MNG Notlandung in Istanbul
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"mao3" wrote:
Hallo,
wenn man kurzfristig einen Urlaub bucht ist man darauf angewiesen mit solche Airlines zu fliegen.
Man kann nicht alle Leute für dumm oder leichtsinnig hinstellen die
dann gezwungen sind auf solche Seelenverkäufer umzusteigen.@ Mao3
Wenn Du alle Alternativen abgeklopft hast und nichts gefunden hast, dann ist es doch in Ordnung, wenn Du weiter wie bisher buchst und Dich den bekannten Risiken aussetzt, so lange Du dich hinterher nicht beklagst, wenn was in die Hose gegangen ist.
Ob es allerdings wirklich keine Alternativen gibt, wage ich zu bezweifeln.
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Das ist wirklich so.
Ich bin in der ersten Oktoberwoche in der Türkei gewesen.
Etwa 3 Wochen davor waren keine Flüge von Ostdeutschen Flughäfen aus mehr zu bekommen.
Irgend jemand (itt, corendon) hat schlau reagiert und noch einen Flieger ab Dresden eingesetzt. Der war voll!!
So flexibel sind die seriösen (????) großen Reiseveranstalter nicht.
Das ist übrigens kein Einzelfall. Bei Brückentagen hat man keine Chance mehr.
Da der Job vorrang hat, ist so mancher auf kurzfristige Angebote angewießen und das niemand wegen einer Woche extra noch 400km
bis zum nächstmöglichen Flugplatz fahren will ist auch klar.Mao
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Unter der Voraussetzung, dass alle Berichte bzgl. der "Notlandung" den Tatsachen entsprechen, gebe ich in Hinblick auf das Land zu bedenken, dass es sich defacto um ein orientalisches Land handelt.
Wer die Denkweisen der orientalischen Völker kennt, weiß, dass das Zugeben eines Fehlers absolute Schande bedeuten kann. Was liegt also näher, als so lange wie irgendwie möglich den auf der Hand liegenden Fehler nicht als solchen zu sehen?
Ich glaube, darin liegt das Problem. Wir in Mitteleuropa sind umgeben von Gesetzen, Aufpassern, Gerichten und gehen davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat. Im Orient, und der beginnt nun einmal geographisch und bevölkerungsmässig in Istanbul am Bosporus, denken die Menschen aber anders.
Das soll jetzt bei Gott keine Entschuldigung für Fehler sein. Sondern ein Aufzeigen, dass hier zwei Mentalitäten gegenüber stehen, die einander immer fremd bleiben werden.
Ich habe einmal selbst eine solche Situation in Side erlebt. Die Putzfrau hat meine 10 Jahre alte Uhr geklaut. Ich ging zur Reception und machte ein bisschen Radau und mit dem Chefreceptionisten durchsuchten wir gemeinsam das Zimmer. Die Uhr war nicht da. Am nächsten Tag ließ mich der Hoteldirektor holen, ging mit mir ins Zimmer, davor saß das Zimmermädchen heulend, drinnen drei Hanseln herum wieselnd; der Direktor griff unter einen Kopfpolster im Bett eines meiner drei Kinder und meinte: Sehen Sie, bei uns wird nicht gestohlen, ihre Kinder haben sich eine Streich erlaubt... (die Kinder waren alle über 12 Jahre alt...). Ich schaute ihm in die Augen und meinte, es hätte in mir nie einen Zweifel über die Ehrlichkeit seiner Mitarbeiter geherrscht und er bedankte sich für mein Vertrauen und ging hoch erhobenen Hauptes aus dem Zimmer. So werden die Dinge im Orient abgehandelt.
Gruß
Peter -
"mosaik" wrote:
Wer die Denkweisen der orientalischen Völkerkennt, weiß, dass das Zugeben eines Fehlers absolute Schande bedeuten kann. Was liegt also näher, als so lange wie irgendwie möglich den auf der Hand liegenden Fehler nicht als solchen zu sehen?Für viele vornehme Hamburger beginnt der Orient schon bei den Harburger Bergen...
