Trinkgeld in Tunesien?
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Naja da ich eben beide Seiten kenne (Tourist und Resident) sehe ich das eigentlich recht hart mit dem Trinkgeld. Ich gebe z.B. keinem Flughafen-Transfer-Busfahrer Trinkgeld wenn ich meinen Koffer selber aus dem Bus packen muss....oder der mir schon beim Einstieg im Dekoltee hängt.
Kenne auch nix mich über einen Angestellten zu beschweren - wohlwissend wie es für ihn ausgehen könnte.
Ich unterscheide da ganz arg unter "Einladung" oder "selbstgebuchte Pauschalreise". Und da bin ich schwäbisch genug um auch gerne meine bereits bezahlten Leistungen ohne erzwungenes Trinkgeld zu bekommen
Ich kenne die Taxipreise und wenn da jemand meint er könnte mich über den Tisch ziehen sitze ich das aus, aber sowas von! Aber ich bin eben nicht der übliche Tourist - denke das "riechen" die auch
Das Helfersydrom hält sich also in Grenzen.
Ich gehöre auch nicht zu denen die Aldi oder Lindt-Schokolade mitbringen, aussortierte Klamotten oder sonst was....da ich eben die andere Seite kenne. Manch Animateur kann im Sommer ein Schokoladenhandel oder Parfumladen eröffnen
Bares ist Wares.......hab ich auch immer an Weihnachten geacht als meine Oma sämtlichen unnützen Krempel gekauft hat - die 100 Euro hätte man besser anlegen können
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@malini:
Gerade die Gehälter der Angestellten, die mit den Touristen täglich in Kontakt kommen (Kellner, Zimmermädchen, Animateure) sind extrem niedrig, sodass diese tatsächlich auf Trinkgelder angewiesen sind.
Saisonende ist meistens Ende Oktober und oftmals geht´s im April erst wieder los, sodass ein halbes Jahr überbrückt werden muss.
"Steinreich" wird da - selbst mit üppigem Trinkgeld- garantiert niemand und ich bezweifel stark, dass ein Kellner- auf´s ganze Jahr gerechnet- mehr Geld zur Verfügung hat als ein Polizist oder Lehrer.LG, Tina
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Hallo, also ich nehme in nicht Euro-Länder immer 1 Dollarscheine mit. Scheine können nämlich problemlos getauscht werden.
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Chris, wir sind uns sehr ähnlich, außer daß mir hoffentlich keiner ins Dekollete schaut

Tina, lass einen Lehrer mal 500-600 Dinar verdienen, von Kellnern weiß ich, daß sie an einem guten Tag um die 100 Dinar Tip haben, selbst bei 50 kann man es sehr gut hochrechnen und da ist noch kein Gehalt dabei oder Zuwendungen besonders gut bedienter Touristinnen. Du würdest Dich wundern, wieviele das sind, die da öfter mal üppig bedacht werden und sogar Geld zugeschickt bekommen.
Es ist leider Fakt, daß der Anreiz im Tourismus zu arbeiten sehr groß ist und in anderen Bereichen Fachpersonal fehlt. Aber das trifft nicht nur auf Tunesien zu...
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Hallo @domrepfan1995,
das find ich aber schon umständlich :?
Du musst daheim deine Euronen auf Dollarnoten umtauschen.
Dann gibst du diese Dollarnoten als Trinkgeld und der Empfänger muss wieder umtauschen.
Wir handhaben es seit Jahren so, wie es sich gehört: Wir wechseln im Lande Euros auf Dinar und zahlen auch damit. Wenn es zu wenig ist, wird halt noch einmal getauscht.
Das geht ganz gut und man muss nicht unentwegt herumrechnen.LG
Waltraud -
Überflüssiges Zitat entfernt.
@domrepfan1995
woher hast Du das denn? Man sollte nicht immer von sich selber ausgehen oder von anderen Urlaubsländern. Tunesier können nicht mal eben zur Bank und Fremdwährung tauschen! Tunesier haben nur einen kleinen Freibetrag, müssen die Einfuhr ihrer Devisen in den Händen nachweisen, oder man hat ein Gewerbe mit Auslandsbezug. Alles andere, auch Euro-Scheine, läuft über den Schwarzmarkt!Es ist im Grunde ganz ganz ganz einfach. Die Landeswährung sind tunesische Dinar, kann im Land überall getauscht werden (am Flughafen, im Hotel, bei der Bank, kommt dort aus jedem Automaten....)

