16 jährige alleine reisen lassen?
-
Ich denke, für luna war´s eine ausgezeichnete Idee im Forum zu fragen - sie wollte ja explizit kontroverse Meinungen lesen. Für mich ist das ein Hinweis auf einen gefestigten Charakter, der sich Entscheidungen stellt und zum Ergebnis 100%ig steht.
Kurz noch mal zu meinen persönlichen Erfahrungen:
Ja, ich war sehr selbstständig und wunderfiez, auch schon mit 16. Dennoch kam ich auf der Reise mehrmals an meine Grenzen, hab mich in den Schlaf geheult und war außerordentlich klein mit Hut (ein Zustand, den ich für in meinem Genom gar nicht angelegt hielt!). Sehr heilsam kann ich sagen, und insbesondere begriff ich ziemlich rasch, weshalb mir gewisse Warnungen mitgegeben worden waren. Man spürt, dass man selbst verantwortlich ist für das eigene Wohlergehen, und ganz wacker verschwindet der Drang Grenzen auszutesten, weil man sich bewusst wird, dass man sie mit dem Entschluss zu einer solchen Reise genaugenommen bereits überschritten hat.Im Vergleich zu meiner damaligen Ochsentour ist eine Woche Robinson ein Schläfchen auf einem Seerosenblatt. Nach den überwiegenden hier beigetragenen elterlichen Ansichten ist es bemerkenswert, dass luna eine Erlaubnis wenigstens erwägt - chapeau!

-
das mit klein mit hut und in den schlaf heulen kann ich sehr gut nachvollziehen.
als ich als junger erwachsener 1975 mit 21 von meiner firma für 3 monate nach indien geschickt wurde, dachte ich, mir gehört die welt.
stattdessen war es, als hätte man mich auf einem anderem planeten abgesetzt.
auch wenn ich mich natürlich unter den firmenfittichen, nur inder, befand, war es eine sehr sehr leuternde zeit.
alles was ich bis dahin als selbstverständlich ansah, gab es nicht mehr. meine bis dahin lästige familie, meine freunde, die freundin, das essen, die gewohnte, saubere umgebung, zeitungen, tv, etc, alles war weg. ich wollte eigentlich nach 2 tagen wieder heim, habe aber die zähne zusammengebissen und es durchgezogen.
geweint habe ich fast jeden abend und sage und schreibe viele briefe geschrieben.
telefonieren war nicht drin, internet gab es nicht, fernsehen auch nicht und alles war super fremd.
seit der zeit weiss ich was ich hier habe.
meine mutter hatte auch keine gute zeit.
danach war ich bereit so ziemlich jede situation zu meistern.
so, genug OT von mir, sorry. -
selten so gelacht wie über den Beitrag von rumsstein mit den 2 Lichtjahren

Erinnerte mich an die scherzhafte Bemerkung meiner Tochter ich würde ja quasi
schon mit einem Bein im Grab stehen (bin Mitte 40)!
Das stimmt wohl das man sich bei der Generation mit dem Spruch "warte noch 2Jahre"
nicht gerade beliebt macht! Egal, ich bin Mutter und mein Job ist es leider nicht mich
"beliebt" zu machen bei meinen Kids!
Ich muss ehrlich gestehen mein Meinung ändert sich fast stündlich zu : JA, was soll schon
Großartig passieren?! Zu: NEIN, was ist wenn was passiert?!
Allerdings sind das bis jetzt auch nur ja/nein Gedanken, ich habe noch nichts schriftlich
zusammengefasst und mir fehlt auch noch das GESPRÄCH, aber dafür muss ich eben beide
an einen Tisch bekommen, das ist im Moment nicht so einfach weil gerade viele Klausuren
anstehen, das will ich ja nicht zwischen Tür und Angel machen! -
Klar kann es nicht das pädagogische Ziel einer Mutter sein, sich nur beliebt zu machen
, so hatte ich das auch nicht gemeint. Ich wollte nur noch (weniger bei Dir sondern bei einigen Ratgebern hier) einmal ins Bewusstsein rufen, dass sich das Gefühl für Zeiträume mit zunehmendem Alter ändert, und zwar gewaltig. Das soll nicht heißen, dass das ein zwingender Grund ist, ja zu sagen.
Ich finde es ganz generell sehr wichtig, die eigene Kindheit, Jugend, und überhaupt Vergangenheit nie aus dem Blick zu verlieren, dann fällt es einem auch leichter, Kinder und Jugendliche und deren Nöte und Wünsche zu verstehen.
Ende der Montagspredigt.
Nachsatz: Verstehen muss nicht erfüllen bedeuten!
-
Luna, hast Du schon eine Entscheidung getroffen?
Übrigens noch kurz zu "wenn was passiert, wirst Du Dein Lebtag nicht mehr glücklich", das trifft natürlich im Umkehrfall genauso zu, wenn Du nein sagst, die Mädels aus Trotz hier ordentlich auf die Kacke hauen und dabei etwas passiert. Oder auch nur im Alltag, dann sagst Du Dir, hätte ich sie doch fahren lassen.
Will sagen, diese typische Gluckenunkerei ist einfach nur für die Katz

-
-
Da hast Du jetzt ja der TO so richtig Mut gemacht.

