Ist die Besetzung der Notausgangsplätze Auslegungssache?
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Hallo liebe Cummunity,
wir alle kennen ja die
Wichtigen Hinweise zur Nutzung von XL-Seats
die z.B. bei Condor wie folgt zu lesen sind:
(…)
Bedingt durch Sicherheitsauflagen darf folgender Personenkreis nicht am Notausgang sitzen:
• Babys und Kinder unter 12 Jahren
• Personen, die mit Kindern unter 12 Jahren und/oder Babys reisen
• Personen, die Tiere in der Kabine mitführen
• Werdende Mütter
• Körperlich und/oder geistig behinderte Personen
• Personen, die durch ihre Körpermaße, Krankheit oder aus Altergründen eingeschränkt beweglich sind
Darüber hinaus müssen Sie bereit sein, dem Bordpersonal im flugbedingten Notfall behilflich zu sein. Dies setzt voraus, dass Sie den Anweisungen der Crew in deutscher und/oder englischer Sprache Folge leisten können. Unser Check-in Personal sowie das Bordpersonal ist aus Sicherheitsgründen dazu verpflichtet, Ihre Angaben zu überprüfen. Condor behält sich das Recht vor, Sie ggf. umzusetzen.Soviel zu dem, was jeder nachlesen kann und wie es sein sollte - mich würden eure Erfahrungen in der Realität interessieren.
Ich hab es jetzt schon zweimal anders erlebt, hier mal ein Beispiel:
Auf dem Rückflug aus der Türkei hatte ich einen Sitznachbarn neben mir, der unter schrecklicher Flugangst litt. Als ich ihn Ansprach, verstand er mich nicht.
Warum nicht ? Tja, er konnte weder englisch noch deutsch, sondern nurfranzösisch. Mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Schulfranzösisch beruhigte ich den Mann, der immer blasser wurde, Schweiß gebadet war und auf seinem Sitz hin und her rutschte.Ich war heilfroh, als wir endlich am Zielflughafen angekommen waren und ich aus den Flieger konnte. Eine Hilfe im Ernstfall wäre dieser Mann mit Sicherheit nicht gewesen.
Hatte denn niemand beim Check-In bemerkt, daß der junge Mann nur französisch spricht

Nach welchen Kriterien werden diese Plätze tatsächlich vergeben und wie reagieren die Flugbegleiter bei offensichtlich ungeeigneten Personen auf den Plätzen?
Freue mich auf eure Erfahrungsberichte / Meinungen !
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Vor 3-4 Jahren konnte man den Notausgang im Internet nicht buchen.
da bekam ich ihn beim Einschecken ( falls noch nicht vergeben) wg. meiner Körperlänge. 1,90 m
Jetzt kann man ihn für 55 bzw. 60 EUR die Langstrecke buchen, da ist es für mich kein Problem.
1x wurde der vor mir Sitzende instruiert wie der Hebel zu bedienen sei. War ein junger Mann. 1x wurde eine Mutter mit Kind umgesetzt, sie hatten mit ihrem Ehemann getauscht, waren also nicht berechtigt da zu sitzen.
1x wurde ein Russe, der zwar lang war, aber auch kein Englisch sprach, nach dem Start neben mich gesetzt. Ich hatte den Gangplatz. Er hätte also den Notausgang öffnen müssen.
Ansonsten keine außergewöhnlichen Vorkommnisse
Außer, dass einer mal voll besoffen war, aber der saß weiter hinten

++++Vor 20 Jahren wollte mal ein Türk. Gastarbeiter auf dem Flug nach Istanbul das Fenster öffnen

pencere nasil aciyor?
Konnte ich aber verhindern.
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Hallo, bin leidenschaftlicher XL-Seat Sitzer..
Meine Erfahrungen sind diese, dass ich beim Check-In nie nach Fähigkeiten und Konditionen gefragt wurde, die mich dazu berechtigen auf diesen Plätzen zu sitzen.
Und bei den Airlines wo ich es am wenigsten erwartet hätte, wurden mir dann kurz vor dem Start die obligatorischen Fragen gestellt, Sprechen Sie Englisch?...Fühlen Sie sich heute fit?