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@ mosaik
Sehr schönes Beispiel. Hier geht es aber um fachliche Qualifikation,
Ausbildungsstand des (Flug-) Personals und die Sicherheit der
anvertrauten Fluggäste. Da kann man nicht ( wie im Hotel )
um 3 Ecken denken, da sind präzise Anforderungen zu erfüllen
und sofort richtige Entscheidungen zu treffen.Nobody is perfect - aber wenn ich die Wahl habe, suche ich meine Fluggesellschaft nach mir zugänglichen Informationen aus und ich fühle mich bei den genannten Airlines einfach nicht richtig/sicher aufgehoben.
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@mao3: Trotzdem ist man auf sowas nicht angewiesen. Entweder-wenn man schon super Lastminute bucht,sollte man auch in seiner Zielwahl flexibel sein; und da findet sich immer was, auch ab Ostdeutschland (wenn du den Flughafen Tegel mitzählst,der aber in (West-)Berlin liegt). Zum anderen ist es auch dann nur eine Preisentscheidung,denn niemand hindert dich drann,von Dresden nach Frankfurt/München/Düsseldorf zu fliegen und umzusteigen.
Vor allem aber, nur weil du erst 3 Wochen vorher buchen kannst, sind doch nicht die Veranstalter schuld,wenn alle "seriösen" Airlines ausgebucht sind. Auch wenn ich selbst für die Reiseveranstalter nicht viel Achtung übrig habe, aber du kannst doch wahrlich nicht verlangen, das die noch 3 Wochen vorher auf Grund ein paar Anfragen noch eine deutsche Airline aus dem Hut zaubern, noch dazu zu guten Flugzeiten. Es hat sicher keine deutsche Airline zur Urlaubszeit (außer nachts) irgendeinen Flieger unverplant herumstehen. Und wenn vielleicht doch, dann ist das Risiko,das er in 3 Wochen doch nicht mehr voll wird, viel zu groß. Sicher,wenn die von dir genannten Veranstalter noch irgendwelche Restplätze in Hotels verhöckern,die man sonst nicht verkauft hätte,und dazu noch eine türkische Billigairline angagiert,dann kann sich das unter umständen schon rechnen. Aber sowas zu buchen-das muß schon jeder mit sich selbst abmachen. Und solange solche Flüge noch gebucht werden,werden wir auch solche Diskusionen führen. Entziehen wir den ganzen Billigveranstaltern die Grundlage, dann bekommst du sicher auch noch 3 Wochen vorher noch ne gute Airline,denn dann lohnt es sich auch,mehr gute Plätze "vorzuhalten". Ausserdem,hast du es denn versucht,direkt bei einer Airline Plätze zu buchen? Ich kann mir nicht vorstellen,das AB,HLF,LTU,Condor u.s.w. bis auf den letzten Platz an allen für dich infragekommenden Abflugtagen/Airports ausgebucht waren.@Caro123: bei welchem Veranstalter habt ihr denn gebucht?
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"lutzigl" wrote:
Ich kann Dir bei der Frage nach den Reiseveranstaltern nicht helfen, aber dringend empfehlen, wie auch immer dahingehend auf die User dieses Forums einzuwirken, ein Qualitäts- / Sicherheitsbewußtsein bei der Wahl ihrer Reise / Airline zu entwickeln.@ Waldschrat
Du und Lutz, Ihr habt beide recht. So lange diese Gesellschaften nachgefragt werden, wird es sie geben, und es werden immer mehr! Nur durch geändertes Buchungsverhalten der Kunden wird sich an diesem Zustand etwas ändern.
Ich würde es übrigens als bedauerlich empfinden, wenn auch so seriöse Gesellschaften wie AirBerlin, Condor, LTU etc. in diese Negativbetrachtungen mit einbezogen würden. Die haben damit wahrlich nichts zu tuen, ihre Maschinen sind sicher besser in Schuß als die so mancher Liniengesellschaften.
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Gebucht haben wir bei Corendon. Schau mal bei Reiseveranstaltern nach da ist meine Einschätzung. Das gleiche gilt auch für die Airline.
Wir sind mit Inter geflogen, von der ich positiv überrascht war.
Glaubt mir bitte, es war wirklich nichts mehr zu bekommen.
Andere Länder, da geht erst recht nichts mehr zu solchen Terminen.
Bei passender Gelegenheit werde ich hier mal eine Anfrage stellen, da können dann alle mit suchen.
