Reisebericht Perurundreise Inti Raymi 2008
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Hallo zusammen,
wollte meinen Reisebericht eigentlich zuerst ans Reisemagazin schicken, aber nach etwas Brainstorming musste ich feststellen, das das einfach den Rahmen sprengen würden.
Habe mich deshalb dazu entschieden, meine Reiseerlebnisse quer durch Peru hier reinzustellen. Wenn das hier nicht reinpasst, dann bitte einfach verschieben. Aber da ich nicht nur Südamerikaspezialisten erreichen will sondern die Allgemeinheit dachte ich mir, das ich hier eigentlich nicht falsch liegen kann

Werde versuchen so gut wie jeden Tag einen neuen Bericht einzustellen.
Die beschrieben Reise ging vom 23.02.2008 - 16.03.2008 von Lima über Puerto Maldonado, Machu Picchu, Cuzco, den Titicacasee, den Colca Canyon, Arequipa, Nazca, Isla Ballestas, Ayacucho zurück nach Lima.
Und nun viel Spass beim Lesen

schönen Gruß
Stefan -
23.02.08: 1. Reisetag, Anreise
Am Samstag ging es endlich los, die Tage vorher waren schon gezeichnet von Vorfreude und auch von den Reisevorbereitungen.
Los ging es um halb 3 in der Früh Richtung Flughafen, da unser Flug bereits um 6.00 Uhr Richtung Amsterdam startete. Einchecken etc. ging alles problemlos von statten, so das wir noch genügend Zeit für einen gemütlichen Kaffee hatten. Um 6 flogen wir dann pünktlich los, in einen wunderschönen Sonnenaufgang. Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir Amsterdam und seine Grachten. Hier hieß es dann aussteigen und warten, bis unser Nonstop-Flug nach Lima um ca. 10.30 Uhr losging. Nach mehreren Sicherheits-check in Amsterdam war es dann auch endlich so weit. Der Flug selber (knapp 11 Stunden) verging "wie im Flug" da es im Bordprogramm genügend Auswahl gab. Spätestens als man dann über den Dschungel Venezuelas flog, war alles andere eh uninteressant. Wir überflogen den Kontinent, dabei auch Kolumbien und Ecuador und näherten uns Lima dann vom Pazifik her. Hier präsentierte sich das Land in einem trostlosen Mix aus Grau und Brauntönen, nur unterbrochen von ein paar Ortschaften und Ölraffinerien. Kaum gelandet. schon fand man sich im typischen Gewusel eines großen Flughafens wieder. etwas gerädert aber auch extrem gespannt holten wir unsere Koffer ab und begaben uns Richtung Ausgang, wo wir dann auch auf unsere Reisegruppe trafen. Diese setzte sich wie folgt zusammen:Ich und meine Freundin (30 + 29 Jahre)
ein Paar aus München (45 +54 Jahre)
ein Paar aus Dresden (56 + 59 Jahre)
sowie ein Paar aus Leipzig (50 + 64 Jahre)Da wir nur acht Personen waren, versprach es auch eine sehr intensive Reise zu werden, da es den Reiseführern auch eher möglich war, auf den Einzelnen einzugehen.
Wir verließen zusammen den Flughafen und wurden sofort vom klimatischen Hammer getroffen. 27 Grad und ca. 95% Luftfeuchtigkeit waren dann doch ein krasser Gegensatz zu unserem etwas kühlerem Winterwetter in Deutschland. Wir wurden schon von einem Kleinbus erwartet, der uns auch auf vielen Teilen der Reise zur Verfügung stehen sollte.
Schon ging es durch den abendlichen Berufsverkehr Limas, die zu den größten Hauptstädten der Welt mit knapp 8 Mio. Einwohnern gehört. Unsere erste Unterkunft lag etwas außerhalb von Lima, in Nuevo Lurin. Der Weg dorthin führte über eine gewundene Küstenstrasse, die uns auch einen wunderschönen ersten Sonnenuntergang direkt am Meer bescherte. Nach knapp 45 Minuten erreichten wir dann unseren Bestimmungsort, ein kleines Hotel, das von der dort ansässigen Künstlerinitiative "Raymisa" geführt wird. Nach einem kurzen Willkommen gingen wir auf unser Zimmer und verstauten erst mal unser Gepäck. Dann noch schnell ein peruanisches Bier zum einstimmen und ein paar Minuten das Rauschen des nahen Meeres genießen. Völlig fertig und doch äußerst zufrieden gaben wir uns dem Dank der Zeitumstellung doch recht kurzen Schlaf hin.
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24.02.08: 2. Reisetag, Lima
Nach einer sehr langen Nacht, dank der Zeitverschiebung von 6 Stunden und schwül warmen 26 C konnten wir ab 2 Uhr nicht mehr schlafen, genossen wir den ersten Morgen in unserem Urlaubsland. Unser Frühstück war erst um 9 Uhr angesetzt, da wir den ersten Tag etwas langsamer angehen wollten.
Das Frühstück überraschte uns sogleich mit einigen einheimischen Wurst- und Käsesorten, sowie einem frischen Papayasaft, der zusammen mit dem Kaffee die Lebensgeister weckte. Den Hinweis, das wir den Kaffee hier noch genießen sollten, nahmen wir nicht allzu ernst, sollten aber während der Reise feststellen, das er durchaus ernst zu nehmen ist. Erste Instruktionen erhielten wir dann von Linda, der Mitbegründerin von Inti Raymi, die witzigerweise aus er Nähe von Freising bei München kommt. Auf dem Programm stand eine Stadtrundfahrt durch Lima an. Dank unseres Reisetermins in der Regenzeit, konnten wir die Hauptstadt im schönsten Sonnenschein besichtigen. Nur während den Wintermonaten Dezember bis Februar/März herrscht hier schönes Wetter. In den anderen Monaten hängt eine Nebel-Dunstglocke über der Stadt und die Sonne lässt sich so gut wie nie blicken. Nichtsdestotrotz liegen die Temperaturen während dieser Zeit um die 20 C herum.Um 10 Uhr ging es dann los Richtung Lima. Interwegs konnte man schon einige Eindrücke über das Leben der Armen Bevölkerung in den Vorstädten von Lima gewinnen. Wir fuhren eine mehr schlecht als rechte Nebenstrasse der Pan Americana, direkt an den bebauten Sanddünen vorbei. Der Verkehr nahm auch immer mehr zu und ehe man sich versah, war man bereits mitten im Gewühl einer Großstadt.
Unser erster Anlaufpunkt war ein kleines Museum, in dem verschiedene peruanische Künstler, teilweise auch Mitglieder der Kooperative, ihre Werke ausstellten. Interessant waren dabei vor allem die geschnitzten Kürbisse, sowie die für uns Europäer doch eher ungewöhnlichen Altäre mit den Skeletten. Da der Tod hier eine ganz andere Rolle spielt, hält er auch Einzug in die kirchliche Kunst.
Nach diesem Abstecher machten wir uns auf den Weg zum "Park der Liebenden". Dieser liegt wunderschön an der Steilküste Limas und ermöglicht einen sagenhaften Ausblick auf den Pazifik. Der Park verdankt seinen Namen einer große Skulptur, die ein sich liebendes Pärchen zeigt, aber auch den ganzen Verliebten, die sich hier rumtrieben. Diese grüne Oase war eine schöne Abwechslung zur eher tristen Umgebung, was aber auch nicht verwunderlich ist, bei maximal einem Regentag pro Jahr. Ohne künstliche Bewässerung läuft hier gar nichts.
Der nächste Anlaufpunkt war dann der "Plaza des Armas", der Waffenplatz im Zentrum der Stadt. Hier steht die große Kathedrale von Lima, ist der Regierungspalast sowie das alte und neue Rathaus zu finden. Sofort hatte uns der Koloniale Flair dieses Platzen in den Bann gezogen. Pünktlich zum Wachwechsel trafen wir ein, was auch für die einheimische Bevölkerung immer wieder ein Erlebnis ist. Wahnsinn, wie sich die Soldaten in ihren schwarzen Uniformen bei ca. 35 C in der Sonne auf den Beinen hielten.
Nach einem kurzen Besuch der Kathedrale, die in dieser Form erst seit Mitte des 18. Jahrhunderts besteht, nachdem Sie bei einem Erdbeben erheblich zerstört wurde, schlenderten wir etwas durch die Strassen und Gassen dieser schönen Stadt und kamen noch an der Post Limas vorbei, die vom Wappen des Landes geziert wird. Da es bereits nach 13 Uhr war, entschlossen wir uns eines der kleinen Restaurants unsicher zu machen. Wir kehrten in eine über 100 Jahre alte Kneipe ein und probierten auch gleich auf ein einheimisches Getränk, "Chicha Morada". Dieses Getränk wird aus dem lilafarbenen Mais gewonnen und mit verschiedenen Gewürzen, unter anderem Nelken, versetzt. Es wird eiskalt getrunken und erinnert einen vom Geruch an kalten Glühwein. Sehr lecker, habe ich mir auch schon in Deutschland bestellt
Weiter ging es nach diesem kurzen Zwischenstopp noch zu einem Franziskanerkloster, in dem wir die Katakomben besichtigten. Hier wurden mehrere Tausend Menschen beigesetzt und einige Archäologen machten sich die Arbeit und katalogisierten diese. Deshalb verströmen diese Katakomben auch einen morbiden Charakter, wenn man verschiedenen Gräbern vorbei geht und reihenweise nur Schädel, Oberschenkelknochen etc. fein säuberlich sortiert vorfindet.
Nach dieser Besichtigung hatten wir noch knapp 30 Minuten Zeit um uns nochmals am Plaza des Armas umzusehen. Dort traten gerade ein paar Folkloregruppen mit Musik und Tänzen auf, so das diese Minuten viel zu schnell verstrichen. Zurück ging es wieder an den verbauten Dünen vorbei, bis wir gegen 16.30 Uhr wieder in Nuevo Lurin ankamen. Die Zeit bis zum Abendessen, frisch gefangenem Fisch, vertrieben wir uns indem wir an den nahegelegenen Strand gingen. Da es dank des Humboldstroms nur in den Sommermonaten möglich ist Baden zu gehen, war der Strand natürlich dementsprechend gut besucht. Wer allerdings ausländische Touristen hier vermutet liegt komplett falsch. Die einzigen "Touris" am Ort waren wir, inmitten von Hunderten, wenn nicht Tausenden Peruanern. Dank eines wolkenfreien Himmels konnten wir ein paar wunderschöne Sonnenuntergangsbilder machen.
Nach dem Abendessen genossen wir erst mal einen Pisco, den nationalen Traubenschnaps Perus. Danach hieß es erst mal die Koffer packen, da es am nächsten Tag bereits weiter ging. Wir werden die Großstadt hinter uns lassen und uns in den Dschungel Perus aufmachen. 3 sehr interessante Tage liegen vor uns.
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25.02.08: 3. Reisetag, Lima - Posada Amazonas Lodge (Puerto Maldonado)
Heute ging es schon etwas früher raus, um halb 7 war Aufstehen angesagt. Wir wollten ja noch ein gemütliches Frühstück einnehmen aber auch zeitgleich unser pünktliches Erscheinen am Flughafen im Auge behalten. Unser Flug nach Puerto Maldonado über Cuzco ging zwar erst um 11.00 Uhr, aber man sollte schon mindestens 2 Stunden vorher am Flughafen sein, da es dort doch immer wieder zu Verzögerungen kommen kann. Es ging aber zum Glück recht schnell so das wir uns am Flughafen noch mit einigen Süßigkeiten eindecken konnten.