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jarunee,
seit ich mal das Vergnügen hatte, von Einheimischen (nämlich sowohl Bauern als eben auch Kellner) nach Hause eingeladen worden zu sein, hab' ich dazu meine eigene Meinung, die Du natürlich nicht teilen musst... Die Wohnungseinrichtungen sprachen für sich...
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Wenn ich mit dem Service zufrieden bin, oder eine ganz besondere Serviceleistung erhalte, gibt es dafür auch eine Anerkennung. Da spielt die finanzielle Situation desjenigen nicht die geringste Rolle.
....auch wenn man hier den Eindruck erwecken möchte, daß die Touristen mit ihren Trinkgeldern, dass Gehaltsgefüge des Landes in Schieflage bringen würden,...na ja, daß find ich dann doch recht makaber.
Aber, da wir hier in einem Diskussionsforum sind und dieses von subjektiven Eindrücken lebt, ist das schon o.k. so.
Wünsche euch Trinkgeldbanausen
trotzdem einen schönen Urlaub 
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Hmm... Wenn ich hier in einer Eisdiele sitze,-gibt es auch Trinkgeld. Nach einem Frisörbesuch,- ebenso... Bei Pizzaservice...usw... Es gehört eben dazu. Wir kommen jedenfalls genauso mit -bitte- und -danke- weiter und behandeln die Menschen mit Respeckt. Bei 35 grad mit lange Hose und Hemd, dabei immer ein Lächeln drauf da tut mir 1€ Trinkgeld nicht weh...
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stuju, es ist nicht wirklich schlimm, daß Du nix verstanden hast und ich gönne es Dir von Herzen, Dich im Urlaub wie ein König zu fühlen

Aber da ich ein höflicher Mensch bin, nochmal für die Langsameren unter uns:
Das Problem ist nicht, daß die Lehrer und Polizisten durchdrehen, sondern daß sie Kellner und Putzfrauen sind, oder sich im Falle der Polizisten andere Wege suchen, ein entsprechendes "Gehalt" zu erlangen. -
Nett von dir, daß dir der Spass dabei nicht abhanden kommt.