Bei den Airlines wo ich einen gewissen Standard bzw wo man ein uneingeschränkt positives Bild hat, wurde ich selten gefragt.In meiner Familie gibt es zwei Flugbegleiterinnen und beide haben mir erzählt, dass diese Fragen gestellt werden müssen und dass das ein notwendiger Prozess ist. Die Auswahl der berechtigten Personen sollte bzw darf nie nach "Gesehen und für passend befunden" erfolgen...Aber die Realität sieht eben anders aus, siehe oben...
LG
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@Heike
das ist wohl wahr, ansehen tut man dies den Personen nicht. Passiert ist sicherlich auch noch nichts, da müßte bei einem Notfall schon wirklich alles zusammenkommen. Wir saßen bisher auch immer auf diesen Plätzen. Auch wenn ich vieleicht ein paar wenige Kilogramm zu viel habe, gesagt wurde nie was. Wo sollte man auch die Grenze ziehen? Denke schon im Großen u. Ganzen sollte es passen, bei extremen Gegebenheiten wird mit Sicherheit das Personal die Leute ansprechen, so habe ich es vor mir mal beobachtet, als ein kranker Passagier (Fuß in Gips) sich auf den XL-Seat setzen wollte u. die FB ihm klar machte, daß dies auf Grund Fraktur nicht ginge u. hat ihm die Sachlage erklärt. -
kirschii wrote:
Meine Erfahrungen sind diese, dass ich beim Check-In nie nach Fähigkeiten und Konditionen gefragt wurde, die mich dazu berechtigen auf diesen Plätzen zu sitzen.Die gleichen Erfahrungen hab ich auch gemacht, kirschii.
Hab zwar bei der letzten online Reservierung eine mail bekommen, in der nochmals aufgeführt war, welcher Personenkreis dort nicht sitzen darf, aber das wars auch schon.
Eine Rückmail von mir, in der ich bestätigen sollte, daß ich nicht zu diesem Personenkreis gehöre reichte vollkommen aus, um einen XL-Sitz zu bekommen.Beim Check-In wurde weder ein Sprachtest mit mir durchgeführt, noch wurde ich sonst irgendwie besonders "begutachtet".
Ach ja, bei dem von mir oben geschilderten Erlebnis vergaß ich zu erwähnen, daß die FB an unserer Reihe vorbei lief und nach kurzen Zögern nachfragte, ob denn alles in Ordnung sei ( man sah ja auch dem jungen Mann überhaupt nicht an, daß er käseweiß war, Schweißausbrüche hatte und zitterte :? ), worauf ich dann leicht ironisch antwortete: "... bis auf die Tatsache, daß der junge Mann neben mir kein deutsch bzw. englisch spricht und unter Flugangst leidet ist alles bestens " - Sie mich kurz verwundert ansah, einen Blick auf den jungen Mann neben mir richtete und dann weiterlief, grad so, als hätte ich ihr überhaupt nicht geantwortet.
Da fragt man sich dann schon, wie genau werden die Vorschriften für die Notausgangplätze vom Bordpersonal überhaupt genommen ?
Ich erwarte bestimmt keine Untersuchungen am Flughafen, aber bei doch offensichtlichen "Fehlbesetzungen" wie z.B. mangelnde bzw. komplett fehlende Sprachkenntnisse in deutsch bzw. englisch, die sollte doch wohl jeder schon beim Check-In bemerken, oder ?
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carstenW. wrote:
..... die FB ihm klar machte, daß dies auf Grund Fraktur nicht ginge u. hat ihm die Sachlage erklärt.Ähnlichen Fall hatte ich, allerdings nicht am Notausgang.
Nach meinem Unfall bin ich noch sehr lange an Krücken gegangen. Hab mich bei GermanWings auf einen Gangplatz gesetzt, nachdem ich meine Krücken oben verstaut hatte. Somit konnte man mir meine "Behinderung" nicht ansehen...
Als sich dann ein Mann in meiner Reihe ans Fenster setzte, kam sofort die FB und sagte ihm:
"Ich muß sie drauf hinweisen, dass die Dame neben ihnen ein Handicap hat. Sollten sie hier sitzenbleiben wollen, und wir in eine Notsituation kommen, haben sie im Anschluß keine Ansprüche auf Schadenersatz"
Ich hab ihm daraufhin gesagt: "Sollten wir eine Notlandung überleben, kann er ein Eis darauf essen, dass ich keine Rücksicht auf mein kaputtes Bein nehmen werde, ihm aber dankbar wäre, wenn er mir dann meine Krücken reichen würde"
Er ist sitzengeblieben und hat sich nicht mehr eingekriegt vor lachen

Aber den Hinweis von der FB fand ich trotzdem gut !!!!