Der Flug selber war sehr ruhig, aber die Aussicht war wieder spektakulär. Zuerst flogen wir über die kahle Stein- und Sandwüste die dann recht schnell in das Hochland der Anden überging. Unter uns sehen wir nur noch Berge und weite Täler. In Cuzco legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein, es stiegen nur Passagiere ein und aus und dann ging es schon weiter nach Puerto Maldonado. Recht schnell gingen die Hänge der Berge in das Grün des Dschungels über und wir überflogen eine einzige grüne Fläche, durchbrochen von ein paar braunen Flüssen. Dank der Regenzeit war es sehr bewölkt und es gab immer wieder einzelne Regenschauer. Keine 30 Minuten nach unserem Start in Cuzco landeten wir dann auf einem kleinen Flugplatz mitten in der grünen Hölle. Wir wurden von unserer deutschsprechenden Reiseleitung schon erwartet und sogleich in einen Dschungelbus verfrachtet. Es ging 10 Minuten über Feld und Waldwege bis wir das Büro der dort ansässigen Agentur erreichten. Dann hieß es schnell umpacken, denn auf unseren Dschungeltrip konnten wir nur einen Rucksack mit den nötigsten Dingen mitnehmen. Der Rest unseres Gepäcks blieb die nächsten Tage bei dieser Agentur. Keine 15 Minuten später waren wir schon wieder im Bus auf dem Weg zum Rio Tampopata, an dem uns unser Boot erwartete, das uns zu unserer Lodge bringen wird.
Zusammen mit einer Gruppe Amerikaner bestiegen wir unseren motorisierten Einbaum und los ging es. Essen gab es dann auf dem Boot, Reis mit Gemüse und Fleisch eingewickelt in ein Bananenblatt, das umweltgerecht im Fluss entsorgt werden durfte Vorbei an kleinen Behausungen und vereinzelten Hütten ging es stromaufwärts. Unterwegs konnten wir noch ein Wasserschwein beobachten und keine 3 Stunden später hatten wir dann unseren Bestimmungsort erreicht. Zumindest fast, denn nach dem Anlegen mussten wir erst noch ca. 15 Minuten zu Fuß durch den Dschungel gehen bis wir unsere Lodge erreichten. Zur Begrüßung umschwirrten uns auch schon die Moskitos, die dank einiger Antimückenmittel doch gut auf Distanz zu halten waren. Aus dem Dickicht heraus liefen wir direkt auf unsere Unterkunft zu und wurden mehr als positiv überrascht.
Die Lodge selber wurde nur aus Materialien gebaut, die im Dschungel selber vorkommen, damit Sie später wieder komplett verwertet werden kann. Wir wurden an der Rezeption mit einem Begrüßungscocktail empfangen und gleich auf die Gepflogenheiten dieser Unterkunft hingewiesen. Trinkwasser wurde kostenlos zur Verfügung gestellt und war in jedem Bereich der Lodge in Wasserspendern zu bekommen. Strom gab es nur Abends zwischen 18.00 und 21.00 Uhr, damit die Küche und die Bar eine Beleuchtung hatte und die Touristen ihre Akkus aufladen konnten. Die restliche Zeit musste stromlos verbracht werden. Die Wege sowie die Zimmer wurden mit Kerosinlampen beleuchtet, die spätestens um 22.00 Uhr gelöscht wurden. Die Zimmer waren ausgestattet mit 2 Betten inkl. Moskitonetz, jeweils einem Beistelltischchen und einer dazugehörigen Kerze
Das Badezimmer bestand aus einer Toilette, einem Waschbecken und einer Dusche, die allerdings nur mit kaltem Wasser versorgt wurde. Das schönste aber war der sagenhafte Ausblick auf den Dschungel. Das Zimmer grenzte direkt an den Urwald und die Wand als solche war nicht vorhanden. Ein Brüstung als Abgrenzung gab es noch, aber alles andere bis unters Dach war komplett frei. Ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte.Nach einer kleinen Eingewöhnungszeit ging es dann nochmals los und wir zogen uns zuallererst die hauseigenen Gummistiefel an. Unser Ziel war ein Aussichtsturm, der nach knapp 30 Minuten Fußmarsch durch Schlamm und Wald zu erreichen war. Dieser Aussichtsturm (Höhe 35 Meter) ermöglich es einem, über das Blätterdach des Dschungels zu blicken. Wir kamen dort kurz vor Sonnenuntergang an und durften die Stimmung in uns aufnehmen. Der Turm war nichts für schwache Nerven, denn als wir zu acht ganz oben standen, schwankte er doch recht bedenklich. Zum Glück war er an verschiedenen Bäumen befestigt ( sehr sicher !!! Ironie off). Auf dem Rückweg wurde es dann sehr schnell dunkel und die mitgenommenen Taschenlampen kamen zum Einsatz. Ohne diese konnte man nicht mal seine Hand vor Augen sehen. So gegen 19.00 Uhr gab es ein sehr gutes Abendessen, zubereitet aus Zutaten die meist direkt aus dem Dschungel kamen. Auch wurde uns unser weiteres Programm für den morgigen Tag unterbreitet. Ausschlafen war nicht gerade angesagt, nachdem das Frühstück schon auf 5.00 Uhr angesetzt war, damit wir gegen 7.00 Uhr unseren Beobachtungspunkt zum Vogel Seightseeing erreichen würden.
Wir genossen noch einen sehr guten Pisco Sour in dieser schönen Umgebung und gingen dann doch schon recht früh ins Bett. Das Zirpen der Grillen und der anderen Insekten bildete das Hintergrundgeräusch für diese erste Nacht im Dschungel. -
26.02.08: 4. Reisetag, Posada Amazonas Lodge
Wie bereits am Abend zuvor besprochen wurden wir um 4.30 Uhr geweckt und nahmen etwas schlaftrunken unser Frühstück bei Kerzenschein ein. Der Kaffee war für uns Europäer doch sehr gewöhnungsbedürftig, da es wie fast in ganz Peru nur ein Konzentrat gab, das man dann mit Wasser verdünnen musste. Es gab eine große Auswahl an exotischen Früchten, aber auch Wurst und Käse aus der Region.
Um 5 Uhr ging es dann mit unserem Boot wieder los. Wir führen knapp 30 Minuten flussaufwärts und machten uns dann auf den Weg zu unserem Aussichtspunkt. Unterwegs vernahmen wir das Gebrüll der Brüllaffen und sahen hin und wieder auch kleinere Affen in den Bäumen. Nach einer Wanderung von knapp 45 Minuten erreichten wir einen See auf dem unser Beobachtungsboot schon bereit stand. Dieses Boot sollte uns für die nächsten 4 Stunden zur Beobachtung der Flora und Faune zur Verfügung stehen. Nach ein paar schönen Eindrücken, als die Sonne durch die Wolkendecke brach, machten wir uns auch schon auf, die ersten Vögel zu entdecken. Was am Anfang recht langwierig schien, lies die Zeit jedoch sehr schnell vergehen. Wir konnten auch die ein oder anderen Vögel beobachten, entdeckten aber auch interessante Pflanzen am Seeufer.
Unseren Mut konnten wir dann beweisen, als wir die sogenannte "Käsefrucht" probierten. Diese kleine Frucht besteht zu 95% aus dem Kern und hat eine kleine Schicht Fruchtfleisch darum. Ich konnte natürlich nicht Nein sagen und durfte mich danach knapp 30 Minuten mit einem tierischen Geschmack nach altem Romadur herumschlagen.
Ablenken konnte ich mich dann zum Glück beim Piranhia-Fischen, Unser Guide hatte extra für diesen Zweck Fleischbrücken mitgenommen und wir durften alle unser Glück versuchen. Ich hatte dann auch das Glück, einen Piranhia zu erwischen ´Danach wurden die Fische auch wieder frei gelassen.Gegen 12 Uhr fuhren wir zurück und kamen dabei an einer Tonlecke vorbei, wo verschiedene Papageien den mineralhaltigen Ton *******. Dieser hilft ihnen, die teilweise giftigen Substanzen der Früchte zu neutralisieren.
Nach einem guten Mittagessen und einer kleinen Verschnaufspause fuhren wir noch zu einem ansässigen Schamanen und ließen uns dort die verschiedenen Heilpflanzen näher bringen. Auch heute noch behandeln die Schamanen die einheimische Bevölkerung hauptsächlich mit diesen Pflanzen und sogar Europäer und Amerikaner kommen gegen gutes Geld in den Urwald um sich behandeln zu lassen. Wir durften auch die ein oder andere Pflanze probieren, wirklich gesünder fühlten wir uns danach nicht
Am Ende des Führung durften wir dann auch noch ein paar Heilschnäpse probieren. Für die männlichen Mitglieder war eigentlich nur der "Para-Para" Schnaps interessant, da er die Potenz verbessern soll. Nach der Wirkung wurden die einzelnen Teilnehmer während der weiteren Reise immer wieder gefragt
Wieder zurück in der Lodge konnten wir den Urwald nochmals in Ruhe genießen und auch den verschiedenen Affen bei ihrem Treiben beobachten. Wir ließen den Abend dann wieder in er Bar bei Pisco Sour ausklingen und freuten uns auf eine weitere Nacht in dieser Atmosphäre. Schon Morgen sollten wir diese Idylle verlassen und uns auf den Weg ins Heilige Tal der Inkas in Richtung Macchu Picchu machen. Schade das wir diesen schönen Ort schon wieder verlassen müssen, aber die Vorfreude auf weitere interessante Orte und Sehenswürdigkeiten überwiegt dann doch.
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27.02.08, 5. Reisetag, Posada Amazonas Lodge - Cuzco - Coya
Nach einer weiteren unbeschreiblich schönen Nacht und dem natürlichen Wecker, den Brüllaffen, durften wir den Tag heute etwas ruhiger angehen lassen und trafen uns um halb 9 zum Frühstück. Auf unserem Programm stand leider schon wieder der Abschied aus dem Dschungel. Aber wir durften ihn mit einer 2 stündigen Bootsfahrt und einem 45 minütigen Abenteuertrip mit unserem Dschungelbus nochmals genießen. Kurz darauf saßen wir dann schon in unserem Flieger Richtung Cuzco, wo wir einen kurzen Zwischenstopp einlegten. Wir wurden von unserem neuen Guide (Carlos) in Empfang genommen. Zum ersten mal in dieser Höhe (3400 Meter) liefen wir teilweise wie auf Watte. Einige bekamen auch erste Kopfschmerzen, aber in Peru kennt man gegen diese ersten Symptome der Höhenkrankheit ein ganz gutes Allheilmittel: Tee aus Cocablättern. In unserem Hotel vor Ort, in dem wir unsere Koffer für die nächsten Tage unterstellen konnten, gab es diesen kostenlos und auch soviel wie man nur trinken konnte. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen und genossen die einheimische Spezialität ausgiebig.
