Warum machen nur so wenige Urlaub in Südamerika?
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Liebe Forumsteilnehmer!
Eigentlich gehört dieser Beitrag ins Südamerika-Forum, aber dieses Forum führt hier bei HC ein Schattendasein.
236 Beiträgen und 754 Antworten im Asien-Forum stehen ganze 11 Beiträge und 29 Antworten im Südamerika-Forum gegenüber, Spiegelbild des mangelnden Interesses der Forumsteilnehmer an Reisen nach Südamerika.
Warum ist das so? Warum interessieren sich nur so wenige Menschen für Reisen nach Südamerika? Es gibt dort alles, was das Urlauberherz begehrt: viele unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen, freundliche und kontaktfreudige Menschen, tolle Palmenstrände, faszinierendes Hochgebirge, Abenteuer, entspannte Lebensweise und und und! Trotzdem gibt es offenbar erhebliche Vorbehalte.
Mich würde brennend interessieren, welche Vorbehalte das sind.
Vielen Dank im voraus für Eure Antworten.Gruß salvamor
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Vielleicht die Sprache? Mit deutsch oder englisch kommt man, schätz ich mal, nicht so weit, und portugiesisch bzw. spanisch spricht auch nicht jeder...
Ich möchte schon gerne mal nach Südamerika, vor allem nach Chile. Bisher haben wir es leider noch nicht geschafft, aber das lateinamerikanische Restaurant bei uns in der Nähe erinnert uns immer wieder an unser Vorhaben
Gruss,
Sambal -
Ja, Sambal, die Sprache ist ein Argument. Während man z.B.
in Argentinien mit Englisch schon mal eher Glück haben kann, kommt man leider in Brasilien mit Englisch nicht weit, weil das nur in den teuren Privatschulen, die sich die wenigsten leisten können, gelernt werden kann. Nicht einmal alle der unmittelbar im Tourismus Beschäftigten sprechen ausreichend Englisch. Ein wirkliches Defizit! Allerdings nicht so, daß es mich jemals davon abgehalten hätte, dorthin zu reisen.
Ein wirklich ernstes Problem scheint mir die diffus erscheinende Sicherheitslage in ganz Südamerika, besonders in Kolumbien und Brasilien, zu sein. -
Südamerika ist im allgemeinen leider noch kein pauschalisiertes Reiseprodukt (oder zum Glück), nur wenige der renomierten Reisekonzerne führen Südamerika und wenn dann nur als Baustein-Produkt. Sobald Süd/Mittelamerikanische Reiseziele als Massentourismus entdeckt werden steigt auch Sprunghaft das Interesse, wie damals mit Venezuela/Isla Margerita, leider kamen dann politische Unruhen dazwischen (was in Südamerika des öfteren vorkommt) ,diese werfen dann die Reiseziele oft um Jahre zurück.
Fazit: Solange es für ein Reiseziel keine Massenprodukte gibt, wird es die Menge auch nicht anziehen. Aber Produkte zum individuellen Zusammenstellen einer Südamerika Reise gibt es genügend, nur steht oftmals der endgültige Reisepreis dann in keinem Verhältnis zu einer vergleichbaren pauschalen organisierten Reise in einem touristisch erschlossenem Reisegebiet. -
@ Schuh-Huber
Ich denke auch, daß das der Hauptgrund ist. Offen gestanden bin ich auf diese nahe liegende Begründung nicht gekommen.
Die Baustein-Angebote in den wenigen Katalogen, die Südamerika führen, sind überwiegend völlig überteuert, so nach dem Motto: wer unbedingt dahin will, soll auch bezahlen!
Auch die Spezial-Südamerika-Anbieter schlagen voll zu. Wenn man dann vor Ort z.B. in Brasilien fragt, was das Hotel/Pousada privat gebucht kostet, stellt man erstaunt fest, daß es auch für die Hälfte oder noch weniger geht. Ebenso ist es mit den Ausflügen, vor Ort gebucht ist alles viel günstiger.
