• noki
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    geschrieben 1133868836000

    Untertitel: Hat unsere deutsche Sprache bei und für uns noch einen Stellenwert?

    Hallo an alle Forenmitglieder, seid alle herzlich willkommen, rege und wirklich nur sachlich teilzunehmen und zu diskutieren! Eure Meinung ist gefragt!

    Ich habe mir sehr intensive Gedanken darüber gemacht, ob ich dieses Thema wählen soll. Wohl wissend welches heiße Eisen ich hier möglicherweise anfasse. Sei`s drum!

    Deshalb stelle mal die ganz provokatorische Frage: In wie weit sich viele Beiträge hier noch einer objektiv-definierten Deutschen Sprache bedienen?

    Man kann den Fortschritt nicht aufhalten, aber ……… ?

    Die deutsche Sprache bietet doch so viele Möglichkeiten etwas eindeutig und wohl definiert auszudrücken. Warum machen wir das nicht? Das Volk der großen Dichter und Denker sollte es doch noch, oder wieder, fertig bringen – oder?! In der Schule haben wir sie doch auch lesen gelernt, unsere großen Dichter! Ich kenne viele Leute, keine Insider (Kenner, Experten), die sich in einer „Computersprache“ verständigen und miteinander kommunizieren, aber oftmals wissen sie augenblicklich nicht wovon und worüber sie eigentlich genau reden, und gerade deshalb reden sie oft aneinander vorbei? Und der Streit ist schon vorprogrammiert. Eigentlich meinen sie ja alle meistens das Gleiche, aber sie wissen es nicht, wenigstens nicht genau. Sie benutzen einfach nur Schlagworte wie z. B. `coole` (kalte) Worte. Was heißt das denn? Heute ist alles cool: Die Jeans, der boy, der drink, das girl, die Disco, die Umgebung, eben alles …….! Alles ist nur noch super-turbo-mega-cool! Wenn ein girl cool ist, dann erübricht sich doch logischerweise die Mühe des Anbaggerns! Wissen diese coolen Leute auch wovon sie eigentlich genau reden, und um dessen/deren Bedeutung? Wenn alles wirklich `cool` wäre, würden sie doch nie wieder etwas (wie z. B. ein girl !) „anbaggern“, es wäre ihnen doch zu `kalt`!

    - Worte, nur Schlagworte, ohne zu wissen was sich vielfach dahinter verbirgt! OK, jeder versteht etwas anderes darunter! - Längst nicht alles ist gut was zu uns über den großen „Teich“ kommt, oder gekommen ist, und noch kommen wird! Wenn diese „Neuen Erkenntnisse“ hier umgesetzt werden, sind sie in den fernen Ursprungsländern oftmals, meistens längst verworfen. Nach dem Motto dort: „Erst veröffentlichen und erst dann überprüfen und belegen (wissenschaftlich beweisen)!“ Ich kenne dererlei Methoden sehr gut aus den USA. Dort kann man damit sehr gute Noten erzielen. An den Fehlschluß (-schuß) denkt hinterher niemand mehr, schon gar nicht der Professor. Denkt und erinnert euch einmal nur z. B. an die Ganzwortmethode oder die Mengenlehre! Alles war im Herkunftsland schon viel schneller vorbei, als wir es hier als Non-plus-Ultra proklamiert bekommen haben. Ein richtiger typischer Flop!

    Ein paar Beispiele für solche typischen Schlagworte:

    1. kommunizieren (lat.) => verständlich miteinander sprechen, zusammenhängen, in Verbindung stehen.

    2. relevant (lat.) => bedeutsam, wichtig für die Sache über die man redet.

    Es gibt hier im Forum:

    Administratoren (lat.) => Verwalter, Bevollmächtigte, Leiter mit einigen Kompetenzen (Bevollmächtigungen)

    Forum (lat.), das Plural ist Foren => hier: Öffentliche Diskussion, Aussprache. Geeigneter Personenkreis, der eine sachverständige Erörterung von Problemen oder Fragen garantiert und behandelt.

    Thread (engl.) => wenn mich nicht alle Geister verlassen haben, so bedeutet das doch eigentlich „Gewinde“! Wo liegt da der Sinn?

    Posting (engl.) => bedeutet doch eigentlich nur `Mitteilung`. Dann wäre ich mit einem Posting doch nur ein Teil eines Ganges auf dem Gewinde?!

    Usw., usf. Das läßt sich beliebig fortsetzen!

    Quellen: Brockhaus, Duden, Enzyklopedia Britannica (nur um wieder keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen!)

