Sinken Blutfettwerte im Urlaub?
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Ein befreundeter Arzt hatte mal vor Jahren uns gegenüber behauptet, die veränderte Ernährung und die entspanntere Atmosphäre in den südlichen Urlaubsländern trüge zu einer Senkung des Gesamtcholerins bei. Ich hab's ausprobiert: nix war! Und dabei hatte ich mich drei Wochen regelrecht kasteit, auf die heiß geliebten Krustentierchen verzichtet, nur ganz mageres Lammfleisch ohne Sauce verzehrt, mich im wesentlichen von Fisch mit Salat
ernährt.Nach Rückkehr überprüfte unser Hausarzt meine Cholesterinwerte mit dem Ergebnis: Gesamtcholesterin unverändert (hoch)! Auch das Verhältnis zwischen HDL und LDL hatte sich überhaupt nicht gravierend verändert!
Als ich ihm von dem Ratschlag unseres Freundes erzählte, erklärte er sinngemäß: *Alles Quatsch! Das Gesamtcholesterin läßt sich durch veränderte Eßgewohnheiten höchstens um 10% senken! Das sagen ausführliche Studien im "Mutterland des erhöhten Cholesterins", den USA, aus. Ein erheblich erhöhter Gesamtcholesterin läßt sich durch eine Umstellung der Ernährung niemals auf "Normalwert" senken.*Wenn eine Senkung des Gesamtcholesterins aus medizinischer Sicht erwünscht ist, helfen nur entsprechende Pillen in Form von sog. Lipidsenkern, die aber teilweise mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sind.
Der Behandlung mit Lipidsenkern stand er sehr kritisch gegenüber. Er vertrat die Auffassung, daß es besser sei, durch eine Reduzierung des Körpergewichts zu normalen Blutwerten zurück zu finden.
Gibt es User, die anderweitige Erfahrungen gemacht haben? Wem ist es im Urlaub gelungen, seine Werte gravierend zu senken?
Übrigens: Nicht wieder auf die alten Säcke mit ihren dicken Bäuchen schimpfen!
Bei diesen immer weiter um sich greifenden verheerenden Eßgewohnheiten der jungen Generation gibt es auch da genügend junge Menschen mit erhöhten Werten. -
salvamor41 wrote:
Ein befreundeter Arzt hatte mal vor Jahren uns gegenüber behauptet, die veränderte Ernährung und die entspanntere Atmosphäre in den südlichen Urlaubsländern trüge zu einer Senkung des Gesamtcholerins bei. Ich hab's ausprobiert: nix war! Und dabei hatte ich mich drei Wochen regelrecht kasteit, auf die heiß geliebten Krustentierchen verzichtet, nur ganz mageres Lammfleisch ohne Sauce verzehrt, mich im wesentlichen von Fisch mit Salat
ernährt.
Nach Rückkehr überprüfte unser Hausarzt meine Cholesterinwerte mit dem Ergebnis: Gesamtcholesterin unverändert (hoch)! Auch das Verhältnis zwischen HDL und LDL hatte sich überhaupt nicht gravierend verändert!
Als ich ihm von dem Ratschlag unseres Freundes erzählte, erklärte er sinngemäß: *Alles Quatsch! Das Gesamtcholesterin läßt sich durch veränderte Eßgewohnheiten höchstens um 10% senken! Das sagen ausführliche Studien im "Mutterland des erhöhten Cholesterins", den USA, aus. Ein erheblich erhöhter Gesamtcholesterin läßt sich durch eine Umstellung der Ernährung niemals auf "Normalwert" senken.*Wenn eine Senkung des Gesamtcholesterins aus medizinischer Sicht erwünscht ist, helfen nur entsprechende Pillen in Form von sog. Lipidsenkern, die aber teilweise mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sind.
Der Behandlung mit Lipidsenkern stand er sehr kritisch gegenüber. Er vertrat die Auffassung, daß es besser sei, durch eine Reduzierung des Körpergewichts zu normalen Blutwerten zurück zu finden.
Gibt es User, die anderweitige Erfahrungen gemacht haben? Wem ist es im Urlaub gelungen, seine Werte gravierend zu senken?
Übrigens: Nicht wieder auf die alten Säcke mit ihren dicken Bäuchen schimpfen!
Bei diesen immer weiter um sich greifenden verheerenden Eßgewohnheiten der jungen Generation gibt es auch da genügend junge Menschen mit erhöhten Werten.War bei mir völlig anders.
Untersuchung im Juli 2007 beim Arzt. Großes Blutbild, die ganze Sache halt. Zwei Wochen später Besprechung. Colesterinwerte sehr sehr hoch, ebenso die Harnsäure.
