Was kauft ihr in der Türkei Teil I
-
Wie soll dies praktisch funktionieren?
Als Endverbraucher kann ich ja schlecht ein Jurastudium ablegen, bevor ich mir ein Kleidungsstück kaufe. Bei Jedermann bekannten Luxusmarken mag dies ja noch einigermaßen gehen.
Ich selber bin beispielsweise ein Modemuffel, Markennamen welche andere zur Verzückung treiben sagen mir überhaupt nichts und sind mir total unbekannt.
Soll ich nun vor jedem Kauf eines Kleidungsstücks ewiglange Listen wälzen ob ich dieses auch kaufen darf? -
.....was allerdings bedeutet, dass Du an der gesamten türkischen Riviera auf den Touri-Märkten nahezu überhaupt keine Klamotten, Schuhe, Uhren, etc. kaufen dürftest!
LG
Sokrates
-
@Sokrates
Darauf wird es dann wohl herauslaufen, da ich oft überhaupt nicht in der Lage bin zu erkennen, ob das Markensymbol nun zu einer begehrten Luxusmarke oder zu einer realen türkischen Marke gehört, da meine diesbezügliche Kenntnis sehr rudimentär ist.
So auf die Schnelle wüsste ich überhaupt nicht, wie denn nun ein Markenlogo von Prada, Hermes, Dior oder wie sie alle heissen mögen überhaupt aussieht da ich mich absolut 0 hierfür interessiere. -
Da zukünftig (so geplant) deutlichst schärfer gegen Hersteller und Verkäufer von Fake-Ware vorgegangen wird, ist fraglich, wieviel dann(!) noch auf den Märkten landet.
Die Prämisse beim Kampf gegen Plagiate bleibt immer noch und weiterhin der Kampf gegen die Hersteller...nur das zukünftig eben die Ergänzung kommt, daß auch gegen die Käufer vorgegangen wird. Mit "steigendem Risiko" für Käufer wird es immer mehr geben, die dann eben darauf verzichten und so den Herstellern der Fake-Ware einen Teil ihres "Bodens" entziehen.
Hierbei ist grundsätzlich allen Initiatoren klar, daß dies eine Mammutaufgabe ist und es auch weiter "Schlupflöcher" geben wird...nur wird es deutlich "schwerer" und riskanter...für alle "Beteiligten"!
-
okay, und woher weiß der modisch-uninformierte Urlauber, dass es ein Fake ist?
Angesichts der Tatsache, dass ich vor wenigen Monaten erst Bottega-Veneta-Fakes auf dem Großen Basar in Istanbul entdeckt habe und ich nicht davon ausgehe, dass pw6604 diese Marke an der Intrecciato-Flechttechnik erkennt, finde ich diese Frage durchaus angebracht...
-
Es kommt dann der alte Rechtsgrundsatz zum Tragen: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!"
LG
Sokrates
-
@Malini
Stimmt. Der von Dir genannte Markennamen ist mir nicht bekannt, ohne weitere Recherche kann ich mir absolut nichts darunter vorstellen.
Gesetzt der Fall, entsprechender Gegenstand sagt mir - nicht wegen der Marke, sondern wegen der Qualität oder dem Preis/Leistungsverältnis - zu, ich kaufe ihn mir, bekomme ihn damm am Zoll abgenommen und muss dazu noch Strafe zahlen?
Passt irgendwie nicht. Würde auch keinerlei Sinn ergeben.
Ansatzpunkt bei dieser Problematik können eigentlich nur die Hersteller / Händler sein, welche bewusst handeln. Niemals jedoch die für den Eigenbedarf kaufenden Kunden, da diese eben nicht (immer) vorsätzlich gesetzwidrig handeln und dies teils auch gar nicht beurteilen können. -
Richtig, Sokrates

Aber nochmal (ich hatte es oben bereits geschrieben): Erstes Ziel der Plagiats-"Jäger" ist es den Herstellern der Fake-Ware durch unterschiedlichste Maßnahmen immer mehr an Boden zu entziehen und es so deutlich erschweren, überhaupt noch Fake-Ware in Umlauf zu bringen.
