Sicherheits-Report
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Handelsblatt: "Sicherheit für wenig Geld
Die meisten deutschen Charterfluggesellschaften und Billigflieger gehören zu den sichersten Airlines der Welt. Das bestätigt die jetzt vom führenden deutschen Zivilluftfahrt-Magazin „Aero International“ veröffentlichte Analyse des Unfalluntersuchungsbüros JACDEC.
Wer dazu gehört und wer nicht" -
@ emdebo
Ein sehr erfreuliches Ergebnis für die deutschen Charterflieger.
Da JACDEC ja wohl alle Charterunternehmen untersucht hat und nicht nur die deutschen, wäre es interessant zu wissen, wie die ausländischen, vor allem die türkischen Charterflieger, abgeschnitten haben. Und auch die Ergebnisse der deutschen, die nicht die Note 0.0 erhielten, würden interessieren.Kann man irgendwo den Gesamtbericht von JACDEC einsehen?
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Inzwischen gesehen bei www.jacdec.de:
Interessant, daß die viel gescholtene Onur Air den Safety Index 0.00 erreicht hat!
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Ja, ich glaube es nicht! Ich habe mir mal die Mühe gemacht, alle bewerteten türkischen Charterunternehmen aus dem Report rauszufischen. Ergebnis:
Pegasus Airlines 0,00
Sun Express 0,00
Atlas International 0,00
Alfa Airlines 0,00
Onur Air 0,00dagegen: Turkish Airlines (Linie) 4,26!!!
Nun frage ich mich, was uns diese Zahlen sagen?!
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Da sind wir uns einig - es ist überaus positiv, dass sowohl
die deutschen als auch andere Airlines hier im Markt
keine Unfälle mit Todesfolge für 2005 aufweisen.Auf Jahre gerechnet (seit 1973) sind hier die
50 größten Fluggesellschaften weltweit und auch die
wichtigsten Airlines aus dem deutschsprachigen Raum
dargestellt:Aero International
Auf der Seite einfach die Rubrik "Unfallstatistik" anklicken. -
@ jennalein
Nein, ich glaube nicht, daß die Zahlen getürkt sind. Wie sollte das gehen? Flugunfälle kann man weder erfinden noch unter den Tisch kehren.
Aber vielleicht sollte man mal über die Parameter reden, was macht eine Fluggesellschaft über die Anzahl der bereits stattgefundenen Unfälle hinaus für die Fluggäste sicher bzw. unsicher?
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Dieser eingangs erwähnte Bericht macht wieder eines deutlich: die Konsumenten haben aufgrund von Medienberichten ein ganz anderes Gefühl für Fluglinien.
Dazu kommt, dass viele Konsumenten nur einmal im Jahr fliegen, dann vermuten sie schnell hinter einer nicht mehr ganz neuen Gummidichtung, einer zerkratzten Plexiglasscheibe oder eines nicht 100% fixierten Sessel eine "Schrottmaschine".
Wie ich schon öfters erwähnt habe, ist es eben sehr schwierig für einen Laien sagen zu können, ob zwischen Fluglinie A (der gebuchten) und B (der dann fliegenden) tatsächlich ein (Sicherheits)Unterschied liegt oder nicht.
Wenn man manchmal mit Fluginsidern plaudern, bestätigen einem diese ja sehr häufig, dass es fast tagtäglich zu gröberen Zwischenfällen in der Luft kommt - nur wird halt nicht immer davon berichtet.
Daher: wenn die Zeit gekommen ist, die Löffel abzugeben, dann passiert das
... beim Abschaufeln der Dächer von Schnee im Moment in Österreich (ein Toter)
... Rodeln (ein Toter)
... beim Autofahren (viele Tote)
... oder eben bei einem FlugMuss ich deswegen in Angst den Rest meines Lebens verbringen?
