Habt ihr Bedenken euren Urlaub in arabischen Ländern zu buchen?
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Und die Wiege des christlichen Abendlandes ist zum Untergang verdammt. Laut namhaften Historikern ist das ja die Türkei. Gut, dass ich davor noch schnell meinen Urlaub in Side im Februar verbringen werde. Oder denkst Du, die muslemischen Horden sind so schnell da?

Jetzt mal im Ernst. Juden und meist koptische Christen stellen eine kleine Minderheit in Ä dar. Die Bruderschaft ist bei der Allgemeinheit so beliebt wie hier die Neonazis, allerdings mit dem Unterschied, dass es in Ägypten möglicherweise mehr Verzweifelungssympathisanten gibt. Die Israelis sind im Zündeln ja bestens bewandert, da dürfen sie sich nicht wundern, wenn es auch mal brenzlig wird.
Und wenn Du Recht hast? Die Ägypter hatten im Laufe der Geschichte auch sehr harte Zeiten unter so einigen Völkern von den Römern bis zu den Engländern. Und bis zu uns Teutonen, die ihr geld im AI-Hotel fröhlich dagelassen haben, ohne zu bedenken, dass ein großer Teil ihrer Euronen die korrupte Despotie von Muhbarak unterstützt hat. harte zeiten für das ägyptische Volk. Dass das den Spieß mal rumdreht, nur allzu verständlich.wenn auch bitter für die armen Touris, die sich in ihrem Hotel "immer sicher" gefühlt haben.

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Mein Beitrag ist Ernst gemeint. Ich befürchte, dass es Ägypten so gehen wird wie dem Iran nach dem Sturz des Schah. Es wird eine Theokratie geben mit Religionspolizei, Steinigungen, Todesstrafe für Homosexuelle usw.
Und dir wird sicherlich auch nicht entgangen sein, dass vor wenigen Wochen in Ägypten mehr als 20 Kopten von Moslems ermordet worden sind? Und dass Ägypten z.B. von den Briten uterdrückt wurde, willst du doch wohl nicht als Entschuldigung für die Verfolgung von jüdischen und christlichen Ägyptern anführen? Das ist kein "Spießumdrehen", sondern religiöser Rassismus.
Mein Vorschlag:
Stelle meiner Vorhersage deine entgegen, wir speichern beide ab, und nach einem Jahr holen wir das Thema wieder hervor.
Ich hoffe übrigens, dass ich Unrecht habe.
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Guter Vorschlag. Ich hoffe einfach nur, dass es dem "einfachen" Volk in einem Jahr besser geht. ich bin da optimistischer. Ich denke, dass auch größere Experten als wir es sind genauso blass an Vorahnung sind. Siehe DDR. Selbst als es da anfing, so richtig zu gären, hatten weder Uns Helmut (nein, ich meine nicht den Rahn
) noch Rosa Futura im Rummelplatzzelt die leiseste Ahnung, dass wir so schnell ein einig (naja) Volk von Brüdern respektive Schwestern werden. Also werde ich den ****** tun und irgendwelche Prognosen stellen. Frei nach der namhaften Politikwissenschaftlerin Doris Day: Que sera.... the future is not ours to see.
In diesem Sinne, Gute Nacht, auch nach Ägypten -
Лека нощ! Gute Nacht!
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danke für die Übersetzung

das Erlernen der bulgarischen Sprache steht noch auf meiner lebens-To-Do-Liste
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За нищо! Keine Ursache!
Hieroglyphen werde ich allerdings nicht mehr lernen.