Dann gibt es auch noch das Argument, das in den letzten Jahrzehnten keine Türkische Airline mit Deutschen Urlaubern abgestürzt ist.
Wo ist eigentlich da das Risiko????
Übrigens, Ich bin kein Fan von irgendwelchen Billigairlines von wo auch immer und bin gern bereit mehr zu bezahlen aber.......Mao
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Birgen Air - Dominikanische Republik - 189 Tote - schon vergessen?
Hauptteil des Beitrags nach urheberrechtlichen Bedenken und im Interesse des Schutzes unserer User wieder gelöscht.....(nach Vereinbarung/Absprache mit emdebo)
Grüsse
Günter/HolidayCheck -
@ Mao3
Man sollte vorsichtig sein, wie man hier formuliert, weil dieses Forum kein rechtsfreier Raum ist und man womöglich noch Post von der Rechtsabteilung eines sich auf den Schlips getreten fühlenden Flugunternehmens bekommt, wenn man Namen nennt. Deshalb allgemein ein klares Wort: Bevor ich mich, weil es nichts anderes mehr auf dem Markt gibt, einer obskuren, exotischen Fluglinie anvertraue, würde ich eher auf den Urlaub verzichten.
Passiert ist Gott-sei-Dank in den letzten Jahren nichts. Aber muß immer erst "etwas" passieren, bis die Verbraucher reagieren?
Ich glaube auch nicht, daß es keine Alternativen gab. Einige sind von meinem Vorredner schon aufgezeigt worden. Übrigens Türkei. Nachbarn von uns fliegen seit Jahren grundsätzlich nur noch Linie mit Turkish Airlines dorthin, sie sind voll des Lobes in jeder Beziehung, waren zuletzt sogar mit denen in Südafrika.
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Entnommen aus: Blackbox, herausgegeben von Malcom MacPherson, Econ & List Taschenbuch Verlag, München 1999, 14,90 DM
Alleine eine Quellenangabe schützt nicht vor Strafen nach dem Copyrightrecht! Wenn der Auszug in dieser Form nicht vom Verlag oder Autor genehmigt ist, könnte das bei Bekanntwerden Folgen finanzieller Art haben.
Aber ansonsten natürlich @embedo - danke schön für diesen aufschlussreichen Beitrag.
Peter
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"mao3" wrote:
Hm, mit Birgin Air stimmt natürlich.
Aber wie wahrscheinlich ist es eigentlich abzustürzen.
Wie gesagt, ich halte das alles für übertrieben.Mao
Deiner Meinung nach muss also erst was passieren bis man sich wirklich anfangen sollte, Gedanken zu machen?!
Reichen die zahlreichen Zwischenfälle (die man mittlerweile gar nicht mehr mitzählt) nicht aus?!
Ich denke, dass sollte für jeden Warnhinweis genug sein.
Wer solche Airlines weiterhin unterstützt... naja, dem viel spaß beim fliegen... -
Hallo,
ich war an Bord dieser Maschine und kann nur sagen, dass war der reinste Horrotrip. Erst gerieten wir ins Schlingern ( Schlimmer als in einer Schiffsschaukel), dann schrie plötzlich eine Stewardess panisch um Hilfe und schmiss sich gegen die hintere Cabinentür die aufging. Es wurde eisig kalt und roch nach Qualm. Zwei andere Stewardessen schmissen sich ebenfalls in Todesangst gegen die Tür und schafften es sie wieder zu verriegeln. Wir mussten notlanden in Istanbul und saßen dort für über 11 Std. fest. Zudem wurden wir behandelt wie einem ********* und sollten in die defekte Maschine wieder einsteigen. Wir weigerten uns. Erst nachdem die Botschaft, das Auswärtige Amt und das Generalkonsulat in Istanbul sich einschalteten, war man bereit uns eine Ersatzmaschine zu besorgen. Unfassbar! -
@ sofa265
Das war sicher ein traumatisches Erlebnis, das Ihr nie mehr vergessen werdet. Todesangst pur!
Welche Konsequenzen werdet Ihr aus diesem Vorfall ziehen?
