DSL - wichtig oder nicht?
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Es ist kein Geheimnis, das einige Landstriche in Deutschland DSL- und Breitband- unterversorgt sind. Den Frust, wenn man kein DSL zur Verfügung hat, kann wohl nur jemand verstehen, der sich Tag für Tag per Modem und co durchs Netz quält. Dabei geht es nicht nur um das "Erlebnis Internet" und eine Freizeitbeschäftigung sondern eher um eine Alltagssituation, die mittlerweile als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Nur leider in Deutschland nicht flächendeckend.
Ohne DSL keine Flatrate. Und keine Downloads und Updates. Eine einfache Datenübertragung ohne DSL kann sich schon mal auf 10 Stunden hinziehen. Dabei fängt der Stromzähler wie ein Ventilator an, zu drehen. Vorausgesetzt, die Leitung macht nicht zwischendrinn schlapp und bricht den Vorgang ab. Dann ist eine gebrannte CD oftmals der einzigste Ausweg. Die wird dann per Post verschickt.
Gewerbetreibende in ländlichen Gebieten sind ebenso benachteiligt, wie Hotels, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen. Der "Klick" zur Aussenwelt ist äußerst launisch- und kostet viel Geld. Krankenkassen und andere Einrichtungen bieten Unterlagen nur noch zum "Runterladen" an. Schulkinder sollen für Projekte Informationen "gurgln" und ihrem Lehrer mails schicken, Bewerbungen werden heute gerne online abgefordert... ohne DSL wird das oft zu einer echten Herausforderung.
Wie ist das bei Euch? Seid Ihr auch Internet-genervt? Oder hebt Euch das gar nicht an?

Grüssle
Lapis -
Meine Modem-Phase liegt gefühlte Jahrtausende zurück und für mich wäre das heute schlicht UNDENKBAR!
Zur Ausübung meines Berufes müsste ich in eine wohlversorgte Gegend ziehen, ohne jeden Zweifel.Nenn es naiv, aber mir war die Existenz einer derartigen Unterversorgung überhaupt nicht bewusst!? :?
Noch mal: Für mich wäre das ein No-Go!!

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Aber es besteht Hoffnung.

Die Regierung beschloss am Mittwoch, Funkfrequenzen, die sogenannte Digitale Dividende, für Breitband-Mobilfunkanwendungen freizugeben. Damit werde die Versorgung ländlicher Regionen verbessert, ... ´Weiße Flecken´ gebe es vor allem in dünn besiedelten ländlichen Räumen. Die Frequenzen wurden frei durch den Umstieg auf digitalen Rundfunk.
Dauert natürlich etwas, so schnell ist der Fernmeldebeamte ja dann doch nicht.

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...zudem gibt es Sky-DSL, welches man auch in den entlegensten Winkel der Republik nutzen kann.
Die Breitband "Unterversorgung" ist ein altbekanntes Problem, selbst in Ballungsräumen gibt es Bereiche, die nicht ans Netz angeschlossen sind. Ganz einfach aus Kostengründen, denn die T-Com als Netzbetreiber arbeitet halt Gewinnorientiert und nicht mehr im Staatsauftrag und Bürgerorientiert...

