Fotografieren im Urlaub
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@Chriwi
das sind wir
, doch ich gebe zu bedenken, wir sind im "allgemeinen" Forum und es sind nicht mehr als wirklich allgemeine Tipps für ein gelungenes Bild, für konkrete Fototechniken sollten wir vielleicht doch in das Fotografierenforum verschoben werden. Und ich stimme Dir auch zu, so manchen Diskussionen in verschiedenen Fotoforen außerhalb von HC sind etwas speziell,
Gruß Peter -
Dallas Foto - eigentlich ganz schön makaber, den jede/r weiß, was kurz danach passiert.
Kleiner Schwenk zu Promis.
Auf Ibiza gibt es auch die sog., örtl. Promis. Dieser Straßenverkäufer in IbizaStadt, langes Haar, Stirnband, tätowiert bis zur Halskrause und viel Modeschmuck. Ich glaube jeder kennt ihn und jeder hat ihn und seine Freundin, die mit der Schlangenleggins schon abgelichtet.
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Ich fotografiere/knipse auch sehr gerne und muss nach jedem Urlaub einen großen Teil aussortieren. Teils, weil mir die Qualität nicht gefällt, teils weil die Motive mehrfach vorhanden sind. Da wird nur das jeweils schönste verwendet. Die Fotos mache ich in erster Linie für mich selbst. Habe schon mehrere Fotobücher und Dia-Shows erstellt, was mir viel Spaß macht. Freunde und Familie dürfen gucken, müssen aber nicht. Menschen-Motive sind so eine Sache. Wenn ich Sehenswürdigkeiten fotografiere, muss ich nicht jede Menge mir völlig unbekannter Leute auf dem Bild drauf haben. Aber meine Familie darf mit abgelichtet werden. Besonders, als die Kinder noch klein waren, haben wir sie gerne fotografiert. Es müssen aber immer auch ein paar Motive ohne Leute dabei sein. So bleiben schöne Erinnerungen. Einheimische zu fotografieren kann heikel sein. Manche mögen es nicht und man sollte vorher fragen. Tiere werden fotografiert, wenn es sich so ergibt. Auch Wale habe ich schon mit der Kamera "geschossen", wobei da gute Bilder echt Glücksache sind. Im Prinzip hat Chriwi Recht, wenn er sagt: Wenn ich einen Löwen sehen will, gucke ich mir ein Bild im Internet an. Das trifft aber auf sämtliche Sehenswürdigkeiten zu, es ist ja alles irgendwo schon im Netz zu finden. Das ist mir aber zu unpersönlich. Nur bei einem selbt geschossenen Bild stellen sich bei mir Urlaubserinnerungen ein.
Die besten Fotos gelingen wir übrigens, wenn ich alleine losziehen kann. Da sehe ich Details, die mir in Gesellschaft anderer verborgen bleiben, weil man dann nicht so drauf achtet. -
Reiselady wrote:
Wenn ich Sehenswürdigkeiten fotografiere, muss ich nicht jede Menge mir völlig unbekannter Leute auf dem Bild drauf haben. Aber meine Familie darf mit abgelichtet werden.
Kenn ich! "Trude, stell Dich mal hier hin, damit ich will die Kirche fotografieren kann!"
Ist bei mir umgekehrt, ich versuche die Gesamtszene zu fotografieren. Zum Treiben in einer Stadt gehören auch die Menschen dazu. Was wär Piccadilly Circus, ein Markt in SO-Asien oder der Markusplatz ohne Menschen?Reiselady wrote:
Im Prinzip hat Chriwi Recht, wenn er sagt: Wenn ich einen Löwen sehen will, gucke ich mir ein Bild im Internet an. Das trifft aber auf sämtliche Sehenswürdigkeiten zu, es ist ja alles irgendwo schon im Netz zu finden.
Das ist bloß meine persönliche Sichtweise, und bezieht sich wirklich nur auf Fotosafaris. Klar wurde die Tower Bridge auch schon oft genug fotografiert, aber zumindest kann ich versuchen, eine interessante Perspektive fernab der üblichen Postkartenfotos zu finden.
Beim Löwen auf der Safari kann ich das nicht, da geht's nur um den "Blattschuss", da kann man schlecht drum rum laufen.