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Guten Morgen, Helau und Allaf,
seit meine Frau und ich die XL-Seats buchen, werden wir immer von unserem
RB darauf hingewiesen wie wir uns verhalten sollen, sollte ein Notfall eintreten.
Auch daß unser RB für Kunden keine XL-Seats bucht, wenn diese den Sicherheitsauflagen nicht genügen.
Im Flieger sprach mich bisher eine FB darauf an,mir die zusätzlichen
Hinweise an dem Notausgang durchzulesen.
Davon mal abgesehen, staune ich immer über die generelle Gleichgültigkeit
vieler Paxen, wie die vor dem Start auf die Sicherheitshinweise reagieren.
Da ist das lesen einer Zeitschrift ja noch Harmlos.LG
Jürgen -
Hallo,
also ich denke einfach, daß es für die XL Seats auch unterschiedliche Vorschriften gibt. Doch wenn diese dann auch wieder auf der Homepage so ausgeschrieben wären, käme das dann wieder zu einem kompletten Durcheinander.
Vermutlich gelten diese Vorschriften nur für den direkten Platz am Notausgang und zumindest nicht mehr für den Gangplatz. Doch wie soll man das dem Kunden erklären. 32 A und B darf er nicht buchen, 32 C aber schon! Das begreift doch keiner mehrm, zumal wenn alle drei XL Sitze wären. Daher eine einheitliche Regelung.
Auch das Thema mit der Sprache stammt sicher nur aus der Überlegung heraus, wie man das Problem einer Einschränkung einem Fremden erklärt. Nehmen wir mal einen Charterflug für ein Fußballspiel. Kein Deutscher an Bord und vielleicht auch kaum Jemand der englisch spricht. Was dann? Bleibt die Maschine am Boden - sicher nciht!
Also nicht alles was so ausgeschrieben steht muß auch gesetzlich so verankert sein. Hier kann es definitiv Unterschiede geben und daher wird diese Regelung vermutlich auch nicht einheitlich durchgesetzt.
Gruß
Berthold
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Also ich bin die letzten 3 Jahre um die 140x geflogen und habe aufgrund meiner Größe (2m) fast immer den Notausgang bekommen.
Bei Easyjet hatte ich damals freie Sitzplatzwahl und habe mich immer an den Notausgang gesetzt, die Stewardessen haben mich jedes Mal angesprochen und gesagt, ich möge mir bitte genau die Sicherheitskarte durchlesen, da ich ja am Notausgang sitze.
Bei Air Berlin und Lufthansa/Austrian (ca 90% der Flüge) wurde mir nie was gesagt. Ich setzte mich hin und kann direkt die Augen zu machen und schlafen, verpasse so zum xxx. Mal die Sicherheitserklärungen, aber angesprochen oder aufgeweckt hat mich noch niemand.
Mich hat es doch sehr gewundert, dass bei der "Billigairline" man darauf angesprochen wurde, bei den größeren z.T. Linienairlines das aber komplett unwichtig ist.
Ich hatte mal in einem Air Berlin Flieger eine Reisetruppe von Asiaten, die saßen auch direkt am Notausgang (Strecke HAM-VIE) und verstanden weder Englisch, Französisch noch Deutsch. Die Stewardessen haben es zwar bemerkt, aber mehr auch nicht. Da fragt man sich auch manchmal, ob die Leute am CheckIn die Plätze am Notausgang wahllos vergeben....