    Es macht mich immer etwas traurig, wenn ich nur allzu oft erlebe, daß mit speziellen sachgebundenen und sachbezogenen Begriffen um sich geschmissen wird. Hinterfragt man dann mal genauer, dann kommt nur noch „wischi – waschi heraus! Leider ist es oft so!

    Das waren nur ein paar von seeeeehr vielen „Begriffen“, die in die `neuzeitliche Sprache` Eingang gefunden haben! Muß das so sein, frage ich mich, brauchen wir das?

    Kommen wir doch noch einmal zurück auf die zwar komplizierte, aber doch durchaus hinreichend definierte „Muttersprache“! Sie bietet doch alle erdenklichen Erklärungs -, Um- und Beschreibungsmöglichkeiten, aber nur dann, wenn man weiß worüber man genau redet!

    Einmal fragte ich einen Examenskandidaten was ein Compiler (Informatik!) sei, da er doch im Vorfeld so gut war! Er antwortete richtig: „Es sei ein Übersetzer“. Auf die Frage was er denn genau bei einem Computer von welcher „Sprache“ in welche, und in welches System übersetzen würde, kam er mächtig ins Schleudern. Das ist typisch! - Er hat sein Examen aber dennoch sehr gut bestanden! Derartige Beispiele gibt es zu Hauf! Unsere eigene Sprache ist doch so gespickt voller fremdländischer Worte, daß wir es schon gar nicht mehr bemerken. Wir finden es nur einfach: Chick, cool und im Tend. Wie es auch immer sei!

    Seid doch so nett und antwortet! Ich würde nur allzu gerne wissen was ihr alle davon haltet, von der Verständigung in unserer Muttersprache! Nicht ganz umsonst und ohne Grund ist für unsere ausländischen Gäste und Mitbürger: „Deutsches Sprache, schweres Sprache!“

    Aber sie war und ist es: „Sehr wohldefiniert!“ Unsere großen Dichter beherrschten sie noch, unsere deutsche Muttersprache! Wir nicht mehr?

    Was erwarten denn all diese Miesmacher und Meckerer eigentlich von den Angestellten, euren Gastgebern, in den Urlaubsländern in die ihr reist: „Multilingualität (Vielsprachenkenntnisse)?!“ Könnt und habt ihr sie selbst? Seid ihr auch bereit eurem Nächsten, eben den Gastgebern, zuzugestehen, dass er diese nicht so beherrscht?

    Täglich können wir das in den Hotelbeurteilungen lesen!

    Nichts für Ungut und viele Grüße an alle im Forum!

    Dieter

    Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!
  • Sambal
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    geschrieben 1133871234000

    In Bastian Sicks Spiegelkolumne habe ich gelesen, dass das Wort "schick" entgegen der üblichen Annahme gar nicht aus dem französischen stammt, sondern dass die Franzosen es irgendwann mal aus dem deutschen entlehnt haben, in Frankreich wurde es zu "chique" und dann haben es die Deutschen "zurückentlehnt". Es gibt ja auch deutsche Worte wie "unschicklich" etc.

    Aber auch sonst gibt es schon seit Ewigkeiten Fremdwörter bzw. Lehnwörter in der deutschen Sprache. Schau Dir nur mal das Wort "Fenster" an. Die alten Germanen sagten sowas wie Windauge, daher das englische window, aber im Deutschen entlehnte man es dann doch lieber der lateinischen Sprache.

    Mich nervt nur diese Modeerscheinung, alle möglichen blöden Ausdrücke aus der englischen Sprache zu übernehmen. Völlig krank ist das Wort "Handy". Handy heisst auf englisch "praktisch, handlich" und hat nix mit einem Mobiltelefon zu tun.

    In der Informatik kann ich es noch ganz gut verstehen, dass die Ausdrücke auf englisch sind. Die wichtige Fachliteratur ist es ja meistens auch. In dem Gebiet finde ich es etwas albern, dass die Franzosen alles "einfranzösisieren", z.B. "télécharger" statt "to download", obwohl ich deren Initiative zur "Reinhaltung der Sprache" ansonsten befürworte. Schlimm finde ich so sprachliche Verunstaltungen wie "ich habe gedownloadet" oder "ich habe dasunddas geupdated"... Grässlich!

    Jugend"slang" war immer schon eine Modeerscheinung und vielen Veränderungen unterworfen, das sollte man nicht so eng sehen.