Und der, der das teuerste Hochpräzisionsgewehr (= Teleobjektiv) hat, macht das schönste Löwenfoto. Ich würd mir niemals ein riesiges Tele zulegen, nur damit ich Tiere fotografieren kann. Das meinte ich. Aber ich respektier natürlich, dass da jeder seine eigenen Vorlieben hat. -
Ach ja... aber es gibt auch Fotos, für die man gern Ärger und Ähnliches in Kauf nimmt:
Beispiel 1 - Auf allen Vieren durchs Gestrüpp kriechen und sich von bewaffneten Wachen
vom abgesperrten Gelände verjagen lassen.
Beispiel 2 - Durch hohes Gras mit - keine Ahnung was für - Pflanzen stapfen, um möglichst nah dran zu kommen und am nächsten Tag mit Unterschenkeln aufzuwachen, die schon mehr als übel aussehen ( + 1/2 Tag in einer türk. Klinik).
Beispiel 3 - Situation wie Beispiel 2, nur dieses Mal war 'ne Schlange da... die mich aber nicht erwischt hat.
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chriwi wrote:
Beim Löwen auf der Safari kann ich das nicht, da geht's nur um den "Blattschuss", da kann man schlecht drum rum laufen.
Und der, der das teuerste Hochpräzisionsgewehr (= Teleobjektiv) hat, macht das schönste Löwenfoto.Jetzt weißt Du, warum ich den Löwen fotografiere. Weil mein Foto wahrscheinlich nicht schlechter ist als das eines Profis - trotz meiner Ahnungslosigkeit.

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chriwi wrote:
Ist bei mir umgekehrt, ich versuche die Gesamtszene zu fotografieren. Zum Treiben in einer Stadt gehören auch die Menschen dazu. Was wär Piccadilly Circus, ein Markt in SO-Asien oder der Markusplatz ohne Menschen?Da gebe ich dir auch Recht. Aber wenn ich ins Detail gehe und z.B. eine besonders schöne Haustür oder eine Skulptur fotografiere, ist es doch störend, wenn sich noch Leute mit aufs Bild quetschen.
Um einen Löwen würde ich übrigens auch nicht rumschleichen.
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@chriwi
Du liegst zumindest einmal gar nicht so falsch. Denn -
Beispiel 2 brachte mir in der Tat einen phantastisch gebauten nackigen Mann vor die Linse. War aber schon etwas älter - so um die 2300... und ein wenig unbeweglich.
Aber wirklich nett anzuschauen. Perfekt !
Beispiel 1 brachte natürlich nichts, da ich ja verjagt wurde.
Ich machte das Foto (die Fotos !) 2 Jahre später, als die Ausgrabungsstätte zwar noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war, aber in recht ordentlicher Entfernung zumindest photographiert werden konnte.
Bei Beispiel 3 habe ich aufgegeben, da später der Gang über eine sehr hohe und schon stark zerfallene Mauer zu gefährlich wurde.
Außerdem gab's unten kein FKK
... nicht mal einen Strand. Lohnte sich demzufolge nicht, einen Sturz zu riskieren. -
Arten zu Fotografieren gibt es wohl genausoviele wie Arten Urlaub zu machen.
In unserer Familie gibt es gleich zwei davon: Mein Mann ist eher der ambitionierte Fotograf, der das Bild im Sucher lange komponiert bis es passt. Er macht wunderschöne Detailfotos, die auch ein gutes Bild von der besuchten Region geben. Dennoch habe ich manchmal beim Betrachten seiner Bilder das Gefühl, dass er in einem anderen Urlaub war als ich, und daher habe ich beschlossen, zukünftig meine kleine Knipse wieder mitzunehmen, um Fotos zu machen, die mich an die Dinge erinnern, die mir besonders aufgefallen sind, meist ist es eher ein Anblick oder eine Situation, die besondere Gefühle in mir ausgelöst hat. Ein außenstehender Betrachter kann mit meinen Fotos nichts anfangen, aber solange beim Anschauen dieser Bilder IN MIR wieder die dazugehörigen Geräusche, Gerüche und Empfindungen aufsteigen, ist das für mich völlig in Ordnung.
Minerva -
Als in Ehren Alt gewordenen Globetrotter, gebe ich jetzt auch noch meinen Senf zu diesem Thema dazu.
Mit wenigen Ausnahmen knipse ich keine Sehenswrdigkeiten und Landschaftsaufnahmen auf meinen Trips rund um die Kugel. Fr das gibt es hervorragende Fotobcher, aufgenommen von Profis, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit der richtigen Kamera und der richtigen Kameraeinstellung unterwegs sind.
