Doxycyclin als Malaria-Prophylaxe
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Hallo Zusammen!
Sicher ist hier doch jemand dabei, der als Malaria-Prophylaxe Doxycyclin eingenommen hat!
Ich würde gerne wissen, ob man Doxy, genau wie Malarone, täglich einnehmen muss und wie lange insgesamt?
Hängt es evtl. auch von dem Land/Gebiet ab, ob man Doxy nehmen soll oder doch lieber Malarone?
Weiterhin interessiert mich, ob bei Euch durch die Einnahme von Doxy eine Überempfindlichkeit gegen Sonnenlicht aufgetreten ist.
Wir fliegen im Dezember nach Kenia und konnten uns bisher noch nicht zwischen Doxy und Malarone als Malaria-Prophylaxe entscheiden.Viele Grüße
Bianca -
hallo bianca,
doxy ist ein ganz normales antibiothikum. da es in deutschland als malariaprophylaxe nicht zugelassen ist (weshalb auch immer), mußt du wohl deinen arzt fragen, wie die dosierung genau ist. was die sonnenempfindlichkeit angeht: ist individuell, je nach dem wie du auf antibiothika reagierst.
doxy wird mittlerweile (inoffiziell) auf die gleiche stufe der wirksamkeit gestellt wie lariam und malerone (hab ich irgendwo gelesen...).wenn du im dezember nach kenia fährst, würde ich an deiner stelle mal einen spezialisten befragen, der kann dir genaueres sagen und dir deine fragen bestimmt besser beantworten als ich/wir als laie(n).
lg anette -
Hi bianca
ich denke die Erfahrung der anderen bringen dir im Grunde nicht viel.
Denn jeder Körper reagiert anders.
Ich persönlich habe mich gegen Doxy entschieden.
An deiner Stelle würde ich mich an einen Tropenmediziner wenden.
Lg Turtle 1994 -
Seit Ihr sicher daß Ihr hier was nicht verwechselt. Bin selbst in dem medizinischen Bereich tätig, aber davon habe ich noch nichts gehört. Habe gerade die Packungsbeilage vor mir liegen, jedoch als direkte Malariaprophylaxe ist mir nichts bekannt. Wie schon erwähnt ist Doxicyclin ein Antibiotika. Und dies ist täglich zu nehmen, was auch sehr auf den Magen haut. Lariam hingegen nimmt man einmal die Woche. Nicht zu vergleichen mit Iboprofen. Dieses Mittel wird auch verwechselt zur Behandung der Symptome, jedoch nicht der eigentlichen Krankheit.
LG -
hi carsten,
nein, hier wird nichts verwechselt. doxycyclin wird u.a in usa als malariaprophylaxe genutzt. ist nur in deutschland nicht als solches zugelassen.
lg anette -
Mir ist es unbegreiflich wie Malariaprphylaxe mit einem Antibiotika funktionieren soll. Hört sich nicht wirklich gut an.
Persönlich kann ich nur vor der Einnahme von DOXY warnen. Ist ein Antibiotika, dass gerne und viel verschrieben wird.
Mich hat es vor ein paar Jahren fast "gehimmelt": Allergischer Schock mit heftigen Asthmaanfall. Dank eines Freundes, der zufällig zu Besuch kam, konnte schnell Hilfe organisiert werden.
Also ich kann nur dringend abraten!LG Bille
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"bille38" wrote:
Mir ist es unbegreiflich wie Malariaprphylaxe mit einem Antibiotika funktionieren soll. Hört sich nicht wirklich gut an.Persönlich kann ich nur vor der Einnahme von DOXY warnen. Ist ein Antibiotika, dass gerne und viel verschrieben wird.
Mich hat es vor ein paar Jahren fast "gehimmelt": Allergischer Schock mit heftigen Asthmaanfall. Dank eines Freundes, der zufällig zu Besuch kam, konnte schnell Hilfe organisiert werden.
Also ich kann nur dringend abraten!LG Bille
Naja, allergisch kann man auch auf ein ganz normales Schmerzmittel reagieren, deshalb ist dieses nicht unbedingt schlecht.