Dok. hatte gleich Rezeptzettel zur Hand und verschrieb und verschrieb.
Damit ab zur Apotheke. Dann der Schock. Die wollten für 100 Colesterin senkende Tabletten über 275.-€. Da ich privat versichert bin wird mir nur ein Teil davon bezhalt. Die andere Hälfte müsste die Beihilfe (von der Regierung) übernehmen, was in diesem Fall aber nicht zuträfe. Ich bedankte mich beim Apotheker und warf das Rezept weg.
Drei Wochen später Abflug nach Gran Canaria für vier Wochen. Dort keinerlei Krustentiere/Muscheln gegessen. Ausschließlich Fisch und Rindfleisch per Trennkost. Also nicht mal Pommes oder Nudeln. Sondern nur Fleisch/Fisch und Salat. Ebenso zurückgehalten beim Biergenuss. Dafür täglich ´nen Esslöffel Olivenöl konsumiert.
Nach der Rückkehr wieder zum Arzt. Das gleiche Procedere. Dann später bei der Besprechung gratulierte mir der Dok,"dass die verschriebenen Tabletten so toll geholfen haben". Alle Fettwerte im grünen Bereich. Harnsäure unter 5, dafür ist das "gute Colesterin" stark angestiegen.
Als ich ihm meine Geschichte schilderte, wollte er es nicht glauben. So was hätte er nie und nimmer vermutet. Ist trotzdem war. Auch heute gibts mit meinen Werten keine Probleme. Ernähre mich größtenteils so, wie oben beschrieben.
fio -
@ fio
Sehr interessant, was Du da schreibst! Sind es jetzt die geänderten Eßgewohnheiten oder die ruhigere Lebensart auf GC oder ist es ein gewisser Placebo-Effekt, der Dir zu normalen Werten verhalf?
Wenn es die veränderten Eßgewohnheiten waren, dann gehörst Du zu dem relativ kleinen Prozentsatz von fettstoffwechselgestörten Patienten, die darauf ansprechen. Es gibt sie! Ein Kollege von mir behauptete das gleiche wie Du, er hatte allerdings durch die Umstellung seiner Eßgewohnheiten innerhalb eines halben Jahres fast 20 kg Gewicht verloren und schob die Normalisierung seiner Werte eher auf diesen Umstand. Allerdings ist es andererseits auch wieder so, daß auch normalgewichtige Menschen unter "zu hohen" Cholesterinwerten leiden. Der Hauptgrund für solche Stoffwechselentgleisungen, sofern sie wirklich so bezeichnet werden können, ist wohl die genetische Disposition. Die überwiegende Mehrheit der Menschen kann essen und trinken, was sie will, die Werte bleiben aus medizinischer Sicht erhöht. Dazu gehöre ich auch!
Etwas anderes ist die Frage, wer diese Grenzwerte festgelegt hat und damit die Hälfte der Menschheit zu Kranken gemacht hat. Und, vor allen Dingen, welche Interessen dahinter stehen!
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salvamor41 wrote:
@ fioSehr interessant, was Du da schreibst! Sind es jetzt die geänderten Eßgewohnheiten oder die ruhigere Lebensart auf GC oder ist es ein gewisser Placebo-Effekt, der Dir zu normalen Werten verhalf?
Wenn es die veränderten Eßgewohnheiten waren, dann gehörst Du zu dem relativ kleinen Prozentsatz von fettstoffwechselgestörten Patienten, die darauf ansprechen. Es gibt sie! Ein Kollege von mir behauptete das gleiche wie Du, er hatte allerdings durch die Umstellung seiner Eßgewohnheiten innerhalb eines halben Jahres fast 20 kg Gewicht verloren und schob die Normalisierung seiner Werte eher auf diesen Umstand. Allerdings ist es andererseits auch wieder so, daß auch normalgewichtige Menschen unter "zu hohen" Cholesterinwerten leiden. Der Hauptgrund für solche Stoffwechselentgleisungen, sofern sie wirklich so bezeichnet werden können, ist wohl die genetische Disposition. Die überwiegende Mehrheit der Menschen kann essen und trinken, was sie will, die Werte bleiben aus medizinischer Sicht erhöht. Dazu gehöre ich auch!
Etwas anderes ist die Frage, wer diese Grenzwerte festgelegt hat und damit die Hälfte der Menschheit zu Kranken gemacht hat. Und, vor allen Dingen, welche Interessen dahinter stehen!
Fühl mich einfach im Urlaub wohl. Muss nicht wie andere hetzen, sondern kann den Tag ruhig genießen.