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Die schon länger dabei sind, werden sich daran erinnern, daß es über dieses Thema vor ein paar Jahrenan bereits einmal eine außerordentlich turbulente Diskussion gab. Damals fühlten sich einige Flugbegleiter bzw. Mitarbeiter des Bodenpersonals auf den Schlips getreten, als ich behauptret hatte, daß es bei der Vergabe der Notausgangssitze nicht mit rechten Dingen zugeht. Meine Erfahrungen, über die ich damals berichtete, gingen dahin, daß die Sitze offenbar frei nach Schnauze vergeben werden. Wer sich als erster meldet, kriegt sie halt. Da wird offenbar nicht nach den geistigen und/oder körperlichen Fähigkeiten nachgefragt. Wie anders ist es möglich, daß es uns noch nie gelungen war, einen solchen Sitz zu bekommen? Es gab jedes Mal die abenteuerlichsten Begründungen, warum es nicht geht: Die Sitze sind bereits alle vorreserviert worden...Die Sitze sind für gehbehinderte Menschen reserviert...Die Sitze sind für gebrechliche ältere Menschen reserviert....Die Sitze müssen aus Sicherheitsgründen bei diesem Flug frei bleiben...Die Sitze sind für Familien mit kleinen Kindern reserviert... usw. usw. Wenn wir dann in die Maschine kamen, fläzten sich mit schöner Regelmäßigkeit junge Leute (ohne Kinder) auf den Sitzen und streckten genüßlich ihre langen Gräten von sich.
Irgendwann haben wir es dann aufgegeben.
Nach welchen Vorschriften die Sitze vergeben werden sollten, ist zwar interessant zu wissen. Nach welchen Kriterien sie de facto vergeben werden, ist aber mindestens genau so interessant. Ich bin bisher noch nicht hinter des Rätsels Lösung gekommen.
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Auf einem Flug bin ich am Notausgang gesessen.
Der ist mir aber ohne mein Zutun einfach zugeteilt worden.
Niemand hat mir irgendwelche Instruktionen erteilt oder darauf geachtet,
ob ich körperlich fit bin oder nicht.
Der einzige Unterschied zu sonstigen Flügen, war nur,
daß ich meine Handtasche nicht wie sonst vor mir auf den Boden stellen durfte.
Die mußte ins Gepäckfach.Liebe Grüße
Waltraud -
Bei Germanwings kann man die Plätze am Notausgang inzwischen schon beim Online Web CheckIn wählen. es kommt lediglich eine Meldung bei der Platzwahl mit den auf Seite 1 genannten Hinweisen und wenn man diese akzeptiert, dann hat man den Platz. Ohne Zusatzkosten und auch ohne wirkliche Kontrolle am Flughafen/an Board.
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Tja leider verkaufen viele Airlines ihre Plätze am Notausgang gegen Kohle...
Letztens saß auch eine 80+ Dame am Notausgang, dass Reisebüro hatte ihr den Sitzplatz verkauft.

Daher ist es nicht spaßig mit mir zu fliegen!

Ich gehe auch zur Besatzung hin und mache sie darauf aufmerksam, dass da ein absolut unfähiger Passagier am Notausgang sitzt. Und sollte nichts passieren, gibt es eine Anzeige beim Luftfahrtbundesamt.
Gerade bei den meisten Mittelstreckenflugzeugen (a la B737, A320, B757 etc.) sitzen keine ausgebildeten Flugbegleiter am Notausgang, sondern "normale" Passagiere. Und ich bezweifel stark, ob jemand mit 80+ und Stock den Notausgang (wiegt immerhin 25KG +!!!) im Sitzen mit einer Hand bedienen kann...
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ADEgi wrote:
Vermutlich gelten diese Vorschriften nur für den direkten Platz am Notausgang und zumindest nicht mehr für den Gangplatz.... dem ist aber wohl leider auch nicht so :?
Ich schrieb ja schon im Eingangsposting. das dies nicht mein einziges Erlebnis am Notausgang war.
Bei meinem letzten Rückflug im Oktober hatte ich einen XL-Sitz am Gang.
Die Plätze in der Mitte und am Fenster waren von einem ca. 75 – 80 jährigen Ehepaar belegt.
Schon als ich mich zu ihnen setzte bemerkte ich, daß die beiden einen sehr gebrechlichen Eindruck machten.Dieser Eindruck verstärkte sich während des Fluges immer mehr.
Selbst das Essen war ein Problem, denn sie konnten den Deckel vom Essen nur unter Anstrengungen alleine öffnen und entfernten ihn deswegen auch nicht komplett.Die Ehefrau saß direkt an der Notausgangstüre und hatte aber in dem einen Arm wohl eine Lähmung, denn der rechte Arm war steif.