Südamerika-Urlauber haben es schwer, weil sie wirklich weit überwiegend auf das Internet als Infoquelle angewiesen sind. Aber auch da gibt es Anbieter, die sich reichlich warm anziehen.
Der beste Weg nach Südamerika ist immer noch, direkt mit dem jeweiligen Hotel oder der Pousada Kontakt aufzunehmen und den Preis auszuhandeln und den Flug bei einem renommierten Unternehmen wie z.B..... (nee, das ist nicht erlaubt!) zu buchen. -
Da habt Ihr wohl recht. Ich hatte mal mit jemandem gesprochen, der Argentinien empfahl, weil das wegen der Wirtschaftskrise dort momentan spottbillig sein soll. Ich also sofort nachgeguckt bei einem renommierten belgischen Anbieter, und bin fast vom Stuhl gefallen. Eine Tour nach Patagonien ist wohl noch exotischer als Trekken im Himalaya, dementsprechend wurde auch zur Kasse gebeten. Durch eine Kollegin von mir (sie ist Peruanerin) weiss ich aber, dass man mit etwas Glück günstig Flüge nach Südamerika finden kann, allerdings wohl oft mit Umsteigen in Madrid.
Gruss,
Sambal -
Hallo!
Wie ich Salvamor schon im Südamerika Forum geschrieben habe, verstehe ich auch nicht das sich so wenige Leute für Südamerika interessieren.
Das Südamerika nicht Pauschal oder nur überteuert angeboten wird stimmt jedoch auch nicht. Es gibt z. B. mehrere Veranstalter, die Brasilien durchaus als Pauschalreise / Badeurlaub anbieten.
Wir haben für Ende Oktober ein Hotel im Nordosten Brasiliens gebucht - das Ganze All-Inclusive - und wir zahlen nicht mehr dafür als in einem vergleichbaren Hotel in der Dominikanischen Republik - trotz Linienflug mit der Varig.
Daher verstehe ich nicht, das es kaum jemanden gibt, der dieses Angebot nutzt um auch einmal andere Länder als die "üblichen" Reiseziele kennen zu lernen. Aber vielleicht liegt es daran das die meisten Deutschen lieber dorthin fahren, wo es auch viele andere Deutsche gibt?
Simone -
Hallo zusammen!
Salvamor, eine gute Frage...und ich möchte dazu gerne noch eine ergänzende(?) Frage stellen: Möchtest Du überhaupt, das Touri-Horden über diesen wohl wunderschönen Kontinent "herfallen"?
Ich selbst bin da sehr geteilter Meinung. Einerseits denke ich, das jedermann diese Länder entdecken können sollte. Dies sorgt letztendlich bei uns (zumindest bei einigen) für eine Erweiterung des kulturellen Horizonts und trägt nebenbei u.U. zu einer positiven Wirtschaftsentwicklung der entsprechenden, oft armen Länder bei.
Andererseits mag ich mir, die anscheinend wunderschönen brasilianischen Strände nicht als zubetonierte "Ballermann-Kopie" vorstellen. Und ich möchte mir auch nicht ausmalen, wie täglich hundertausende Trampel-Touris durch (noch!) unberührte Urwaldnatur rennen (vielleicht auch noch inkl. asphaltierten Busparkplätzen und McDonalds-Restaurant) - 2 Beispiele für zig Horror-Szenarien!
Ich finde es z.B. auch gut und richtig, das die Galapagos-Inseln so geschützt werden...auch wenn diese eines meiner Traumziele sind.
Freunde von uns waren mittlerweile 2mal in Brasilien und 1mal in Peru/Chile (jeweils individuell über's Internet und per Telefon zusammengestellt) und sind total begeistert. Eine Kollegin hatte vor einigen Wochen das Glück nach Buenos Aires reisen und dort für 1 Woche arbeiten zu dürfen - auch sie schwärmt sehr.
Aber ich schweife ab und möchte gerne zu Deiner Frage zurückkommen.