Möglicherweise ist auch mein Gewicht ein Faktor. Wiege um die 68kg. Mal ein kg mehr - mal ein´s wieder weniger.
Wer die Grenzwerte hierauf festgelegt hat, weiß ich nicht. Ich vermute aber, dass es ähnlich ging, wie damals, als die "Deutsche Blutdruckliga" die Blutdruckwerte auf Anraten der Pharmaindustrie exorbitant heraufgesetzt hat. Der Effekt war dann der, dass man bereits mit 140 schon zu den "Risikoleutchen" zählte, die Ärzte massiv Rezepte zur Senkung ausschrieben und die Pharmaindustrie sich rieeeesig freute.
fio -
diese diskussion ist nicht euer ernst !? :?
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Was hast Du gegen diese Diskussion im Spezialforum "Gesundheit & Medizin"?
Dieses Forum ist für alle Altersschichten da! Vielleicht ist die "mallorcamausi" ja noch in einem Alter, in dem das Thema keine Relevanz hat. Aber denk' dran, Du wirst auch älter, und dann erlangt es auch für Dich eine gewisse Bedeutung.
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Ich hatte mal einen Cholesterinspiegel von 220. Daraufhin hab ich in der Woche die Butter zum Frühstück weggelassen und sie durch Margarine ersetzt, 6 Wochen später war er auf 189 gesunken....
Naja, allerdings bin ich auch noch etwas jünger als du

Gruß
Püppi -
fio wrote:
Wer die Grenzwerte hierauf festgelegt hat, weiß ich nicht. Ich vermute aber, dass es ähnlich ging, wie damals, als die "Deutsche Blutdruckliga" die Blutdruckwerte auf Anraten der Pharmaindustrie exorbitant heraufgesetzt hat. Der Effekt war dann der, dass man bereits mit 140 schon zu den "Risikoleutchen" zählte, die Ärzte massiv Rezepte zur Senkung ausschrieben und die Pharmaindustrie sich rieeeesig freute.
fioJa, nach vielem, was man so hört und liest, lief es hier wohl ähnlich. Da wurden in den USA von der Pharmaindustrie entsprechende Statistiken in Auftrag gegeben, denen jahrzehntelange Versuche an Kaninchen!! zugrunde lagen. Nun ist es allerdings so, daß Kaninchen mit der Nahrung kein Cholesterin aufnehmen, so wurden sie bewußt mit Cholesterin derart überfüttert, daß ihr Cholesterinspiegel von 40 auf 1.200 mg/dl hochschnellte, was beim Menschen einem Cholesterinspiegel von 7.000 bis 8.000 mg/dl entsprechen und zum schnellen Ableben führen würde.
Die Folge: der Grenzwert wurde, keinesfalls von WHO, sondern von Professoren, die der Pharmaindustrie verantwortlich waren, dramatisch heruntergesetzt mit dem Ergebnis, daß die halbe Menschheit zu Kranken deklariert wurde. Die Pharmaindustrie reibt sich, ähnlich wie bei der Blutdruckarie, die Hände. Der therapeutische Nutzen der Lipidsenker, die die Umsatzträger Nr. 1 der Pharmaindustrie wurden, bleibt sehr, sehr stark umstritten. -
salvamor41 wrote:
fio wrote:
Wer die Grenzwerte hierauf festgelegt hat, weiß ich nicht. Ich vermute aber, dass es ähnlich ging, wie damals, als die "Deutsche Blutdruckliga" die Blutdruckwerte auf Anraten der Pharmaindustrie exorbitant heraufgesetzt hat. Der Effekt war dann der, dass man bereits mit 140 schon zu den "Risikoleutchen" zählte, die Ärzte massiv Rezepte zur Senkung ausschrieben und die Pharmaindustrie sich rieeeesig freute.
fioJa, nach vielem, was man so hört und liest, lief es hier wohl ähnlich. Da wurden in den USA von der Pharmaindustrie entsprechende Statistiken in Auftrag gegeben, denen jahrzehntelange Versuche an Kaninchen!! zugrunde lagen. Nun ist es allerdings so, daß Kaninchen mit der Nahrung kein Cholesterin aufnehmen, so wurden sie bewußt mit Cholesterin derart überfüttert, daß ihr Cholesterinspiegel von 40 auf 1.200 mg/dl hochschnellte, was beim Menschen einem Cholesterinspiegel von 7.000 bis 8.000 mg/dl entsprechen und zum schnellen Ableben führen würde.
