Hurghada/Kairo->Note 5-
-
Moinmoin,
bisher war ich schon in Österreich, Spanien, Italien, Schweiz, Frankreich, Holland, Deutschland, (früher) in der DDR und der Türkei in Urlaub. In all diese Länder würde ich auch jederzeit wieder Urlaub machen, nur Ägypten ist für alle Zeiten gestrichen.
Auf Wunsch meines Sohnes sind wir vom 22.-29.5. in Hurghada gewesen und die Erfahrungen waren unterm Strich sehr negativ. Doch erstmal das positive...-Das Hotel (*****) war vom Ambiente sehr schön angelegt, sauber und das Essen war vielseitig.Die Zimmer waren auch sehr gut. Pools waren zahlreich vorhanden.
-Die Pyramiden waren eine Reise wert und Lasershow und Besichtigung der Pyramiden außen und innen haben sich gelohnt.
-Auch die Besichtigung von einer Mosche war interessant.
So da endet auch schon das Positive
-Die Verkäufer waren überall extremst aufdringlich und wollten meinen (9 j.) Sohn teilweise ins Geschäfft ziehen und ich musste recht deutlich verbal eingreifen.-Der Bazarbesuch war eine absolute Katastrophe, da zu 90% nur touristischer Einheitsmüll angeboten wird und die Verkäufer einem keine Ruhe gönnen, sich was in Ruhe anzuschauen.
-Unser zweitägiger Kairoausflug nur zu Zweit mit Chaufeur und deutschsprachigen Reiseleiter war auch sehr Zwiegespalten (Buchung bei einem aus Deutschland Ausgewanderten, der nun solche Ausflüge anbietet). Pyramide und Moschee waren okay, aber der Rest war großer Mist.
- Papyrus "MUSEUM"
Hier wurde uns direkt am Eingang ein Zettel in die Hand gedrückt, auf dem wir die zu kaufenden "Kunstwerke" eintragen sollen. Und auch der Hinweis wir könnten auch mit EUR, Visa oder EC-Karte bezahlen fehlte nicht. -> Wir sind schnellstmöglich dort weg.
- Bazar (Siehe oben)
Die längsten 15 Minuten meines Lebens, einen Bazarweg bis zum Ende und zurück. Mein Sohn wollte auch nur noch raus.
- Hotel in Kairo
Das Hotel selbst war gut und sauber, aber Nachts war es unerträglich laut, durch lauter Musik in der Nachbarschaft.
- Kairo
Das es ein Großstadt ist, war mir schon klar, aber eine so heruntergekommene Stadt mit den absolut krassesten Verkehrsaufkommen habe ich noch nicht gesehen. Die Anzahl der verbeulten Autos waren nicht mehr zu zählen.
- Polizei und Militär
An allen ecken und Enden war Militär und/oder Touristenpolizei mit Schusswaffen präsent. Am Bazar standen mindestens 15 LKWs auf denen hinten bewaffnete Soldaten drauf saßen und immer ein Soldat mit Gewähr daneben stand. Auch wenn das ganze vermutlich für die öffentliche Sicherheit geschieht, hat man bei einer solch massiven Waffenpräsenz eher Angst, das aktute Gefahr vorhanden ist.
-Die Taxis in Hurghada sind nervig und hupen einen ständig an und wollen einen dahin fahren, wo man gar nicht hinfahren möchte. Ist ein gefährliches es Völkchen.
-Im Ägyptischen Museum war es zwar sehr interessant, aber die Luft war durch die hohe Anzahl von Besuchern so heiß und stickig, das es kein wahrer Genuss war. Der zusätzliche Eintrittspreis zu den Mumien ist eine Unverschämtheit.
-Landschaftlich hat Hurghada und Kairo bis aufs rote Meer gar nichts zu bieten. Alles nur Wüste und viel, viel Dreck und Abfall.
Bis auf die wenigen schönen Momente war es eine sehr stressige Woche, die ein einmaliges Erlebnis war, aber die auch Einmalig bleiben wird.
GrußNorbert
-
Naja, was soll man denn sonst machen, wenn man sich in Ägypten nicht auskennt ? Ich denke mal nicht, das selbst zu organisieren benötigt einiges an Landeskenntnisse, um überhaupt die ganzen Kontrollposten zwischen Hurghada und Kairo zu überwinden und ausserdem möchte ich nicht selbst im ägyptischen Verkehrschaos fahren müssen.
Der Veranstalter war mir hier im Forum als gut empfohlen wurden, die anderen müssen wohl noch deutlich schlimmer sein. An vielen Dingen konnte der Reiseleiter ja auch nichts, auch wenn er das Programm schon etwas gelangweilt abgespult hat.