Neben den hier genannten Gründen, liegt es m.E. auch daran, das Südamerika einfach (noch!?) nicht "in" ist und von der Tourismusbranche (als Gesamtheit) entdeckt wurde. Mit Venezuela wurde seinerzeit ein Versuchsballon gestartet, der sich (mit unterschiedlichen Buchungszahlen) bis heute im Angebot der Reiseveranstalter hält. Brasilien scheint jetzt langsam aber sicher nachzuziehen. In Zeiten religiös-politisch-fanatisierter Schwachköpfe würden sich diese Destinationen grundsätzlich auch anbieten (obwohl es natürlich auch einige hausgemachte, sicherheitspolitische Probleme gibt).
Südamerika wäre m.M. nach übrigens auch fantastisch geeignet dort einen allgemeinen Projektversuch der Veranstalter in Richtung eines anderen, ökologisch orientierten Tourismus.
Die Foren-Disbalance ist mir auch schon aufgefallen. Allerdings beschränkt sich das Asienforum ebenso auf einige wenige Ziele (z.B. Thailand, Bali - was ist mit Vietnam, Kambodscha, China, Japan...?), wie auch das Afrikaforum sich auf z.B. Kenia, Mauritius, Südafrika und mit Abstrichen die Seychellen und Namibia einschränkt. Da gibt's ja auch noch "ein paar" andere Länder.Ein wenig Sonne in einen wieder trüben Tag wünscht, Holger
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Sambal, günstige Flüge nach Südamerika gibt es durchaus, allerdings nur, wenn man lange genug im voraus bucht. Südamerika (außer Brasilien) ist von Europa aus eine Domäne der IBERIA, die fliegen über Madrid in alle Länder Südamerikas.
Brasilien ist sozusagen ein Sonderfall. Dorthin fliegt die IBERIA zwar auch, aber nicht schwerpunktmäßig. Die tourimäßig interessanten Destinationen im NO (vor allem Recife, Salvador, Fortaleza) bedient im wesentlichen die TAP mit Nonstop-Flügen ab Lissabon. Nach Rio und Sao Paulo ist das Angebot ab Europa ein wenig breiter, die brasilianische VARIG fliegt u.a. ab FRA, ebenso die LH, die brasilianische TAM ab CDG und ZUR.
Wenn man allerdings in den NO will, muß man dann in Sao Paulo umsteigen.Die Routen nach Brasilien sind allerdings keine Rennstrecken wie etwa nach JFK oder BKK, insoweit ist das Flug-Angebot unter dem Strich leider relativ dünn. Vor allem die TAP hat in den vergangenen Jahren durch Verknappung des Fluggeräts zu dem hohen Preisniveau bei Flügen in den NO Brasiliens beigetragen.
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Simone, der Herdentrieb spielt bei der Urlaubsentscheidung der Deutschen ganz bestimmt eine große Rolle. Südamerika ist ein typisches Individualreiseziel, wer dahin fliegt, hat sich in der Regel ein paar Gedanken mehr über die Kultur und Lebensweise der Menschen dort gemacht als der "typische" Pauschalurlauber. Wir wollen hoffen, daß es so bleibt, wenngleich man den Ländern Südamerikas aus wirtschaftlichen Gründen etwas mehr Tourismus wünschen würde, sofern die Segnungen dann auch wirklich bei den Menschen ankämen.
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Sohn vom Kleinen Prinz,
also zunächst mal eine konkrete Antwort auf Deine eingangs gestellte konkrete Frage: Nein, ich möchte nun wirklich nicht, daß Südamerika von Touri-Horden zertrampelt wird!
Wir genießen es bei unseren Brasilien-Aufenthalten immer wieder sehr, relativ "allein gelassen" zu werden.
Ansätze für einen vernünftigen, ökoorientierten Tourismus gibt es z.B. in Brasilien inzwischen mehr, als wir uns hier vorstellen. Und ich stimme Dir zu, es wäre wirklich wünschenswert, daß das weiter ausgebaut würde und im Rahmen dessen auch ein paar Urlauber mehr ins Land kämen, um die gerade in Brasilien herrschende Diskrepanz zwischen Hoch- und Nebensaison ein wenig auszutarieren. Denn während man in der Hochsaison, so Weihnachten bis Karneval, mancherorts kaum ein bezahlbares Zimmer findet, ist es in der übrigen Zeit meist gähnend leer. Voraussetzung wäre allerdings, daß die Segnungen des Tourismus auch wirklich direkt oder indirekt bei den Menschen ankämen. In diesem Sinne stehe ich auch der All-Inclusive-Geschichte sehr skeptisch gegenüber (verzeihung, Simone!), weil die ortsansässige Gastronomie, die das Geld dringend gebrauchen könnte, außen vor bleibt.
