Währungskrise Ägypten
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"leonov" wrote:
... unter den Aschenbecher (so wird das nämlich gemacht, nicht auf Bett , aufs Bett ist stillos) für angermessen.Nur um es nochmal deutlich für vielleicht verunsicherte Mitleser zu sagen, Aschenbecher ist international totaler Schwachsinn, wenn man Glück hat, findet sich einer auf dem Balkon und dort sollte das Trinkgeld garantiert nicht deponiert werden.
International üblich ist das Kopfkissen, nicht das Bett. Genau deshalb, weil dort normalerweise kein Geld liegt und das Reinigungspersonal dort täglich säubert, wurde diese Stelle irgendwann mal als Stelle "akzeptiert", wo das Reinigungspersonal bedacht werden sollte und frei umherliegendes Geld auch an sich nehmen darf. Im Gegensatz zu anderen Stellen in den Zimmern, wenn es nicht wie von mk116 beschrieben, eindeutig gekennzeichnet ist.
Wenn die Ägypter, Araber, Moslems, Muslime oder wer auch immer hier wieder eine Sonderstellung begehren und sich vor den Kopf gestoßen fühlen (was ich so noch nie feststellen mußte, das Trinkgeld wurde jedenfalls genommen und man grüßte auch weiterhin freundlich), dann geht mir das grundsätzlich mal gepflegt an der Stirn vorbei und man darf mich gerne obdessen als Rassisten beschimpfen, wohlgemerkt in der internationalen Hotellerie, an der Genannte sich ja beteiligen, indem sie internationale Gäste beherbergen.
Was die Trinkgeldhöhe anbelangt, bin ich vollkommen bei leonov und Florian! Auch wenn sicherlich jeder Tourist selbst die Höhe entscheiden kann, schadet es sicherlich nicht, sich auch mal über langfristige Auswirkungen Gedanken zu machen und nicht nur über das nächste dämliche Handtuchmonster... :?
Ahotep, sorry für`s ot, aber ich denke mal, das Ägyptenforum gerade in seiner jetzigen Performance, hat sehr viele stille Leser und man sollte den hier wahrscheinlich 99% vertretenen Pauschalurlaubern für sie hilfreiche Hinweise an die Hand geben und nicht solche, die wenn überhaupt nur Reisende wie leonov betreffen und vielleicht für Orte gelten, wo die angesprochenen 99+% nie hinkommen werden.
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eigentlich OT, aber als Antwort auf Vorbeiträge zulässig.
Im Gegensatz zur europäischen Hotellfach angestellten , die eine Fachausbildung zumeist in Frabkreich oder der Schweiz haben sind die überwiegende Zahl der Tausenden ägyptischen Hotellangestellte Angelernte, Hilfskräfte in einem 4 Sternehotel in Europa ein Unding
Sicher muss man als "Zimmermädchen" keine besondere Ausbildung haben, ich gebrauche hier aber den Begriff der Contenance ., gemeint ist die Art und Weise, mit der der Zugriff in die persönliche Welt des Gastes erfolgen muss., wie auch der Gast gegenüber dem "Zimmermädchen " diese Contenance waren sollte.
So hinterlässt man sein Bett am Morgen nicht mit zerwühlter Decke sondern zum Schein geordnet mit glatter Decke. Ich bin aber überzeugt, dass sich hier auch Antwortende finden, die meinen, man müsse ihnen schon das Verlassen des Bettes selber überlassen (wofür hätte man denn bezahlt)
So ist alles immer ein Abbild des eigenen sozialen Umfeldes. -
@ leonov
Nun zweifle ich an deiner touristischen Kompetenz! Ich wohne in einer Region an der Ostsee, in der es mehrere 4* und 5* Hotels gibt. Alle diese Hotels bilden Fachkräfte aus unnd beschäftigen überwiegend in D und nicht in F oder CH ausgebildete Fachkräfte. Da sie nicht genug Bewerber finden, geben sie auch in vielen Bereichen Quereinsteigern eine Chance, gerade in den Servicebereichen, für die eine dreijährige Hotelfachausbildung nicht erforderlich ist.Es ist völlig klar, dass es in jedem Hotelbetrieb Tätigkeitsfelder gibt, in denen man sein Einkommen durch Trinkgeld aufbessern kann (Kellner oder auch room service bei mehr als 1 Nacht Aufenthalt), und ebenso Bereiche, in denen man nichts bekommt (Rezeption, Spülküche, zentrale Wäscherei). Ebenso ist klar, dass der Tellerspüler ein geringeres Einkommen hat als der mindestens dreisprachige Rezeptionist, der gleichzeitig Bildung genug für sinnverstehendes Lesen, Bearbeiten und Bestätigen von Buchungen hat.