Als ich das alles realisiert hatte, schaute ich mich erstmal im Flugzeug um, wie denn die anderen Notausgänge besetzt sind. Zum Glück waren dort wirklich nur Passagiere, die im Notfall den Notausgang hätten öffnen können.Wäre es wirklich zum Ernstfall gekommen, hätte das Ehepaar neben mir niemals die Türe aufbekommen.
Ich persönlich fand das ganze schon erschreckend und hab auch die entsprechende Fluggesellschaft darüber informiert.
Ich bekam nach einigen Wochen eine kurze Antwort, daß sie sich dafür bedanken und ihr Personal nochmals darauf hinweisen werden - bin mal auf meinen nächsten Flug gespannt !
Und eine Einweisung für den Notfall hab ich bis heute noch nicht einmal bekommen und ich saß bei sämtlichen Flügen in den letzten Jahren am Notausgang.
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Hallo,
also ich hatte zuletzt bei der Sky Airlines einen Notausgangsplatz. Wir waren sehr früh dran, trotzdem nicht die ersten und haben einfach mal freunlich gefragt. Klappte problemlos. Auf dem Rückweg leider nicht, weil wir da wirklich die letzten waren die Einchecken konnten.
Gruß
Berthold
p.s. Einweisungen habe ich auch noch nie bekommen, allerdings hat sich einmal bei der Belair (einem meiner ersten Flüge) die Stewardess in die Notausgangsreihe am Gang gesetzt und der Sitznachbar durfte dann auf einem Notsitz für die FB's Platz nehemen. Das Ganze natürlich nur für Start und Landung. Flugzeugtyp: MD-82
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Seit 2002 sind wir jedes Jahr mit LTU in Urlaub geflogen und auf den meisten Flügen saßen wir am Notausgang! In den ersten Jahren haben wir die immer beim Check-in bekommen, da mein Mann über 1,90m groß ist! In den letzten Jahren buchen wir die immer per Telefon und seitdem hat uns keiner gefragt ob wir englisch sprechen oder wie wir körperlich beschaffen sind! Und auch nur letztes Jahr kam eine E-mail von LTU bzw Air Berlin mit den Bestimmungen für XL-Seats, auf die wir aber nicht antworten mußten! Auch im Flieger hat uns nie eine FB angesprochen und erklärt, was im Notfall zu tun ist!
Wenn ich es hier nicht gelesen hätte, wüßte ich also gar nicht, daß das eigentlich deren Pflicht ist!
Hab auch schon gesehen, daß eine ca 80jährige Frau alleine am Notausgang saß!!!
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Also, mal so viel. 1. Den Notausgängen widmet jeder Flugbegleiter vor Start und Landung besondere Aufmerksamkeit. Es geht u.a. um den oben beschriebenen Personenkreis und das (Nichtvorhandensein von) Gepäck etc. 2. Allein, dass jemand 80 Jahre alt ist rechtfertigt nicht, ihn/sie dort wegzusetzen. Und auch das Sprachargument zählt nur sehr bedingt, denn eine unmittelbare Gefahr erkenne ich auch, wenn weder Deutsch noch Englisch spreche. Der Öffnungsvorgang der Türen ist ja anhand von Bildern relativ deutlich erklärt. 3. Auch ein kräftiger, muskelbepackter Sport-, Englisch- und Deutschlehrer in der Blüte seines Lebens (Achtung! überspitzt!) könnte in einer Ausnahmesituation (um die geht es ja in Euren Betrachtungen) falsch oder gar nicht reagieren, man weiß es nicht. Und 4.: der Gesetzgeber verbietet nicht mal, dass die Notausgänge komplett unbesetzt bleiben.
Man unterscheidet hier dann letztlich auch zwischen unvorbereiteten und vorbereiteten Notsituationen, für die es wichtig wäre, bestimmte Personengruppen dort Sitzen zu haben. Bei vielen Flugzeugmustern der Kurz- und Mittelstrecke sind die Notausgänge bei Start und Landung nämlich nicht durch Flugbegleiter besetzt, das muss im Fall der Fälle bedeuten, dass derjenige, der dort sitzt ohne konkrete mündliche Anweisung handeln muss, allein aus der Situation heraus entscheiden. Im Falle einer vorbereiteten Notlandung oder gar Notwasserung (ja, auch das wäre denkbar) würden dann die Personen an den Ausgängen sowieso umfassend für differenzierte Aufgaben gebrieft und dazu befragt.