Problematisch ist die erhöhte Photosensibilität bei Doxy, also nicht unbedingt zum Sonnenbaden geeignet. -
Hi zusammen,
mir wurde Doxy von einem Reisemediziner empfohlen.
Laut ihm sollte ich Doxy 3 Tage vor Einreise und 1 Woche nach Verlassen des Ortes nehmen.Das wären ja fast 4 Wochen Antibiose?
Nee,das wollte ich nun wirklich nicht.(Sitze vielleicht mit Durchfall im Flieger-wie klasse!)
Da ich auch die Verantwortung für meinen 11 jährigen Sohn hatte,nahmen wir Malarone.
Aber wie hier immer wieder gesagt wird ist dies ein heißes Thema.
Und jeder Körper reagiert anders.
Lg Turtle 1994 -
Hallo!
Danke für die Antworten!
Zwischenzeitlich habe ich auf mehreren Internetseiten, z.B. auch Fachärzteblatt, gelesen, dass Doxycyclin als Malariaprophylaxe angewandt wird. Es wird sogar von der WHO und der DTG (Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit) empfohlen!
Weil es aber in Deutschland -aus welchen Gründen auch immer- nicht für Malariaprophylaxe zugelassen ist, findet man natürlich auf dem deutschen Beipackzettel darüber keine Angaben.Als ich vor ein paar Wochen bei einem Spezialisten zur Gelbfieberimpfung war, ließ ich mich auch über die Malaria-Vorsorge beraten. Der Arzt hatte Doxy nicht erwähnt, und ich selbst hatte damals leider auch noch nichts davon gewußt.
Überhaupt war diese "Beratung" grottenschlecht. Der Arzt sagte nur "Wir nehmen da immer Malarone" und hat mir, auch auf Nachfrage, nichts großartig dazu erklärt. Er hat mich noch nicht mal nach meinem persönichen Gesundheitszustand befragt oder ob ich Medikamte einnehme o.ä.
Weil ich von dieser Beratung so enttäuscht war, stöberte ich dann im Internet und bin auf Doxy gestoßen. Wahrscheinlich werde ich jetzt nochmal zu einem anderen Arzt gehen und wollte daher jetzt im Vorfeld ein paar Informationen zu Doxy sammeln.LG
Bianca -
"bille38" wrote:
Mich hat es vor ein paar Jahren fast "gehimmelt": Allergischer Schock mit heftigen Asthmaanfall. Dank eines Freundes, der zufällig zu Besuch kam, konnte schnell Hilfe organisiert werden.
Also ich kann nur dringend abraten!LG Bille
Die (geringe) Gefahr einer allergischen Reaktion besteht wohl immer bei Einnahme von Medikamenten.
Klar, man muss schon wissen (oder sollte vorher testen), ob man Antibiotika mit dem Wirkstoff Doxycyclin gut verträgt oder eher nicht. Mein Mann z.B. bekam vor einiger Zeit wg. einer Erkältung (Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchien) ein Antibiotikum verschrieben, in welchem Doxycyclin enthalten war. Er hat das gut vertragen. Und da überlegt er sich natürlich schon, ob es nötig ist, das 5 mal so teure Malarone zu nehmen!? -
hi,
wir waren im september in kenia und konnten uns am anfang auch nicht zwischen malarone und doxy entscheiden. malarone ist eben wesentlich teurer, wir haben es dann aber nachher doch genommen.
ich habe dieselben erfahrungen mit der beratung beim arzt gemacht. sie war auch sehr schlecht. es ist eine gute idee, noch einmal zu einem andere arzt zu gehen und ihn nach doxy zu fragen.
am ende muss man sich ja doch selber entscheiden, was man nehmen möchte.
ich würde kein doxy nehmen, weil ich einfach antibiotika nicht so gut vertrage.
malarone gibt es auch günstiger über internet-apotheken.
grüße, dati -
Also ich muss schon sagen, es erschreckt schon erheblich für was man hier alles Antibiotika einsetzt

Grad die Amerikaner machen es uns vor, dass sie die höchste Zahl an ressistenten Keimen haben und nicht mehr wissen, wie sie neue Antibiotika herstellen sollen, um den wirklich schwerstkranken Menschen zu helfen.
