Schlechter Service - Wieviel Tip gebt Ihr?
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An alle die schon mal in den USA waren

Angenommen Ihr seid in einem Restaurant und bekommt einen miserabelen Service sowie schlechtes Essen.
Wieviel Tringeld gebt Ihr, wenn:
a) es schon bei der Rechnung mit eingerechnet ist?
b) es noch nicht auf der Rechnung steht?Gebt Ihr bei a) trotzdem die schon eingerechnete Summe oder bei b) weniger als 15% oder gar nichts? Würde mich mal interessieren, wie Ihr das so handhabt.
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Bei schlechtem Service gibt es gar nix, habe ich in Florida aber noch nie erleben müssen, nur einmal an der Westküste...
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Von meinen amerikanischen Freunden weiß ich, dass diese bei schlechtem Essen/Service durchaus auch gar kein Trinkgeld geben.
In FL sind ja meist bereits 18% auf der Rechnung drauf, dann bleibt eigentlich nur, den Manager zu verlangen, die Probleme anzusprechen und darauf zu bestehen, das bereits eingerechnete Trinkgeld wieder aus der Rechnung zu nehmen (bzw. bei Barzahlung entsprechend weniger zu zahlen).
Ist mir allerdings in den USA auch noch nicht passiert (aber durchaus in D und da ich hier inzwischen auch höhere Trinkgelder gebe, gebe ich auch schon mal praktisch nix in so einem Fall).
Gruß
Carmen
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Hallo,
Bei schlechtem Service: nix extra- wieso auch?Wenn es allerdings bereits in der Rechnung enthalten ist, kann ich nicht viel mehr machen, als klar und deutlich zu sagen, dass mir das nicht gefällt (auf der Rechnung lasse ich es trotzdem), weil es nicht gerechtfertigt ist und ich daher dieses Lokal ganz bestimmt nicht weiterempfehlen werde.
Die sollen mir erst mal nachweisen, dass ich nicht dort wohnen würde....Da ich als "native speaker" ein ausgezeichnetes Englisch mit Staaten-Akzent sprechen kann, ist diese Aussage i.d.R. wirkungsvoller als bei einem deutschen Touri, der oft nicht gerade durch Englisch-Kenntnisse glänzt.
Manchmal gabs beim Bezahlen dann schon was als Extra, z. B. ein Getränk für 'on the way'.Ich muß allerdings sagen, dass der Service in den allermeisten Fällen sehr gut ist (war), vielleicht liegt es in der Auswahl der Restaurants begründet.
Allerdings handle ich bei Restaurant-Besuchen in anderen Ländern genauso- nicht nur in den USA.
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Ich verstehe die inkludierte Service Charge nicht als Trinkgeld, deshalb kann ich sie auch nicht rausrechnen lassen, was nichts an dem Verlangen nach dem Manager bei schlechtem Service ändern würde.
Tip ist etwas Persönliches, das man bei guter Serviceleistung dem Leistenden direkt geben sollte, wie es danach damit weitergeht, liegt nicht in meinem Einflussbereich.
OT
jo-joma, ich denke, daß gerade die deutschen Touristen überdurchschnittlich gut Englisch sprechen, wir brauchen den Vergleich mit den Franzosen bestimmt nicht scheuen und auch werden wir wahrscheinlich besser Englisch sprechen, als amerikanische Touristen bei uns Deutsch

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In FL ist es in touristenreichen Gegenden üblich, dass die dort erwarteten 18% Trinkgeld auf der Rechnung stehen, damit die unerfahrenden Ausländer das nicht vergessen. Das hat nichts mit einer Service Charge zu tun. So was gibt es nur auf Schiffen, aber nicht im Restaurant in den USA.
Gruß
Carmen
OT: Och, doc, mein Amerikanisch ist inzwischen ganz passabel und das Deutsch manch einer meiner amerikanischen Freunde auch (hatte gerade Besuch, sie haben dann doch ganz schön viel verstanden
). Ich hab aber auch schon in Fort Lauderdale ein älteres Paar getroffen, das fast kein Wort Englisch sprach. Ich hatte ihnen dann beim Check-In im Hotel geholfen. Wir trafen uns dann am Schiff wieder und wider Erwarten ging es den beiden ganz prächtig und sie hatten ihren Spaß! -
Sorry Carmen
, sowohl in Nevada, als auch Kalifornien und Florida habe ich es auf Menükarten als Service Charge ausgewiesen gesehen und wenn man um die 3-4$ Stundenlohn weiß, kannich diese "Gebühr", wie immer man sie auch bezeichnen mag, nicht als richtiges Trinkgeld sehen, das kommt für mich on top.Wiki meint dazu Folgendes:
A standard predetermined percent, often ~18%, is sometimes labeled as a "service charge".Was die Sprachthematik anbelangt, es wird immer Ausnahmen geben, aber ich glaube, wir können uns vielleicht darauf einigen, dass der Prozentsatz englischsprechender, deutscher Amerikatouristen höher ausfallen dürfte, als der deutschsprechender, amerikanischer Deutschlandtouristen?
Das war auch gar nicht negativ gemeint, ich fand nur "...als bei einem deutschen Touri, der oft nicht gerade durch Englisch-Kenntnisse glänzt." etwas unglücklich formuliert und wollte eine Lanze für unsere Landsleute brechen, die m.E. sehr oft zu schlecht als Touristen wegkommen.
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Zitat:
OTjo-joma, ich denke, daß gerade die deutschen Touristen überdurchschnittlich gut Englisch sprechen, wir brauchen den Vergleich mit den Franzosen bestimmt nicht scheuen und auch werden wir wahrscheinlich besser Englisch sprechen, als amerikanische Touristen bei uns Deutsch

