Schlaganfall (Stroke) im Flugzeug vor Start - was tun?
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Kurze aber m.E. wichtige Frage: beim letzten Flug von Dubai nach Muscat (Oman) per Emirates gab es vor dem Start (bereits auf der Landebahn - kurz vor Abflug) einen Zwischenfall mit einer Passagieren. Die Betroffene hatte einen 2 Std. Flug vor sich und flog mit 2 Ihrer erwachsenen Töchter. Nun erlitt sie vor Start des Fliegers, vermutlich auch wegen der Hitze im Flieger (Wartezeit fast 30 Minuten) einen Schlaganfall (Stroke). Nach sofortigem Rufen der Stewardessen wurde das Flugzeug nicht zum Umkehren angehalten (auf Startbahn aber noch nicht im Antriebsmodus) sondern die Passagierin mit Sauerstoff seitens des stewardess versorgt für den restlichen Flug. Meine Frage: 1) War das ein korrektes Verhalten der Airline oder hätte man als Passagier nicht Anspruch darauf gehabt, das Flugzeug in Dubai zu verlassen und sofort ärztliche Hilfe zu bekommen. Ein Arzt wurde erst später nach Muscat auf's Flugfeld bestellt. -
2) Wenn man tatsächlich keinen Anspruch hat den Flieger auf der Rollbahn zu verlassen, es aber trotzdem tut, mit welchen Kosten muss man rechnen. Immerhin scheint die Zeit bei einem Stroke gegen einen zu laufen , nicht ??Danke für Euer Feedback.
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Wie soll eine Stewardess beurteilen, ob ein Passagier einen Schlaganfall (wer hat diesen diagnostiziert?) oder eben Kreislauf- oder Atemprobleme hat? Es gibt eine Notfallausrüstung an Bord, die offensichtlich aufgrund der Einschätzung der handelnden Personen auch eingesetzt wurde.
Zur etwas eigenartigen Frage nach dem "Anspruch" eine Maschine "auf der Rollbahn" verlassen zu dürfen: Wie stellst Du Dir das vor?

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... das wäre auch meine Frage gewesen, woher willst Du denn wissen, ob es tatsächlich ein Schlaganfall war? Hast Du die typischen Symtome erkannt? Ich glaube nicht, dass die Crew in einer Durchsage bekannt gegeben hat, Passagier XYZ auf Platz F, Reihe 3 hat einen Schlaganfall. Wurde nach einem Arzt an Bord gefragt? Fragen über Fragen, die viel Raum für Spekulationen lassen, an denen ich mich nicht beteiligen möchte. Auch nicht an Mutmaßungen darüber, ob es nun ein leichter Schwächenanfall o.ä. war.
Letztendlich entscheidet der Kapitän, was an Bord geschieht, zu Notfällen (auch Regress) im Flugzeug findest Du hier ein paar Informationen,bleibt mir abschließend zu hoffen, dass es der betroffenen Dame wieder besser geht,
Gruß Peter
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Anmerkung: Die Tochter der Passagierin sass neben ihrer Mutter (und uns), sodass wir den Fall hautnah miterlebten, als diese nach dem Steward rief. Zur Info ein Stroke lässt sich relativ genau an 4 Symptomen checken (engl. " FAST"-Test genannt) auch für laien erkenne und damit auch ob Handlungsbedarf besteht oder nicht.
Der Sachverhalt sollte hypothetisch gesehen werden,: unabhängig ob die Frau das nun erlebt hat oder nicht. Die Frage lautet daher : Wieso könnte man (sofern man davon überzeugt ist, dass man einen Stroke / Herzanfall oder sonstiges erlebt hat) nicht noch auf dem Rollfeld aussteigen, sofern der Flieger dort noch wartet (Türe lässt sich doch öffnen etc. und die Ambulanz könnten doch noch kommen, sodass man vor Ort und nicht erst nach längerem Warten behandelt wird ?) Es ist doch bekannt, dass man gerade bei einem Stroke sofort in entsprechende Krankenhaus "Unit" gebracht werden sollte.Überflüssiges Zitat entfernt!
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In aller Kürze: Es entscheidet allein der Kapitän, welche Maßnahmen angemessen erscheinen, dazu gehört selbstverständlich auch ein Startabbruch sofern das Gefährdungspotenzial dies zulässt.
Falls medizinisches Fachpersonal an Bord ist, wird die die Crew sich mit diesem beraten.
Für den Fall eines verspäteten Abflugs oder einer Zwischenlandung sind die Kosten Sache der Airline, der Patient wird damit nicht belastet.
Ein "Anspruch" besteht nur insofern, dass der Verünglückte erwarten kann, im Rahmen der umgebenden Bedingungen bestmöglich versorgt zu werden.
