexmissbrauch in Drittlaendern berichtet, wenig dagegen ueber teils unmenschliche Kinderarbeit. Dies ist m.E. ebenfalls Kindesmissbrauch und wird praktisch nicht bestraft. Ich meine hier nicht, wenn Kinder im Business der Eltern mithelfen oder vielleicht auch Kleinigkeiten verkaufen wie Andenken, Blumen etc. Obgleich sie stattdessen eher in die Schule oder ins Bett gehoerten. Aber bei Kindern werden Touris halt eher weich und die Verwandtschaft kann jeden Cent gebrauchen. Was mich erschuettert ist, dass nach wie vor viele Tausende Kinder in der Ziegelei, Fabrikation etc. arbeiten muessen, teilweise bis 20 Stunden pro Tag zu Pfennigloehnen und unter unfassbaren Bedingungen.
Dazu erscheint vielleicht 3x pro Jahr etwas in unseren Medien, zur anderen Geschichte dagegen minimum 3x am Tag.