Mitnichten - ich genieße es - jeden Tag neu bei einem Glas Bier!Meint
Peter -
Die Kriterien des Fluggastes sind doch in 1. Linie
- Zuverlässigkeit der Airline in Bezug auf Termine
- Gefühlte Sicherheit durch Optik des Fluggerätes
- Service des Flugpersonals am Boden und in der Luft
Wenn diese -subjektiven- Kriterien erfüllt sind,
handelt es sich eben aus Sicht des Passagiers
um eine gute oder kritikwürdige Airline.Das Sicherheits-Ranking der Airline würde eher
entscheidend sein, wenn kurz zurückliegende
Ereignisse noch in frischer Erinnerung sind. -
"emdebo" wrote:
Die Kriterien des Fluggastes sind doch in 1. Linie- Zuverlässigkeit der Airline in Bezug auf Termine
- Gefühlte Sicherheit durch Optik des Fluggerätes
- Service des Flugpersonals am Boden und in der Luft
Wenn diese -subjektiven- Kriterien erfüllt sind,
handelt es sich eben aus Sicht des Passagiers
um eine gute oder kritikwürdige Airline.Das Sicherheits-Ranking der Airline würde eher
entscheidend sein, wenn kurz zurückliegende
Ereignisse noch in frischer Erinnerung sind.Das sehe ich genau so. Alle anderen Kriterien, wie Wartungsgesichtspunkte, können objektiv gar nicht von den Fluggästen beurteilt werden, weil sie für die Fluggäste nicht sichtbar sind. Wer läßt wo wann warten? Die Außenstehenden sind auf Vermutungen und die (subjektiven) Aussagen der Gesellschaften angewiesen.
Das jacdec-Sicherheits-Ranking ist eine Unfallstatistik, es sagt über den derzeitigen Sicherheitsstandard einer Fluggesellschaft nichts aus. Kriterien sind dort die Unfälle der einzelnen Gesellschaften in Relation zu der geflogenen Gesamtstrecke, die die Gesellschaft seit 1973 hinter sich gebracht hat. Der Schluß, daß eine Linie mit hohem safety-index zwangsläufig eine unsichere Linie sei, wäre falsch. So hat z.B. Turkish Airlines einen Index von 4,26, obschon der letzte große Unfall der Linie über dreißig Jahre her ist (03.03.74). Weitere Beispiele: Korean Air 1,02/01.09.83, Varig 0,47/11.07.73, Malaysia Airlines 0,31/04.12.77. Und sogar der LH mit einem Top-Sicherheitsimage hängt der Total-Unfall vom 20.11.74, ich glaube es war Nairobi, immer noch nach. Auch sie hat demnach mit einem Index von 0,06 keine "weiße Weste".
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@ mosaik
Ich kann mich noch gut an meine ersten Flüge Anfang der 60er Jahre erinnern. Es ging mit einer ziemlich runtergekommenen Caravelle der JAL nach Dubrovnik und mit einer Uralt-Tupolev der TAROM nach Canstanza. Kein Mensch von uns wäre damals auf die Idee gekommen, sich tief schürfende Gedanken über den Sicherheitsstandard der Airlines bzw. des Fluggerätes zu machen. Wir waren alle froh, zu den "Auserwählten" zu gehören, die sich das Privileg Fliegen leisten konnten. Mit der Zunahme des Flugverkehrs und zwangsläufig auch der Flugzwischenfälle hat inzwischen längst ein Umdenken stattgefunden. Die Menschen sind aufgeklärter und kritischer geworden, was die Sicherheitsstandards anbetrifft. Heute steigt keiner mehr kritiklos in jede Rostlaube, die sich am Himmel bewegt. Und das ist gut so!
"Et es wie et es! Er kütt wie et kütt! Un et hät noch emmer jot jejange!" Diese drei rheinischen Lebensweisheiten sind fester Bestandteil des Kölschen Grundgesetzes. Mich überrascht, daß diese Weisheiten nun offenbar auch schon die Bergvölker im Süden erreicht haben, denn aus Deinem Beitrag spricht eine gehörige Portion "alpenländischer Fatalismus".

Dein Fatalismus, Peter, in allen Ehren! Er ist schließlich auch ein Teil meiner Lebensphilosophie. Man soll aber das Schicksal auch nicht herausfordern. Friedrich Nietzsche schrieb übrigens in einem Aufsatz über das Thema "Willensfreiheit und Fatum":
Frauen und Männer, die nach verkehrt aufgefaßten christlichen Sätzen die Dinge gehen lassen wie sie gehen, da "Gott alles gut gemacht hat", lassen sich von den Umständen auf eine entwürdigende Art leiten. "Ergebung in Gottes Willen" und "Demut" sind oft nichts als Deckmäntel für feige Furchtsamkeit, dem Geschick mit Entschiedenheit entgegen zu treten.

In diesem Sinne!