Risiko Fliegen
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afp meldete, daß das Risiko eines Unfalls mit dem Flugzeug einer Charter-Gesellschaft nach einer Schweizer Studie 17 Mal höher ist als bei Linienflügen, Der Bericht des Schweizer Bureau d'Archives des accidents aeronautique (BAAA) nahm schwere Zwischenfrälle in den Jahren 1994 bis 2003 unter die Lupe. Obwohl 60 Prozent aller Flüge weltweit in Linienmaschinen absolviert werden, sind sie in weniger als ein Drittel aller Unglücke verwickelt. Im Jahr 2004 gab es auf Linienmaschinen neun tödliche Unfälle, bei Charter-Maschinen lag diese Zahl bei 18. Ein Jahr zuvor gab es 25 tödliche Unfälle von Charter-Maschinen.
Wer weiß näheres über diese Studie? Wenn die Zahlen stimmen, wäre zumindest für einen begrenzten Zeitraum der Beweis erbracht, daß Charterflüge wesentlich risikoreicher als Linienflüge sind.Aber: Ich frage mich, wie dieser Bericht einzuordnen ist? Stimmen die Zahlen? Wer oder was ist BAAA? Wer hat die Studie bezahlt?
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Dass Charterflüge risikoreicher sind bzw. mehr Unfälle verursachen liegt bestimmt auch daran, dass dazu auch Unfälle mit "gecharterten" (Klein-) Flugzeuge gezählt werden, wo viel häufiger was passiert.
Im Spiegel gabs zwei Artikel zu dem Thema u.a. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,370913,00.html
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Ich finde diese pauschal formulierte Aussage einfach Blödsinn. Man muss da differenzieren, denn so bezieht sich die Aussage auf ALLE Charterfluggesellschaften, also auch auf unsere Condor, LTU, Air Berlin, Hapagfly, usw.
Meiner Meinung nach liegt das Problem bei den kleinen, no-name Fluggesellschaften mit 2-3 Maschinen, so wie auch Helios eine ist. -
Passt ja leider in die derzeitige weltweite Lage. Aber schon alleine die Definition "Charter" - erst recht seit 2003 - wird immer schwieriger. Unsere damaligen klassischen Charterlinien wie LTU, Condor, HapagFly sind mittlerweile eine Mischung aus Linie, Charter und Billigflug.
Alle unterliegen hier in Deutschland den europäischen Gesetzgebungen
und der Kontrolle durch das LBA - Luftfahrtbundesamt.Es gibt ebenso Statistiken ( ich weiss - jeder sucht sich das raus, was ihn interessiert ),
die aber eindeutig etliche deutsche Fluglinien als mit die sichersten weltweit einstufen.
So fliegen z.B. LTU und AirBerlin komplett unfallfrei. Weiterhin Hals- und Beinbruch. -
Ja klar, emdebo, ich glaube auch nicht, daß diese Studie gegen so sichere Fluglinien wie LTU, AirBerlin spricht. So sind halt Statistiken! Auf "Einzelschicksale" wird da keine Rücksicht genommen. Das ist ähnlich wie die statistische Aussage, daß jeder dritte Karies hat. Wenn ich der vierte bin, trifft es auf mich halt nicht zu.
emdebo, Du bist doch immer gut informiert. Weißt Du noch mehr über diese Studie oder kannst Du mehr in Erfahrung bringen?
help.orf.at relativiert die Aussage der Studie, danach sind "Fluggäste in Afrika oder Südamerika am riskantesten unterwegs." -
Ich denke auch mal das man diese Studie nicht so eng sehen darf. Wenn es zu Unfällen kam, dann waren das meistens Flieger, die aus irgendwelchen Afrikanischen, Osteuropäischen oder Mittel-/Südamerikanischen Staaten kamen. Diese sollten eigentlich genauso gewartet und geführt werden wie hier, aber wir wissen ja wie das ist. Wäre hier eine kleine Airline betroffen könnte sie direkt dicht machen, in den o.g. ist das halt nicht so. Bei uns müssen Flieger ja auch immer schön sauber sein, Frage mal einen aus Sibirien was für den wichtig ist, der will nur schnell von A nach B, wie Busfahren halt.
Um mal etwas abzuschwenken, bei den Fähren ist es ja ähnlich.
Also nur keine Angst haben außerdem verlangen die namhaften Reiseveranstalter eh einen gewissen Standard -
Beinhaltet der Bericht des Schweizer Bureau d'Archives des accidents aeronautique auch wieviel % der Unfälle speziell auf die Charterflüge in Südamerika und Afrika fallen?
Denn eine Studie der International Civil Aviation Organization (ICAO) ergab, dass insgesamt 30 Länder einheimische Gesellschaften nur oberflächlich kontrollieren. Und in Südamerika und Afrika werden nach meinem Wissensstand weit mehr Charter- als Linienienlüge durchgefürht. -
Sternedieb schrieb:
Beinhaltet der Bericht des Schweizer Bureau d'Archives des accidents aeronautique auch wieviel % der Unfälle speziell auf die Charterflüge in Südamerika und Afrika fallen?
Denn eine Studie der International Civil Aviation Organization (ICAO) ergab, dass insgesamt 30 Länder einheimische Gesellschaften nur oberflächlich kontrollieren. Und in Südamerika und Afrika werden nach meinem Wissensstand weit mehr Charter- als Linienienlüge durchgefürht.@ Sternedieb
Es gab in der Presse leider keine spezifiziertere Darstellung, jedenfalls habe ich keine gefunden. Deshalb auch mein Aufruf, ob jemand näheres weiß!
Solche pauschalen Aussagen wie in diesem Pressebericht von afp führen leider oft zu falschen Rückschlüssen. Vielleicht weiß Lutz, der immer bestens informiert ist, mehr!? -
Habe eben im Fernsehen gesehen, wegen "Schwarzer Liste" u.s.w. das 1 Flugzeugabsturz auf 1,3 Millionen Flüge kommt. Und Billigflieger schneiden bei der Schwarzen Liste gut ab.
Fazit für mich. Fliegen ist sicher.
Gruß Martina -
Hallo Salvamor,
danke für die Blumen, ich weiß aber leider auch nicht mehr und habe diese Erhebung vorerst unter "nice to know" verbucht... Dennoch halte ich es ebenfalls für problematisch, diese weitgehend unkommentiert zu lassen und so alle Airlines des Bereichs "Charter" in "Sippenhaft" zu nehmen.
Ich stimme Sternedieb eindeutig zu, wenn er auf erhebliche regionale Unterschiede hinweist. Das gilt nicht nur im Kontinentalvergleich, sondern beginnt bereits innerhalb Europas. Sofern man die Türkei dazuzählt, ist folgender Artikel des Spiegel zu diesem Thema durchaus passend:
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,371369,00.html
Zwar steht hier auch der Nationalcarrier unter Beschuß, bei den anderen 11 dürften nicht mehr so ganz viele "Linien" vertreten sein.
Beste Grüße
von Lutz