.....................................................................mag sein, dass du es so erlebt hast- ich leider genau anders!

Im Vergleich zu Franzosen und Amerikanern hast du evtl. Recht, "überdurchschnittlich gut " würde ich es aber definitiv nicht nennen, was man da so hört.Aber das ist ja auch nicht der Grund des Threads.

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also wenn wir mal wieder beim unerlaubten U-Turn von der Polizei erwischt worden sind
können wir kaum oder fast kein englisch. ( Wenn wir sagen, dass wir deutsche Touristen sind, bleibts eh immer nur bei ner netten Verwarnung und einem Duddu und keinem Bussgeld - gott sei dank sehen die nicht unsere Stempelsammlung im Reisepass)Aber hier fragte ich ja nicht nach den Englischkenntnissen sondern, wie Ihr es mit dem Trinkgeld bei schlechtem Service handhabt.
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Das mit den Sprachkenntnissen war ein typisches OT, das in vielen Threads immer mal wieder auftaucht und mir haben weder meine Nationalität, noch mein vorgespieltes "ich nix do english" bei dem Cop geholfen, der mich im Death Valley mit gut 80 Meilen blitzte :?
Zum Trinkgeld sind wir ja grösstenteils einer Meinung, bei schlechtem Service - wie überall auf der Welt - nix on top, aber dieser ist sehr selten anzutreffen, nach den Erfahrungen hier bisher