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Rodriganda wrote:
Die Ägypter hatten im Laufe der Geschichte auch sehr harte Zeiten unter so einigen Völkern von den Römern bis zu den Engländern.Nur ein ganz klein wenig etwas "Kultur" auch wenn es OT ist. Die Römer waren für das "antike" Ägypten nur die letzte Plage. Vorher waren da z.B. die Hyksos (immerhin brachten die die Pferde und Streiwagen mit) und die Perser, um nur zwei zu nennen. Letztere tauschte man dann gegen die Griechen unter Alex dem Gr. ein, womit das Ende dann endgültig eingeläutet war.
Im übrigen gehen meine Bedenken auch ein wenig in die Befürchtungen von Bulgarienfan. Ich denke aber wie Rodrigana, dass Prognosen kaum möglich sind.
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@Chepri: Völlig richtigund danke für das geschichtliche Intermezzo. Ich hatte spontan die Römer gewählt, da die Hyksos, die Hethiter oder die mysteriösen Seevölker für den geschichtlich nicht ganz so Interssierten nicht so "griffig" sind wie das Cäsar-Kleopatra Klischee.
Heute morgen äußerte ein ägyptischer Journalist eine interssante Meinung: Der Islam habe (in Ägypten) ausgedient, die Zukunft des Landes läge bei der weltoffenen Facebook-Generation. Ich denke, der Mann hat mehr Ahnung vom heutigen Ägypten als wir alle zusammen und hoffe, er hat Recht. -
Also dass Alexander der Große ein Grieche war, werden sowohl die Bulgaren als auch die Makedonier vehement bestreiten.

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@ Bulgarienfan, wollen wir uns gütlich auf Hellene einigen?

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Ich hoffe, die lesen hier nicht mit, und wenn, sind sie hoffentlich keine Zweitausgabe von Riviera_tr.
Vielleicht sollte man besser schreiben "Alexander der Gr. vertrieb die Perser aus Ägypten, damit begann die hellenistische Phase Ägyptens".Ich wollte ja auch keinesfalls irgendjemand belehren, aber ich würde in diesen Tagen viel lieber über Ptolamäer und Ramessiden diskutieren, als über "Mubarak - und dann?"
Da war jemand schneller.
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Obwohl Bulgarienfan, teile ich nicht immer die Auffassungen der Bulgaren. Aber wer solches über Aleksander dem Gr. im Beisein von Bulgaren, Griechen und Makedoniern äußert, sorgt für eine abendfüllende Diskussion. Und das, obwohl es damals noch gar keine Nationalstaaten gab.

Aber schaun wer mal, was in Ägypten passiert. Ich bin da pessimistisch.
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Ich halte die Spekulation über den Generationenwechsel (Facebook-Generation) für nicht so abwegig. Aber wie gesagt, noch ist das alles Kaffeesatzlesen.
@Chepri, ich finde die Ramessiden auch hochinteressant, aber was wir heute als Zeitzeugen erleben, ist die Geschichte von morgen und somit genauso wichtig wie die Antike. Allerdings ist anzumerken, dass Diskussionen über die Ramessiden meist sachlicher und kundiger geführt werden als die über die momentanen Ereignisse. Jeder, der schon mal im Roten Meer geschnorchelt ist, scheint sich jetzt für einen Ägyptenexperten zu halten. Aber das kennt man ja schon von der Spanienkennerfraktion mit 14 Tagen Ballermanerfahrung

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Rodriganda wrote:
Heute morgen äußerte ein ägyptischer Journalist eine interssante Meinung: Der Islam habe (in Ägypten) ausgedient, die Zukunft des Landes läge bei der weltoffenen Facebook-Generation. Ich denke, der Mann hat mehr Ahnung vom heutigen Ägypten als wir alle zusammen und hoffe, er hat Recht.Du hast wohl zu viel Zeit das Du um die Zeit Fernsehen siehst