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Danke für Eure Antworten.
ja Curi, es gibt Sky-DSL. Mittlerweile sogar mit Ein- UND Ausgang via Satellit.
Alleine die Anschaffung der Hardware ist- im Vergleich zu DSL aus der Dose- äußerst kostenintensiv. Von den monatlichen Aufwendungen gar nicht zu reden.
Abgesehen davon, ist diese Variante äußerst unzuverlässig, da das Datensignal die Entfernung vom Satelliten zum Empfänger zu überbrücken hat. Die Reaktionszeiten können sich variabel merklich verzögern (auch bei Umwelteinflüssen wie Gewitter, Hagel, Regen) und können zu Stoßzeiten komplett einbrechen. Für Leute, die beruflich auf eine sichere Online-Verbindung angewiesen sind, weil sie Online-Datenbanken oder Kundensysteme abrufen müssen, keine wirklich interessante Alternative.
Die Worte "Wettbewerbsfähigkeit" und "Gleichstellung" treten dabei völlig in den Hintergrund.
Neulich habe ich den Satz aufgeschnappt: "Man ist regelrecht gezwungen, dem DSL hinterher zu ziehen"!
Das ist bitter. Und eine Kostenfrage. Ansich erwartet man in der heutigen Zeit eine gewisse Flexibilität- das ist auch völlig legitim. Allerdings gibt es in diesem Leben auch noch andere Verpflichtungen, wie z.B. Familie, Haus und Hof. Alle Welt redet von "Downloads" und "links", von "Hompages" und "Websides". Früher oder später kommt niemand mehr am www vorbei. Nicht selten ist in den Medien zu lesen, dass lädliche Gebiete aussterben, die Kommunen beklagen eine ständige Abwanderung, die Jugend orientiert sich an Ballungsgebieten.
Warum wird das gefördert?
@ von Schmeling
nein, naiv ist das ganz sicher nicht, eher nur Unwissenheit. Erst, wenn man mal aus der Notwendigkeit heraus dazu gezwungen ist, sich mit dieser Thematik zu beschäftigen, merkt man, wie sehr man darauf angewiesen ist.Grüssle
Lapis -
...ich erinnere mich noch an die Zeit des arpanets, in dem man damals noch mit 1200/2400 Modems gelangte, teils sogar noch mit Akkustikkopplern.
Das waren "komfortable" Zeiten, konnte man doch in den BBSs sich austauschen und gemeinsam an Programmen tüfteln ohne direkt zusammen zu sitzen. 
Ebay und das www waren da noch Fremdworte...

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Ja der Fortschritt, was waren das noch für grauenhafte Zeit wo man mit einem 56k Modem durchs WWW gesurft, achne gesurft kann man bei so einer Geschwindigkeit ja gar nichts sagen. Eher geschlichen ist, Sachen mit 3/kbs pro Sek. runtergeladen hat.
Und heute ?Jetzt habe ich "noch" das 10.000fache an Download Geschwindigkeit und ich möchte es gar nicht mehr missen.
Um Deine Frage zu beantworten, JA ich/man braucht DSL.

Gruss
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So wichtig, dass ich es nicht mehr missen möchte.

Wie vonschmeling schon schreibt, liegt die Erinnerung an Modem-Zeiten gefühlte " Steinzeiten " entfernt und das, obwohl ich mein DSL erst vor knapp zwei Jahren erhalten habe.
Was war das Ganze in der Bewältigung und Durchführung mit Modem und einem Rechner doch schwierig.
Ständig musste man das Feld räumen, weil der Nächste noch Dinge zu erledigen hatte, die Vorrang hatten. 
Und jetzt? Router an und jeder surft mit dem " Schleppi " was die Leitung hergibt...

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Oooooch, so viele
im Thread!Sorry Leute, ich lach ja auch gerne... nur zu diesem Thema ist mir das Lachen vergangen.

Ich kämpf gerade mit Bürgermeistern, sonstigen Behörden und Anbietern. Interessanter Weise ist der Bedarf vorhanden- aber neue Mühlen malen langsam. Ob da Existenzen dahinter stehen, ob Einwohner darauf angewiesen sind... völlig egal.
Aber es gibt ja noch Unterschriftensammlungen, Presse ect.

@ Curi
ich würde gerne im nachhinein eine Umfrage an diesen Thread anhängen. "DSL- wichtig oder nicht? ja/nein" Ist das machbar?Grüssle
Lapis -
Danke schön, Curi!

auch an alle, die hier abstimmen.
Es soll ja dabei nicht nur um bestimmte Regionen gehen- der Meinungsdurchschnitt ist mir wichtig und Eure Ansichten dazu interessieren mich.Also nochmal
an alle, die hier abstimmen.übrigens ist unsere kleine "Bürgerinitiative" jetzt nicht mehr nur eine kleine Samstags-Runde von "abgeschnittenen" Einwohnern... wir konnten die regionale Tages-Zeitung dazu gewinnen, unsere Bemühungen zu verfolgen und eine laufende Berichterstattung daraus zu machen. Seitdem melden sich immer mehr Internetgenervte.