Du kannst das aber überhaupt nicht vergleichen.
Nicht alle jugendliche Reisenden dröhnen sich permanent die Rübe zu, mit was auch immer.
Außerdem sind 16-jährige Mädels im allgemeinen wesentlich reifer und sittsamer
als gleichaltrige vollpubertierende Rabauken, die glauben, ständig den Gockel auf dem Mist spielen zu müssen. -
Außerdem ist nix mit Alkohol innerhalb des Clubs(ob die Mädels das auch wissen?)....

-
Ich hoffe, die Hotels haben aus der Tragödie um Marco und Charlotte gelernt. Die junge Engländerin, 13, hatte auf jeden Fall Alkohol konsumiert und dieser Marco (17) ebenfalls. (Allerdings hatten sie beide mit ausdrücklicher Erlaubnis der Eltern Erwachsenenbändchen, eine Regelung, die das VS sofort danach abgeschafft hat). Und als Beleg dafür, dass die Anwesenheit Erwachsener nicht unbedingt hilfreich ist: die Mutter saß vermutlich wie jeden Abend im English Pub, keine 100 m vom "Tatort"...
-
erikroemer:
Wat soll denn in nem Robinson Club in der türkischen Pampa passieren ?Mit 16 bin ich per Interrail quer durch West-Europa inkl. Drogeneinkauf in Amsterdam und Kampf-Sangriasaufen in Taragona. Geplant waren 4 Wochen. Nach 2 Wochen stand ich versifft und so was von pleite wieder vor der Haustür

Mein Reden - wobei ich mein Budget ziemlich im Blick hatte und eben als einzige Starterin meine Reise vollständig wahrgenommen und nur den Abschluss vergeigt habe ...
1 Woche Robinson is Lichtjahre safer als evangelische Arbeiterjugend!!! -
War aber auch schön als Ungetaufter mit Kerstin im Zelt die Flasche Genever zu teilen

-
Sicher viel schöner als die "Feierlichkeiten" zu meinem 17. Geburtstag, die ich anonym mit einem Sandwich inner südwesteuropäischen Zeltstadt für Backbacker ausgestaltet fand ...
(danach hab ich mich dann in den Schlaf geheult - und ich bin gewiss kein Geburtstagsjunkie!!) -
Ob sie das wissen, ist eine Sache, was sie daraus machen, die andere. An Alkohol zu kommen, ist weder innerhalb noch außerhalb der Anlage ein wirkliches Problem, sie sind ggf. in der Türkei, nicht in Saudi-Arabien. Unterm Strich hängt es davon ab, inwieweit die Mutter den Mädels vertraut. Sie wird sie wesentlich besser kennen als wir hier.

-
Du bist sicher ein deutlich erfahrenerer Türkei-Urlauber als ich, ich habe es aber auch schon komplett anders erlebt. Da waren Teens hochnot verstimmt, weil sie weder im Hotel noch außerhalb (und schon gar nicht in Bars/Diskos an Sprit gekommen sind und denen je nach Alter auch sowohl im Hotel alsauch außerhalb ab gewissen Uhrzeiten auch das Feiern blockiert wurde. Da hieß es dann ab ca. 21 Uhr "raus hier" oder man kam erst gar nicht hinein.
Richtig aber sicher auch Deine Feststellung, daß es auch das genaue Gegenteil gibt. Welche Tendenzen überwiegen, da bist vermutlich Du (und einige andere hier) der deutlich kompetentere Ansprechpartner.
-
Nicht unbedingt, Holginho. Meine aktive Zeit mit Jugendlichen in der Türkei ist schon was her, und ich hoffe, dass die Hotels inzwischen gewissenhafter sind. Nichtsdestoweniger ist es auch bei höheren Hürden überall dort, wo Alkohol ausgegeben oder verkauft wird, auch möglich ihn zu konsumieren. Man fragt einfach irgendjemanden, der alt genug ist. Ich möchte den 18-Jährigen sehen, der da bei unschuldigem Augenklimpern nicht schwach wird. Aber wie gesagt, Vertrauenssache.