Ägypten selbst und die Art der Verkäufer und Taxifahrer machen die meisten negativen Eindrücke. Selbst wenn man durch die Seitenstraßen von Hurghada geht, sieht man nur tonnen von Müll rumliegen. Selbst fünf Meter neben dem Hotel fängt der Müll schon an.
Gruß
Norbert -
Deswegen ist es sinnvoll sich vorher über das Land das ich bereise zu informieren. Dann hättest du gewusst was auf dich und deinem Sohn zukommt. Muss @Egypt Recht geben wenn gesagt wird, meide in Zukunft solche Länder wenn dir sowas ein Dorn im Auge ist.
Die meisten die dieses Land, zpeziell Hurghada besuchen, wissen wie es dort aussieht und wie es dort zugeht. Auch ich gehöre dazu und bin gerne in Hurghada. Aus Gründen die jetzt sehr weitreichend wären. Aber es gibt in Ägypten auch ruhigere Ecken. Man muss sich nur schlau machen.
Gruß Werner
-
Überflüssiges Zitat lt. Forenregeln entfernt ! Ein @ + Name reicht vollkommen aus, wenn man auf einen Beitrag auf der gleichen Seite antwortet !
=========
Die Urlaubsziele bestimmt mein reiselustiger Sohnemann, da habe ich nur wenig Einfluss drauf
Aber auch mein Sohn möchte nicht mehr in "Saharaländer", wie er es formuliert.Ein Lob aber an die dortige Apotheke. Gegen die Mückenstichallergie und Magenverstimmung von meinem Sohn hat der Apotheker sehr gute Medikamente uns gegeben.
Eigentlich bin ich schon ein Großstadtmensch, in Barcelona (mit eigenem Auto) bin ich zum Beispiel sehr gut zurecht gekommen, auch wenn ein Mega-Kreisverkehr schon ein paar Umrundungen brauchte. In Köln habe ich selbst lange gelebt, auch da hats mir gefallen.
In 2 1/2 Monaten gehts für 10 Tage erst mal nach Bulgarien an den Sonnenstrand (Sohnemann hat´s so gewollt). Und nächstes Jahr geht es nach Griechenland mit Ausflug nach Athen. Dänemark steht auch noch auf der Wunschliste vom Sohnemann.
Es ist schon Anstrengend einen achtjährigen, reisefiebrigen Mann in der Ausbildung sein eigen nennen zu müssen.

Gruß
Norbert -
Zitat entfernt !
===
Sagen wir mal so, ich gönne mir sonst nicht viel und hab einen 12-Stunden-Tag. Und der Urlaub war ja auch kein Luxusurlaub.
Habe mich schon vorher über Ägypten informiert und deswegen auch nicht mit einer Bustour den Kairoausflug gemacht. Die Kombination Bade-/Schnorchelausflug und Kultur war schon gewünscht. Auch in anderen Touristenhochburgen (z.B. Bibione in Italien) ist natürlich von der eigentlichen Kultur des Landes nicht viel zu spüren, aber immerhin kann man durch die Straßen bummeln und sich erholen, ohne ständig belabert und angehupt zu werden.
Nur die Läden ohne aufdringliche Verkäufer konnten bei uns etwas verdienen. Dort gab es dann auch teilweise Gespräche, die in Richtung persönlicher Lebensumstände dieser Verkäufer ging. Ich gebe gerne auch etwas mehr, wenn ich merke das es anständige Leute sind, die ehrlich und korrekt ihrem Beruf nachgehen. Menschlichkeit ist wichtig, nur die meisten dort sind reine Abzocker und Nervensägen.
Klar gibt es in jedem Land zwielichtige Verkäufer, aber bisher sind sie mir noch nie in der hohen Prozentzahl, wie in Ägypten begegnet.
-
Dein Beitrag düfte irgendwie für Ägypten-Neulinge sehr interessant sein, wenn sie genau wie du nur über geringe Kenntnisse verfügen, fast keine Infomationen von Land, Leuten und über die Landschaft haben.
Eigenlich sollte jeder vor seinem Urlaub wissen, dass Ägypten ein Wüstenstaat und die Sicherheitspräsenz nach dem letzten Attentat am Bazar sehr hoch ist.Der Reiseleiter des RV hat uns z.B. vorher erklärt, dass wir den äußerst rechten oder linken Durchgang des Basars wählen sollen und nicht die mittleren. Wir waren auch in keinem Papyrusmuseum, oder irgendeiner anderen Fabrik, dafür aber noch in Sakkarah und Memphis.
Wir haben uns die Mumien wegen des Extrapreises nicht angesehen, aber dafür das Bootsmuseum an den Pyramiden.
Es hat halt jeder für sich andere Interessen und Erwartungen, deswegen solltest du vieleicht auch einen Reisetipp über deine Erfahrungen schreiben.
