Das Ansehen der Freiwillige Feuerwehren und sonstige ehrenamtlich Tätige
-
Da heute der "Tag des Ehrenamtes" ist:
Ich und mein Mann sind ehrenamtlich Betriebssanitäter. Mein Mann musste die Ausbildung dazu von seiner Arbeit aus machen, und ich habe die Ausbildung privat bezahlt. Ich bin zwar nicht mehr berufstätig, aber die Fortbildungen mache ich weiterhin, weil mich der Rettungsdienst und alles, was dazu gehört, interessiert. Wenn ich dann im Erste Hilfe-Dienst mitwirke, macht es mir Freude, anderen helfen zu können, auch wenn es nur 1 Pflaster ist, das der Patient braucht.
Ab und zu (aber eher selten) kommt schon ein Satz, wie: "Gut, dass es euch von der "Letzten Hilfe" gibt!" Das ist dann schon wohltuend, weil man merkt, dass die Tätigkeit geschätzt wird.
Wir schätzen alle ehrenamtlichen Helfer, ob bei FFW, THW, Rettungsdienste oder anderen Diensten. Leider denkt man oftmals nicht darüber nach, dass diese Leute ehrenamtlich tätig sind, und verlangt einfach Hilfe. Natürlich hilft man gerne, aber geschätzt werden soll die Hilfe dann schon.
-
@caribiangirl u. schnuggel1980
Eure treffenden Worte finde ich super.
Ja das mit den erhöhten Brandeinsätzen um die Weihnachts- bzw. Silversterzeit stimmt. Jedoch heutzutage sind fast mehr Einsätze in Punkto Verkehrsunfälle. Aber auch viele andere Einsätze wie Ölspuren usw. Unsere Feuerwehr ist schon etwas größer u. auch bei Verkehrsunfällen oft dabei. Leider habe auch ich die Erfahrung gemacht "zu spät gekommen zu sein". Da kann man leider nichts ändern. Ohne da irgendwie das hochspielen zu wollen, jedoch habe ich schon sehr viele Tote gesehen. Zählen tu ich sie schon gar nicht mehr. Ich war auch schon an einem Punkt wo man psychisch fertig war, aber man muß danach darüber reden um es zu verarbeiten. Wie Du schon in Deinem letzten Absatz sagtest, viele denken sie werden es schon richtigen u. wissen gar nicht was alles dran hängt (Gefahren, Psyche) und das unentgeltlich.
LG -
Hallo @all!
Ich möchte hier mal allen freiwillig Tätigen meinen großen Respekt aussprechen.
Ich selber arbeite freiwillig (oder auch ehrenamtlich genannt) für das Rote Kreuz. Mein Mann ebenfalls. Unser Sohn ist seit wenigen Monaten aktiver Feuerwehrmann, er íst seit 4 Jahren dabei (vorher Jungfeuerwehrmann...) und natürlich sehr, sehr stolz.Zu carsten wismar's Worten über die psychische Belastung muss ich vielleicht noch erwähnen, dass dieser Punkt für mich ein großer "Angstpunkt" war. Ein Kollege meines Sohnes bei der FF fuhr bei seinem allerersten Einsatz zu einem schweren Unfall mit Toten.
Ich hatte natürlich Bedenken meinen Junior mit 16 schon als Aktiven Feuerwehrmann werken zu lassen.Hier war es sehr wichtig, für den Jungen SOFORT psychologische Hilfe anzufordern - ich weiß nicht wie es in Deutschland ist, in Österreich gibt es beim RK speziell ausgebildete Personen in jedem Bezirk die in so einem Fall angefordert werden und den betreffenden Betreuen.
LG. und einen respektvollen Grüß an alle "Freiwilligen"
Xenia -
"carsten wismar" wrote:
Was auch leider oft gegenüber uns ehrenamtlichen geäußert wird z. B. wenn es irgendwo gebrannt hat ist: das war bestimmt ein Feuerwehrmann. Schade diese Vorverurteilung.
LGcarsten, das stimmt schon. Leider kommt es eben auch bei der Feuerwehr vor, dass sich irgendeiner profilieren möchte und z.B. ne Scheune abfackelt. Diese schwarzen Schafe gibts aber in jeder "Branche".