Nach einigen Formalitäten machten wir uns mit unserem Kleinbus dann auf, um in das heilige Tal der Inkas zu fahren. Wir schlängelten uns langsam aber sicher durch die Anden um wieder etwas tiefer zu kommen. Unser Zielort war Coya, ein kleines Dorf am Urubambafluss. Unterwegs legten wir des öfteren einen Fotostop ein, um die schöne Landschaft zu genießen. Es wurde auch wieder merklich wärmer, nachdem es in Cuzco nur knapp 15 Grad hatte. In Coya auf knapp 1800 Meter waren es dann wieder angenehme 25 Grad. Den Begriff "heiliges Tal" oder auch "Kornkammer" gaben die Inkas dem Tal damals, da es hier möglich war, das ganze Jahr über Mais, Kartoffeln, Chinoa etc anzubauen und zu ernten. Hier wurde soviel produziert, das einige Landstriche problemlos versorgt werden konnten.
In unserem kleinen Dorf angekommen wurden wir von der einheimischen Bevölkerung zu aller erst neugierig beäugt. Wir konnten uns keinen Reim darauf machen und bezogen unsere kleine aber feine Unterkunft. Diese gehört einem deutschen Ehepaar, das sich hier für die nächsten Jahre niedergelassen hat. Nach einem kurzen Zwischenstopp mit etwas Cocatee , starteten wir zu einem Rundgang durch das Dorf. Wir besichtigten das hiesige Krankenhaus, das alleine durch Spenden und ehrenamtliche Besuche von Ärzten aus Amerika am Leben gehalten wurde. Die Ärzte kommen hier alle 2 Monate vorbei und behandeln die Bevölkerung kostenlos. Nicht selten kommt es vor, das einige Indianer hier Wege von 30 und mehr Stunden in Kauf nehmen, nur um behandelt zu werden. Jetzt konnten wir uns auch die neugierigen Blicke erklären. Hier wurden die Ärzte schon wieder sehnsüchtig erwartet.
Der Abend klang dann bei einem gemütlichen Essen aus, das durch einen peruanischen Flötenspieler untermalt wurde. Etwas erstaunt waren wir dann aber doch, als dieser uns in einwandfreiem Deutsch empfing und uns erklärte, das er des öfteren in Deutschland ist und sich in der einen oder anderen Stadt mit peruanischen Straßenmusikanten rumtreibt. Tja, so klein kann die Welt sein.
Müde und auch etwas fertig von der Höhe fielen wir ins Bett. Morgen steht dann einer der Höhepunkte unserer Reise auf dem Programm: Macchu Picchu !!!
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Hallo AEV Franke, darf ich mich mal dazwischen setzen??
Dein Bericht ist genau das, was uns jetzt mal gefehlt hat zu unserer weiteren Planung, welche sich quasi schon für um Reisezeit März 2010 dreht. Und da die erste Frage nach dem Wohin im März steht...
Mein Mann redet auch immer von Peru, ich dagegen bin da eher sehr skeptisch. Obwohl, er hat auch vor 3 Jahren angefangen mit der Idee Vietnam, wo ich erstmal Hähh?? was?? gesagt hab, und dann vorigen Okt/Nov war es dann soweit und wir sind total begeistert wiedergekommen.
Ich würd ja gleich nochmal in die Richtung Südostasien, aber mein Männe will in die andere Richtung und jetzt ist die Frage Karibik oder doch Südamerika?!Aber nun zu Peru, könntest du bitte mal kurz schreiben, welcher veranstalter solche Reise anbietet, ob sie deutschprachig oder englisch geführt war, reicht normale impfung aus, also wir haben Hepat. A und B , Tetanus und Polio, braucht man noch was exotisches?
Wie waren die Hotels?, also auf einfache Jugendhergergen mit kaltwasser auf dem Flur hab ich nicht so Lust. Wie war das Essen, speziell die Verträglichkeit?
Mich macht auch die Höhe etwas unsicher, wie du schon schreibst geht es bei manchen ja schon ab 3500 m los..
Und was für ein Budget muss man einplanen für 2 Wochen? (Ist bei euch Vietn billiger?) Bisher fand ich nur "teure" Südamerikatouren (mit teuer meine ich so 2700 und mehr pP)Gibt es bei der Tour auch "Relaxmöglichkeit" dazwischen oder am Ende?
Freue mich auf deine Antwort. Und werde jetzt erst mal deine bisherigen Berichte drucken um in Ruhe nochmal alles zu lesen...und meinem Mann zu geben. der sagt sowieso: Siehst du...
Naja, mal sehen
Euch wünsch ich erst mal schöne Tage in Vietnam und Kambodscha..Gruß
Sylke -
Hallo,
den neuen Bericht zu unserem Urlaub gibt´s am Montag.
Nun zu deinen Fragen:
Veranstalter für Peru gibt es einige. Wir sind mit Aventoura gefahren, empfehlen kann man auch Viventura. Die Tour bei uns war bis auf den Transfer von Cuzco nach Puno komplett in deutsch, dieser Transfer in englisch und spanisch.
Hepatitis A und B sowie Tetanus und Polio sind Pflicht, ansonsten wird teilweise Typhus und Tollwut empfohlen, was wir aber nicht gemacht haben. Eine Malariaprophylaxe für den Dschungel wird teilweise vorgeschlagen, wir haben aber darauf verzichtet.
Die Hotels bei der Reise von Aventoura waren 2 - 3 Sterne Hotels bzw. Hostels. Der Zustand war durchwegs gut bis sehr gut. Badezimmer und warmes Wasser waren überall vorhanden, außer bei der Übernachtung auf der Isla Llachon bei den einheimischen Fischern. Manchmal war das Frühstück etwas langweilig aber keinesfalls schlecht. Das schönste Hotel der Rundreise war eigentlich das Hostel in Arequipa, welches ich auch bewertet habe. Das beeindruckenste Hotel der Reise war die Lodge im Dschungel. Ein wirklich einmaliges Erlebnis.
Das Essen haben wir sehr gut vertragen, ist teilweie auch nicht so exotisch wie man es sich vorstellt. Mais und Kartoffeln stehen fast immer auf der Speisekarte, wenn auch andere Sorten verwendet werden als bei uns. Hühnchen und Fisch sind auch fast überall zu bekommen. Als Spezialität in den Anden gibt es Alpaka und Meerschweinchen, welche auch sehr schmackhaft sind.
Die Höhe ist ansich kein Problem. Es kommt immer auf die Reiseroute an. Wir sind in Lima gelandet, dann hatten wir einen kurzen Stop in Cuzco auf 3200 Metern Höhe und es ging erstmal weiter nach Machu Picchu auf knapp 1800 Metern Höhe. Dadurch war die Eingewöhnung an die Höhe relativ leicht. Manche Reisen fangen in Lima an und setzen dann die Reise in Puno fort. Das liegt auf knapp 4000 Metern Höhe und da kann es dann schon mal zu Problemen kommen.
2 Wochen für Peru sind leider etwas wenig. Das Land ist sehr gross und man muss mit relativ langen Fahrten rechnen. Die Strassen sind auch nicht immer die besten, so das man schon manchmal etwas länger unterwegs ist. Wir waren 23 Tage unterwegs und da kam nicht wirklich Stress auf. Vom Budget her kann ich von uns sagen, dass wir ca. 400 € als Nebenkosten hatten. Darin sind aber alle Getränke und Speisen sowie das Trinkgeld für die Reiseleiter und den Busfahrer enthalten. Auch diverse Mitbringsel wurden damit gekauft.
Die Reise an sich hat pro Person 3300 € gekostet, was die Reise aber auch wert war. Unsere Vietnamreise kostet für 25 Tage 2000 €.
Relaxmöglichkeiten sind bestimmt möglich, waren aber für uns nicht realisierbar. Muss man halt mit den Reiseveranstaltern abklären. Man muss dazu sagen, das der Pazifik jetzt nicht unbedingt das Badegewässer schlechthin ist. Er ist relativ kalt mit 18 - 20 Grad und der Wellengang ist auch nicht zu verachten.
Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen

Gruß
Stefan -
Hallo Stefan
Auch mal ein kurzes Zwischenposting. Mit etwas Wehmut konsumiere ich jeweils deinen interessanten und sehr gut geschriebenen Erlebnisbericht aus Peru. Vor Jahren genoss ich das Privileg, als Projektleiter im Auftrag eines Multis, ein Jahr in diesem in jeder Beziehung interessanten Land zu arbeiten. Viele der von dir besuchten Gegenden und Orte habe ich allein oder mit einheimischen Arbeitskollegen auf eigene Faust mehr oder weniger abenteuerlich bereist. Damals gab es noch keine organisierten Touren und weit und breit keine Touristen. Nicht mal in Machu Picchu als einzige Gäste im Hotel, haben ein Arbeitskollege und ich weitere Besucher angetroffen. Ich nehme mal an, bei deinem Besuch wird euer "Grüppchen" nicht allein sein!
Deinem Profil entnehme ich ausserdem mit Freuden, dass auch Venezuela zu deinen Traumzielen zählt. Ich habe mich schon mehrmals als Venezuela Fan geoutet -- ein traumhaftes Stückchen Erde, das ich ebenfalls geschäftlich und privat bereiste und das für mich das schönste und abwechslungsreichste Land Südamerikas ist.
Aber jetzt warte ich mal gespannt auf deinen Peru-Fortsetzungsbericht.
Gruß
Pesche -
Hallo Pesche,
freut mich das du meinen Reisebericht so interessiert liest

Zu Machu Picchu: An einer Tafel in Aguas Calientes kann man die durchschnittlichen Touristenzahlen der einzelnen Monate nachschaun und im März sind das schon an die 100000 Besucher. Aber in der Trockenzeit wird diese Zahl noch um einiges überschritten, da kommen dann bis zu 600000 Besucher auf einen Monat. Das wäre mir dann auch etwas zu viel. Aber trotz den vielen Besuchern haben wir einige Fotos geschossen, die eine komplett leere Inkastätte vermuten lassen. Da das Gelände so weiträumig ist, haben sich die Menschen aber auch recht gut verteilt.
So, nun aber zu meinem nächsten Reisetag

28.02.08: 6. Reisetag, Coya - Aguas Calientes - Machu Picchu
Zeitiges Aufstehen gegen 7 Uhr war wieder angesagt, da wir ja unseren Zug nach Aguas Calientes erreichen mussten. Und bis zum Bahnhof waren es noch locker 30 Minuten mit unserem Bus. Schon beim Frühstück konnte man merken, das alle Mitglieder der Reisegruppe schon unserem heutigen Ziel entgegenfieberten: Machu Picchu, eigentlich der Höhepunkt jeder Perureise.
Bereits am Bahnhof von Ollantaytambo konnte man merken, das Machu Picchu DER touristische Magnet in ganz Peru ist. Überall schwirrten Verkäufer herum, die einem natürlich Sonnenhüte, Decken, Rucksäcke und Taschen in allen nur erdenklichen und teilweise grauenhaft bunten Mustern anboten. Zwischendurch huschten auch ältere Damen vorbei, die einem gekochten Mais und andere Snacks näher bringen wollten. Wir warteten gespannt auf unseren Zug, der auch pünktlich eintraf. Dieser war bereits sehr gut besetzt mit 99% Touristen und ein paar Einheimischen Angestellten der Bahnlinie. Hier traf man dann zu Hauf auf Back Packer, die sich einen Halt später aufmachten, den Inka Trail zu bewältigen. Die etwas Fauleren lassen sich in knapp 2 Stunden von Ollantaytambo nach Aguas Calientes per Zug fahren. Unterwegs durchfuhren wir so manche enge Passage zwischen 2 Bergrücken und bewegten uns immer am Urubambafluss entlang. Bei jedem Halt unterwegs kamen sofort scharenweise die fliegenden Händler und verkauften alles mögliche: Blumen, Mais, Kartoffeln etc.