Und bitte komme jetzt niemand mit der Argumentation das es dabei dann zu einer zusätzlichen Massenarbeitslosigkeit in diversen Plagiat-Herstellerländern kommt. Es gibt schon länger Rehabilitations
programme und Verhandlungen darüber, wie diese "Unternehmen" weiter "aktiv" bleiben können. So verhandeln die Original-Rechteinhaber z.B. u.a. in der Richtung, daß (um beim Bsp. "Handtasche" zu bleiben) z.B. eine Handtasche (genehmigt) "sehr ähnlich" angefertigt werden darf...allerdings ohne Logo!"Interessant und lustig" wird sein zu beobachten ob diejenigen Leute die immer so "glaubhaft" versichern sie würden die Fakes nicht wegen der Label/Logos kaufen, sondern weil sie ihnen gefallen, dann immer noch erwerben

@pw6604:
Deine "Fragen" / Gedankengänge sind längst beantwortet...einfachj mal die Beiträge von heute lesen
-
Ist ja alles schön und gut, aber was mache ich denn jetzt mit meinen in Deutschland gekauften Markenklamotten bzw. Schuhe und Handtaschen? Weiß das jeder Zöllner, dass das Originale aus Deutschland sind, oder muss ich jetzt mit einem Ordner voll Belege anreisen? Ich trage z.B. gerne Jeans von Esprit, ausschließlich in Deutschland gekauft, da steht auch noch drin "Made in Turkey". Oder meine Liebeskindhandtasche, auch in Deutschlkand gekauft, die gibt es in der Türkei an jeder Ecke, da habe ich noch nicht mal einen Beleg, da sie ein Geschenk war.
-
Na ja, ich nehme eigentlich nicht nur xmal gewaschene oder abgetragene Klamotten mit in Urlaub und es mag ja sein, dass die Zöllner an den großen Flughäfen regelmäßig geschult werden, aber auch an kleinen Regionalflughäfen, wo nur alle paar Tage mal eine Maschiene aus Antalya kommt? Ich habe da so meine Zweifel und bin gespannt wie das gehändelt wird.
-
Gibt es darüber Zahlen, ob sich dies auszahlt?
Der getriebene Aufwand scheint mir hier in einem recht fragwürdigen Verhältnis zum Ergebnis bzw. zum schützenswerten Rechtsgut zu stehen bzw. auch recht unverhältnismäßig zu sein.
Rückkehrende Urlauber werden teilweise pauschal drangsaliert um Wirtschaftsinteressen durchzusetzen?
Natürlich, dies ist das Gesetz und Gesetze sind einzuhalten; ebenso ist es die Aufgabe des Zolls hierüber zu wachen.
Gegen die Produzenten kann und soll vorgegangen werden.
Es kommt aus meiner Sicht halt immer auf die Verhältnismäßigkeit der eingesetzten Mittel an. Für mich sind ein paar potentielle "getürkte" Jeanshosen oder Turnschuhe mit schief aufgeklebten Logo in einem rückkehrenden Ferienflieger jedenfalls kein nachvollziehbarer Grund, diesen Aufwand und diese (bei Massenkontrollen) Belästigung der Rückkehrenden zu betreiben.
Stichproben ok, alles was darüber hinaus geht steht wie ich dies sehe in keinerlei Verhältnis Aufwand/Belästigung vs. dem zu schützenden Rechtsgut. -
pw6604, der jährliche Schaden der den Original-Herstellern/Rechteinhabern durch Plagiate entsteht liegt bei (offiziell) rd. 250 Milliarden(!) Euro...die tatsächliche Zahl ist deutlich höher. Durch Produktpiraterie sind alleine in Europa ständig mehrere Millionen(!) Arbeitsplätze bedroht. Mitterlerweile sind rd. 10% aller getragenen Kleidungsstücke Plagiate.
Möchtest Du noch mehr Zahlen?
Und nochmal, das Hauptaugenmerk liegt im Vorgehen gegen die Hersteller der Fakes, in 2.(!) Linie dann aber auch eben gegen die Käufer. Die Rechnung ist die, daß die "Angst" der Käufer derart ansteigt, daß der Prozentsatz derer die deshalb eben keine Plagiate mehr kaufen eben auch in die Höhe schnellt und so vielen Produktpiraten der Boden entzogen wird.
Der Zoll ist ein Instrument um dies durchzusetzen und ich kann nicht wirklich nachvollziehen, wie man bei Kontrollen von "Drangsalierungen" sprechen kann. Hier wird geltendes Recht um- und durchgesetzt! ...oder empfiindest Du z.B. Alkoholkontrollen im Straßenverkehr auch als Drangsalierung?