-
Biplane wrote:
Habe mich schon vorher über Ägypten informiert und deswegen auch nicht mit einer Bustour den Kairoausflug gemacht....aber ganz offensichtlich nicht richtig, denn Du hättest z.B. auch nach Cairo fliegen können, dazu braucht man keinen "Fabriken-Schlepper". Zudem wäre Dir dann nicht entgangen, daß Hurghada ein reiner Touristen-Ort ist, der nach außen "glänzt", aber eben faktisch 3.-Welt-Niveau hat. Umweltschutz und Sauberkeit sind in Ägypten leider noch ± Fremdworte, auch das kann man hier und in Reiseführern nachlesen.
Im übrigen bedarf es auch keiner besonderen Landeskenntnisse, wenn man einen selbst organisierten Ausflug in die Hauptstadt unternimmt, sowas machen viele der Ägyptenurlauber hier.Für Dich sicher nicht mehr von Interesse, aber Du hättest Dir so manche Begebenheit ersparen oder zumindest in einem anderen Blickwinkel betrachten können. So ist für Dich der Urlaub eben nicht rundum positiv gewesen...

-
Naja, Hurghada ist halt eine Billigreisen-Urlaubsvorhölle, das ist bekannt. Dort sollte man in seinem (hoffentlich schönen) Hotel bleiben.
Die Landschaft ist drumrum ist grottenhässlich und verbaut, das stimmt, kann man aber auch alles vorher nachlesen. Landschaftlich hat Ägypten dennoch viel zu bieten, z.B. die grandiose Sinai-Wüste oder das Niltal bei Assuan. Ihr wart leider einfach in den falschen Ecken.Kairo ist eine 20 Mio Einwohner Stadt in einem armen Land, tja, so sieht's da halt aus. Laut, dreckig, überfüllt. Nicht gerade Orient aus 1001 Nacht. Allerdings hat auch Kairo schöne Ecken, Parks, Promenaden, Einkaufszentren, Museen, Galerien, architektonisch interessantes, aber um das zu entdecken, braucht man ein paar Tage Zeit und etwas Entdeckerlust.
Wer nur die Pyramiden und das Museum gesehen hat, hat einen sehr rudimentären Eindruck der Stadt und ihrer Bewohner gewonnen.Im Ägyptischen Museum ist es sehr stickig, richtig, weil das Gebäude alt und nicht vernünftig klimatisiert ist. Ein neues, modernes Gebäude ist im Bau. Warum der zusätzliche Eintrittspreis zu den Mumien eine Unverschämtheit ist, verstehe ich nicht. Es ist sehr aufwendig und teuer, diese zu erhalten, und das muss ja irgendwie bezahlt werden. Aufwendige Museen mit einmaligen Stücken sind halt teurer im Eintritt als das Kreismuseum Kleinkleckersdorf.
Warum das anhupen durch Taxifahrer gefährlich ist, erschliesst sich mir nicht. Für die Taxis herrscht ein gnadenloser Konkurrenzkampf um die Kunden. Da geht's um das Überleben einer meistens vielköpfigen Familie in Kairo oder sonstwo im Niltal, das der einzige Sohn mit seinem Taxifahrerjob sichern muss. In Ägypten gibt es kein vergleichbares Sozialsystem wie bei uns.
Der Bazaar: Bei einer Standardtour hat man meist nur Zeit für die ersten 1-2 Gassen, bzw die meisten trauen sich nicht weiter. Da hier zu 90% Touristen die Käufer sind, wird zu 90% touristischer Kitsch angeboten. Der Khan al Khalili ist aber viel grösser als diese paar Gassen, und bietet dort Alltagsware für die Einheimischen. Sehr sehenswert, allerdings auch wieder schön dreckig, laut und voll.
Das Militär: Ägypten ist halt ein Militärstaat. Kannst ja mal bei amnesty international nachlesen, was die so dazu sagen.
Lärm: Arabische Länder sind laut.
Papyrus-Museum: Was einem dort angeboten wird, ist zumindest echt. Wer nicht kaufen will, muss ja nicht.
Kann Dir insgesamt nur empfehlen, mit Sohnemann mal eine Reise abseits der Touristen-Höllenroute zu unternehmen.
Z.B. ein mehrtägiges Kameltrekking im Sinai mit Beduinen, Essen kochen am Lagerfeuer, schlafen im 1000-Sterne-Hotel. Da lernt er Ägypten kennen. -
Biplane wrote:
Auch in anderen Touristenhochburgen (z.B. Bibione in Italien) ist natürlich von der eigentlichen Kultur des Landes nicht viel zu spüren, aber immerhin kann man durch die Straßen bummeln und sich erholen, ohne ständig belabert und angehupt zu werden.Zwischen Italien und Deutschland herrscht nicht das krasse Wohlstandsgefäle wie zwischen Ägypten und Deutschland.