In Aguas Calientes angekommen musste man sich dann erst mal von Liedern der Beatles, nachgespielt auf Panflöten berieseln lassen. Hier konnte man leider den extremen Einfluss von Tourismus spüren. Einheimische waren an einer Hand abzuzählen und waren nur als Verkäufer oder Reiseleiter anwesend. Nach dem Bahnhof musste man zu aller erst einen Markt durchlaufen, der überraschenderweise seine Waren zu sehr überteuerten Preisen anbot. Wir ließen diesen Markt gleich hinter uns und bezogen unser Hotel direkt am Fluss. Hier konnte man die ganze Gewalt des Wassers am eigenen Leib spüren, da in der Regenzeit Wassermassen ohne Ende zu Tal stürzen. Selbst bei geschlossenem Fenster musste man sich etwas lauter unterhalten, damit man auch alles verstand. Es stand also eine sehr "ruhige" Nacht bevor.
Mit einem Bus machten wir uns dann bei einigermaßen angenehmen Wetter auf den Weg zu den Ruinen. ******* ist auch hier angesagt. Der Eintritt kostet ca. 35 $, der Bus (ca. 10 Minuten Fahrt) einfach nochmals 6 $. Aber man muss es von den Lebenden nehmen
Das faszinierende an Machu Picchu ist, das man die Ruinenstadt vom Tal aus in keinster weise erahnen kann. Deshalb wurde sie auch erst 1911 wiederentdeckt.
Am Eingang angekommen durften wir uns endlich auf den Weg machen und die sagenumwobene Stadt kennen lernen. Nach mehreren Wegbiegungen traf uns der Ausblick fast wie ein Schlag. Unvermittelt lag die Ruinenstadt vor uns und man hatte beste Postkartenaussicht. Dazu klarte der Himmel auch noch auf und jeder war verzaubert. In den folgenden 2 Stunden wurden wir durch die komplette Anlage geführt und man erfuhr einiges über die Bauweise und das Leben der Inkas. Allerdings konnte keiner Erklären zu welchem Zweck diese Anlage gebaut wurde, nachvollziehen lässt sich das bis heute nicht. Nach unserem Rundgang erkundeten wir noch auf eigene Faust die Umgebung und ich machte mich mit meiner Freundin auf den Weg zur Inkabrücke, die noch erhalten geblieben sein soll. Als wir dort ankamen konnte man allerdings nicht wirklich viel erkennen. Aber der Ausblick auf die Bergwelt entschädigte trotzdem die Anstrengungen. Das Wetter meinte es lange genug gut mit uns und es begann zu nieseln, was aber keinen Grund darstellte, die Ruinen sofort zu verlassen. zuerst mussten wir uns noch eine Lamakarawane antun, die sich gerade auf den Weg machte. Diese Lamas leben eigentlich nicht in dieser Umgebung ud kommen erst ab ca. 3000 Meter wild und freilebend vor. Aber als "Rasenmäher" sind sie hier auch von den Touristen gern gesehen. Dies ermöglichte uns noch ein paar schöne Fotos und so gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Hotel. Wir entschieden uns für den Weg zu Fuß und ließen in der nächsten Stunde gefühlte Millionen, in Wahrheit wahrscheinlich knapp 1000 behauene Steinstufen hinter uns.
Nass und dennoch glücklich erreichten wir unser Hotel und freuten uns auf eine warme Dusche sowie ein gemütliches Abendessen. Die Entscheidung ob wir uns morgen nochmals nach Machu Picchu begeben und den Berg Waynapichu (Berg im Hintergrund) besteigen wollten wir erst in der Früh treffen. Das Einschlafen trotz Oropax wurde zu einer längeren Geschichte, da die Hintergrundgeräusche keine Nachtruhe kannten. -
Guten Morgen

Habe heute mal ein paar Videos zu unserer Reise hochgeladen.
29.02.08: 7. Reisetag, Machu Picchu - Cuzco
Durch das "liebliche" Rauschen des Flusses geweckt, begann unser Morgen schon sehr früh. 2 Stunden Schlaf hatten wir bestimmt zusammengebracht. Und beim Blick aus dem Fenster mussten wir leider feststellen, das es regnete. Wir packten in Folge dessen erst mal gemütlich unser Gepäck zusammen und hakten unseren zweiten Besuch in den Ruinen ab. Bei diesem schlechten Wetter waren die Eintrittspreise dann doch einfach zu hoch. Und eine Besteigung des Waynapichu war uns bei diesem Wetter zu gefährlich. Stattdessen frühstückten wir ausgiebig und erkundeten danach den Ort Aguas Calientes.
Aguas Calientes hat im Endeffekt leider nichts außergewöhliches zu bieten, wenn man von den heißen Quellen, die dem Ort auch den Namen geben mal absieht. Wenn man gerne badet, kann man hier auf seine Kosten kommen, aber da ich eine geborene Anti-Wasserratte bin, verzichtete ich dankend auf diesen Genuss.
Bis auf den kleinen Hauptplatz mit seiner nicht allzu großem Kapelle bietet dieser Ort einem nur Hotels, Hostels und massenweise Restaurants. Das erstemal in unserem Urlaub fühlten wir uns von allen Seiten bedrängt: "Hier reingehen, alles super günstig", "Hier besser als dort", "Pisco umsonst" etc. waren die einzigen Sätze die man hörte, natürlich auch auf deutsch. Wir beschlossen dann, die heißen Quellen wenigstens von außen zu begutachten, um dieser Meute zu entkommen. Nach einem gemütlichen Essen in dem Restaurant, das wir auch schon am Abend vorher besuchten, ging es dann auch schon wieder zurück zum Hotel, denn wir mussten unseren Zug um 17 Uhr erwischen, der uns nach einer 4 stündigen Fahrt nach Cuzco bringen sollte. Am Bahnhof mussten wir dann noch etwas länger warten und durften auch wieder die Beatles oder zur Abwechslung Abba auf Panflöte genießen. Unterwegs gab es leider nicht allzu viel zu sehen, da es hier in der Nähe des Äquators recht schnell dunkel wird. Und da man hauptsächlich durch die Bergwelt fuhr, konnte man durch die Fenster leider nichts erkennen. Im Zug konnten wir aber wieder Coca-Tee genießen, der auch die Gewöhnung an die ungewohnte Höhe erleichterte. Immerhin ging es jetzt endgültig auf knapp 3400 Meter. Und diese Höhe sollten wir die nächsten 8 Tagen auch nicht mehr verlassen. Bei Regen kamen wir dann in Cuzco an und durften das Lichtermeer der Stadt noch kurz genießen. So gegen halb 10 waren wir dann am Hotel und wir konnten unseren Koffer mal auspacken. Die nächsten 3 Tage bleiben wir hier und starten unsere Ausflüge von diesem Hotel aus. Morgen steht die Erkundung der alten Stadt auf dem Programm. -
01.03.08: 8 Reisetag, Cuzco
Nach einem eher schlechten als rechten Frühstück in unserem Hostel begann unsere Erkundungstour durch das Jahrhunderte alte Cuzco. Zum Glück gab es neben unserem Hotel gleich eine sehr gute Bäckerei, in der wir uns gleich mit Proviant eindeckten. Somit war das Frühstück auch gleich vergessen.
Mit unserem Kleinbus machten wir uns dann auf den Weg zum Kloster Santo Domingo. Dieses Kloster war zur damaligen Zeit ein Inkatempel, der allerdings von den Spaniern zerstört wurde. Auf den Grundmauern dieses Tempels errichteten Sie dann das Kloster. Im innern des Klosters kann man teilweise noch gut erhaltene Mauern bestaunen. Hier konnte man sehen, das die damalige Baukunst schon sehr weit fortgeschritten war. Die Steine waren glatt behauen und passten so gut zusammen, das nicht einmal ein Blatt Papier dazwischen passt. Und das ist schon seit Hunderten von Jahren so. Im Kloster selber konnten wir dann auch Steine bestaunen, die zeigten wie die einzelnen Steine miteinander verzahnt oder mit Seilen und Tauen befestigt wurden. Auch konnten wir den kleinsten je gefundenen, bearbeiteten Stein fotografieren. Vom Balkon des Klosters hatte man einen schönen Blick auf den vorgelagerten Garten, in dem zur Zeit der Inkas das Sonnenfest "Inti Raymi" abgehalten wurde.Nach dem Kloster gingen wir durch kleine Gassen zur Kathedrale, die wir anschließend auch besichtigten. Leider war dort absolutes Fotografierverbot, aber die zur Schau gestellte Kunst ist schon sehr atemberaubend, nicht nur der Höhe wegen Die haben wir auch ganz gut verkraftet bisher. Als wir dann aber Richtung dem berühmtesten Wahrzeichen der Stadt gingen, mussten wir teilweise ziemlich schnaufen, da es doch die ein oder andere Steigung zu bewältigen gibt. Und dann standen wir davor. In einer der vielen Gassen der Stadt, in einer noch original erhaltenen Inkamauer, ist er zu bewundern: Der zwölfeckige Stein. Der einzige behauene Inkastein, der 12 Ecken aufweist. Irgendwie schon faszinierend, wenn man bedenkt, das die Inkas das Rad nicht kannten. Allerdings ist dieser Stein bei weitem nicht der größte. Morgen sollten wir noch viel größere sehen, die teilweise bis zu 200 Tonnen wiegen.
Weiter ging unsere Tour durch die kleinen Gassen, die teilweise noch aus Originalmauern bestehen. Diese sind vollkommen in die neue Infrastruktur eingebettet und dienen den neuen Häusern aus Auflage für die eigenen Wände. Was die Spanier damals begannen wird bis heute fortgesetzt. Als nächstes kamen wir am Plaza des Armas an, der wie die meisten Plätze in Mittel- und Südamerika einen wunderschönen Park in der Mitte hatte. Um diesen Platz herum gruppierten sich mehrere Kirchen und alte Gebäude, in denen teilweise Geschäfte und Restaurants untergebracht waren. Die ganze Stadt ist in diesem rot-braunen Ton gehalten, der typischen Farbe des Baumaterials hier. Die Kirchen hier waren leider geschlossen, so das wir uns ins Künstlerviertel San Blas aufmachten. Um dorthin zu kommen mussten wir nochmals eine steile Gasse erklimmen. Hier sahen wir auch unser Restaurant für den Abend, in dem wir gleich Plätze bestellten. Denn hier war der erste Ort, an dem man die peruanische Delikatesse schlechthin essen konnte, das Cuy oder auf Deutsch: Meerschweinchen.