Die Folge: der Grenzwert wurde, keinesfalls von WHO, sondern von Professoren, die der Pharmaindustrie verantwortlich waren, dramatisch heruntergesetzt mit dem Ergebnis, daß die halbe Menschheit zu Kranken deklariert wurde. Die Pharmaindustrie reibt sich, ähnlich wie bei der Blutdruckarie, die Hände. Der therapeutische Nutzen der Lipidsenker, die die Umsatzträger Nr. 1 der Pharmaindustrie wurden, bleibt sehr, sehr stark umstritten.100% Zustimmung. Also nicht verrückt machen lassen; sondern selbst darauf schauen, dass man sich wohl fühlt.
Salud!!!
fio -
Hier gibt es interessante Infos zu diesem Thema.
fio, ich glaube, Du hast Recht! Wohl fühlen ist das Zauberwort! Und nicht so viel nachdenken!

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In Finnland wurde genau Thema Cholesterin-Spiegel folgende Studie gemacht.
Die eine Gruppe hat ganz normal gegessen wie bisher auch. Die zweite Gruppe ebenfalls. Der unterschied bestand darin, daß die Mitglieder einer Gruppe gelichzeitig Cholesterin senkende Medikamente regeläßig einnehmen musste. Man wollte herausfinden, ob Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten tatsächlich häufiger an Erkrnakungen der Gefäße leiden.
Drei mal dürft ihr raten was dabei heruasgekommen ist (die Studie dauerte übrigens 10 oder 15 Jahre).
Es gab überhaupt keinen Unterschied. In beiden Gruppen waren diejenigen am gesündesten, die regelmäßig Sport getrieben haben.Im Übrigen halte ich es auch für keine gute Sache, sich an Laborwerte zu klammern. Sie sind nämlich, wie Fotos, nur Momentaufnahmen und zeigen lediglich einen kleinen Teil des Ganzen.
Klar, wir im krankenhaus leben von diesen Werten. Allerdings achten wir auf andere, die viel wichtiger sind und tatsächlich ein zügiges Eingreifen verlangen.
Wenn die Werte natürlich extrem von der Norm abweichen sollte man auch in Betracht ziehen, dass eventuell falsch gemessen worden ist. -
@ Delfo
Diese Langzeit-Untersuchung in Finnland bestätigt bestimmte Aussagen in dem Buch "Die Cholesterinlüge", Das Märchen vom bösen Cholesterin, Verfasser: Prof. Dr. med. Walter Hartenbach.
Es gibt demnach keine allgemein gültigen Höchstwerte, sie sind individuell abhängig von Lebensalter, Körperbau, genetischer Disposition etc.
Der statistische Normalwerte wird lt. Prof. Hartenbach viel zu niedrig angegeben, wodurch 80% der erwachsenen Bevölkerung für krank erklärt wird.Es sollte aber nicht verschwiegen werden, daß es auch andere Darstellungen der Problematik gibt.
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Selbstverständlich existiert auch genau die gegenteilige Meinung zu dem Thema und darf natürlich nicht verschwiegen werden. Studien sind immer eine subjektive Sache. Die Frage muss daher immer lauten:
"Welches Ziel verfolgt die Studie mit welcher finanziellen Unterstützung?"Es ist ein Phänomen der modernen Zeit, daß man uns glauben machen will, daß wir jeden Tag nur knapp dem Tod entrinnen.
Aber darüber zu diskutieren würde wahrscheinlich ein bißchen weit führen

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Delfo, meinst Du nicht auch, daß Lipidsenker viel zu oft eingesetzt werden?
Wenn keine weiteren Risikofaktoren wie Rauchen, starkes Übergewicht, Diabetes, vorgeschädigtes Herz oder erlittener Infarkt/Schlaganfall vorliegen, dürfte ein hohes Gesamtcholesterin bei normalem LDL/HDL-Verhältnis nicht zu einer Gefäßerkrankung führen. So sagt es auch unser Hausarzt, der das erwähnte Buch von Prof. Hartenbach gelesen hat, aber nicht mit allen Aussagen dort übereinstimmt.Meiner 91-jährigen Schwiegermutter wollte ihr Hausarzt kürzlich einen Lipidsenker verpassen, weil ihr Gesamtcholesterin bei 220 (anstatt Normalwert 200) lag. Sie hätte dann zu den bereits zwölf Pillen, die sie bereits täglich nimmt, noch eine weitere zu schlucken gehabt. Ich frage mich doch, ob hier nicht die sehr unangenehmen Nebenwirkungen den therapeutischen Nutzen übersteigen.
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@ Carsten wismar
Was sagst Du zu dieser ganzen Cholesterinarie?