Aber wie handhabst Du das Ganze denn?!
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Was sollen die 18% Service Charge, die nur in Tourigebieten (kann mich nur in Florida und vereinzelt in New York an so etwas erinnern) auf der Rechnung auftauchen, denn sonst sein außer dem Trinkgeld?
Ich vermute mal, dass gerade die vielen deutschen Touristen an dieser unschönen Entwicklung nicht ganz unschuldig sind, da mache meinen, sie seien großzügige Trinkgeldgeber, wenn sie ein paar Cent auf dem Tisch liegenlassen. Aber das nur so nebenher.
An wirklich schlechten Service oder katastrophal schlechtes Essen kann ich mich auch nach sehr vielen und langen Nordamerikaaufenthalte kaum erinnern. Einmal tauchte die Bedienung gar nicht mehr auf, nachdem ich die Karte bekommen hatte, daraufhin bin ich halt ohne Bestellung wieder gegangen. Wenn die Bedienung etwas langsam ist, gebe ich meistens trotzdem 15% (ich erwarte nicht von jedem, der junge, dynamische Alleinunterhalter zu sein), bei besonders guter Bedienung auch mehr. Falls etwas mit dem Essen nicht stimmt, reklamiere ich das aber und normalerweise wird dann auch Abhilfe geschaffen, so dass dies für die Höhe des Trinkgelds keine Rolle spielt. -
Ich habe angesichts eines wirklich einzigartigen Erlebnisses das Trinkgeld mal auf knapp unter 10 % gekürzt.
Es war nicht in Florida, sondern in Niagara Falls, NY. In einem "angesagten" Restaurant hatte ich keinen Tisch vorbestellt, musste deshalb etwas warten, was aber völlig ok war. Dann wurden wir zu Tisch gebeten und uns wurde die Speisekarte ausgehändigt.
Wir haben uns dann recht ausgiebig mit der Bedienung über unsere Auswahl unterhalten und erhielten sogar den Hinweis, dass es ca. 10 Minuten länger dauern würde, wenn wir unser Steak nicht hälftig (also dünner) schneiden lassen würden. Ok, 10 Minuten, kein Problem. Es wurden 30 Minuten, auch ok, wenn es dann lecker ist.
Bis jetzt eigentlich alles noch ok, aber dann:Verdutzt schauten wir auf unsere Teller. Wir hatten genau das gleiche bestellt und bekamen zwei verschiedene Gerichte, wortlos. Als die Bedienung kurz darauf wieder vorbeikam, habe ich sie gefragt, wie das kommt, dass man etwas Verschiedenes bekommt, wenn man das Gleiche bestellt. Sie schaute etwas verdutzt auf unsere Teller und stelle dann fest: Ja, stimmt. Und ging. Ich nicht faul habe sie wieder herbeigewunken und das Gespräch noch einmal begonnen, worauf ich die Antwort erhielt: Das von uns Bestellte sei nicht mehr da, ausgegangen. Es wäre nur noch DAS übriggewesen. Und ging.
Es war sehr spät, eigentlich machte die Küche schon zu und wir hatten Hunger und haben es dann gegessen. Wir hatten keine Lust mehr, nochmal durch den Ort zu tigern und ein anderes Restaurant zu suchen.
Die Stimmung zwischen der Bedienung und mir war. flapsig ausgedrückt, hinüber. Auch die weniger als 10 % Tip konnten ihr Gesicht auch nicht mehr aufhellen.
Aber meins. Manchmal ist weniger mehr, als gar nichts, smile. -
Also ich halte das von Fall zu Fall anders. Denn was kann z.b. die Küche, die ein gutes Essen gemacht hat, mit der Lahmarschigkeit oder der "Verwirrtheit" des Kellners zu tun. Oder ein guter Service kann ja nix für ein durchgebratenes Steak, welches medium rare bestellt wurde, etc.
Problem ist, dass das Trinkgeld in Amerika nicht ausschließlich nur für den Kellner ist, sondern in einem gemeinsamen Topf landet, der auch mit der Küche etc. geteilt wird!
Generell gebe ich bei schlechtem Service oder schlechtem Essen nicht das volle Trinkgeld. In Ausnahmefällen sogar gar nichts ( wenn beides übel war ) . Das ist aber in 15 Jahren USA erst zweimal vorgekommen, dass ich gar nix gegeben habe. Gekürzt habe ich schon öfter.
Ich persönlich sehe Trinkgeld nicht als Gehalt, sondern als "Belohnung" für guten Service, aber in Amerika ist es ein Bestandteil des monatlichen Einkommens. (Wo 3-4 Dollar pro Stunde normal sind). Würde man in Deutschland dieses System anwenden, wäre der Service in vielen Restaurants DEUTLICH besser. Oft sieht man den Kellner nur, um die Bestellung aufzunehmen, abzuliefern und die Rechnung zu bringen. Das wars.
Gibt man z.b. im "Porterhouse" in Sunny Isles Beach ( welches Russen gehört) kein Trinkgeld, da man nicht zufrieden war, kann das handfeste Auseinandersetzungen mit den Besitzern mit sich ziehen, so weit, dass die Polizei aufkreuzt! ( kann man im Web nachlesen).
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Susanne xyz, wie ForeverFlorida es schon sehr gut ausgeführt hat, ist, zumindest für mich, aber wohl auch für die meisten Angestellten dort, diese sogenannte Service Charge oder wie auch immer sie deklariert wird, kein Trinkgeld in unserem eigentlichen Sinne, sondern gehört zum festen Einkommen/Stundenlohn.
Es wird teilweise noch nichtmal komplett auf die Belegschaft verteilt, was ich begrüssen würde, da nicht nur der Kellner für mich arbeitet, sondern auch ein Koch, ein Spülboy,der Raumpfleger etc., nein, es wird auch dafür hergenommen, sich eine Schar von Personal bei einem Stundenlohn von 3-4$ zu halten und das häufig ganz ohne jegliche soziale Absicherung. Ob das auch für uns so gut und übertragbar wäre, ist eine andere Baustelle, ja, den Service würde es wahrscheinlich auch bei uns verbessern.
Die Blonde auf meinem Avatar war die Lebensgefährtin meines kanadischen Freundes, der bis letztes Jahr in Clearwater/Fl lebte und mit ihr habe ich mich mal einen ganzen Abend über das Thema unterhalten, da ich selbst aus der Gastronomie komme und mich das Thema sehr interessierte.
Deshalb nochmal, die Service Charge würde ich nicht schmälern, da ich damit gute Geister im Hintergrund mitschädigen würde, die es wahrscheinlich nicht verdienen. Tip für den direkt Dienstleistenden gehört für mich zusätzlich on top, solange der Service es sich verdient hat