Meerschweinchen werden in den Anden vor allem zu besonderen Festen wie Hochzeiten und Geburtstagen gegessen. Unter der einheimischen Bevölkerung gelten Sie ungefähr soviel wie bei uns der Hummer. Und genauso viel ist an diesen Tierchen auch dran. Aber wenn man hier ist, dann muss man diese Delikatesse auch probieren. Geschmacklich ein interessantes Erlebnis, man kann ihn in die Richtung Kaninchen stecken. Oder wie man bei uns in Deutschland immer sagt wenn man nicht genau sagen kann, nach was es schmeckt: wie Hühnchen. Dazu gab es verschiedene Kartoffeln, welche hier ja auch in rauen Mengen angebaut werden. Aber man kann sie eigentlich nicht mit den uns bekannten vergleichen, denn die Sorten hier wachsen in ganz anderen klimatischen Bedingungen. Gut geschmeckt haben sie aber alle. Nach dem Essen erst mal gut mit Pisco nachspülen, damit einem das Cuy auch nichts tut

Und morgen machen wir uns auf, einen indianischen Markt sowie einige der Ruinen rund um Cuzco zu besichtigen.
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29.02.08: 7. Reisetag, Machu Picchu - Cuzco
Durch das "liebliche" Rauschen des Flusses geweckt, begann unser Morgen schon sehr früh. 2 Stunden Schlaf hatten wir bestimmt zusammengebracht. Und beim Blick aus dem Fenster mussten wir leider feststellen, das es regnete. Wir packten in Folge dessen erst mal gemütlich unser Gepäck zusammen und hakten unseren zweiten Besuch in den Ruinen ab. Bei diesem schlechten Wetter waren die Eintrittspreise dann doch einfach zu hoch. Und eine Besteigung des Waynapichu war uns bei diesem Wetter zu gefährlich. Stattdessen frühstückten wir ausgiebig und erkundeten danach den Ort Aguas Calientes.
Aguas Calientes hat im Endeffekt leider nichts außergewöhliches zu bieten, wenn man von den heißen Quellen, die dem Ort auch den Namen geben mal absieht. Wenn man gerne badet, kann man hier auf seine Kosten kommen, aber da ich eine geborene Anti-Wasserratte bin, verzichtete ich dankend auf diesen Genuss.
Bis auf den kleinen Hauptplatz mit seiner nicht allzu großem Kapelle bietet dieser Ort einem nur Hotels, Hostels und massenweise Restaurants. Das erstemal in unserem Urlaub fühlten wir uns von allen Seiten bedrängt: "Hier reingehen, alles super günstig", "Hier besser als dort", "Pisco umsonst" etc. waren die einzigen Sätze die man hörte, natürlich auch auf deutsch. Wir beschlossen dann, die heißen Quellen wenigstens von außen zu begutachten, um dieser Meute zu entkommen. Nach einem gemütlichen Essen in dem Restaurant, das wir auch schon am Abend vorher besuchten, ging es dann auch schon wieder zurück zum Hotel, denn wir mussten unseren Zug um 17 Uhr erwischen, der uns nach einer 4 stündigen Fahrt nach Cuzco bringen sollte. Am Bahnhof mussten wir dann noch etwas länger warten und durften auch wieder die Beatles oder zur Abwechslung Abba auf Panflöte genießen. Unterwegs gab es leider nicht allzu viel zu sehen, da es hier in der Nähe des Äquators recht schnell dunkel wird. Und da man hauptsächlich durch die Bergwelt fuhr, konnte man durch die Fenster leider nichts erkennen. Im Zug konnten wir aber wieder Coca-Tee genießen, der auch die Gewöhnung an die ungewohnte Höhe erleichterte. Immerhin ging es jetzt endgültig auf knapp 3400 Meter. Und diese Höhe sollten wir die nächsten 8 Tagen auch nicht mehr verlassen. Bei Regen kamen wir dann in Cuzco an und durften das Lichtermeer der Stadt noch kurz genießen. So gegen halb 10 waren wir dann am Hotel und wir konnten unseren Koffer mal auspacken. Die nächsten 3 Tage bleiben wir hier und starten unsere Ausflüge von diesem Hotel aus. Morgen steht die Erkundung der alten Stadt auf dem Programm. -
01.03.08: 8 Reisetag, Cuzco
Nach einem eher schlechten als rechten Frühstück in unserem Hostel begann unsere Erkundungstour durch das Jahrhunderte alte Cuzco. Zum Glück gab es neben unserem Hotel gleich eine sehr gute Bäckerei, in der wir uns gleich mit Proviant eindeckten. Somit war das Frühstück auch gleich vergessen.
Mit unserem Kleinbus machten wir uns dann auf den Weg zum Kloster Santo Domingo. Dieses Kloster war zur damaligen Zeit ein Inkatempel, der allerdings von den Spaniern zerstört wurde. Auf den Grundmauern dieses Tempels errichteten Sie dann das Kloster. Im innern des Klosters kann man teilweise noch gut erhaltene Mauern bestaunen. Hier konnte man sehen, das die damalige Baukunst schon sehr weit fortgeschritten war. Die Steine waren glatt behauen und passten so gut zusammen, das nicht einmal ein Blatt Papier dazwischen passt. Und das ist schon seit Hunderten von Jahren so. Im Kloster selber konnten wir dann auch Steine bestaunen, die zeigten wie die einzelnen Steine miteinander verzahnt oder mit Seilen und Tauen befestigt wurden. Auch konnten wir den kleinsten je gefundenen, bearbeiteten Stein fotografieren. Vom Balkon des Klosters hatte man einen schönen Blick auf den vorgelagerten Garten, in dem zur Zeit der Inkas das Sonnenfest "Inti Raymi" abgehalten wurde.Nach dem Kloster gingen wir durch kleine Gassen zur Kathedrale, die wir anschließend auch besichtigten. Leider war dort absolutes Fotografierverbot, aber die zur Schau gestellte Kunst ist schon sehr atemberaubend, nicht nur der Höhe wegen
Die haben wir auch ganz gut verkraftet bisher. Als wir dann aber Richtung dem berühmtesten Wahrzeichen der Stadt gingen, mussten wir teilweise ziemlich schnaufen, da es doch die ein oder andere Steigung zu bewältigen gibt. Und dann standen wir davor. In einer der vielen Gassen der Stadt, in einer noch original erhaltenen Inkamauer, ist er zu bewundern: Der zwölfeckige Stein. Der einzige behauene Inkastein, der 12 Ecken aufweist. Irgendwie schon faszinierend, wenn man bedenkt, das die Inkas das Rad nicht kannten. Allerdings ist dieser Stein bei weitem nicht der größte. Morgen sollten wir noch viel größere sehen, die teilweise bis zu 200 Tonnen wiegen.Weiter ging unsere Tour durch die kleinen Gassen, die teilweise noch aus Originalmauern bestehen. Diese sind vollkommen in die neue Infrastruktur eingebettet und dienen den neuen Häusern aus Auflage für die eigenen Wände. Was die Spanier damals begannen wird bis heute fortgesetzt. Als nächstes kamen wir am Plaza des Armas an, der wie die meisten Plätze in Mittel- und Südamerika einen wunderschönen Park in der Mitte hatte. Um diesen Platz herum gruppierten sich mehrere Kirchen und alte Gebäude, in denen teilweise Geschäfte und Restaurants untergebracht waren. Die ganze Stadt ist in diesem rot-braunen Ton gehalten, der typischen Farbe des Baumaterials hier. Die Kirchen hier waren leider geschlossen, so das wir uns ins Künstlerviertel San Blas aufmachten. Um dorthin zu kommen mussten wir nochmals eine steile Gasse erklimmen. Hier sahen wir auch unser Restaurant für den Abend, in dem wir gleich Plätze bestellten. Denn hier war der erste Ort, an dem man die peruanische Delikatesse schlechthin essen konnte, das Cuy oder auf Deutsch: Meerschweinchen.
Meerschweinchen werden in den Anden vor allem zu besonderen Festen wie Hochzeiten und Geburtstagen gegessen. Unter der einheimischen Bevölkerung gelten Sie ungefähr soviel wie bei uns der Hummer. Und genauso viel ist an diesen Tierchen auch dran. Aber wenn man hier ist, dann muss man diese Delikatesse auch probieren. Geschmacklich ein interessantes Erlebnis, man kann ihn in die Richtung Kaninchen stecken. Oder wie man bei uns in Deutschland immer sagt wenn man nicht genau sagen kann, nach was es schmeckt: wie Hühnchen. Dazu gab es verschiedene Kartoffeln, welche hier ja auch in rauen Mengen angebaut werden. Aber man kann sie eigentlich nicht mit den uns bekannten vergleichen, denn die Sorten hier wachsen in ganz anderen klimatischen Bedingungen. Gut geschmeckt haben sie aber alle. Nach dem Essen erst mal gut mit Pisco nachspülen, damit einem das Cuy auch nichts tut

Und morgen machen wir uns auf, einen indianischen Markt sowie einige der Ruinen rund um Cuzco zu besichtigen.
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02.03.08: 9. Reisetag, Chinchero und die Umgebung von Cuzco
Bei etwas kühleren Temperaturen um 15 Grad und bewölktem Himmel machten wir uns mit unserem Kleinbus auf, einen indianischen Markt zu besuchen. Über mehrere kleine Hügel schraubten wir uns auf knapp 3800 Meter Höhe, bis wir dann indem kleinen Ort Chinchero ankamen. Sofort konnten wir die Vorbereitungen für den Markt sehen. Allerdings war zum momentanen Zeitpunkt noch nicht viel los, so das wir zuerst noch die Reste eines ehemaligen Inka Vorpostens begutachteten. Danach bestaunten wir die örtliche Kirche, die wie alle Kirchen in den Anden sehr sorgfältig und gewissenhaft von den Gläubigen hergerichtet worden war. Man konnte überall die angezogenen Heiligenfiguren sehen. Hier ist es üblich, den Figuren Umhänge, Röcke etc. anzuziehen. Es stellt für die Gläubigen sogar so eine Ehre dar, diese Gewänder zu spenden, das sich auch große Firmen dazu berufen fühlen. Von daher kann es schon mal passieren, das man auf dem Umhang der heiligen Maria Inka Cola oder anderes lesen kann
Nach dieser kleinen Exkursion ging es dann Richtung Markt. Diesen konnte man dank dem bunten Treiben schon von weitem Hören und Sehen. Da dieser Markt über die Grenzen hinaus bekannt ist und auch von vielen Touristen angesteuert wird, lies er sich schnell in zwei Bereiche trennen. Der äußere Bereich war hauptsächlich mit Waren vollgestopft, die für Touristen bestimmt waren. Dort konnte man dann verschieden Musikinstrumente, Lamadecken, Pullis, Schüsseln etc kaufen. Teilweise in den unmöglichsten Farnkombinationen. Der Innenbereich war dagegen eher den indianischen Bauern vorbehalten, dort konnte man dann eher in das wirkliche Marktleben eintauchen. Hier waren dann auch weniger Touris unterwegs. Man konnte dem Tauschhandel zusehen und es gab wirklich alles zu kaufen, was man sich nur vorstellen kann. Von Bohnen über Kartoffeln und Mais bis hin zu lebenden Meerschweinchen und eingelegtem Fisch war alles zu bekommen. Cocablätter gab es in rauen Mengen und wurde natürlich auch ausgiebig gekauft. Wir kauften selber auch ein paar, um es später auf unserer Reise an Bauern des Hochlandes weiterzuschenken. An der Seite zum Ausgang hin gab es dann diverses Essen, das zwar interessant aussah, aber laut unserer Reiseleitung für unsere Mägen nicht unbedingt von Vorteil wäre. Daher ließen wir es dann auch, dort etwas zu probieren. Allerdings lies ich mich dazu hinreisen, das Popcorn zu probieren. Wenn man davon ausgeht, das die gepopoten Maiskörner ca. 5 mal größer waren als die bei uns, dann kann man sich ungefähr vorstellen, wie groß das Popcorn hier ist
Nach diesem interessanten Aufenthalt, der durch einen kräftigen Regenschauer etwas abgekürzt wurde, fuhren wir wieder in Richtung Cuzco und besichtigten die erste von vier Inkaruinen:
Tambomachay
In Tambomachay kann man einen schönen Wasserlauf bewundern, der seit der Inkazeit das Wasser der umliegenden Berge kanalisiert und dort zu einem Bad führt. Die genaue Lage der weitverzweigten Kanäle kann bis heute nicht nachvollzogen werden. Da die Inkas der Frühzeit hier ihre rituellen Waschungen abgehalten haben sollen, wird dem Wasser natürlich auch eine heilende und fruchtbare Wirkung nachgesagt. Das Wasser war kristallklar und konnte bedenkenlos getrunken werden. Schräg gegenüber konnte man schon unser nächstes Ziel sehen, die Ruine:
Puka Pukara
Dieser Ort diente damals als Streckenposten und als Schlafplatz für die Nachrichtenläufer des Inkareichs. Die damalige Kommunikation zwischen den Provinzen sowie der Transport von Waren wurde durch Streckenläufer angewickelt. Alle paar Kilometer war ein Posten an den verschiedenen Inkastrassen, die das gesamte Land miteinander verbanden. So konnten Strecken von mehreren hundert Kilometern am Tag zurückgelegt werden.