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Bei allen gemessenen Werten komtm es stets auf den Verlauf an. es wäre zum beispiel fatal, wenn der HA mal schnell ein orales Antidiabetikum verschreiben würde, nur weil man einmal einen erhöhten Blutzuckerwert hat.
Das grundsätzliche Problem, welches hauptsächlich bei älteren Menschen auftritt, ist, dass sich die Anzahl der Medikamente mit fortschreitendem Alter erhöht und keiner mehr wirklich schaut, welche der Medikamente wirklich noch notwendig sind.
Neben der Hauptwirkung haben fast alle Medis auch noch ihre Nebenwirkungen und viel wichtiger auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Ab einer gewissen Anzahl kann man gar nicht mehr durchschauen, welches Medikament wie wirkt, weil ja noch drei andere gegeben werden, die widerum die Wirkung des ersten beeinflussen können.
Höchst kompliziert das ganze... Ich habe auch noch keinen Arzt kennen gelernt, der da wirklich den Durchblick hat.
Was den therapeutsichen Nutzen betrifft muss man mehrere Dinge beachten. Zu allererst Deine Mutter. Wie fit ist sie geistig und körperlich? Versteht sie zum Beispiel überhaupt, was es mit den ganzen Pillen auf sich hat und nimmt sie diese auch nach Vorschrift udn regelmäßig? Sie wäre nicht die erste, die sie versteckt, weil sie der ganzen Pillen überdrüssig ist. Es ist also eine Frage der Patientencompliance.
Zum physischen Nutzen kann ich nur so viel sagen, dass Medikamente welche den Kreislauf beeinflussen in jedem Alter bei der richtigen Diagnose ihre Berechtigung haben, genau so wie diverse Psychopharmaka. Aber in dem Alter noch einen Lipidsenker zu verordnen? Würde ich den Patienten betreuen wollte ich vom Doc schon ganz genau wissen, weclhes Ziel er damit verfolgt und wie hoch dessen Priorität ist.So, jetzt muss ich Brötchen verdienen gehen

Aber ich hoffe, daß Du mit dieser Antwort was anfangen kannst. Ansonsten kannst Du mich ja jeder Zeit hier erreichen
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Danke, Delfo, für Deine interessanten Erklärungen.
Schwiema ist voll da, also geistig meine ich. Körperlich mit starken Einschränkungen, aber sie lebt noch alleine in ihrer Wohnung, geht einkaufen (die leichten Sachen) und bekocht sich selber. Sie hat eine Gehhilfe, aber die benutzt sie nicht. "Warum?" haben wir gefragt. Antwort: "Wegen der Nachbarn!"

Sie weiß genau, wogegen die einzelnen Pillen wirken. Und sie ist sehr pingelig mit der genauen Einhaltung der Uhrzeiten. Manchmal, wenn wir sie besuchen, sitzt sie gerade vor ihrer "Pillenbuchhaltung", dann befüllt sie so ein Schächtelchen mit den Tagesrationen.
Ich habe allerdings den Eindruck, daß ihre mitunter starken Beschwerden weniger von körperlichen Gebrechen herrühren, sondern mehr auf Nebenwirkungen ihrer Pillen zurückzuführen sind.
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Und genau das ist schwierig herauszufinden. Sind die Beschwerden nun von den Medis oder einfach ein körperliches Gebrechen. Da hilft nur ein Doktor, der sich die Sache mal wirklich in aller Ruhe und ganz genau anschaut.
Als Selbsthilfe kann ich dei empfehlugn geben, einfach mal die von jedem Medikament die Neben und Wechelswirkungen in eine Tabelle zu übertragen und dann zu schauen, wie häufig eine Nebenwirkung in Bezug auf alle Medikamente genannt wird.
Daraus lassen sich dann Indizien ableiten. Kommt eine nebenwirkung zum Beispiel bei 6 von 8 Medikamenten vor und der Patient hat genau die dazu passenden Symptome kann man davon ausgehen, dass es tatsächlich eines der Medis ist. aber die Frage, welches der 6 verdächtigen nun tatsächlich der Auslöser ist bleibt nach iwe vor unklar.Es freut mich natürlich sehr, dass es der alten Dame alles in allem noch so gut geht.
Das sortieren und Buchführen hat auch wieder einen therapeutischen Effekt und hält den Kopf fit.
Richte ihr mal liebe Grüsse aus
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Danke, Delfo, für die Tipps! Werden wir ausprobieren. Und mit dem Ergebnis der Recherchen wird sie ihren HA konfrontieren. Bin gespannt, wie der reagiert! Je nach Reaktion steht am Ende gar noch ein Arztwechsel zur Debatte!