Der Aspekt "Sicherheit" kommt in den Argumenten gegen Südamerika zwar selten vor, weil niemand gerne seine Ängste zugibt, ich weiß aber aus vielen Gesprächen, daß das eine große Rolle spielt. Fest steht, daß ein Urlaub z.B. in Brasilien gefahrenbehafteter ist als ein Urlaub in Deutschland, Spanien oder Griechenland. Die großen Ballungsräume wie Rio und Sao Paulo, weniger Salvador, sind wirklich mit ein wenig mehr Vorsicht zu genießen, weil dort die brutale Wirklichkeit der sozialen Gegensätze hart aufeinander prallt. Als Urlauber bekommt man das, ob man will oder nicht, natürlich mit, wenngleich man davon in den seltensten Fällen direkt tangiert wird. In kleineren Orten gibt es dafür eine wesentlich entspanntere Atmosphäre. Man muß das Thema Sicherheit in Brasilien sehr differenziert sehen.
Wir sind wirklich von Natur aus keine Helden, aber wegen Sicherheitsmängeln nicht nach Südamerika zu reisen, ist uns noch nicht in den Sinn gekommen!
gruß salvamor -
Hallo Salvamor!
Ich hoffe sehr, Du hast das Augenzwinkern bei meiner Frage bemerkt. Du bist auf jeden Fall natürlich nicht mit "Touri-Horde" gemeint und ich denke Du weißt, das ich die Frage von Anfang an als in Deinem Fall direkt selbstredend beantwortet betrachtet habe.Viele Grüße, Holger
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Hallöchen,
ich glaube ein Gutteil der Urlauber möchte ein schönes AI-Hotel. Das Reisebüro soll das beste zum billigsten Preis heraussuchen und wenn dann etwas nicht passt, wird gemeckert. Viele informieren sich ja noch nicht einmal über das Land, in welches sie fahren. Zumindest gewinnt man bei vielen Bewertungen diesen Eindruck.
Wie schon einige angemerkt haben, nach Südamerika gehts halt nicht so einfach. Meine Kollegin bereitet gerade eine 5-wöchige Reise nach Peru im Jänner/Februar 2005 vor. Da hängt viel Arbeit dran und es kostet auch einiges mehr als der Urlaub "von der Stange".
Ich fände es aber schade, wenn Südamerkia von der Touristen-Welle überrollt werden würde, die Individualität der einzelnen Länder würde sicherlich darunter leiden.
Ich habe das selbst auf der Insel Santorin gesehen. Wir waren das erst Mal Ende der 80er dort, da war das eine verschlafene kleine Insel. Alles war sehr gemächlich. Es gab in Thiera einige Hotels ansonsten nur einfache Pensionen. Das Leben war super billig und alle waren freundlich. Santorin war damals so der Geheimtipp für Individualurlaub in Griechenland. Das zweite Mal waren wir 1998 da und die Insel war nicht wiederzuerkennen. In den Orten ein Hotel neben dem anderen. Alles dreht sich nur noch um die Touristen, von der griechischen Atmosphäre ist nicht mehr viel übrig geblieben. Trotzdem werde ich sicher wieder hinfahren, auch um zu sehen wie die touristischen Entwicklung weitergeht.
Ich habe es leider noch nicht bis Südamerkika geschafft, zuerst fehlte das Geld und die Zeit und jetzt sind die Kinder noch zu klein.
Christin -
Salvamore, ich glaube noch einen wichtigen Aspekt zu kennen, der Brasilien als Urlaubsziel ausschliesst: Unkenntnis!!!!!
