Reisen oder sparen?
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WarrenBuffett:
Aber... wann kann man nochmal so frei reisen? Vor allem länger als eine Woche, wenn beide berufstätig sind?
Wer garantiert, dass man zusammenhängenden Urlaub bekommt, um weit zu fliegen?
Was ist, wenn Kinder kommen? Wer macht schon so einen Urlaub mit kleinen Kindern, und überhaupt, wer hat dann Geld dafür?Sehe ich ebenfalls so!
Man weiß nie, was die Zukunft an "Hürden"gegen das Reisen errichtet (auch gesundheitlich gesehen), also nichts auf später verschieben, was man heut erleben kann. -
Es ist immer schwer da einen ''richtigen'' Tipp zu geben.
In Deinem Alter war ich noch nicht wirklich am Reisen interessiert, sondern nur an reinen Partyurlauben.
Im Sommer Mallorca & Ibiza, im Winter Ischgl & Sölden, vollgast eine Woche oder länger und dahei dann erholen müssen
Ich persönlich würde jedoch nicht im normalen Leben auf zuviel verzichten wollen und nur für Reisen sparen, denn auch daheim gibt es viele schöne Sachen und ich gönne mir gerne auch hier tolle Erlebnisse.
Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Erst mit circa 30 und absoluter finanzieller Unabhängigkeit hat mich das Fernreisefieber gepackt und seit 10 Jahren mache ich immer mindestens eine längere Fernreise pro Jahr und diese Erlebnisse kann dir niemand mehr nehmen.
Ich möchte auch gerne nochmal auf die Aussage von WarrenBuffett eingehen, ich persönlich habe im Berufsleben ganz andere Erfahrungen gemacht und kann problemlos viele Urlaube/Reisen im Jahr machen, ganz so schlimm isses dann mim Arbeiten doch nicht
In diesem Jahr war ich bereits 3x skifahren, den kompletten Mai in Malaysia und November/Dezember nochmal 3,5 Wochen in Afrika....
Also Augen auf bei der Berufswahl
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Yulchen:
"Aber es ist auch ein ganz gutes Gefühl, wenn man nicht ganz ohne irgendwelche Rücklagen dasteht. Ich versuche eben ein gutes Mittelding zu finden."
Moin noch mal,
ich nenne das Mittelding das "sowohl als auch", was in vielen Fällen durch ein bisschen Nachdenken erkennbar wird.
Ohne Rücklagen für die aktuelle Lebenssituation hätte ich mich nie wohl gefühlt.Die mehrwöchige USA-Reise hat mich zu spät auf den Geschmack gebracht. Sonst hätte ich gerne noch ein bis zwei Auslandssemster gemacht. Aber vielleicht kommt das ja noch, wie hier schon öfter angeregt, für dich infrage
.Gruß,
Rudy -
Ich lese hier von Reisezielen wie USA, Malaysia u. ä. Ich möchte nicht wissen, wieviele Menschen dort gern hinreisen würden, sich das aber nie leisten können, obwohl sie arbeiten und sparen.
Wenn das Geld knapp ist, bzw. etwas zurückgelegt werden soll, muß man eben Abstriche machen. Die billige Pension in GAP, ein Privatzimmer in BGL. Dort kann man auch einiges anschauen oder erleben, was man als alter Mensch nicht mehr macht/machen kann. -
Der Ort Gap in Frankreich, oder der Flughafen GAP in Papua-Neuguinea?
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GAP 0 Garmisch-Partenkirchen, BGL = Berchtesgardener Land - so kenne ich das zumindest.
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Vielleicht ist BGL auch Buglarien.
Aber wenn wir von zwei Orten in Oberbayern ausgehen, dann ist das ja ganz lieb und wenn die Fragestellerin aus dem Norden kommt, kann sie dort auch fremde Kulturen kennen lernen, aber vom eigentlichen Thema "Reisen" sind wir da ganz schön weit entfernt.
Wenn ich in SO-Asien bin, seh ich ganz, ganz viele junge Menschen, die sich mit recht überschaubarem Budget die Welt anschauen. Und wenn die Ansprüche an Komfort und Schicki nicht all zu groß sind, kann man in jungen Jahren schon einiges sehen.
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Ach ja, ich vergaß: die Abiturienten chillen am Bondi Beach und nehmen erst mal eine Auszeit von der Schule und überlegen dann mal so langsam, was sie überhaupt machen wollen....
Nicht jeder bekommt das Geld von seinen Eltern in den Allerwertesten geblasen, sondern wird gedrängt: Lehre oder Studium.
Im Studium der Lebensunterhalt ist für viele Eltern das Äußerste, was investiert werden kann. Und wie ich TO verstehe, muß sie etwas dazuverdienen, um sich etwas wie Reisen leisten zu können, bzw. etwas zur Seite zu legen. -
@Metrostar
"die Abiturienten chillen am Bondi Beach und nehmen erst mal eine Auszeit von der Schule und überlegen dann mal so langsam, was sie überhaupt machen wollen...."
Nu übertreib mal nicht. Das ist gewiss nicht die Regel.

Aber DASS man auch mal eine kleine Auszeit "danach" nehmen darf - ist das verwerflich ?
Wie viele betagtere Urlauber chillen am Strand und sehen nix vom Umfeld ?
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Nein, natürlich ist das nicht die Regel. Viele Eltern wollen "Resultate" sehen, sonst hätte die Realschule gereicht.
Was hat das denn jetzt mit den Rentnern zu tun? Viele haben schon alles mögliche gesehen und unternommen, da interessiert das Umfeld mit "alten Steinen" nicht mehr im geringsten. -
chriwi:
@Yulchen: Nimm den Onkel Metrostar nicht ernst. In die billige Frühstückspension hinter den sieben Bergen kannst Du auch noch fahren, wenn Du in Rente bist.
nein Christian, ernst nehmen muss sie seine Meinung nicht.