Wenn dem ungelernten Tellerspüler, der ebenso wie der ungelernte garden boy oder room mate aus dem Niltal stammt, neben Kost und Logis das in LE gezahlte Barsalär des Hotels zu niedrig erscheint, kann er gern kündigen - auf seinen Job warten zig andere. Warum sollte irgend eine Hoteldirektion wegen paar Preissteigerungen im Land und gerade in einer andauernden touristischen Rezessionsphase ihr Bareinkommen entsprechend erhöhen?
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nun hat sicherlich meine tourische Kompetenz nichts mit der Eindschätzung der Fachlichkeit des Hotelpersonals in Ägypten zutun. 4 'sterne Kairo, gar in gizeh (ex oberroi, geradevor 4 Jahren genossen, ) unterscheidenb sich doch gravierend von 4 Sternen am Roten Meer. Es kommt immer auf die eigene Perspektive an., Ich sehe die Fachlickeit z.B. des tunesischen Hotelpersonals per se höher als die un Hurgada und Umgebung. Aib Sochna ist dem gegwenüber deutlich besser.
Für Tunesien sehe ich den höheren Anspruch durch die zumeist aus Frankreich kommenden Gäste, -
Was haben deine letzten Beiträge mit dem Threadthema zu tun?
Mach dazu doch ein neues Thema auf. -
Vielleicht kann sich mal ein Ägyptenresident zu Wort melden und ein paar aktuelle Preise für Einheimische fernab der touristischen Hotspots nennen, dann kann jeder sich sein eigenes Bild der Lage machen.
z.B. für:
Kanister Wasser
Brot oder alternativ der Kilopreis für Mehl und Hefe
Packung Nudeln / Reis
100g Hackfleisch -
Genaue Preise kann ich Dir nicht nennen. Die Lebensmittelpreise sollen aber seit Jahresbeginn um 20 bis 50 Prozent gestiegen sein. Das Ägyptische Pfund wurde abgewertet, Ägypten ist überhaupt nicht in der Lage, für die gesamte Bevölkerung Lebensmittel zu produzieren. Vorprodukte und Rohstoffe müssen importiert werden - einheimische Firmen stoppen ihre Produktion, weil sie keine Devisen mehr haben, Autoersatzteile werden knapp etc. - Ägyptens Jahreseinfuhren beliefen sich zuletzt auf 60 Milliarden Dollar, exportiert dagegen wird nur für 20 Milliarden Dollar – eine Schere, die katastrophal auseinanderklafft (Quelle Zeit online).
Die Situation war beim Machtwechsel zu Mursi für eine kurze Zeit ähnlich schlimm. Heute ist aber erst einmal kein Ende abzusehen.
Es ist ein schlechter Witz, wenn manche User hier behaupten, dass sich die Abwertung des ägyptischen Pfunds nicht auf die einheimische Bevölkerung auswirkt.
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@Fotomann
Ergänzend zu Deinen Angaben:
Hilfreich wäre es, wenn man zu den Preisen der genannten Güter auch die Preise
von z.B. vor 20 Jahren und die Lohnentwickilung seit dem genannt bekäme.
Dann hätte man einen aussagefähigen Vergleich und müsste nicht ständig
ungefragtes und nicht zum Thema passendeys Insider Wissen ertragen. -
"Es ist ein schlechter Witz, wenn manche User hier behaupten, dass sich die Abwertung des ägyptischen Pfunds nicht auf die einheimische Bevölkerung auswirkt."
M.M. hat nicht die Abwertung des Ägyptischen Pfundes katastrophale Wirkung, sonder ndie allgemeine Lage im Land. Die Abwertung des Pfundes ist nur die Konsequenz aus politischer, wirtschaftlicher Instabilität, Korruption, Mismanagement etc. In den vergangenen Jahren ist es Ägypten immer mal wieder gelungen, durch "bezahlte" Friedensverhandlungen zwischen Palestinensern und Israelis den Staatshaushalt wenigstens etwas zu sanieren. Mit dem IS haben die Staaten dort aber andere Probleme und da kann Ägypten eben nicht vermitteln.
Ägypten ist auf Importe angewiesen, dafür braucht Ägypten Devisen. Vereinfacht ausgedrückt: Der Wert des Pfundes richtet sich nach der Wirtschaftskraft. Die Wirtschaftskraft Ägyptens ist mies - also auch der Wechselkurs des Pfundes. Wenn man diesen Wechselkurs aber nicht freigibt, sondern ein nicht realistisches Verhältnis festschreibt, taucht niemand harte Währung gegen das ägyptische Pfund ein. Das Land hat keine Devisen um Nahrungsmittel zu kaufen, die Bevölkerung hungert. Bei einem freien Wechselkurs können sich wenigstens die reichen den teuren Import leisten.