Macht Euch mal nicht zu viel Sorgen, über vernachlässigte Flugbegleiterpflichten – ohne, das man es merkt, wird hier schon Einiges abgefragt. Wenn aber im unwahrscheinlichen Falle (siehe oben) mal einer mit körperlicher Beeinträchtigung, die nicht als solche auf den ersten Blick erkenntlich ist, auf einem solchen Platz landet und dort bleibt, ohne, dass ein Flugbegleiter eingreift, dann darf man allerdings auch als aufmerksamer Mitreisender seine Bedenken zum Ausdruck bringen. Genau, wie im Falle unbekannter Gerüche, Geräusche oder optischer Eindrücke, denn auch Flugbegleiter und Piloten sind letztlich nur Menschen
.Wenn auch sehr gut ausgebildete.In diesem Sinne: Travel safe!
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Es ist alles nicht so einfach - es kommt wie so oft auf viele Details an. Und oft kann ein falscher Eindruck entstehen.
Die Reservierung und der Check-In müssen den Personenkreis schon den hier mehrfach besprochenen Richtlinien auswählen. Passieren Fehler muss die Kabinen-Crew Umbesetzungen vornehmen.
Nun zu den Feinheiten:
Handelt es sich um NotFENSTER OHNE Flugbegleiter-Sitz müssen die Passagiere im Notfall evakuieren. Sie müssen auch englisch verstehen, denn (bei uns) werden die Kommandos zum Evakuierung auf englisch gegeben, genauso wie evtl. Einschränkungen. Einschränkungen bedeutet in dem Fall, dass evtl. gewisse Ausgänge nicht benutzt werden können.
An Notfenstern muss also mindestens ein eingewiesener und englisch verstehender Passagier zu Start und Landung sitzen. Wenn jetzt auf dem Mittel- und Gangplatz jemand sitzt der den Ausgang aufgrund von körperlichen Beeinträchtigung nicht blockiert, kann man ihn dort auch sitzen lassen wenn er kein englisch versteht. Er soll das Fenster ja auch erst mal nicht aufmachen, sondern sein Nachbar. Es ist also auch okay wenn bei nichtg ausgebuchter Maschine sonst niemand dort sitzt.
Passagiere an NotAUSGÄNGEN oder -AUSSTIEGEN MIT Flugbegleiter-Sitzen müssen o. a. Kriterien auch erfüllen werden aber nur bei erwarteter Bruch-/Notlandung eingewiesen. Und zwar für den Fall dass die Flugbegleiter
"handlungsunfähig" sind - wie es so schön heisst. Diese Passagiere werden also nicht angesprochen sondern augenscheinlich beurteilt ob sie die Ausgänge im Notfall behindern könnten. Es ist ja auch zunächst einmal die Aufgabe der Flugbegleiter an diesen Ausgängen für die Evakuierung zu sorgen.Daher kommt es einem vielleicht so vor, dass weniger große/renommierte Airlines ihre Passagiere (eher) einweisen als andere. Denn das Fluggerät von Low-Cost-Carriern ist meistens eine B737 oder ein A320 mit Notfenstern. Auf Langstreckenmaschinen bei großen Airlines gibt es meist keine NotFENSTER. Aber auch ein A321 meist keine.
Man kann Passagiere zu Start und Landung auch umsetzen. Also z. B. jemanden der sehr groß ist und deswegen am Notausgang sitzen mag und vielleicht dafür auch bezahlt hat, aber im Moment einen Gipsarm hat. Der kann 12 Stunden am Notausgang sitzen, nur eben zu Start und Landung nicht.
Es gibt auch Airlines die ihre Vielflieger zu Emergency-Training einladen und ihnen im Gegenzug dazu immer Plätze am Notausgang geben.
Dann gibt es auch Fluggesellschaften, die in erster Linie diese Plätze an eigenes/fremdes (fliegendes) Personal auf Privat-/Dienstreise vergeben.
Es kann also leicht ein falscher Eindruck entstehen, gerade während des Reisefluges wenn die Anschallzeichen aus sind.