Ich möchte das an einer kleinen Geschichte verdeutlichen. Als ich einer Kollegin erzählte, dass wir laaaange überlegt haben, ob wir zum dritten Mal nach Brasilien oder doch nach Asien fliegen sollen, guckt die mich ganz erstaunt an und sagt:" Also ich verstehe nicht was euch an Brasilien so gut gefällt!" Auf meine Nachfrage, warum dieses Reiseziel für sie so negativ besetzt ist, kommt folgende Antwort:" Also mich hauen die Bilder von der Copa Cabana nicht vom Hocker und was man so hört über die Überfälle dort....!"
Zuerst war ich nur sprachlos!!!!! (kommt nicht oft vor). Du siehst also, für viele = Brasilien = Copa= Kriminalität= kein Urlaubsziel!
Wahrscheinlich müsste man einen Feldzug starten, um alle Vorurteile abzubauen.
Meine Kollegin ist nun auf jeden Fall besser informiert!
Schönen Feierabend .)

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@ Sohn vom Kleinen Prinz
Ja, Holger, ich hatte das schon so verstanden, wie Du es gemeint hattest.
In diesem Sinne freundliche Grüße
salvamor+wolfgang -
Hallo Christin,
ja, die negativen Auswirkungen von Massentourismus sind schon manchmal kaum noch zu ertragen. Du hast die Entwicklung auf Santorini sehr plastisch beschrieben, unser Nachbar als ausgemachter Griechenlandfan sieht das genau so.
Wir haben auf Teneriffa ähnliches erlebt. 1979 besuchten wir erstmals den Ort Puerto de Santiago im Westen der Insel, ein beschauliches Fischerdörfchen mit viel kanarischer Atmosphäre. Wir waren begeistert. In den Folgejahren brach dann der Bauboom über diese ganze Gegend herein, und das Dörfchen war im Nullkommanix nicht mehr wiederzuerkennen. Wir haben uns daraufhin mehr nach SO orientiert und was nettes anderes gefunden.
In Brasilien deutet im Moment Gott-sei-Dank noch nicht viel darauf hin, daß dort der Massentourismus Einzug hält. Das liegt ein wenig an der als labil empfundenen Sicherheitslage dort, aber viel mehr an der fehlenden Infrastruktur. Solche Hotelklötze, wie man sie vom Mittelmeer, den Kanarischen Inseln oder der Türkei kennt, sind in Brasilien eigentlich nur in den touristisch interessanten Großstädten wie Rio, Salvador oder Fortaleza vorhanden. Mit Ausnahme von Costa do Sauipe, diesem "Strunzobjekt" der brasilianischen Regierung ca. 70 km nördlich von Salvador, ist die ca. 7.500 km lange Küste Brasiliens überwiegend mit kleinen Pensionen, den Pousadas, bestückt, die Massentourismus in dem Sinne, wie wir ihn verstehen, gar nicht zulassen.
Man kann nur hoffen, daß es so bleibt.
Gruß salvamor -
Gisela,
wie recht Du hast! Es ist wirklich manchmal erschreckend, wie wenig sich Urlauber mit ihren Reisezielen vorher beschäftigen. Die sehen nur die Ausstattung des Hotels, die Beschaffenheit des Strandes und der unmittelbaren Umgebung, sie haben überhaupt kein Interesse an der Kultur des Landes und den Lebensbedingungen der Menschen. Das ist mit der Grund, warum dann solche Klischeevorstellungen entstehen, wie Du sie beschrieben hast.
Brasilien ist hier bei uns weitestgehend mit den Klischees
"Copacabana, Zuckerhut, halbnackte Bodies, Karneval, Amazonas mit Krokodil und Anaconda, Kriminalität" belegt.
Als wenn es dort nichts anderes gäbe! Massierte Überfälle auf Urlauber z.B. an der Copacabana gibt es, da sollte man nicht dran vorbei reden! Aber nun zu glauben, daß diese Verhältnisse überall in Brasilien herrschten, ist geradezu naiv.