Beschuldigungen von irgendwelchen Leuten bleiben dann eben manchmal nicht aus.
Zum Glück ist das aber wirklich nur ein ganz kleiner Teil und in fast allen Fällen wird der Sündenbock dann auch geschnappt und natürlich bestraft.
Es machten sich ja schon einige selbst verdächtig, da genau sie die ersten am Brandort waren.Ich hoffe, dass mein Umfeld und ich niemals die Feuerwehr oder sonstige Helfer, die mit Verletzungen oder sogar Tod zu tun haben, beanspruchen muß.
LG Silke
-
@Xenia
Eure Einstellung finde ich vorbildlich. Aus welchem Bundesland kommt Ihr her? In Hessen (bin für die Ausbildung der Feuerwehrleute sowie Jugendfeuerwehrleute zuständig) sind Einsätze im Alter von 16 Jahren nicht zulässig. Zwar wird zukünftig die Regelung so sein, daß man ab Vollendung des 16. Lebensjahres seine Grundausbildung machen kann, jedoch mit 18 Jahren erst bei Einsätzen mitfahren darf. Vorher war dies anders, da war die Ausbildung erst ab 18 Jahren möglich. Die psychische Belastung bei jungen Leuten bzw. neuen Einsatzkräften ist nicht zu unterschätzen, da eine gewisse Routine und Gewohnheit natürlich nicht gegeben ist. In der Regel sind wir als Führungskräfte nach solchen Einsätzen da, um mit Ihnen bzw. gegenseitig darüber zu reden. Aber auch Notfallseelsorger gibt es, die für uns nach solchen Einsätzen da sind. Dies war mal besonders der Fall, als ein eigener Kollege schwer verunglückte im Einsatz.@caribiangirl
ja das ist wohl wahr, auch Deiner Meinung bzw. Äußerung kann ich vollstens zustimmen. Die Hand kann man da für niemanden vertrauenswürdig ins Feuer legen, Schwarze Schafe hat man überall, jedoch ist dies die Ausnahme.
LG -
Hallo Carsten,
ich lebe in Österreich, hier ist es (leider) schon möglich dass die Jungs mit 16 in den Aktivstand übertreten.
Da mein Mann beim RK auch die Nachbetreuung von Einsatzkräften macht, weiß ich, dass immer wieder mal die psychologisch Ausgebildeten RK-Leute nach schweren Einsätzen bei der Feuerwehr zur Verfügung stehen. Das finde ich schon gut und wichtig. Bei dem, im vorigen Post geschilderten Einsatz hat mein Mann dann die Betreuung des Jungfeuerwehrmannes übernommen.
Allerdings leben wir auch in einer relativ kleinen Stadt und einige Kollegen sind sowohl bei der Rettung als auch bei der Feuerwehr tätig.
Beim RK können die Jugendlichen mit 17 ihre Ausbildung beginnen, der Grundkurs mit allen Prüfung dauert fast ein Jahr, fahren dürfen sie dann ab 18 Jahren.
Mir bzw. uns allen macht die freiwillige Tätigkeit einfach auch Spaß. Dazu kommt noch, dass ich, als ich hierher gekommen bin (viele, viele Jahre her) niemanden kannte. Durch meinen Mann bin ich schon in den ersten Wochen beim RK "gelandet". So konnte ich in kurzer Zeit viele nette Leute kennen lernen und das Eingewöhnen war um vieles leichter.
LG.
Xenia -
Hallo zusammen
Bei uns in der Schweiz ist es nicht möglich, dass man schon mit 16 beginnt.
Mit 20 bekommt man die offizielle Rekrutierung (Feuerwehr ist nicht freiwillig) und dann kanns losgehen.Ich bin seit einem Monat in der Feuerwehr und bin doch sehr gespannt, was da auf mich zukommt. Einrücken musste ich bisher noch nie.
Wenn ich aber von meinem Vater Ereignisse zu hören bekomme, die er erlebt hat (er war lange in der Feuerwehr), bin ich froh, dass die Feuerwehr erst ab 20 ist, ich hätte das mit 16 noch nicht gekonnt. Wenn es jedoch auf freiwilliger Basis ist, ist es jedermanns eigener Entscheid.Ich bin fest davon überzeugt, dass einem die Feuerwehr viel geben kann. Man lernt viele Leute kennen, erlebt so einiges zusammen und last but not least ist es sicher auch ein gutes Gefühl, wenn man anderen Menschen helfen kann.