Aber vielleicht etwas drüber nachdenken, was er mit seinem ersten Post in diesem Thread sagen wollte......!Und ich schrieb es schon, daß auch wir unserem (einzigen) Kind mit viel Geld geholfen haben, seine Schule/Studium bestmöglich zu bestehen.
Bafög bekam er keines, also kam das Geld nur von uns.
Ständig nebenbei Jobben konnte er garnicht, während seiner Auslandsschulzeit durfte er es auch nicht. Zu hart waren bei ihm die Studienanforderungen....!
Lediglich in den Semesterferien hat er in SW-Unternehmen gejobbt, oft die volle Zeit.
Eigentlich blieb ihm für längere Urlaube da gar keine Zeit.
Muss aber zugeben, dass er bei diesen Semester-Ferienjobbs wirklich gutes Geld verdient hat. Und darüber haben wir uns auch gefreut !Was die Finanzierung seiner Ausbildung durch uns betraf, so war das keinesfalls "Zucker in den Ar... blasen", sondern unsererseits eine Investition in seine Zukunft.
**Und dafür haben wir gerne ein paar Jahre selber auf Urlaube verzichtet !!**lieben Gruß
Erwin
P.S. allerdings ist mir auch bewusst, dass trotz Urlaubsverzicht, viele Mütter und Väter in Deutschland sowas ihren Kindern nicht ermöglichen konnten.
Deutliches Beispiel gibt`s da in meiner Familie - und da gehen wir sogar soweit, dass ich als Bruder bzw. Schwägerin unserem Neffen ebenfalls mit unterstützen, damit er sein (Kunst-)-Studium schaffen wird !! -
chriwi:
Vielleicht macht es Dich demütiger und bescheidener. Und so gesehen ist das Reisen unter Umständen eine bessere Investition in Deine eigene Zukunft, als eine private Pensionsvorsorge.
Ich spreche aber vom Reisen, nicht vom Urlaub machen.
Ohne Moos nichts los.
Schulden machen für Urlaube, um sich als junger Mensch "selbstzufinden"? das wäre mehr als eine Fehlinvestition. Wobei dies auf Yulchen natürlich nicht zutrifft. -
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Hallo Yulchen,
ich kann dir nur aus dem reifen Schatz meiner heute genau 45 Jahre Erfahrung sagen, dass ich mir gewünscht hätte schon früher die Traute gehabt zu haben zu reisen, auch wenn es bei knappem Geld sicher mit mehr Risiko verbunden gewesen ist, "falls was schief geht".
Einfach mit dem Auto ohne festes Ziel loszufahren, mir einfach ein Flugticket oder Interrailticket zu kaufen und ins Blaue zu fliegen/fahren, habe ich mich nie getraut, alles immer schön sicher.
Und ach, was das alles kostet, und wer weiß, ob du sonst über die Runden kommst.
Klar bin ich gereist, gemeinsam mit "Mama" auf Städtetouren nach London oder Paris und auch mal sogar mal durch Syrien und Jordanien oder mit einer Freundin im Auto in die leerstehende Wohnung ihrer Tante nach München und einmal auch zu den "Schwiegereltern", zur Familie meines damaligen marokkanischen Freundes nach Marrakech.
Heute weiß ich, dass ich vom damals ersparten Geld ohnehin nichts übrig behalten hätte, ich gebe nämlich nach wie vor sorglos alles (oder zumindest eine Menge) aus. Hätte ich mir also ein kurz- oder mittelfritiges Ziel gesteckt - sprich: ein Flugticket nach Bali, Bangkok, New York oder Mombasa oder vielleicht auch nur auf eine griechische Insel- und mich einfach auf ein Abenteuer eingelassen, hätte ich heute mehr zu erzählen.
Sicher wäre ich nicht so bequem gereist wie ich es heute bevorzuge, aber für mich und meine Entwicklung wäre es ganz sicher gut gewesen.
In meiner Entwicklung ging es so weiter, dass ich besonders in den ersten Berufsjahren den Kopf viel zu voll hatte mit der neuen Situation und ihren Anforderungen und da tatsächlich mit "Status" befasst war (Waschmaschine kaufen, ein ordentliches und zuverlässiges Auto fahren, Wohnung einrichten), dass ich weder den Kopf frei, noch Interesse hatte am Reisen. Im Urlaub war ich froh, wenn ich mal nicht früh aufstehen musste.
Erst, als ich einigermaßen im Job gesettelt war, hatte ich den Gedanken, dass es da noch mehr geben muss. Das ist aber gleichzeitig für viele auch die Zeit, wenn eine Familie gegründet wird und dann das unbeschwerte Reisen wiederum besondere Rücksichten auf die entsprechende Situation erfordert. Das hätte mich wahrscheinlich wieder davon abgehalten.
Rückblickend muss ich sagen, dass das Studium eine Gelegenheit gewesen wäre, die ich aus heutiger Sicht genutzt hätte, indem ich in den einen Semesterferien viel jobbe um mir in den folgenden Semesterferien einen langen und ausgiebigen Urlaub zu leisten. Ich würde aus heutiger Perspektive sicher auch versuchen ein Auslandssemester einzulegen. Ich denke, dass das nie wieder so einfach wird, wenn man mal in der Maschine drin ist.
Insofern: Klares Votum für das Reisen, egal ob Zelten an der Ostsee, Rucksacktour durch Asien oder ein Auslandssemester oder Praktikum irgendwo in einer europäischen Unistadt!
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Klasse ge- und beschrieben, Inspired , geradezu inspirierend