Bei seiner Entscheidung ermisst der Kapitän, welche Maßnahme dem Patienten am besten dient ohne die anderen Passagiere zu gefährden. -
das thema interesseirt mich auch gerade aus aktuellem anlass.
hat der pax denn keine entscheidungsgewalt?
sagen wir mal, der pax hatte vorher schon mal einen leichten schlaganfall und kennt die anzeichen ,den ablauf und die symptome.
kann er dann nicht zum bespiel einen startabbruch verlangen? weil er merkt, dass die geschichte nicht gut ausgehen kann?
hat das letzte wort immer der pilot? (der natürlich immer im sinne des pax entscheiden würde, aber dieser nun kein mediziner ist und die sitaution vielleicht unterschätzt?)besten dank schon mal im voraus
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@Lexilexi
Nein, nicht ganz überraschender Weise kann der Passagier nicht entscheiden (auch nicht seine Angehörigen!).
Der Kapitän ist verantwortlich für alle Passagiere und muss die Risiken abwägen. Eine möglichst genaue Einschätzung der Situation wird ihm natürlich erleichtert, wenn der betroffene Fluggast konkrete Hinweise zu seiner Befindlichkeit geben kann.
Notfalls aber stellt der Kapitän das Wohl eines Fluggastes dem Gefahrenpotential aller an Bord befindlichen gegenüber. Dabei geht es allein um Leib und Leben und nicht etwa um möglichen Ungemach wie Verspätung.Von Kollapsen jeder Genese im Flugzeug ist generell abzuraten, da sie weit weniger berücksichtig / fachlich betreut werden können, als in vielen alltäglichen Situationen.
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nur der Kapitän entscheidet und das ist auch richtig so, wenn der Bomber voll ist können das schon mal 250 und mehr Leute sein.
Wir hatten voriges Jahr beim AB Flug nach MBA über Afrika 2 Stunden vor Landung einen Herzstillstand, Devi, Infusion, war alles an Bord, da man am Mann in der Sitzreihe nicht arbeiten konnte wurde er in die Bordküche verbracht.
Über 30 Minuten Reanimation zusammen mit einem Flugbegleiter.
Da der Mann vor den Trolleys lag wo das Frühstück drin war konnte das nicht ausgegeben werden, es gab tatsächslich Paxe die sich darüber aufgeregt haben.Also auf hoher See, vor Gericht und auch im Flieger ist man in Gottes Hand.
Gabi 2001 ( FRanz )
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Letztes Jahr Langstrecke Frankfurt -Mombasa....deutsche Airline.
Flugzeug hatte schon verspätung los ging es dann mitten in der Nacht.
Kurz nach dem Start hörte ich hinter mir jemanden rufen ob ein Arzt an Bord ist.
Die Flugbegleiter reagierten sofort es wurde ein Arzt ausgerufen und zum Glück waren 3 Ärzte mit an Bord. Der Reisende wurde auch auf den Fussboden gelegt eine Infussion gegeben bis er zu sich kam, dann konnte der Reisende berichten das er schon mehrfach einen Epileptischen Anfall hatte. Und auch eben wegen der Aufregung wohl lange Anreise , er kam aus der Schweiz und dann wenig getrunken. Die Ärzte waren super aber auch die Flugbegleiter einfach super! Zum Glück ging es ihm dann schnell besser.Ich selber bin auch schon mal umgefallen im Flugzeug auch zu wenig getrunken dann der Themperaturunterschied.....ich wurde auch super betreut.
Habe jetzt immer ein Kreislaufmittel dabei....
Lg Jasmin
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Nochmal zum von @rosebaumann geschilderten Fall:
Man kann anhand einfacher Kontrollen der Gesichtsmuskulatur (F face), der Extremitäten (A arms) und des Sprachvermögens (S speech) recht schnell feststellen, ob ein Patient Lähmungserscheinungen zeigt, also der Verdacht auf einen Schlaganfall begründet ist. Die Cabin-Crews sind für solche Fälle geschult, ich nehme daher an, dass die Passagierin einen Kreislaufkollaps hatte, was in Folge der Hitze auch wahrscheinlich ist. Hätten sich noch beim Rollen zur Startposition verdächtige Sypmtome gezeigt, wäre der Kapitän wohl zu der Entscheidung gelangt den Start abzubrechen und zur Versorgung der Patientin zum Flughafen umzukehren.
Nun zu den konkreten Fragen:rosebaumann:
Meine Frage: 1) War das ein korrektes Verhalten der Airline oder hätte man als Passagier nicht Anspruch darauf gehabt, das Flugzeug in Dubai zu verlassen und sofort ärztliche Hilfe zu bekommen.
2) Wenn man tatsächlich keinen Anspruch hat den Flieger auf der Rollbahn zu verlassen, es aber trotzdem tut, mit welchen Kosten muss man rechnen.- Ja, absolut korrekt, denn offenbar lag kein Verdacht auf einen Schlaganfall vor.