Die Ruine selber war nicht unbedingt der Hit, da nur der Grundriss zu erkennen war und die Mauern bis zu einer Höhe von knapp 1 Meter erhalten waren. Nach diesem kurzen Zwischenstopp ging es per Bus weiter zum Zeremoniezentrum der Region, nachQ'enqo
Q'enqo liegt oberhalb der Stadt Cuzco und ist bisher nur zu knapp 15% erforscht. Den Bereich, den man bereits freigelegt hatte, umfasst den zeremoniellen Bereich der Anlage. Im vorderen Teil konnte man Nischen an den Wänden sehen, in denen die Mumien der Verstorbenen untergebracht wurden. In diesem Raum wurden die Verstorbenen in der normalen Welt bei den Göttern abgemeldet. Nach diesem Vorgang wurden die Mumien durch einen Felsengang, der eine Schlange andeuten soll, zu einem weiteren Raum gebracht, in dem diese dann in der Unterwelt angemeldet wurden. Der ganze Glaube richtete sich danach, das die Welt aus drei Ebenen besteht, der Oberwelt, der "normalen" Welt sowie der Unterwelt. Hierbei stellt die Schlange die Verbindung zur Unterwelt dar, der Kondor die Verbindung zur Oberwelt.
Nach diesem interessanten Teil ging es weiter zum heutigen Höhepunkt:Saqsaywaman
Saqsaywaman war zur damaligen Zeit die Festung, die über die Stadt Cuzco wachte. Zugleich sollte Sie den Kopf einer großen Jaguarfigur darstellen, deren Körper die Stadt Cuzco sein sollte. Daher weist diese Festung auch Mauern auf, die im Zickzack gebaut wurden. Hier konnte man unter anderem Steinquader sehen, die bis zu 200 Tonnen wiegen, deren Transport nicht zu erklären ist. Wie bereits geschrieben kannten die Inkas das Rad nicht. Und der Steinbruch ist auch "nur" 25 Kilometer entfernt. Wahnsinn, wie die Leute damals diese Sache bewältigten, wenn man bedenkt, wie umständlich wir uns heutzutage mit der zur Verfügung stehenden Technik anstellen.
Die Festung wurde zum letzten Rückzugsort, als die Spanier Cuzco eroberten und diente auch über einen langen Zeitraum dazu, die Stadt Cuzco zu belagern. trotz allem konnten die Inkas den Verfall des Reiches nicht aufhalten und mussten auch diese Festung später räumen. Von hier heroben hatte man auch einen sagenhaften Ausblick auf die Stadt Cuzco, die sich in diesem Talkessel ausbreitet und auch die Hänge der umliegenden Berge hinauf wächst.Wieder zurück in Cuzco machten wir uns noch auf eigene Faust auf den Weg, die Stadt etwas zu erkunden. Dabei wollten wir auf jeden Fall den örtlichen Mercado, den Markt, besuchen. Wie in allen mittel- und südamerikanischen pulsiert hier das wahre Leben. Auch auf diesem Markt war im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los. Wir drängten uns durch die Stände, an denen alles verkauft wurde was man zum täglichen Leben braucht, um in den interessanteren Teil zu kommen, dem Gemüse, Obst und Fleischmarkt. Hier wurde man dann erst mal von den verschiedenen Gerüchen fast erschlagen. Je nachdem wo man sich befand roch es nach diversen Obstsorten oder eher ungewohnt nach abgehangenem Fleisch. Hier konnte man geballt sehen, was das Land alles an Spezialitäten zu bieten hat. Wir kauften uns auch gleich mal ein paar Früchte, um für den nächsten Tag gerüstet zu sein. Denn morgen sollten wir uns auf eine Busreise von knapp 8 Stunden machen, denn es geht weiter nach Puno, an den Titicacasee

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03.03.08: 10. Reisetag, Cuzco - Puno, Titicacasee
Heute war das Frühstück wieder etwas zeitiger angesetzt, nachdem wir um 9.00 Uhr bereits unseren Bus Richtung Puno erwischen mussten. Diesen Teil der Reise mussten wir ohne deutsche Reiseleitung antreten, da diese Verbindung von auch von örtlichen Busunternehmen betrieben wird mit denen eine Kooperation besteht. Diese steuern dann aber unterwegs auch verschiedene Sehenswürdigkeiten an. Der Reiseleiter spricht aber "nur" Englisch und Spanisch. Egal, dann kann man gleich sein Schulenglisch etwas aufpolieren
Unsere heutige Fahrt führt uns innerhalb von 9 Stunden knapp 400 Kilometer weit übers Hochland, teilweise über Pässe mit bis zu 4500 Metern, bis wir nach Puno erreichen das auf 4338 Metern Höhe liegt. Unser erstes Ziel am heutigen Tage sollte das kleine und beschauliche Dörfchen Andahuaylillas sein. Die hiesige Sehenswürdigkeit ist die kleine örtliche Kapelle, die über und über mit Fresken und Wandgemälden bedeckt ist. Sie ist weithin bekannt als die "Sixtinische Kapelle der Anden". Die Stellen, an denen die Wandgemälde zerstört sind, wurden einfach mit Bildern überhängt, wie es in Peru allgemein die Regel ist. Ansonsten ist die Kirche wirklich faszinierend, wenn man bedenkt, das die Gemälde trotz der andauernden Feuchtigkeit noch so gut erhalten sind. Von außen sieht die Kirche sehr unscheinbar und ziemlich baufällig aus.
Weiter geht es dann Richtung Raqchi. Hier gibt es eine alte Inkasiedlung zu besichtigen. Das auffällige hier ist die total Inka untypische Bauweise. Der Haupttempel hier wurde nicht aus den Steinblöcken gebaut, wie der Rest der Anlage, sondern aus Lehm, der mit Alpakawolle, Stroh und Kaktussaft vermischt wurde. Diese Bauweise ist im kompletten Inkareich einmalig.
Diese Siedlung war unter anderem auch ein Handelszentrum, was man an den vielen Speichern sehen kann. Vor den Ruinen, im Ortskern der 300 Seelen Gemeinde war natürlich ein kleiner Markt aufgebaut, um den Touristen auch einen kleinen Obulus zu entlocken.Nach diesem Zwischenstop ging es weiter nach Sicuani, in dem wir ein kleines Museum besuchten, das die örtlichen Fundstücke der Prä-Inkazeit ausstellten. Hier konnten die Wissenschaftler wesentlich mehr Fundstücke aus der Zeit vor den Inkas finden, als von den Inkas selbst.
Zum Mittagessen machten wir Stop im Ort La Raya, welches außer dem Restaurant nichts interessantes zu bieten hatte.In Pukara hatten wir dann nochmals 45 Minuten Aufenthalt um uns auch sie hiesige Kirche zu Gemüte zu führen. Allerdings ist die 4 Kirche auf dem Weg nicht mehr das was einen vom Hocker wirft. Als weiteres "Highlight" konnte man von außen auch noch die Fabrik bewundern, die die berühmten Stiere der Gegend produziert. Diese Stiere kann man auf jedem Haus der Gegend sehen, welche den Einwohnern Glück Bringen und auch böse Geister fernhalten soll.
Auf unserem Weg nach Puno fuhren wir dann noch durch die Hauptstadt Julianca der Provinz Puno. Diese Stadt sieht ziemlich verbraucht und fertig aus, nur die Hauptstrassen sind geteert, der Rest verliert sich in Sand und Schlammpisten, die dank dem Regen teilweise unpassierbar waren. Wie eine bedeutende Stadt kam sie nicht rüber. Liegt wohl aber auch daran, das das Hauptaugenmerk der hiesigen "Wirtschaft" auf dem Schmuggel liegt. Bolivien liegt nicht mehr allzu weit weg und man kann von dort einiges einschmuggelt, da dort viele Güter noch günstiger zu haben sind als in Peru.
Nach dieser langen Fahrt sahen wir dann nach eine Kehre den See vor uns liegen und hatten somit auch unseren Bestimmungsort erreicht. Wir checkten in unserem Hotel noch schnell ein und suchten uns dann auch gleich mal ein gutes Restaurant vor Ort um es uns gut gehen zu lassen.
Morgen fahren wir dann auf den See hinaus und besuchen die Schilfinseln der Uro Indianer. Danach geht es weiter auf die Halbinsel "Isla Llachon, wo wir bei Fischerfamilien die Nacht verbringen werden.
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04.03.08: 11.. Reisetag, Puno - Isla Llachon
Nach einem reichlichen Frühstück machten wir uns per Rikscha auf den Weg Richtung Hafen. Ein abenteuerliches Unterfangen, wenn man die Bodenwellen, Eisbahnschienen und den Verkehr bedenkt. Aber wir kamen ohne Probleme am Hafen an. Dort konnte man sich nochmals mit Getränken, Sonnenschutz, Regenmänteln etc eindecken. Wir besorgten uns Bleistifte und Bonbons für die Kinder der Fischerfamilien, die wir Nachmittags besuchen sollten.