Mal ehrlich, ein Kellner in Tunesien mit 100 Dinar Trinkgeld am Tag...?
Ich kenne welche die mit 200-300 im Monat gut zufrieden sind, aber vielleicht kenne ich auch blos die falschen Leute ?
Ich glaub dir einfach nicht, daß die Touristen mit ihrem Trinkgeld aus Kellnern und Putzfrauen Millionäre machen.
...und wenn Polizisten aus finanziellen Gründen kellnern müssen, dann ist das schon eher ein Problem des Staates und nicht das eines Touristen.
...und meins ist es schon überhaupt nicht, denn ich gehöre nicht zu dem Typ Gutmenschen die sich solcher Probleme annehmen, oder glauben annehmen zu müssen.
...und nun ist es gut
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Ich kann es Dir nur von mehreren Tunesiern sagen, die während der Saison in Tunesien in AI-Hotels arbeiten und danach in Spanien, Frankreich und Deutschland. Sie sagen unisono, daß sie in der Saison lieber in Tunesien sind, die Trinkgelder kamen aus ihrem Mund, da es mich interessiert hatte, denn ich bin kein Doctor, sondern selbst in der Gastro und deshalb bei solchen Themen sehr neugierig. Man kann es auch halbwegs einfach nachvollziehen, wenn man mal die Arbeitsstundenzahl und den Gästekontakt ein wenig überschlägt.
Eltern halten ihre Kinder an, Jobs im Tourismus zu suchen, da "normale" Jobs bei weitem nicht so einträglich sind. Natürlich wird dadurch Niemand Millionär, aber es ist ein einfaches Rechenexempel, leider mit negativen Folgen für die Gesellschaft.Übrigens, kein Kellner oder Roomboy wird einem Touristen reale Zahlen im Urlaub nennen, das könnte geschäftsschädigend sein, man sagt, was man glaubt, der Touri möchte es hören.
Ich verlange von Niemandem, daß er sich darüber Gedanken machen muß, seinen Urlaub oder die persönliche Gedankenwelt damit belastet und bestimmt schon dreimal nicht, Staatsprobleme zu lösen. Ich habe nur geschildert, was mir bei Sachen Trinkgeld durch den Kopf geht, gerade in "solchen" Ländern. Ob ein Anderer da etwas für sich entnimmt, bleibt natürlich ihm überlassen, aber wenn man mich deshalb als Trinkgeldbanausen oder Gutmensch bezeichnet, verlange ich schon, daß man sich die Beiträge genau durchliest und wenigstens versucht, dahinterzusteigen

Weiterhin schöne Urlaube!
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Also Tunesier die in Tunesien arbeiten und danach in Spanien, Frankreich oder Deutschland......äh ja
....die kannste an einer Hand abzählen.
Der Arbeitsmarkt in der EU im Tourismus ist nicht so, dass man Arbeitskräfte aus Drittländern anfordert. Die Visa-chancen daher so gut wie NULL.Glaubt bitte nicht alles was Euch erzählt wird.
Und nein, nicht alle Eltern halten ihre Kinder an im Tourismus zu arbeiten! Das ist im Grunde ein no-go! Wer genau hinschaut wird merken dass der Grossteil nicht dort herkommt wo er arbeitet
Man muss auch unterscheiden....ein Zimmermädchen/Mann, Kellner, die haben ganze Ausbildungen....ein Animatuer heuert einfach an. Im Grunde kann man die nicht alle in einen Top werfen.
Und von "armen" Polizisten sprechen
entschuldigung, klappt mal Euer Klappstühlchen auf und setzt Euch mal nen Tag an nen Kreisverkehr und schaut was der Polizist sich da alles einschiebt 
Was fast alle Tunesier gemeinsam haben - sie können perfekt jammern..... -

Natürlich sind die nicht mit Visa und Arbeitsgenehmigungen ausgestattet
Insofern an einer Hand abzählen... In Marbella hat man das Gefühl, dort arbeiten zeitweise nur Tunesier 
Ich glaube eher sehr wenig, was so erzählt wird und im Urlaub davon nur noch die Hälfte, aber wenn die Jungs mit/bei mir einen trinken, haben sie eher weniger Grund mich anzulügen, als nen Touri, von dem sie was wollen

Richtig, viele Kellner und Zimmermädchen haben komplette Ausbildungen, leider aber sehr oft in ganz anderen Bereichen und die Sache mit dem Kreisverkehr ist genau einer der Punkte, die aus unterbezahlten Jobs resultieren, was u.a. Teil meiner Botschaft war.
So, ich ziehe mich jetzt mal hier wieder zurück und überlasse das Feld ungetrübten Urlauberfreuden mit hoffentlich passendem Trinkgeld in einheimischer Währung

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Tunesische Bekannte erzählten uns ebenfalls, dass ein Job im Touristengewerbe keinesfalls erstrebenswert ist, da die kulturellen Unterschiede einfach zu groß sind. Den ganzen Tag mit halbnackten Leuten und Alkohol ausschenkend ist für gläubige Moslems bestimmt kein Traumjob....und gesellschaftlich ganz unten angekommen sind die Animateure...