Wir waren beispielsweise vor ein paar Jahren in Imbassai, einem kleinen Ort an der Costa Verde nördl. von Salvador. Auf unsere Frage an die (deutsche) Pousadabesitzerin, wo der Safe sei, erhielten wir die Antwort: "Safes haben wir nicht. Legt Eure Wertsachen zwischen die Kleidung. Ich führe die Pousada seit 20 Jahren, hier ist in dieser Zeit noch nie etwas weggekommen. Wir schließen hier nicht einmal die Haus- und Autotüren ab. Das letzte Mal, daß hier im Ort Polizei aufgetaucht ist, war vor 4 Jahren, als sich ein paar Einheimische im Cachaca-Rausch an die Köppe kriegten".
Brasilien ist ein ungeheuer facettenreiches Land, das ergibt sich auch schon aus der Größe des Landes, Deutschland z.B. paßt ca. 23 mal in Brasilien rein. Es ist deshalb wirklich sehr schade, daß Brasilien ein solch negatives Image in Deutschland hat. Leider tut die brasilianische Regierung auch nichts, um dem zu begegnen, z.B. durch die Installation eines zentralen Touristen-Informationszentrums in Deutschland.
Gruß salvamor -
Hallo!
Südamerika wäre sicher interessant. Das Einzige, was mich davon abhält, ist die Tatsache, dass wir mit unseren zwei Kinder verreisen (13 und 8 Jahre). Es ist einfach der horrente Preis für 4 Personen. An Kinderfestpreisen ist da sicher nicht zu denken und wenn, dann meist nur für ein Kind. Wir haben bisher mit unseren Kid´s 3 Fernreisen gemacht (Cuba, Dom. Rep. und Sri Lanka). Ich muss sagen, da ist uns jeder Urlaub auf 4000 Euro (incl. Nebenkosten) gekommen und das waren absolut gute Preise. Aber trotzdem viel Geld. In diesem Jahr waren wir zum dritten Mal in Ägypten und der Urlaub ist mit Nebenkosten auf 2600 Euro gekommen. In dem Preis sind sogar 5 Ausflüge (über ortsansässige Reisebüros) enthalten. Wir hatten ein 4 Sterne Hotel. Es war wirklich super. Ich finde es eigentich auch sehr schade, dass die Leute die ohne Kinder reisen, sich nicht trauen mal was anderes zu machen als Mittelmeer und Co.
Viele Grüße
Susanne -
Die Frage habe ich mir auch schon gestellt? Südamerika ist leider für viele Touristen immer noch ein heisses Pflaster und Pauschalangebote eher selten. Südamerika ist für mich als ehemaliger weltweit tätiger Projektleiter zur zweiten Heimat geworden. Nebst weiteren Ländern in Süd- und Mittelamerika hat es mir vor allem Venezuela angetan. Zwei Jahre habe ich dort verbracht und war mitverantwortlich für den Aufbau eines landesweiten Kommunikationsnetzes. Landschaftlich ein herrliches Land mit hilfsbereiten und herzlichen Einheimischen. Spontane Einladungen zu irgend einem Familienfest sind an der Tagesordnung. Nur -- für ein bis zwei Wochen Badeferien ist Venezuela zu schade. Mit einem Miet-PW (unbedingt 4-Rad) oder wesentlich günstiger mit dem Bus, kann man das ganze Land auf mehr oder weniger abenteuerliche Weise bereisen. Von der karibischen Küste hinauf in die Anden und dann weiter durch unendliche Steppengebiete bis an die Grenze des Urwaldes. Ein bis zweiwöchige Trips zu den verschiedenen Indiostämmen sind zwar anstrengend, aber mit einem guten Führer und entsprechend ausgerüstet ohne grosse Gefahren realisierbar.
Abschliessend noch ein Tipp:
Mit Englisch kommt man zwar durch, aber Spanischkenntnisse öffnen Türen, die sonst verschlossen bleiben. -
ich kann alle Argentinien bestens empfehlen. herbst und frühling sind die besten jahreszeiten zu hinreisen. am besten geht man ohne reiseveranstalter (da wie schon gesagt extrem teuer sind) und mit ein lonely planet . wer sich für tipps interessiert, der soll mich fragen