Der Patient hat keinen "Anspruch" (... s.v.) - Diese Frage ist hypothetisch, denn der Patient wird das Flugzeug ganz sicher nicht eigenmächtig verlassen, wenn einmal die Türen geschlossen sind - ganz gleich in welcher Phase des Fluges.
Entscheidet hingegen die Crew den Patienten zur umgehenden ärztlichen Versorgung zum Terminal zurückzubringen, wird er keinesfalls mit den evtl. entstehenden Kosten belastet, diese trägt die Airline.
Man kann nun mutmaßen, dass eine generell klamme Airline nicht unbedingt zu 100% zum Patientenwohl entscheidet, aber dann müsste man auch annehmen, die Öffis in beispielsweise Wuppertal wären weniger sicher, als die in München ...

Wie auch immer - die letztendliche Entscheidung über alle Maßnahmen im Rahmen eines Fluges trifft der Kapitän.
- Ja, absolut korrekt, denn offenbar lag kein Verdacht auf einen Schlaganfall vor.
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stimmt leider nicht immer, das anhand der "einfachen Kontrollen" schnell festzustellen ist, ob ein Schlaganfall vorliegt.
Mein Mann legte sich vor drei Jahren hin, weil er Kopfschmerzen hatte. Keines der üblichen Anzeichen war erkennbar, weder Lähmung, Spachstörung oder Gesichtsmuskulatur, trotzdem erlitt er einen Schlaganfall. . Seitdem ist sein Sehnerv so stark geschädigt, dassa er nicht mehr Autofahren kann. Den Arzt habe ich nur wegen Kreislaufproblemen gerufen. -
curiosus:
Wie soll eine Stewardess beurteilen, ob ein Passagier einen Schlaganfall (wer hat diesen diagnostiziert?) oder eben Kreislauf- oder Atemprobleme hat? Es gibt eine Notfallausrüstung an Bord, die offensichtlich aufgrund der Einschätzung der handelnden Personen auch eingesetzt wurde.
meine Frage,wie gut, wenn überhaupt, sind Flugbegleiter/innen in erster Hilfe ausgebildet 
Saludo -
Wenn ich mal erinnern darf:
Hier ging es nicht um exakte Diagnostik, sondern um die einzuleitenden Schritte im Falle einer akuten Beeinträchtigung. Die t.o. fragte nach der Angemessenheit der Maßnahmen, insofern kann dem nichts entgegengehalten werden.
Die Frage zur Entscheidungsgewalt wurde zudem ausführlich erklärt.Die Cabing Crew (ggf. auch medizinische Fachkräfte, die zufällig an Bord sind) kann (können) nur ebenso reagieren wie Ersthelfer bzw. Hausärzte - der Unterschied zur Fehldiagnose mangels typischer Symptomatik ist also marginal zwischen dem Sofa und dem Flugzeugsitz, denn da wie dort wird in weniger als 2h kein MRT oder CT angeordnet werden.
Im Grunde ist @corbeiles Beitrag ein trauriger Beweis für die allfälligen Risiken. :? -
Ich wünsche dem Patienten alles Gute und dass er die Sache gut überstanden hat.
Sehr gut kann ich mich in die Lage versetzen, weil ich vor ca. 1 Jahr einen Kreislaufzusammenbruch auf einem Fernflug 13 Std. hatte.
Ein Arzt als Passagier hatte mir geholfen und mit den Mitteln an Bord
mich stabil zu halten. MIr geht es wieder gut, aber es war vür mich eine Warnung.
Eine massive Verschlechterung hätte ein schlimmes Ende haben können.
Ursache ein neueres Medikament, dessen Nebenwirkung ich nicht kannte und sich
auf eine Klimaveränderung und Multibelastung anders auswirkte.Schlaganfall ist nicht immer eindeutig zu erkennen, doch gibt es einige Merkmale
auch für den Nichtfachmann, Gesichtslähmung, kann man die Stirn beidseitig
'runzeln' ist das ein Anzeichen, Geschmacksveränderung-kein Salz schmecken,
in einer Hand keine kraftlos sein.
Die Crew vor allem der Kapitän war mehr als erleichter als ich das Flugzeug in Ffm
wieder verlassen konnte. -
@yurena
Über die Ersthelferausbildung hinaus werden die FA auch in Herz-Lungen-Wiederbelebung und dem Gebrauch von AED (Defibrillatoren) geschult.
Sofern keine medizinische Fachkraft an Bord ist, kann die Cabin Crew Hilfe am Boden einholen. Dies geschieht insbesondere dann, wenn eine Landung nicht sinnvoll ist (beispielsweise beim Überfliegen von Gebieten mit geringer Zivilisation).
Die Lufthansa hat eine zentrale medical hotline, es gibt ein "Ärzte an Bord" Tool, bei dem sich Mediziner anmelden können, was der Crew ggf. das Suchen erleichtert, und es gehören spezielle Trainings wie z.B. in Tropenmedizin zum ständig repetierten Schulungsprogramm.