Werdet Ihr Euer Buchungsverhalten ändern oder weiter so buchen wie bisher? -
Hallo allerseits,
sehr lesenswert ist der heutige Artikel aus dem Generalanzeiger:
lässt sich leider nicht direkt verlinken, daher habe ich ihn hier einmal eingefügt:
Grüße von Lutz
Rückflug aus der Türkei nach Köln/Bonn wird zum Horror-Trip
Passagiere haben Todesangst, als die Maschine ins Schlingern gerät
Von Marcel Wolber
Instanbul/Alfter. Der Rückflug aus Antalya nach Köln/Bonn hat sich für 257 Passagiere eines Airbus der privaten türkischen Fluggesellschaft MNG am Samstag zu einem wahren Albtraum entwickelt. "Die Menschen waren völlig fertig. Viele hatten mit dem Leben abgeschlossen", berichtet der Alfterer Wolfgang Schmitz-Vianden über die Todesangst an Bord. "Wir haben alle angefangen zu beten", sagt der 42-Jährige, der mit seiner Frau und seinen beiden Kindern an Bord der Maschine war.
Kurz nach dem Start geriet die Maschine bei "bestem Flugwetter" ins Schlingern, machte Schaukelbewegungen vorwärts und seitwärts. Dabei hatten die Passagiere schon vor dem Start ein ungutes Gefühl: "Beim Einsteigen waren noch Techniker in der Maschine beschäftigt." Anschließend machte das Flugzeug eine "Probefahrt", kehrte zu seiner Parkposition zurück und hob schließlich mit Verspätung ab. "Beim Start hatte ich sofort das Gefühl, dass etwas faul ist. Die Maschine klang komisch. Außerdem haben wir erst kurz vor Ende der Startbahn abgehoben", sagt der Vielflieger Schmitz-Vianden.
Doch es kam noch schlimmer für die zahlreichen Türkei-Urlauber auf ihrem Heimflug. Nachdem die Maschine ins Schlingern geraten war, öffnete sich plötzlich die hintere Kabinentür. "Eine Flugbegleiterin schrie panisch um Hilfe, das Essen flog umher. Mit Hilfe von zwei weiteren Flugbegleitern konnte die Tür notdürftig geschlossen werden", erzählt Schmitz-Vianden. Sie sei aber nicht komplett zu gewesen, in der Maschine sei es immer kälter geworden.
Schließlich bekam der Pilot den Airbus wieder in den Griff und konnte in Istanbul landen. Dort gab es für die Passagiere weder medizinische noch pyschologische Betreuung, auch ein Ansprechpartner war nicht in Sicht. Erst zwölf Stunden später startete eine Ersatzmaschine zum Zielflughafen Köln/Bonn.
Eine MNG-Sprecherin bestritt, dass es sich um eine Notlandung gehandelt habe. Von technischen Problemen könne keine Rede sein. Ein Wechsel der Maschine sei aus "kaufmännischen" Gründen beschlossen worden. Für Schmitz-Vianden ist das, wie auch die Aussage eines Stewards "der Autopilot ist ausgefallen", ein Skandal: "Bei der Landung standen Feuerwehr und Rettungsdienst bereit. Im Flughafen sind wir später als 'die Passagiere der notgelandeten Maschine aus Antalya' aufgerufen worden."
Die Ignoranz der Fluggesellschaft sei unglaublich. "Wir stürzen fast ab, und die Flugbegleiter sind panischer als die Fluggäste, die ja nicht wussten, was los ist - aber alles soll okay gewesen sein. Warum sind wir dann in Istanbul gelandet und nicht bis Köln/Bonn durchgeflogen?", fragt sich der Alfterer.
"Der Pilot hat während der Turbulenzen nur noch türkisch gesprochen. Und wie ein Türke, der auch in der Maschine war, sagte, hat auch das am Ende nicht mehr geklappt" - der Pilot sei seiner Muttersprache vor Aufregung nicht mehr mächtig gewesen, so Schmitz-Vianden.
Der Rückflug nach Köln/Bonn mit einer Ersatzmaschine klappte schließlich reibungslos. "Allerdings mussten wir unserer neunjährigen Tochter gut zureden, damit sie überhaupt einstieg. Sie weigerte sich zunächst beharrlich." Schmitz-Vianden selbst wird beruflich bedingt nächste Woche bereits wieder fliegen, "allerdings nie mehr mit dieser Fluggesellschaft".
(10.10.2005)