Schwer wird es dann, wenn man ihnen nicht helfen kann, bzw. zu spät kommt.
Aber man muss (wohl oder übel) lernen, damit umzugehen.Daher finde ich es echt genial, wenn für die Feuerwehrleute auch auf psychischer Ebene gesorgt wird! Bei uns ist das leider nicht der Fall.
LG
Barbara -
Hallo Barbara,
du hast vollkommen recht, 16 ist auch meiner Meinung nach viel zu früh, wir als "Elterngeneration" wissen dass.
Nur die Jungs sind so richtig "Einsatzgierung" - und wissen auch nicht was da alles auf sie zukommen kann.
Gerade in dem Alter sehen sie Feuerwehrauto - Blaulicht - hurra ich bin ja sooo wichtig.
Ich bin froh dass mein Junior wegen seiner Ausbildung momentan nur sehr selten an den Übungen bzw. Einsätzen der "Großen" teilnehmen kann. Er hilft am Wochenende gerne bei Veranstaltungen oder beim Christbaumverkauf der FF.Leider denken nicht alle Eltern so und auch die Verantwortlichen zu mindest bei unserer FF sind eher so eingestellt, dass sie den Jungs auch noch richtig "Gusto" auf die Einsätze machen.
Ich habe vor kurzem mal richtig geschmipft, die wollten doch tatsächlich vom Chef meines Sohnes haben, dass er den Buben auch während der Arbeit wegläßt wen ein Einsatz ist...
:? :? :? :? :? -
Xenia:
Dass man mit 16 an so etwas Freude hat, ist ja vollkommen klar, aber dass es dann noch auf Kosten der Ausbildung geht, ist wirklich nicht schlecht...
Dass dein bei Veranstaltungen mithelfen kann, finde ich super, so kommt er der FF auch näher und richtig losgehen kanns ja, wenn er 18 ist...
Hätte der Chef denn bewilligt, dass er auf Arbeitszeit an Einsätze geht? -
Klaro, das sehe ich bei unseren neuen bzw. jungen Feuerwehrleuten auch so, daß da der Nervenkitzel u. alles Andere in den Fingern juckt u. sich drauf freuen da sie gespanntd sind. Jedoch bei einigen sehr unschönen Einsätzen bekommt das ganze dann wieder eine Kehrtwendung. Naja.
Ich genieße auch die Kameradschaft bzw. das Miteinander in unseren Reihen. Jeder kann jeden in irgendetwas unterstützen mit was er zu tun hat, auch im privaten Bereich. Aber leider ist das heute ein gesellschaftliches Problem, diese ehrenamtliche Tätigkeit. Nicht nur in der Einsatzabteilung der Feuerwehren, sondern schon in den Jugendfeuerwehren fängt dies an.
LG -
Ich bin auch bei der Freiwilligen Feiuerwehr tätig, unter anderem auch bei der Jugendfeuerwehr.
Leider wird die Arbeit wirklich zu wenig respektiert und anerkannt. Besonders bei einigen Eltern, die uns nur als Kinderabgabestelle ansehen, wo man sein Kind mal einige Stunden oder in den Ferien im Zeltlager für einige Tage los ist.
Dass wir alle auch noch einen Job und Familie haben, das sieht keiner. Und wenn dann mal was ausfällt, wird auch noch gequakt!
-
@zuleyka
im Landkreis war die Hölle los, sind jetzt noch beschäftigt. Ich persönlich lag bis gestern stationär in der Klinik u. hab mir das ganze übern Melder angehört. Sogar ein Schlauchturm ist eingestürzt bei den Kollegen in der Nachbargemeinde.Du bist auch in der JFW tätig?
LG -
ja noch sehr aktiv.
Bin Jugendfeuerwehrwart, Gemeindejugendfeuerwehrwart u. stellv. Kreisjugendfeuerwehrwart u. Zugführer in der Einsatzabteilung.
Aber das soll sich sehr wahrscheinlich ändern in 2 Jahren zum Wehrführer. Mache Feuerwehr sehr gerne.