Grüssle
Lapis -
...Ich kämpf gerade mit Bürgermeistern, sonstigen Behörden und Anbietern. Interessanter Weise ist der Bedarf vorhanden...
Nun gut,
sicher ist der Bedarf einzelner Bewohner in ländlichen Gebieten vorhanden, dass wird mit Sicherheit niemand abstreiten auch nicht die Netzbetreiber. Die Frage ist nur ob sich die getätigten Investitionen in diesen Gebieten auf absehbarer Zeit amotisieren. Wie viele Bewohner einer Gemeinde unterschreiben dann wirklich einen Vertrag beim jeweiligen für den Ausbau verantwortlichen Anbieter? Lohnt es sich überhaupt oder sind die Investitionen in den Sand gesetzt?
Gehe mal von 50.000 Euro pro verlegten Kilometer Kabel, bis zur nächsten Vermittlungsstation/Übertragungsstation, aus.
Rechne nun pro Anschluß, bei ständig fallenden Preisen pro Anschluß, ca 30 Euro im Monat plus die potentiellen neuen Nutzer in der Gemeinde gegen.
Desweiteren kommt die unklare Position der Bundesnetzagentur dazu die eine auf Nachhaltigkeit u. Wirtschaftlichkeit fußende Kalkulation nahezu unmöglich macht.
Kein Unternehmen tätigt Investitionen ohne auch nur die Möglichkeit zu haben diese wieder zu sehen, im schlimmsten Fall gar seine Netze für andere Anbieter öffnen zu müssen ohne entsprechende Gegenleistungen zu erhalten.
Am Donnerstag ist das Thema auch wieder in Brüssel auf dem Tisch. Unsere Kanzlerin hat sich heut mal wieder hierzu geäußert u. versucht Druck zu Gunsten der dt. Telekom aufzubauen. Wir reden hier von einen Investitionsbedarf von fast 50 Milliarden Euro. Da dürfte eigentlich klar sein, dass sich der größte Anbieter in Europa mit seinen Ausbauplänen bedeckt hält solange nicht grundsätzliche Fragen zur Sicherheit seiner Investitionen geklärt sind.
Ich weiß, dass hilft nun dem Landgasthof X auch nicht weiter aber vielleicht hilft es zu verstehen warum manche Entscheidungen etwas länger dauern.Rechtschreibfehler bitte großzügig übersehen - Ist schon spät.
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@ lola84
damit bekommt ihr wenigstens eine Flat :?Hi erik,
tja, wie überall sind Zahlen nunmal der Hauptschwerpunkt, völlig korrekt. Eine ordentliche Kosten/Nutzen-Rechnung gehört dazu, dass streitet auch niemand ab. Wir leben nicht bei "wünsch Dir was" oder in "Alices Wunderwelt".
Ich habe mich ja nun ausreichend mit diesem Thema beschäftigt und man sollte nicht glauben, welche Nebeninformationen dabei ans Tageslicht kommen...
z.B., dass vor einigen Jahren neue Leitungen verlegt worden sind. Man glaube aber nicht, dass diese vorausschauend geplant wurden. Nein, es wurde einfach ein Graben gebuddelt und eine Leitung verlegt, die gerade einmal "übrig" war und für die Telefonversorgung reicht.Original-Zitat eines T*-Mitarbeiters: "Wir wollen in ein paar Jahren schließlich auch noch was zu tun haben."
Soviel dazu.
Weiterhin reden wir in unserem Fall von 22 Gewerbetreibenden und über 120 "Privatpersonen", die z.T. beruflich dringend auf einen DSL-Anschluß angewiesen sind. Wohl gemerkt: die Unterschriftensammlung geht weiter. Und die Anwohner sind sogar bereit, für eine ordentliche Verbindung zur Aussenwelt selbst Hand anzulegen. Kollektives Gräben-schippen wäre das kleinste Problem. Meiner Kenntnisse nach kostet ein Kilometer Leitung zwischen 35- und 40 000 Euro. Auf weite Sicht wäre das ein lohnendes Geschäft. Denn die Tendenz im Ort geht von "Vorstadtidylle" bishin zu "Leben auf dem Land". Wenn einmal DSL anliegt, wird es immer mehr Interessenten dafür geben, die Wohngegend ist geradezu geschaffen dafür.
Mich interessiert nicht, was nicht geht- ich brauche DSL. Und ich suche nach einer Lösung. Frau Merkel und Herr Platzeck haben sich da etwas auf die Fahne geschrieben- wäre schön, wenn das nicht nur ein leeres Versprechen war

