Was passiert bei Fluglotsenstreik o. ä.
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... ist wohl nicht so interessant. Einen hab ich noch.
Für die Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen ist die Bundespolizei zuständig, das ist eine hoheitsrechtliche Aufgabe, die die Bundespolizei im Namen des Staates zu erfüllen hat. Das macht sie aber oft nicht, da sie diese Aufgabe an private Sicherheitsunternehmen übertragen hat. Damit ist doch die Bundespolizei nicht aus der Verantwortung raus? Nun kommt Ver.di und sagt den Mitarbeitern der Sicherheitsunternehmen, 14,50 €/ Stunde zu verdienen ist doch besser als 12,50 € und streikt, d.h. sie arbeiten nicht. ( Wie viele Verkäuferinnen im Einzelhandel würden sich über halb so viel freuen?)
Durch diesen Streik erfüllen die Sicherheitsunternehmen den Vertrag mit der Bundespolizei nicht, damit ist diese doch wieder dran. Im Endeffekt müsste dann doch der Staat auf Schadensersatz verklagt werden? -
Nein ich bin 1. kein Beamter und 2. zahlen auch Beamte Steuern!
Du hast es nicht verstanden, oder?
Wenn Du wegen eines Streiks, der übrigens ein zulässiges Mittel in unserem Staat ist, einen Schadensersatz vom Staat verlangst, benötigt dieser mehr Geld, dass er in Form von ZUSÄTZLICHEN Steuern eben auf Flüge oder durch höhere Sicherheitsgebühren erheben müsste. Wer dann also fliegt oder nicht fliegt und dafür Schadensersatz verlangt, der zahlt sich diesen selbst.
Wenn Du gerne das Spielchen rechte Tasche - linke Tasche machen möchtest, bitte doch jemanden aus Deiner Umgebung da mit zu machen, z.B. in dem Du fürs Rasenmähen von Deiner Frau Geld verlangst, das sie Dir dann fürs Badputzen abnehmen kann.....
Dann werden nicht alle anderen wegen solch einer "coolen" Idee belastet. -
Um das Thema von der Sicht einer Betroffenen zu beleuchten, hier ein Paar Original- Fakten. Meine Tochter wollte von Hamburg über Düsseldorf nach Varadero fliegen. Sie hatte für diese Urlaubsreise etwa 5 Jahre eisern gespart, da Ihr Lohn von den angebotenen 12,50 Euro weit entfernt ist ( natürlich nach unten ).
Das Flugzeug sollte um 7:30 Uhr starten. Am Vorabend um 22:00 Uhr erhielt sie von Holiday Check, über die die Reise gebucht wurde, eine Mail und SMS, dass sie sich aufgrund des angekündigten Streikes unverzüglich zum Flughafen begeben sollte. Etwa um 23:30 Uhr war sie dann in Hamburg und sass- besser stand bis 4:45 Uhr dort ,ohne dass sich irgend etwas bewegt hätte. Dann wurden für ca. 2000 Fluggäste 2 ( zwei) Check-In-Schalter geöffnet. Nach weiteren 3 Stunden in der Warteschlange hatte sie dann glücklich ihr Gepäck aufgegeben. An der überaus lahmen Passkontrolle scheiterte dann der Versuch, den um 2,5 Stunden verspäteten Abflug im Flieger zu erleben. Was für mich zu ernsten Bedenken führt, sind folgende Dinge:- warum wurde das Gepäck ganz offensichtlich nicht in das Flugzeug verladen ?
- warum ignorierte das Personal höfliche Anfragen von Seiten der Fluggäste total ?
Haben diese Herrschaften die Übersicht verloren, wer letztendlich das Geld bezahlt, was sie haben wollen ? Und dafür soll es 14,50 Euro /STD als Belohnung geben ? - warum wurden Fluggäste völlig sinnlos zum Flughafen bestellt ?
- warum haben sich die Reiseveranstalter, die in jedem Flughafen Büros unterhalten, nicht um ihre Fluggäste gekümmert ? Ist es in Deutschland schon zu viel verlangt, für einen Reisepreis über 2000 Euro ordentlich betreut zu werden ?