Ich konzentriere mich auf Schnappschsse mit Menschen bei ihren tglichen beruflichen und privaten Ttigkeiten. Dabei achte ich auf die Privatsphre, frage immer ob eine Aufnahme erwnscht ist und halte mich zurck wenn ich merke, dass die Protagonisten eine Ablichtung nicht schtzen.
Etwas anders sieht es bei Tieren aus. Anlsslich einer Safari in Kenia lichtete ich einen Leoparden ohne ihn zu fragen ob er einverstanden ist, aus etwa 30 m Distanz ab. Er hat mich zwar etwas bse "angeguckt" und wie man sieht, respektive lesen kann -- nicht als Leckerbissen verspeist!
Pesche
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Was nützt die teuerste (und schwerste) Kameraausrüstung, wenn der Fotograf damit ohne Sinn und Verstand wild in der Gegend herumknipst. Die Fotos werden dann nur überflogen, zumal es bei Digitalkameras oftmals hunderte sind.
Selbst mit einer billigen Tchibo-Kamera kann man vernünftige Fotos machen, wenn man sich Mühe gibt, Zeit lässt, auf Details achtet, die das eigentliche Motiv abwerten. -
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@ Metrostar
Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als es keine Digitalkameras gab. Da hat man sich schon überlegt, ob man ein Foto macht oder nicht. Und anschließend das Begutachten der Negative. Das hat ewig gedauert, bis man sich entschieden hatte, welche Abzüge man machen lässt. War ja nicht gerade billig. Und dann war man enttäuscht, dass das Fote doch nicht so toll war. War natürlich die Schuld des Fotolabors.
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Manchmal schon. Ich hatte mir die Zeit gelassen, immer gleich die Fotos anzuschauen. Blau- oder rotstichig, Streifen durch die Bearbeitung drauf... die hatte ich gleich zurückgegeben, und den Auftrag erneut erteilt. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen die "Überraschung" zu Hause erlebt haben, sich schwarz geärgert, aber aus Faulheit nicht wieder in das jeweilige Geschäft gegangen sind.
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Minerva72 wrote:
Arten zu Fotografieren gibt es wohl genausoviele wie Arten Urlaub zu machen.Genauso isses - danke, Minerva, für diese längst überfällige Aussage.

Ergänzen kann man noch, dass dasselbe für den anschließenden Umgang mit den Urlaubsfotos gilt. Soll doch jeder auf seine Weise glücklich werden.
Jemanden, dessen Fotos ihn als Beweisstücke und/oder Prahlobjekte glücklich machen, kenne ich allerdings nicht.
Ich selber komme aus einer Familie mit ausgeprägterer Fotografieraffinität, initiiert durch meinen Opa. Der wurde seinerzeit in seinem Heimatdorf als erstes gefragt, wenn es darum ging, dass man ein gutes Foto brauchte. Seine späteren Urlaubsdias waren sicherlich auch technisch gut - aber in der Diashow zusammengestellt einfach zu stereotyp und für uns Enkel, die mitgucken "durften", leider mehr als nur etwas ermüdend.
Deshalb bin ich überaus dankbar, dass es Fotobücher gibt. In denen kann ich meine Fotos, die meist so vieldimensional wie der Urlaub selber sind, adäquat zusammenstellen. Erst neulich hatte ich solche von vier Urlauben angeschaut. Ich konnte bei mir nicht nur wieder hoch kommende Erinnerungen an die Urlaube genießen sondern auch wahrnehmen, an welchen Urlaubszielen mein Herz mehr und an welchen weniger hängt.
Somit widerspreche ich dir, Cape100, denn Fotos haben ganz sicher das Potenzial, erlebte Wahrnehmungen und Emotionen wieder hervorzurufen.
Ein Urlaub ohne Kamera wäre für mich selbst ein Desaster. Die Fotos sind auch mein Mitbringsel.
Das Fotografieren selber ist etwas, was mich glücklich macht (und entspannt), genauso wie die resultierende "Dokumentation". Gewisse Ansprüche an meine Fotos habe ich zwar auch, wobei mir bewusst ist, dass "zwölf gute Fotos in einem Jahr eine gute Ausbeute sind" (Zitat: Ansel Adams). Und dem Attribut "gut" gebe ich einen deutlich individuellen Touch.
In dem Sinne, drückt den Auslöser so, wie es euch glücklich macht.
Gruß,
Rudy