    Eilige Grüsse,

    Sambal

    P.S. Gibt es das Wort "provokatorisch" überhaupt? Sagt man nicht "provokant"? Übrigens auch ein Wort mit lateinischen Wurzeln.

    Travel if you aim for certain values. By travelling the skies, the crescent becomes a full moon. (Ibn Kalakiss, 13th century)
  • reisegern
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    geschrieben 1133889888000

    Nun, ich denke auch die" Neue deutsche Rechtschreibung" ist ein Ausdruck der Veränderung unserer Sprache. Immer wieder kommen neue Worte hinzu und alte werden nicht mehr gebraucht oder gesprochen. "Die" deutsche Sprache gab es nie und wird es auch nie geben. Deshalb sehe ich das gelassen mit den eingedeutschten Worten.

    Ich lebe in einem Gebiet, in dem noch sehr viel Dialekt gesprochen wird. Aber auch dieser hat sich über die Generationen hinweg ständig verändert. Übrigens, das Wort " erübricht "(siehe Text oben) kenne ich in dieser Form auch noch nicht. ;)

  • Sokrates
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    Administrator Zielexperte/in für: Istanbul
    geschrieben 1133895277000

    @'reisegern' sagte:

    Übrigens, das Wort " erübricht "(siehe Text oben) kenne ich in dieser Form auch noch nicht. ;)

    @reisegern

    Ich auch nicht.

    Egal welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Nationalität - ich habe mit fast keinem Menschen Probleme. Probleme habe ich nur mit A....löchern!
  • MollyBea
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    geschrieben 1133900289000

    bei dem "erübricht" hat der Fehlerteufel aber gehörig zugeschlagen!!

    (erübrigt sieht bedeutend besser aus)

    Nichts für ungut!

  • Harzer
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    geschrieben 1133903280000

    @ noki

    Meiner Meinung nach hast du mehrere Punkte miteinander in einem Topf geworfen, diese einzelenen Punkte muß man getrennt begutachten. Es gibt auch nicht nur eine Sprache, sondern mehrere (z.B. Jugend- oder auch Fachsprache, die anderen fallen mir gerade nicht ein), hatte ich jedenfalls mal in Deutsch gelernt.

    1. Jugendsprache: Ich glaub die Jugend hatte immer und wird auch immer eine eigene Sprache besitzen. Die Begriffe ändern sich zwar von Generation zu Generation, aber Sie benutzen halt nun mal eigene Ausdrücke für Personene, Dinge, etc.

    2. Fachsprache: Ist nun mal z.B. in der EDV Englisch, weil nun mal die meisten Programme etc. aus der USA kommen, dementsprechend werden nun mal auch deren Begriffe übernommen, weil es eigentlich dafür auch keine guten deutsche Übersetzungen gibt.

    3. "Arbeitssprache": Die Welt hat sich auch bei den Unternehmen geändert, früher haben die Unternehmen nur regional geschaut und die großen Deutschlandweit, heutzutage ist es doch, wegen der Globalisierung, notwendig, das man meistens wenigstens Englisch können muss, da sich die Unternehmen international ausrichten. Und auf den Managerebenen von den Großkonzernen wird sowieos nur noch Englisch gesprochen, da es meistens Schwester- oder Tochterfirmen weltweit gibt.

    4. Außerdem entwickelt sich eine Sprache immerzu weiter, auch dr Sprachstil, heutzutage will sicherlich keiner mehr so sprechen, wei die Menschen zu den früheren Zeiten. Des Weiteren solltest du dir mal ein Duden nehmen, du wirst erstaunt sein, wieviele Wörter des Alltags aus dem lat., griechischen, französischen oder auch dem engl. stammen.

    Gebe dir allerdings Recht, das es in letzter Zeit in D. überhand genommen hat, für jeden "Scheiß" den englischen Begriff zu nehmen, obwohl es dafür auch einen sehr schönen deutschen Begriff gibt. Wer kein Englisch kann, der versteht doch z.B. heutzutage die meiste Werbung nicht mehr oder halt auch die Statements der Unternehmen oder die Namen für Ihre Produkte, etc. pepe. Ob Namen für öffentliche Veranstaltungen oder auch Sportveranstaltung oder auch Sportgeräte angefangen vom normalen Fahrrad, d.h. ja heutzutage City-Bike, früher ging man laufen, heutzutage joggen, usw.

    @ Sambal

    In Frankreich ist es keine Initiative, sondern sogar ein Gesetz zum Schutz der französischen Sprache. Finde ich zwar grundsätzlich klasse die Idee, obwohl z.B. in der Computersprache etwas zu übertrieben, wenn man nun wirklich alles ins französisch übersetzen muss und auch benutzen muss.