Aber zuerst machten wir es uns gemütlich auf unserem kleinen Ausflugsboot und genossen die Aussicht auf den Titicaca See. Unsere Überfahrt zu den Uro-Inseln dauerte knapp 45 Minuten, die wir in der Höhensonne bei kaltem Fahrtwind auf dem Oberdeck genossen. Schon von weitem konnte man einen Aussichtsturm aus Schilf erkennen. Durch einen kleinen Kanal im Schilf fuhr man dann in den Kreis der Inseln ein. Ein atemberaubender Anblick. Ringsherum sah man nur Schilfinseln mit den Schilfhütten, dazwischen mehrere Drachenboote und kleine Kanus, natürlich aus Schilf. Das einzige was die Idylle stört, sind die Ausflugsboote, die doch recht zahlreich vertreten sind und die Besuchermassen auf die Inseln bringen. Jede der Inseln beherbergt eine Familie, die ihr Leben mehr oder weniger nur auf der Insel verbringt. Die Inseln, die wir als Touristen besuchen dürfen, sind eher eine Attraktion, denn die Indianer hier leben zumeist in Puno und fahren in der Früh auf die Insel und am Abend wieder zurück. Aber auf dem See gibt es immer noch Inseln, die wie ursprünglich bewohnt werden und die auch kein Tourist betreten darf. Die wenigen die noch auf diesen Inseln wohnen haben es sich aber trotzdem den Umständen entsprechend gemütlich gemacht. Teilweise kann man auf den Inseln Solarkollektoren sehen, die dann den Strom für Radio oder Fernsehen liefern. Auch eine Schule für die Kinder gibt es hier.
Wir fuhren eine der Inseln an und wurden bereits von der dortigen Familie erwartet. Beim betreten der Insel überkam einen dann doch ein komisches Gefühl, denn man lief dort wie auf Watte. Nach einer kurzen Erklärung wurde dann die Wassertiefe gemessen, die unter der Insel doch knapp 20 Meter betrug. Die Insel selber hat eine Dicke von ca 2 Metern und wird andauernd erneuert, da sie durch das Wasser von unten wegfaulen.
Haupternährung hier ist der Fisch und das Schilf, von dem man den unteren Teil Essen kann. Dies ist auch der Grund, weshalb die Indianer hier alle sehr rundlich sind, trotz der geringen Auswahl an Lebensmitteln.Nach unserem "Rundgang" über die Insel wurden wir noch mit einem der Drachenboote etwas über den See gerudert. Ich konnte es nicht lassen und versuchte mich auch im Rudern, wobei bei der Höhe die Luft sehr schnell weg war. Ein sehr abschreckendes Beispiel für den schlechten Einfluss des Tourismus bekamen wir geliefert bei der Abfahrt von den Inseln. Zuerst wurde uns ein Lied in Aymara, der alten und immer noch geläufigen Sprache der Indianer vorgesungen, Danach kam allerdings ein "Vamos a la Playa" gefolgt von "Alle meine Entchen". Zum krönenden Abschluss noch der Satz "Hasta la vista, Baby". So schnell kann man die schönen Eindrücke wieder zerstören
Wir fuhren dann weiter Richtung Isla Llachon und erreichten dieses Eiland nach zwei weiteren Stunden. Die einzigen Geräusche der technischen Zivilisation waren die Motorgeräusche unseres Schiffes. Wir legten an und nahmen unser Gepäck mit auf die Insel. Hier wurden wir dann auf die verschiedenen Familien aufgeteilt, bei denen wir die Nacht verbringen würden. Schon kam ein alter Indianer mit geschätzten 75 Jahren daher und schnappte sich 2 unserer Rucksäcke. Schwupps war er mit den beiden auch schon den Berg hinauf verschwunden. Wir kamen dank der Höhe nicht wirklich hinterher.
Als erstes gab es dann ein frisch zubereitetes Mittagessen, welches auf frischgefangenem Fisch sowie Kartoffeln und Mais bestand. Einfach köstlich. Danach hatte man 2 Stunden Zeit bis man sich für eine kleine Exkursion über die Insel wieder traf. Die Stille hier war Wahnsinn. Man hörte nur hier und da das Schreien von Eseln oder Kühen und den Gesang der Vögel. Kein Auto, Flugzeug, Fernseher oder Radio störte die Geräusche der Natur. So muss das Paradies sein.
Bei unserem Rundgang trafen wir dann auf verschiedene Bauern sowie deren Kinder, die sich wie wahnsinnig über die Bonbons und die Bleistifte freuten. Touristen sind hier zwar nichts besonderes mehr, aber da nur alle 2 Wochen eine Gruppe auf der Insel einquartiert wird ist das normale Leben auch nicht davon beeinträchtigt. Sie werden als Geldgeber des Dorfes gerne gesehen, aber das Leben ist nicht danach ausgerichtet. Das merkte man den Leuten auch an, die einem immer noch mit einer gewissen Scheu aber auch Neugier begegneten. Wenn man dann kurz ins Gespräch kam, wenn auch nur über unseren Reiseleiter, dann konnte man gleich eine Herzlichkeit spüren, die bei uns leider verloren gegangen ist. Diese Insel ist ein Ort um die Seele baumeln zu lassen.Am Abend trafen wir uns alle dann zum Abendessen, welches bei Kerzenschein eingenommen wurde, da die einzige Stromverbindung der Insel ein paar Tage zuvor unterbrochen wurde. So gegen halb 9 wurden wir von unseren Familien dann abgeholt und nach Hause begleitet. Noch ein Bierchen mit aufs Zimmer und dann die Nacht genießen. So einen schönen Sternenhimmel wie hier hab ich vorher noch nie gesehen. Was auch daran liegt, das kein elektrisches Licht weit und breit zu sehen war.
Morgen steht noch ein kleiner Segeltörn mit den Fischerbooten auf dem Programm und danach die Rückfahrt nach Puno. Ein weiterer Tag purer Entspannung.
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05.03.08: 12 Reisetag, Isla Llachon - Puno
Heute war ich schon um halb 7 wach und genoss die Stille hier in vollen Zügen. Ich machte mich dann auch auf und ging an das Seeufer hinunter und spazierte dort knapp 1,5 Stunden am Ufer entlang. Eine Stille die nur von vereinzelten Vogelschreien unterbrochen wurde lag über der ganzen Gegend. Ein paar Bauern sah man schon auf dem Weg zu ihren Äckern und auch 2 Fischer waren mit ihren Booten unterwegs. Ich hörte lautes Rufen vom See fühlte mich zuerst aber nicht angesprochen. Nach kurzem merkte ich, das ich als einziger anwesend war und er mich wohl meinte. Trotz keinen Spanischkenntnissen bekommt man schon das ein oder andere Wort auf einer Reise mit und ich konnte mir damit auch zusammenreimen was der Fischer mich fragte. Im Endeffekt wollte er nur wissen, wo ich herkomme und wie lange ich auf ihrer Insel bleiben würde. Mit meinen paar Brocken konnte ich zumindest "Deutschland" und "2 Tage" antworten, was ihm auch vollkommen reichte. Er wünschte mir noch einen guten Morgen und fuhr dann weiter Fische fangen.
Nach diesen stillen Momenten gab es ein super Frühstück, das einige Hotelfrühstücke, die wir bisher bekommen haben, in die Tasche steckte. Frische Eier, Pfannkuchen, frischgepflückter Pfefferminztee etc wurden aufgefahren. Gut gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum Pier wo wir 3 kleine Fischerboote bestiegen und lossegeln wollten. Allerdings waren die indianischen Götter uns anscheinend nicht wohlgesonnen, denn es herrschte eine absolute Flaute. So blieb unseren Bootsführern leider nichts anderes übrig und sie ruderten uns eine knappe Stunde am Ufer entlang. Trotzdem war es eine schöne Angelegenheit und man konnte die Weitläufigkeit des Sees genießen. Man kam sich vor wie am Meer, den man konnte keine Ende des Sees erkennen und schloss in weiter Ferne mit dem Horizont ab. Nach dieser Fahrt wanderten wir noch eine geraume Zeit über die Insel und begegneten so noch der ein oder anderen Bauernfamilie. Hier wurden wir dann auch noch unsere restlichen Bonbons und Stifte recht schnell los
Gegen 11 Uhr kamen wir dann zurück und uns erwartete noch eine kleine Überraschung. Wir durften alle noch traditionelle Gewänder der Bewohner anziehen. Ich erwischte dabei einen rosafarbenen Umhang, der der weiblichen Bevölkerung durch seine Farbe anzeigt, das ich auf der Suche nach weiblicher Fürsorge bin
Verheiratete oder vergebene Männer tragen hingegen einen grauen Poncho. Wie man sich vorstellen kann war das ein heiden Spaß 
Nach dieser lustigen Einlage hieß es dann aber Abschied nehmen und wir bestiegen unser Boot Richtung Puno. Die nächsten 3 Stunden verbrachten wir dann mit der Überfahrt, die zwar schön, aber auch relativ langatmig war. Schöne Aussicht hin oder her, aber auf die Dauer sieht Wasser wie Wasser aus.
Den Abend verbrachten wir dann mit Packen für die Weiterfahrt und natürlich mit einem gemütlichen Essen in der Fußgängerzone von Puno.
Morgen wird uns unsere Reise nach Sillustani bringen, wo wir alte Begräbnistürme der Inkas besichtigen werden.
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06.03.08: 13. Reisetag, Puno - Sillustani - Chivay
Um 8 Uhr trafen wir uns gemütlich zum Frühstücken und besprachen unseren Tagesablauf. Als Überraschung sollten wir heute einen Zwischenstopp bei einer Bauernfamilie einlegen und danach weiterfahren zu den Grabtürmen von Sillustani. Danach geht es weiter übers Hochland und über unseren höchsten Punkt der Reise, einen Pass von 4910 Metern Höhe, nach Chivay, unserem Ausgangspunkt für die Exkursion zum Colca Canyon um Kondore zu beobachten.
Bei schönstem Sonnenschein verließen wir Puno und erhaschten noch einen letzten Blick auf den See um kurz darauf wieder im kargen Hochland unterwegs zu sein. Nach knapp 45 Minuten Fahrt hielten wir an einem kleinen Hof an. Ein kleines Lehmhaus mit einer Lehmumrandung als Zaun war unser Ziel. Von der anderen Seite der Strasse sahen wir einen alten Mann zu uns herüber eilen. Es war der Besitzer dieses kleinen Hofs. Im Inneren erwartete uns bereits seine Frau mit ihrem kleinen Kind. Voller Stolz zeigte er uns dann seinen Wohnraum, der aus einem Zimmer mit einer Strohmatte als Bett bestand. In einer Ecke hing ein Webrahmen und mit stolzgeschwellter Brust posierte er vor seinen Auszeichnungen, die an der Wand hingen. Man merkte ihm an, das er mit seinem Hab und Gut vollkommen zufrieden war. Auf die Frage hin, ob er nicht lieber in der Stadt in einer größeren Wohnung wohnen leben wollen würde, antwortete er nur: Warum? Ich habe hier alles was ich brauche. Meine Tiere und meine Familie. Was soll ich in der Stadt? Die Haupteinnahmequelle der Menschen hier ist die Alpakazucht. Auf dem kargen Boden hier wachsen nur Kartoffeln, die für den Eigengebrauch angebaut werden. Abwechslung beim Essen ist da eher Fehlanzeige.