In Ägypten herrscht ausserdem eine räumliche Differenz zwischen dem eigentlich bewohnten Ägypten (Niltal) und der Küste des Roten Meeres. Die Orte dort sind erst durch den Tourismus entstanden und haben kaum eInfratruktur, keine kulturellen Angebote oder Sehenswürdigkeiten. Das eigentliche Alltagsleben fehlt. Dies schafft eine ganz andere Atmosphäre als in einem gewachsenen Ort, der auch ausserhalb des Tourismus ein Eigenleben hat. -
@curiosus: Wie gesagt, die Empfehlung für den Kairo-Veranstalter kam hier aus dem Forum und es waren nur positive Meinungen vorhanden. Grundsätzlich war es ja auch nicht so, das wir zum Kauf genötigt wurden und an sich haben wir schon die Sachen gesehen, die wir sehen wollten. Also von der Seite war die Kairoreise okay. Es sind einmalige Eindrücke, die auch unvergesslich sind, aber ein zweites mal muss es nicht sein.
Lehrreich war es auch für meinen Sohn, da er auch gesehen hat, das es vielen Menschen nicht so gut geht, wie in Deutschland. Auch hat er gelernt, das es Menschen gibt, die einen abzocken wollen. In der Türkei letztes Jahr gab es das ein oder andere großzügige Trinkgeld, z.B. bei einer Schiffstour hat sich ein Bootsmitarbeiter sehr nett mit meinem Sohn unterhalten und ein wenig vom Boot gezeigt, ohne das er aufdringlich war oder Trinkgeld verlangt hat.
Es war uns auch klar, das Hurghada nur für Touristen gebaut wurde. Trotzdem oder gerade deswegen sollten die Verkäufer und Taxifahrer auch Touristengerecht sein und nicht extrem aufdringlich. Dumm sind die Leute in Ägypten sicher nicht, aber viele wollen uns Deutsche als dumm verkaufen.
-
Hallo,
der 8jährige Sohn gab das ein oder andere großzügige Trinkgeld :?

-
Hallo Biplane
Ich kann mir nicht vorstellen, das Verkäufer in Hurghada oder sonstwo in Ägypten
die deutschen Touristen für dumm verkaufen wollen; man will einfach nur an den deutschen Touristen verdienen, so ist das nun mal. Auch wenn Du es schon hundertmal gehört hast: Daheim müssen einige satt werden und dazu braucht man Geld, genau so wie bei uns. Ausserdem gibt es dort kaum Sozialzuwendungen, so dass sich Jeder jeden Tag auf´s Neue anstrengen muss.
In diesem Sinne
wolfgang -
Noch was zu den Ägyptern...
Wenn ich die kunstvollen Relikte vergangener Zeiten sehe, waren die Ägypter früher Handwerklich sehr begabt und haben wahre Schätze geschaffen.
Anstelle das die Verkäufer der unzähligen Billigschrottläden nur auf die Touristen anquatschen oder nur im leeren Laden rumstehen, sollten diese sich doch mal mehr ein wenig dieser handwerklichen Fähigkeiten aneignen und eigene Produkte unter den Augen der Touristen herstellen.
In der Türkei habe ich zum Beispiel einen Glasbläser am Straßenrand gesehen, der schöne Schmuckstücke und Glastiere gemacht hat, die ein wenig türkisch aussahen. Dort haben wir dann zugeschaut und auch gekauft.
Sind die Ägypter so einfallslos (geworden) ? Es ist doch mit wenig Aufwand machbar, ägyptische Amphoren, Figuren (wie die bei Grabbeigaben), kleine Ziertepppiche und vieles mehr herzustellen.
Gerade wenn man kein soziales Fangnetz hat, kann man mit handwerklichem Geschick immer irgendwie seine Brötchen verdienen.
-
Wenn ich das so lese, möchte ich unseren ersten Ägyptenurlaub im Juli absagen.
Wenn man nicht ma in ruhe shoppen kann...wir bestimmt sehr anstregend.
Bleiben dann zwei Wochen im Hotel
Mußt ja angst haben im Laden nicht mehr raus zu kommen ohne etwas gekauft zu haben... -
Also sorry, nun bleib mal auf dem Teppich
Ich kenne keinen, den sie im shop dabehalten haben

Aber, Spass bei Seite, dieser thread macht m.M. wieder deutlich klar, dass es kein Zwischending gibt:
Entweder man liebt Ägypten mit all seinen Facetten (und da gehören auch die Händler dazu) oder man hasst es.
Dazwischen gibt es nichts!!!
LG
Alex (gehöre zur ersten Fraktion) -
...im übrigen sind "die Händler" nur denjenigen gegenüber aufdringlich, denen man anmerkt, daß sie unsicher sind.
Im Prinzip kann man nämlich ganz entspannt über die Basare und durch die Einkaufsstraßen flanieren, entweder mit ein wenig smalltalk oder auch ganz ohne...