    Und wir deutschen sagen doch nur Handy, wo anders heißt es doch Mobile Phone usw.

    Leben und leben lassen!
  • caribiangirl
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    geschrieben 1133941561000

    Guten Morgen

    Viele Wörter,die man logischerweise auch auf deutsch über die Lippen bringen könnte,werden von vielen "verenglischt".Wir waren früher die Kinder,heute sind es die Kids.Früher waren es Rollschuhe,heute sind es "Rollerskates" usw.

    Als ich 14 war,hat meine älteste Schwester ihre 1. Tochter bekommen.Danach kam der Nachwuchs meiner anderen Geschwister so im Abstand von 1-2 Jahren.Jedes einzelne dieser "Kids" hatte irgendwann mal ne eigene "Jugend/ Teeniesprache entwickelt.Anfangs hatte ich teilweise nur Bahnhof verstanden,obwohl die "Sprache" zu der Zeit gerade in war.

    Irgendwann,wenn man viel mit jüngeren zusammen ist,kupfern die einzelnen Wörter eben ab.Bei mir war es zumindest so.

    Durch meinen eigenen Sohn höre ich ja tagtäglich immer wieder neue Worte,was aber nicht heißt,daß ich ihm alles nachplapper.

    Ich denke auch,daß unsere Sprache wirklich schon "abgehakt" ist.

    Durch das "eingeschleppte Englisch" geht sie teilweise unter.

    Ich persönlich empfinde das allerdings als nicht so tragisch,da sich ja eh fast täglich irgendetwas ändert.Schon alleine,was die Technik betrifft.

    LG

    Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.
  • xadoo
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    geschrieben 1133945947000

    @ noki

    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen....oder so ähnlich!

    Ein Leben ohne Urlaub ist möglich, aber sinnlos
  • noki
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    Beiträge: 1695
    geschrieben 1133949205000

    Bitte entschuldigt alle den Fehlerteufel "erübricht"!

    Dieter

    Gar furchtbar ist des Wortes Macht, wenn man es nutzt zu unbedacht!
  • salvamor41
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    Beiträge: 4964
    geschrieben 1133952088000

    Sprache entwickelt sich, sowohl zum positiven als auch zum negativen hin. Das werden wir alle nicht ändern können, und ich frage mich: warum auch?

    Wenn man heute zum Beispiel Fernseh-Interviews aus den 50er Jahren sieht, dann muß man doch feststellen, daß sich Sprachqualität, Sprachvermögen und Ausdrucksweise der Menschen deutlich verbessert haben. Diese steife, noch aus dem Vorkriegs-Deutschland stammende Art, zu sprechen, ist einer sehr viel gewandteren Ausdrucksweise gewichen und auch die Monotonie der Sprache wurde durch eine wesentlich moduliertere Sprechweise abgelöst. Selbst 10jährige sprechen heute druckreif.

    Für mich ist das eindeutig eine positive Entwicklung.

    Die allgemein zu beobachtende Entwicklung weg von der "dialektgefärbten" Sprache hin zu - vermeintlich - astreinem Hochdeutsch sehe ich persönlich mit Bedauern. Plötzlich reden die jungen Leute sogar hier im Rheinland so gestelzt. "Wir geh'n zu Tösch und essen Fösch, und jetzt ist es ölf Uhr", "kommen sie bötte möt" oder "gratulian", "studian", "spazian". Ich weiß gar nicht, wer denen eingeredet hat, daß man derart verfälscht reden soll. Wahrscheinlich sind es die Lehrer, die das besonders schön finden.

    Anders verhält es sich auch mit den Spracheinflüssen vor allem aus dem anglo-amerikanischen Bereich auf die deutsche Sprache. Erst nach dem 2. Weltkrieg hat sich Englisch eindeutig als Weltsprache Nr. 1 etabliert, und so bleiben gewisse Einflüsse auf die deutsche Sprache aus diesem Bereich nicht aus. Ob es allerdings richtig ist, daß das nun von vielen in der Art geradezu kultiviert wird, wie es geschieht, steht auf einem anderen Blatt.

    Warum z.B. der Sonderverkauf bzw. der frühere Sommer-Winterschlußverkauf plötzlich "Sale" heißt, erschließt sich mir nicht. Weitere Beispiele gäbe es genug.

    ><o(((°> Don't feed the Trolls <°)))o><
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