Grüssle
Lapis -
Hier mal zwei Nachrichten zum Thema, von gestern.
Es sieht nicht gut aus.Die Bundesnetzagentur hat die Gebühren für die so genannte letzte Meile bei Telefonanschlüssen gesenkt. Die Gebühr für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) werde für die nächsten zwei Jahre von derzeit 10,50 auf 10,20 Euro reduziert, wie die Behörde am Dienstag in Bonn mitteilte. ...
Reaktion der dt. Telekom
Das ist ein schlechter Tag für den Breitbandausbau im ländlichen Raum und Infrastrukturausbau in Deutschland´, sagte ein Telekom-Sprecher nun in einer ersten Reaktion. Mit der Entscheidung würden die Ziele der Breitbandstrategie der Bundesregierung vollständig konterkariert, und dringend benötigte Investitionsmittel für den Breitbandausbau vernichtet. Die Deutsche Telekom sehe angesichts solcher Entscheidungen keine Grundlage mehr für den verstärkten Ausbau weißer Flecken. ...
und dies kam aus Brüssel gleich noch hinterher
Die Deutsche Telekom muss ihre neuen, milliardenschweren Breitbandnetze für Wettbewerber offen lassen. ...
Aus Verhandlungskreisen verlautete, die Breitbandnetze würden für Rivalen offenbleiben und die Preise auch weiterhin von der Bundesnetzagentur festgelegt.
...Nachtrag: Aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben. Bald sind ja Wahlen u. die dt. Telekom ist immer noch ein "Staatsunternehmen".
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DSL ist schon eine feine Sache, doch leider ist oft nicht drin, was auf der Verpackung steht. Mein Vertrag ist DSL 6000, in Wahrheit sind es abhängig von der Tageszeit und des Standortes meine WLAN-Laptops nur um die 3000kbit. Gerne hätte ich auch eine 16000-der Leitung, doch die genannte Geschwindigkeit ist lt. Auskunft meines Providers derzeit schon das Maximum :?
Wer seine DSL-Geschwindigkeit mal testen möchte, findet
schnell Hilfe, es ist ganz einfach, dauert nicht mal eine Minute und es herrscht Klarheit über die Verbindung, viel Spass beim testen
LG Peter

PS: Der größte Luxus ist es aber, privat den PC und das Handy auch mal auszulassen, schnell werden einem (hoffentlich) die wirklich wichtigen Dinge im Leben wieder bewusst....
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In meiner Wohngegend mitten in der Innenstadt gab es zuerst DSL und Kabelfernsehen. Die anderen Stadtteile kamen erst später dran. Inzwischen nutze ich auch Fernsehen Entertainment das sozusagen zeitversetzte Fernsehen. Mein Bruder wohnt in einem Stadtteil von Essen und nutzt es schon länger. Nun fällt es bei ihm aus weil die DSL-Performance dort nicht mehr reicht.
Jetzt kann er wieder seine Sat,-Schüssel aktivieren.