LG -
hallo Leute,
ehrenamtlich tätig sein, heißt Verantwortung übernehmen, viel Freizeit opfern, sich für andere und Ihre Belange einsetzen.
ja auch ich bin ehrenamtlich tätig, nicht bei der Feuerwehr, sondern für Behinderte, selber ist bei mir alles in Ordnung bin kerngesund und es macht mir viel Spaß. Unser Verein hat so um die 60 Mitglieder und ich bin für die Finanzen zuständig, wie Gelder beschaffen, kontrollieren, zahlungen vornehmen, veranstaltungen organisieren etc. aber was erzähle ich euch, ihr kennt das ja wohl selber.
Eigentlich gibt es viel zu wenige die sich für das Ehrenamt angagieren, warum ist doch klar, die Jungen wollen Spaß und nicht noch in ihrer Freizeit arbeiten, die "Alten" fühlen sich damit überfordert. und wenn wir mal ganz ehrlich sind, wer dankt es einem denn!? in der heutigen Gesellschaft sieht doch jeder nur sich und versucht mit dem Pops an die Wand zu kommen, hat da noch jemand ein offenes Ohr für die Probleme und Sorgen der anderen? Wenige sind dazu bereit und bleiben dann dabei, Springer die mal kurz reinschauen sind dann auch wieder verschwunden wenn es in Arbeit ausartet. Ja, so ist die Zeit in der wir leben
-
-
hallo Carsten,
ja das ist ja genau das Problem, solange die Politiker das gesamt problem abtun wird sich da nichts ändern. es gibt leider zuwenige die sich richtig engagieren und die die was tun sind einfach überlastet, man hat ja heute mit seiner eigenen Arbeit genug zu tun und somit bleibt wenig Zeit in seiner Freizeit auch noch Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, das wäre aber wichtig.
machen wir uns doch mal nichts vor, man verbringt eigentlich mehr Zeit damit Gelder zu beantragen und Anträge und Abrechnungen zu machen, als die eigentliche Arbeit, leider.
es ist echt schade, das die Kommunen, der Staat und andere das ehrenamt nicht so würdigen, selbst die Unterstützungsleistungen der Städte und Gemeinden sind nur noch auf freiwilliger Basis, es gibt einfach in der Politik keinen Vertreter der sich mal auf die Seite der Vereine schlägt und desen Arbeit wirklich öffentlich würdigt. die kurzen Bemerkungen wenn es dann um die Wahlen geht, sind eh wie überall nur leere Worte und Taten bleiben völlig aus.und das die Jugend nicht scharf ist sich ehrenamtlich zu betätigen, kann ich teils auch verstehen. es kommt ja nichts rum und der Dank für diese Arbeit bleibt aus. man hat doch immer das Gefühl auf der Stelle zu treten und die jungen sagen sich ja dann auch warum sollten wir... auf der anderen Seite wie soll es denn weitergehen wenn die alten dann nicht mehr wollen oder können, wer kümmert sich denn dann um die Belange?
mein Fazit, ehrenamtsstätigkeit muss einfach atrakiver werden und auch in der Bevölkerung muss ein Umdenken geschehen, genau wie in der Politik ansonsten werden viele Vereine egal welche in ein paar Jahren auf der Strecke bleiben und untergehen.
der Staat und die Kommunen sind diejenigen die was bewirken könnten, doch mache denen erst mal begreiflich wie wichtig es eigentlich ist, die sind doch nur hinter ihren Diäten und bezügen hinterher, das gemeinwohl interessiert die doch gar nicht.irgendwo habe ich mal gehört, das es angedacht ist, ehrenamtliche bei der Steuer zu berücksichtigen, also einen Entlastungsbeitrag einzuführen. aber frag mich ja nicht wo ich das gelesen habe. das wäre ja mal ein Ansatz, den einkommenssteuerersparniss ist doch für jeden eine interessante Angelegenheit und wenn das wirklich so sein sollte, wäre ja auch ein Anreiz gegeben.
so nun aber erst einmal schluss, sonst ärgere ich mich and iesem schönen montag morgen wieder und dazu habe ich eigentlich gar keine Lust.
bis bald