Hier wird sowas eben mal als Malaria-Prophylaxe vorgeschlagen . Echt krass.Leute....auch in Deutschland gibt es verdammt viele Leute die an ressistenten Keimen sterben, da grad wie bei den Irren für jede Blähung Antibiotika genommen wird.
Ich kann Euch nur raten, Antibiotika nur dann einzuwerfen, wenn es auch notwendig ist und das ist dann, wenn ne Infektion vorliegt, die antibiotisch behandelt werden muss.
Ich persönlich hab zwar nicht viel Antibiotika im Leben genommen, bin aber ein Opfer von einem superressistenten Keim, der eben durch zuviel Antibiotikum in Kliniken gezüchtet wird.
Ich hab seit dieser Zeit schwerste Schäden, das Eiter hat furchtbare Nachwirkungen hinterlassen und ich muss tgl damit rechnen, dass der schlafende Keim wieder hoch kommt.
Bis dahin hoffe ich, dass Amerika wieder nen neues Antibiotikum hat.Soviel zu Doxy und Prophylaxe *kopfschüttel
Ihr wisst ja nicht was Ihr Euch antut.
Da raten die Leute schon von den Scampis im Supermarkt ab, da die oft so verseucht von Antibiotika sind und hier werfen sich das Leute nur für ne Reise ein!!!!!!!!
Gruss
Melly -
Eine Selbstwahl von Malariamedikamenten ist so ungefähr das letzte was man tun sollte. Zunächst gilt es nämlich mal zu wissen, welche Malariastämme im zu bereisenden Gebiet vorhanden sind, bzw. wogegen Resistenzen bestehen. Ggf. wirkt das selbstgewählte Mittel soviel wie beten ...
Doxycyclin zur Prophylaxe, eher schwach dosiert (100 mg/Tag), ist in Gebieten mit Mefloquinresistenzen durchaus angezeigt, wenngleich auch meist zweite Wahl.
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Breit wirkende Mittel gegen Malaria gibt es. Gut verträglich ist Lariam.
@Maxxxx
hätte ich nicht gedacht. 100 mg/Tag. Das ist nicht viel. Zur Behandlung wird es mit mind. 100 mg/Tag bis 200/Tag eingesetzt, wobei dies sich nach dem Körpergewicht orientiert. Ist dies bei der Prophylaxe auch der Fall oder entfällt dies?
LG -
100 mg/Tag gilt für Erwachsene (über 50 kg Körpergewicht).
Kinder (je nach Gewicht 0.5 bis 0.75 mg/Tag).
Kindern unter 25 kg, Schwangeren und während der Stillzeit wird das Präparat nicht empfohlen.
Das Präparat wird von der WHO nicht zuletzt deshalb empfohlen, weil es in vielen Ländern einfach und billig erhältlich ist.
Lariam ist ein Mefloquin-Präparat. Ist in gewissen Gegenden nicht angezeigt (z.B. Thailand).
Malariastämme, Resistenzen unterliegen Veränderungen. Es ist nicht ratsam, sich auf Informationen von Bekannten oder veralteten Internetseiten zu verlassen. Besser wären aktuelle Informationen von einem Tropeninstitut.
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Hallo ,
Nun möchte ich mal meine eigenen Erfahrungen schildern. Wir waren vom 31.10.-15.11. in Gambia . Als Malaria-Prophylaxe haben wir Doxi 100 eingenommen .Ohne jegliche Nebenwirkungen . 3Tage vor Abreise beginnend und dann 20 Tage lang . Der Arzt , der uns die Gelbfieberimpfung verabreichte und Tropenmediziner ist , hat uns sehr ausführlich beraten und Nebenwirkungen können bei Malarone , Lariam und Doxi , gleichermassen auftreten . Ich leide an Morbus Chrohn und mein Darm hat es prima vertragen . Das ist meine ganz persönliche Erfahrung .
Liebe Grüsse El-Fuerte -
@el-fuerte
glaub ich Dir. Jeder menschliche Körper reagiert anders.
LG