Der Wechselkurs ist also nicht Schuld an der miesen Lage Ägyptens.
Das durchschnittliche Monatseinkommen in Ägypten (Bruttoinlandsprodukt zu Einwohner) beträgt 281 € (Deutschland 3117€), Tunesien= 293€,Maroko=226€ und Syrien=285€.
Der Lebenserhaltungsindex (D=100%) beträgt in Ägypten 56, also ist das Leben dort beinah halb so teuer. Tunesien hat einen Indes von 47, Maroko von 54 und Syrien von 48.
Wenn man nun Monatseinkommen und Lebenshaltungsindex in Relation setzt, erhält man eine Aussage darüber, wie gut man in dem entsprechenden Land lebt (Kaufkraftindex D=100) Ägypten = 16, Tunesien = 20, Syrien = 19 und Maroko = 13. Vergleichsweise liegt das Kosovo bei 7,5.
(Angaben für 2015/16. Der errechnete Lebenshaltungskosten-Index basiert auf Verbraucherangaben des Portals Numbeo. Nicht berücksichtigt sind Scheren zwischen Armut und Reichtum, sowie Preise für Güter, die nicht dem normalen Bedarf angehören. Auch sollte diese Aufstellung nur als mathematische Theoretie angesehen werden.)
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Das durchschnittliche Einkommen in Deutschland beträgt 3117 € ?
Wenn ich den erwische der meine restlichen 1900 € einsackt.
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Es ist ein ziemlich sisnnloses Unerpfangen, Lebenmittelpreise zu nennen, wichtiger wäre, den Zeitaufwand zu sagen wie lange für ein Produkt gearbeitert wrdne muss.
Hier aber Preisbveispiele vor 10 Tagen = NACH der LE-Freigabve.
Preise in Euro, weil ja auch der Durchnittsdverdienst in Euro angegqben wurde
54 kg Masmati-Reis: 2,40
3 kg Tomatenprüree 2,70
3 Ltr. Maisaöl 4 ,0
2 Ltgr. Saft 2 ,o
1 Ltr Cola 0,50
1 kg Burger Beef 3,20
1,5 kg Chickenn-chips 5,0
2 Ltr. Milch 2 ,o
6 kg Ariel 7,0Für Europäer mit harter Wärung , reduziert wsioch der o.g. Prei noch einmal umn die Hälfte, weil derzeit der Euro bei 20 LE osziliert.
Mein Vermieter verlangt in Al Iskanderija 1000 LE/Monat , 65 qm möbliert , Ortsteil Saba Pacha, 5 min zu Fuß von Stanley Brücke , also gute Gegen, eingentlich müsse ich nur rd. 50 Euro geben, er bekommt aber monatlich dann einen 100 Euro-Schein.
Wohnungen deirekt an der Corniche mit 200 qm werden schon für 4000 LE= 200 Eur angeboten,Benzin/Ltr. z.z in alten LE: 65 cent Super, billiger mit geinger Oktanzahl.
Diesel bei 23 cent,
Diese Preise fürEuro-wechsler: geteilt durch 2Für Residenten ist plötzlich der Wert des eigenene Geldes um 100 % gestiegen.
d.h. dieses müsste sich auch auf die Tourismusbranche auswwirken, dann,, wenn die
Kontrakte auf LE-Basis ausgehandfelt wurden und auch, wenn sie auf $-Basis abgfeschlossen wurden, den Anbietern in Ägypten stünde damit bei einer auf - Euro-Basis ausgehandelten Leistung im Inlandszahlungsverkehr der Doppelte LE-Betrag zur Verfügung -
"Das durchschnittliche Einkommen in Deutschland beträgt 3117 € ?
Wenn ich den erwische der meine restlichen 1900 € einsackt."Wenn das jetzt witzig seien sollte, könnte ich antworten, dass es auch unterdurchschnittliche Typen gibt.

Ansonsten verweise ich auf die mitgelieferte Definition vom durchschnittlichen Monatseinkommen, das nichts mit monatlichem Lohn oder Gehalt zu tun hat.
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"den Anbietern in Ägypten stünde damit bei einer auf - Euro-Basis ausgehandelten Leistung im Inlandszahlungsverkehr der Doppelte LE-Betrag zur Verfügung"
... mit dem sie dann aufgrund der Inflation die Hälfte an Gütern, Dienstleistungen etc. bezahlen können.