- was glaubt eigentlich VERDI, welche Sympathien für Ihre Streikenden bei derartigen Zuständen, wie sie in Hamburg Airport herrschten, noch eingefordert werden dürfen ?
Da wurden Familien mit kleinen Kindern und alte, gebrechliche Leute zusammengepfercht hinter imaginären Absperrungen , es wurde stupide per Funk durchgesagt, dass es aufgrund des Streiks zu Wartezeiten um 2 Stunden kommen könne- eine Lachnummer, auch wenn die meisten Fluggäste sehr finster lachten. Ein Bravo auch an unsere Medien, die dann beflissentlich nur solche Interviews von Reisenden gesendet haben, die noch lachen konnten.
Ich für meinen Teil kann nur eins sagen- es tut mir aufrichtig Leid, dass ich das Geld, welches ich lange Jahre als Gewerkschaftsmitglied bezahlt habe, nicht meiner Tochter geschenkt habe. Um Verständnis muss mich niemand mehr fragen.
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Die aktuelle Tarifauseinandersetzung betrifft das Sicherheitspersonal in Nordrhein-Westfalen und in Hamburg. Daher wird aktuell auch nur in diesen beiden Bundesländern gestreikt (wobei die Streiks in Hamburg bis mindestens 28.02.2013 ausgesetzt sind, da zu diesem Termin wieder verhandelt werden soll).
Die Streiks in Berlin im März 2012 betrafen nicht das Sicherheitspersonal, sondern die Abfertigungsfirma Globe Ground, die für die Passagierabfertigung zuständig ist.
Gruß
Chris -
Streik der Sicherheitskräfte am Flughafen
Der Streik der Fluglotsen u.a. ist mit Sicherheit ein ein legitimes Mittel, berechtigte Gehaltsforderungen durchzusetzen.
Welche Rechte hat der Pauschalurlauber aber gegenüber seinen Reiseveranstalter, wenn das Sicherheitspersonal am Flughafen streikt und ich dadurch den Flug verpasse? -
Na diese Quelle sollte sogar für dich akzeptabel sein Klick!
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Danke @Holginho
@lueb44 und noch ein wenig mehr Info für dich:
Verdi fordert nicht nur die von Dir angesprochene Lohn- und Gehaltserhöhung, sondern u.a. Verbesserungen für die Auszubildenden und Beschäftigungssicherung vor dem Hintergrund des geplanten Stellenabbaus von 3500 "Köpfen" in der Verwaltung.
und bevor Du es nun wieder schreibst:
"na toll, noch ein guter Beitrag..."

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Hallo lueb44,
nein, gut finden musst Du es nicht, aber ein Streik ergibt nur dann Sinn, wenn durch die Arbeitsniederlegung dem Arbeitgeber ein finanzieller Schaden droht, den er wiederum durch Eingehen auf die eine oder andere Forderung der Arbeitnehmerseite versucht zu begrenzen. Das geht in keinem Wirtschaftszweig ohne Beeinträchtigung der Kunden des bestreikten Unternehmens. Im Produktionssektor sind dies meist andere Firmen, die auf ihre Zulieferungen warten müssen, im Dienstleistungssektor sind wir z.B. als Reisende halt direkt betroffen. Ist daher einfach ärgerliches Pech, wenn man an solchen Tagen fliegen will/muss.
Minerva
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Nein, das muß "man"/nicht jeder gut finden...
...nur sind solche Aktionen Teil des Streikrechts und helfen Forderungen durchzusetzen.
Oder glaubst Du ernsthaft der Gegenpart stimmt den Forderungen mal eben so einfach zu, wenn man einfach nur brav die Wünsche vorträgt und betont, das man ja niemandem Ungemach bereiten wolle.
Dieses "Bitten" hatte sich schon vor dem Streik als erfolglos erwiesen - und genau deswegen gibt es letzeren aktuell überhaupt.