Ich auch, ich habs nämlich auch gesehen. Es war kein Journalist, sondern ein Politikwissenschaftler (selbsternannt?), der ein Buch "Der Islam hat ausgedient" verbreitet.
Mich hat der Mann nur zum Lachen gebracht mit seiner "Generation Facebook" - ist die weniger moslemisch oder radikal? Und dann das Beispiel mit der Panik auf der Titanik - nein, den kann ich leider nicht ernstnehmen. Für mich war das ein religiöser Vertreter, der abwiegeln sollte. Eine Demokratie würde es gehen, bei der die Moslembruderschaft eine Splittergruppe im demokratischen Parlament einbringen würde.
Das Regime hat ja ganz schön klug gehandelt, die Polizei mal für einen Tag abzuziehen. Da sieht man mal was dann los ist. Und die tausend Strafgefangenen die getürmt sind, sind wohl kaum in der Lage das zu veranstalten, was da gestern in Kairo loswar. Was wird passieren? Ich denke das die gegenwärtige Regierung mit vielleicht leicht getauschtem Personal (siehe Russland) so weiter herrschen kann wie bisher.
Der Friedensnobelpreisträger gibt IMHO auch ein "trauriges" Bild ab, wie der da wie belämmert auf der Strasse rumsteht.
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@Bulgarienfan und Rodriganda
Kurz zu euren Prognosen:
Die erste ist zumindest für mein Empfinden die schwärzeste. Dann wird nicht nur Ägypten brennen oder - was meint ihr - wie wird der "große Bruder" im Westen reagieren ?
Die Zahlen, die gestern im TV genannt wurden bezügl. Gelder fürs ägyt. Militär, sind beeindruckend.
Die zweite Idee - Vergleich mit der Situation hier, DDR, usw. - wäre natürlich die Wünschenswerteste, aber m. E. n. hat die Rechnung im vorliegenden Fall ein paar Unbekannte mehr.
Ist die Zeit wirklich reif? Der Prager Frühling und die damalige bittere Entäuschung sind mir nie aus dem Gedächnis gegangen.
Zwischen diesen beiden Prognosen gibt es viele andere Möglichkeiten / viele "Grautöne". Ich hoffe sehr, dass es ein helles Grau wird... eine eigene Prognose wage ich nicht.
(Muss jetzt leider weg.) -
Rodriganda wrote:
... die Zukunft des Landes läge bei der weltoffenen Facebook-Generation.Ist Facebook eine Plattform für ausschließlich weltoffene Ideen?!

Nur mal so als Gegenmeinung: Der iranische Präsident Ahmadinedschad meinte ja, die Unruhen in Tunesien seien eine Reaktion auf die Islamfeindlichkeit des gestürzten Präsidenten Ben Ali und rät Tunesien zur Bildung eines islamischen Staates nach iranischem Vorbild. Es ist also nicht so, dass zwingend was besseres nach kommt.
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Ja, Düren, heute habe ich mal Zeit, aber gerade wenn ich wenig Zeit habe, informiere ich mich beim Frühstück, weil ich dann den Rest des Tages nicht dazu komme.
Friedensnobelpreisträger sind halt selten Straßenkämpfer
, und haben die Situation auch nicht "geübt".
Ich glaube nicht, dass sich die Bevölkerung nach 30 Jahren ununterbrochenen Ausnahmezustandes mit ein bisschen Personalkosmetik auf Regierungsebene zufrieden geben wird. Dazu ist das Kind schon zu tief im Brunnenschacht. Der Vergleich mit Russland hinkt m.E. auch ziemlich. Da gab es zwar seit Lenin auch schon immer eine One-Man-Show, dieser One Man war aber von einem gewaltigen und übermächtigen Parteiapparat gestützt und geschützt, der das Volk meist gut in Schach hielt, auch wenn der Oberkommi mal schwächelte oder das Zeitliche segnete. Und es gab in Russland immer Jelzins oder Putins, die im Notfall die Macht fast nahtlos übernahmen. All das hast Du in Ägypten nicht. Daher halte ich bis auf ein politisches Überleben des alten Mannes fast alles für möglich. -
Tja, die geopolitischen Auswirkungen können enorm sein, Stichworte "Suezkanal" und "Israel". Die Zeiten werden interessant, hoffentlich nicht zu interessant.
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Chriwi, nein, sicher nicht. Mir ist auch bewußt, dass selbst die Erzkonservativen technisch auf- und nachrüsten. ich glaube auch nicht, dass mit der Facebook-Generation nur die technische Plattform gemeint ist. Ich vermute vielmehr, dass die jüngere Generation sich von den hohlen Phrasen der Hassprediger und den leeren Versprechungen von Tattergreisen samt ihren Stiefelputzern nicht mehr die Form der Seligkeit vorschreiben lassen. Vielleicht ist das mein Wunschdenken, die jüngere Geschichte hat aber 1989 gezeigt, dass es unmöglich ist, die politische Entwicklung auch nur für einen Monat vorherzusagen.