ForeverFlorida, ich dachte mir schon bei der Fragestellung, daß es auf dieses Thema hinausläuft
Wobei ich es gut finde, das Thema mal näher zu beleuchten, aber denke, daß man die Komplexität der breiten Masse der Urlauber, egal welcher Nation, nicht näher bringen wird und für sie das "Tip" mit den inkludierten 18% eh schon zu hoch angesetzt ist 
Die Serviceorientierung unserer amerikanischen Freunde ist halt sehr zweiseitig und führte schon zu abendfüllenden Diskussionen mit meinen amerikanisch/kanadischen Freunden, von denen einer als Hausmann mit drei Kindern hier in Deutschland bei seiner Frau lebt und immer unseren mangelnden Service im Vergleich zu Nordamerika bekritelte, jetzt aber durch traurige Umstände auch die soziale Seite unseres System`s kennenlernen musste und seine Einstellung inzwischen nochmal überdacht hat!
Aber wie gesagt, das ist ein anderes Thema und würde hier zu weit führen, ich jedenfalls finde den Thread sehr gut und vielleicht führt er ja doch beim Ein- oder Anderen zu neuen Überlegungen

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doc3366,
also mir wurde von meinen US-Freunden gesagt, dass die auf der Rechnung bereits stehenden 18% das Trinkgeld seien und man nichts extra geben müsse (außer man möchte, weil der Service außergewöhnlich war). Wie gesagt, ich kenne es auch so, dass lediglich in touristisch stark frequentierten Gebieten diese "Service Charge" bereits auf der Rechnung steht, um eben sozusagen die Trinkgeldmuffel "abzufangen".
Gruß
Carmen
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Auch meine Freunde kennen sich nicht alle mit den Gepflogenheiten, Arbeitsbedingungen, Manteltarifvertrag, Arbeitsschutz etc. in der Gastronomie in Deutschland aus, obwohl ich dort tätig bin und sie oft genug bei mir im Laden sind

Wenn Deine Freunde in touristenfreien Zonen beheimatet sind, wo "ordentliche" Löhne gezahlt werden, sieht es ja vielleicht auch schon wieder anders aus.
Was "Trinkgeldmuffel abfangen" anbelangt, würde ich es eher als gelungene Strategie der dortigen Kollegen ansehen, kommt halt immer darauf an, was möglich/erlaubt ist und wie man es verkauft...
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ForeverFlorida:
An alle die schon mal in den USA waren
Wieviel Tringeld gebt Ihr, wenn:
a) es schon bei der Rechnung mit eingerechnet ist?
b) es noch nicht auf der Rechnung steht?...........................
Wenn in der Rechnung(genau beachten) sofort beschweren.
Wenn noch nicht berechnt, nix.
Aber nur, wenn der Service wirklich schlecht war.
In gut 20 Jahren 2-3mal erlebt.
In Deutschlan müsste man oft als Kunde entschädigt werden.

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Hab ich das jetzt richtig verstanden?
Wenn ich also mit dem Service nicht zufrieden war (Steak angebrannt, Salat halb vergammelt, Kellner unfreundlich, ....), muss ich die "Service Charge" nicht bezahlen, auch wenn sie auf der Rechnung steht. Ist das richtig?
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Also solltest Du wirklich ein angebranntes Steak oder vergammelten Salat bekommen, würde ich das unverzüglich reklamieren. Im Normalfall wird sich ja tausend Mal entschuldigt und Du bekommst sofort gute Ware.
Bei unfreundlichen Bedienungen sehe ich das anders, die bekommen halt dann vielleicht mal bloß 10 % wenn wirklich, ist mir aber noch nicht wirklich passiert; bis auf einmal im letzten Urlaub; der Waiter war jetzt nicht direkt unfreundlich sondern superlangsam, hat uns ein paarmal (ich glaube absichtlich) übersehen, da war ich dann echt so frei und habe die Spalte TIP durchgestrichen und "BAD" :-(( draufgeschrieben!
Aber wie gesagt, das war EINMAL.Ja und in solchen Gegenden wie SouthBeach Miami da wird schon gleich mal 18 % draufgschlagen, da gebe ich nichts mehr!
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Hallo,
nun muss ich einmal ein wenig O.T. nachfragen. Ich war erst 2 mal in den USA, das letzte Mal 2004 und beide Male in Californien.
Allerdings muss ich wahrscheinlich nächstes Jahr nach Florida und daher interessiert mich das Thema.Was ich im Kopf habe ist dsa man 10% Tip gibt - bei besonderer Zufriedenheit auch mehr, aber die 10% sind das was Usus ist.
Habe ich das ganz falsch in Erinnerung oder sind in Florida die Trinkgelder höher als in Californien oder sind die Sätze seit 2004 gestiegen?Ich finde 10% eigentlich o.k. - allerdings gebe ich hier in Deutschland mittlerweile auch schon oft 20%wenn gut war.
Grüße
Düren