Nach diesem interessanten Einblick in das Leben der Hochlandbevölkerung ging es weiter nach Sillustani. Über eine Schotterpiste erreichten wir die eigentümlichen Steinsteelen. Nach einer kurzen Wanderung bergauf standen wir dann vor einem dieser Türme. Nach obenhin verbreiterten Sie sich und sie waren komplett glatt geschliffen auf der Außenseite. Diese Türme wurden bereits vor der Inkazeit von den Bewohnern gebaut und die Inkas übernahmen und perfektionierten diese Art des Begräbnisses. Leider fand man keinerlei Hinweise auf Grabbeigaben etc, da Grabräuber hier volle Arbeit geleistet haben. Über eine Fläche von vielleicht 2 Quadratkilometer verteilt sieht man mindesten 20 dieser Türme in den Himmel ragen. Teilweise sehr gut erhalten, teilweise in sich zusammengebrochen.
Der Ausblick von hier heroben war fantastisch. Im Hintergrund sah man verschiedene Berge aufragen und gleich an diese Bergflanke schloss ein See an, der sich weiter verzweigte. So ein Panorama ist immer wieder faszinierend. Wir hatten dann noch etwas Zeit um uns hier auf eigene Faust umzusehen, bis wir dann wieder in den Bus einstiegen und uns auf unsere lange, 6 Stunden dauernde Fahrt nach Chivay machten. Unterwegs konnten wir verschiedene Vegetationszonen bestaunen, von Bäumen über kleines Gestrüpp bis hin zu Moosen und Flechten, die auf knapp 4500 Metern wachsen. Als uns aber unser Reiseleiter darauf hinwies, das wir demnächst einen Stopp einlegen würden um Flamingos zu beobachten, schenkte ihm keiner Glauben. Aber kurz darauf hielten wir an und sahen einen kleinen See vor uns liegen. Und was war am Ufer das Sees zu sehen? Flamingos in ihrer typischen Rosafärbung. Und das auf 4500 Metern Höhe. So hoch fliegen bei uns nicht mal die Vögel
Auf der weiteren Fahrt konnten wir immer wieder verschiedene Lama und Alpakaherden beobachten und sahen auch kurz einmal Vikunjas. Diese wildlebende Alpakaart ist sehr scheu. Schon zu Inkazeiten war die Wolle dieser Tiere sehr begehrt und nur dem Herrscher vorbesehen. Nachdem diese Tiere kurz vor der Ausrottung standen wurde vom peruanischen Parlament ein Gesetz verabschiedet, das diese Tiere unter Schutz stellte. Die Tiere durften nur noch gefangen werden um sie zu scheren. Die Wolle dieser Tiere ist die feinste weltweit und wirft pro Tier nur knapp 20 Gramm ab. 100 Gramm dieser Wolle werden mit bis zu 200 $ gehandelt. Man kann sich vorstellen, wie sehr auf diese Tiere jetzt geachtet wird.
Wir machten einen kleinen Zwischenstopp in einer Raststätte mitten im Nirgendwo. Hier pfiff der Wind mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit übers Land, was aber täglich der Fall ist. Für die Menschen hier nichts neues, für uns etwas gewöhnungsbedürftig. Mützen etc musste man festhalten, ansonsten wären diese hoffnungslos verloren gewesen. Im weitern Verlauf der Fahrt überquerten wir dann noch einen Pass mit 4910 Metern Höhe, der allerdings komplett im Nebel lag und deshalb auch nicht wirklich sehenswert war. Von da an ging es dann stetig bergab und wir erreichten Chivay auf einer Höhe von 3650 Metern über dem Meer. Das Wetter hier war sonnig, aber dennoch kühl. Hier ist eigentlich nichts geboten und das Dorf ist nur ein Ausgangspunkt für Fahren in den Colca Canyon. Wir besuchten den örtlichen Markt und am Abend ließen wir dann eine höchsttouristische Animation in unserem Restaurant über uns ergehen. Es wurden verschiedene kulturelle Tänze und Riten vorgeführt. Das schlimmste daran waren die ganzen Touris, die nach vorne drängen um das ganze zu filmen, egal ob jemand anderes noch was sehen konnte oder nicht. Kling böse, aber diese hatten meistens ein alter von über 55 Jahren.
Morgen geht es wieder früher raus, da wir schon gegen 7 losfahren. Um zum Aussichtspunkt des Colca Canyons zu kommen fahren wir ca. 1,5 Stunden über reine Schotterwege, welche ja eine ungemeine Geschwindigkeit zulassen
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07.03.08: 14. Reisetag, Colca Canyon - Chivay - Arequipa
Da es zum Beobachtungspunkt im Colca Canyon ein etwas weiterer Weg ist und man schon frühzeitig dort sein sollte, frühstückten wir bereits um 6 Uhr und machten uns danach mit unserem Kleinbus auf, die Schotterpiste in Angriff zu nehmen. Nach einer kurzen Fahrt machten wir einen kleinen Stopp in einem Dörfchen, das auf den Halt der Touristen bestens eingestellt war. Trotz der frühen Zeit waren die Händler schon auf den Beinen und priesen ihre Waren lautstark an. Auch verschiedene Indianerinnen mit Adlern, Eulen etc schwirrten umher um Fotos machen zu lassen. Wir konnten dann auch noch eine Gruppe junger Tänzer beobachten, die die selben Tänze aufführten wir die Tanzgruppe am gestrigen Abend. Nach 15 Minuten war der Spuk vorbei und wir fuhren weiter. Innerhalb kürzester Zeit waren wir dann auch schon mitten in den Bergen und fuhren die Schlucht des Canyons entlang. Je weiter wir fuhren um so schönere Ausblicke gewann man über die Umgebung hier. An jeder Stelle dieses fruchtbaren Tals waren die Terassenfelder zu sehen, die auch heute noch von Hand bewirtschaftet werden. An mehreren Aussichtspunkten waren auch fliegende Händler zugegen, die jedoch sehr unaufdringlich ihre Waren darboten. Die Vegetation hier ist für mich als Kakteenfan wunderschön, denn man fuhr teilweise durch richtige Kakteenwälder den Berg hinauf. Langsam konnte man auch sehen, das dieser Aussichtspunkt ein touristischer Anlaufpunkt ist. Immer mehr kleinere und größere Busse quälten sich den Berg hinauf. Unterwegs trafen wir auf verschiedene Bauern, die mit ihren Pferden und Pflügen unterwegs waren. Nach knapp 1,5 Stunden Fahrterreichten wir den berühmten Aussichtpunkt der Schlucht. Der Colca Canyon ist noch um einiges tiefer als der Grand Canyon, an manchen Stellen reicht er bis zu 1500 Meter in die Tiefe. Der Aussichtpunkt zum "Condor Watching" befindet sich hier auf knapp 4000 Metern Höhe.
Irgendwie ist es schon verdammt beeindruckend, wenn man am Abgrund dieses Canyons steht und rings um einen steigen die Nebelschwaden auf und verschwinden in der Höhe. Bei strahlendem Sonnenschein war die Thermik auch hervorragend und so dauerte es nicht lange, bis wir den ersten Kondor zu sehen bekamen. Leider trieb dieser an der gegenüberliegenden Wand entlang, so das man nicht mehr als einen kleinen schwarzen Punkt sehen konnte. Im Laufe der nächsten Stunde sahen wir noch mehrere dieser Punkte, aber mehr war heute nicht drin. Von unserem Reiseleiter hörten wir, das es schon Beobachtungen von Kondoren gab, die nur knapp über die Köpfe der anwesenden Touristen aufstiegen. Das muss bei der Größe dieser Tiere (Spannweite 3 Meter) äußerst beeindruckend sein. Währenddessen kaufte ich mir hier auch einen angeblichen Alpakapulli für umgerechnet 5 €. Das Alpaka daran wird wahrscheinlich beim Transport auf einem dieser Tiere an den Pulli gekommen sein, aber egal, schön ist er auf jeden FallWir machten uns nach knapp 2 Stunden Aufenthalt hier wieder auf die Socken und nahmen die anstehenden 300 Kilometer nach Arequipa in Angriff. zuerst mussten wir natürlich die Schotterpiste hinter uns bringen. Danach stoppten wir noch kurz in Chivay um uns mit Proviant und Getränken zu versorgen. Und dann ging es die gleiche Strecke zurück, die wir gestern schon gefahren sind. Aber heute hatten wir wesentlich mehr Glück mit dem Wetter uns so erreichten wir den Pass auf 4910 Metern Höhe bei schönstem Sonnenschein. Natürlich gab es das obligatorische "Wir waren hier" Foto und auch ein Steinmännchen musste gebaut werden, um den Apus, den Berggöttern die Aufwartung zu machen. Hier spürte man die Höhe dann doch recht gut und ein leichter Schwindel befiel fast jeden von uns. Danach fuhren wir durch das Hochland weiter und rasteten an der zugigen Raststätte von gestern. Hier deckten wir uns nochmals mit Coca-Keksen und Coca-Toffees ein, die man des öfteren hier bekommen kann.
Gegen 4 Uhr Nachmittags erreichten wir dann Arequipa und bezogen unser Hostel ganz in der Nähe des Plazas des Armas. Unser Hostel war an die 100 Jahre alt und noch schön im kolonialen Baustil erhalten. Die Zimmer waren an die 4 Meter hoch und das ganze Hostel war in sich verschachtelt. Wir mussten, um zu unserem Zimmer zu kommen, mehrere Innenhöfe durchqueren. Die Einrichtung war auch sehr interessant, sie bestand aus massiven Wandschränken und aus alten Bügeleisen etc, die zu Nachttischlampen umfunktioniert wurden. Alles in allem sehr ansprechend. Das einzige was uns störte, war die mangelnde Sauberkeit, das das Bett über und über mit Bröseln versehen war. Den Grund dafür werden wir erst morgen erfahren, also sind wir heute darüber nicht so erbaut
Nach einer kurzen Eingewöhnung hier machten wir uns auf den Weg den Markt von Arequipa zu erkunden. Hier war wieder das typische Gewühle und das geordnete Chaos von Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Brot und anderen Dingen für den täglichen Gebrauch zu finden. Einfach wunderbar Hier verbrachten wir auch auf die schnelle mal 2 Stunden mit Staunen, Handeln Kaufen und Fotografieren. Am Abend gingen wir dann gemütlich Abendessen und mussten feststellen, das die Portionen hier alles bisher da gewesene bei weitem übertrafen. Nach der Vorspeise (gefüllte Paprikaschote mit Kartoffelauflauf), die bereits für 2 Personen vollkommen ausreichend gewesen wäre kam als Hauptgang dann noch die Shrimpssuppe, eine Spezialität des Hauses. Eine riesige Schüssel mit gefühlten 500 Gramm Reis und Shrimps, einer großen Kartoffel sowie einem Spiegelei obendrauf. Völlerei am Rande des Wahnsinns. Die 2 Piscos danach schafften auch keine Verringerung des Bauchumfangs, so das wir uns noch kurzzeitig dazu entschlossen eine nahegelegene Cocktailbar zu besuchen. Hier versumpften wir dann etwas und schafften es auf die Minute genau noch zu unserem Hotel, das nach der offiziellen Schließzeit bis zum nächsten Morgen auch wirklich geschlossen gewesen wäre. Tja, Glück gehabt. Morgen werden wir eine schöne Rundfahrt quer durch Arequipa unternehmen und auch das hier ansässige Kloster besuchen.