Bei einem importlastigen Land bedeuten schlechtere Wechselkurse immer ein steigen der Preise. Bei Ägypten besonders schlimm, da auch Grundnahrungsmittel und nicht nur Luxusartikel imortiert werden müssen. --> Steigende Preise ruft Forderungen nach mehr Lohn hervor --> Verteuert die Produktion --> die Preise steigen etc. Es ist schwierig, aus dieser Spirale wieder herauszukommen.
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leonov: Dienstleistungen werden schon mal nicht teurer, Lebensmittelimporte , hier Weizen, sicher, aber andere Lebensmittel ? Teurer werden Ersatzteile für Reparaturrückstand,
Dann wired sich für den wsirtschadftgminister die Frage stellen: Export landwirtschaftlicher Erzeugnisse gegen Devisen oder Ernährung der Bevölkerung ? -
Ägypten kann auch nicht den Import von Grundnahrungsmitteln einstellen und selbst diese erzeugen, denn seine Anbauflächen sind eben nur das Niltal, dessen Produktivität am Limit ist. Zusätzlich muss das Land auch noch Düngemittel importieren, weil mit dem Assuandamm der kostenlose Schlammdünger ausgesperrt wurde. Importmenge und Devisenverbrauch dafür steigen in dem gleichen Maße wie die volkswirtschaftlich absolut ungesunde Zunahme der Gesamtbevölkerungszahl, und dies ohne Chance, die Deviseneinnahmen zu erhöhen.
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Ich war bislang nur einmal in Ägypten Nilkreuzfahrt mit Hotelaufenthalt. Für mich war das einer der schönsten Urlaube und ich war tief beeindruckt von der alten ägypthischen Kultur.
Auf dem Nilschiff hab ich die Gelegenheit genutzt um mit den sehr gebildeten Touristenführern zu diskutieren. Hängengeblieben ist der Optimismus (noch zur Zeiten Mursis). Ägypten wurde in 10 Jahren wirtschaftlich schon in der Nähe Deutschlands gesehen. Brot wurde staatlich subventioniert und an die Kühe verfüttert, da es billiger war als Futtermittel. Die vielen Autos bei der nächlichen Durchfahrt Luxors parkten nicht, sondern "standen" nach Benzin an.Ich habe damals bei mir gedacht, dass dieses hochgesteckte Ziel des Touristenführers sich demokratisch wohl nie und unter einer Diktatur frühstens in 100 Jahren annähernd erreichen lässt.
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@ Dandy77
Die Touristenführer mögen zwar bezüglich Details der Altertümer gebildet gewesen sein, hatten aber bezüglich Staatsentwicklung von Ägypten eine rosarote Brille auf.Ganz einfach: Bis Ende der 1960-er Jahre konnte Ägypten seine rund 40 Millionen Einwohner von eigenen Feldern ernähren. Die Witwe des ermordeten Staatspräsidenten Sadat hat zu diesem Zeitpunkt ihre Landleute eindringlich davor gewarnt, durch zu viele Geburten die Bevölkerung weiter steigen zu lassen, weil dann eben die Felder nicht mehr ausreichen und wertvolle Devisen für Importe ausgegeben werden müssen. Der Aufruf verhallte ungehört. Heute hat das Land zwischen 85 und 90 Mio Einwohner, und 2040 geschätzt 170 Millionen. Rechne dir selbst die Konsequenzen aus.
Ägypten kann auch ohne diese üble Demographie niemals auf mitteleuropäischen Level kommen: Kaum Rohstoffe, Bildungsniveau ziemlich abgründig und vor allem viel zu heißes Klima. Hitze lähmt produktive Tätigkeit, wie gut in Italien am prosperierenden Norden versus Armenhaus Stiefelspitze erkennbar ist.
Hinzu kommt der vorherrschende Islam. Nahezu kein islamisches Land ist wirtschaftlich erfolgreich. In Ägypten sind die Kopten erfolgreicher, gebildeter, wohlhabender, haben viel weniger Kinder als die Muslime, und Aggression gegen sie hat viel mit Sozialneid zu tun.
Ich sehe bald nicht nur eine Währungskrise, sondern insgesamt einen failed state.
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failled state ? sicher nicht, einige wissen sicher, dass das Land auf eine vielhunterjährige Geschichte ,zurück blickt, es wird sogar schon von Jahrtausenden gesprochenn Immer hat es in diesem Land Krisen gegeb en und immer wurden die Krisen gemeistert, DAS hat nichts mit Fatalismus zutun.
Ägypten stand immer im Focus Europas, - durch den Kanal, und nun durch seine Präsenz als relativ gesicherte Demokratie . früher und heute, als Damm gegen den den Islam.
der IWF wird schon helfen.
Falls nicht, könnte ja die Kattara-Senke geflutet werden,