Preisklarheit bei Flugtickets
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Endlich gibt es die Hoffnung auf Klarheit bei den Flugpreisen.
Der Beschluß des Europaparlaments lässt hoffen, dass zukünftig wir Verbraucher wissen, wie teuer der Flug wirklich wird.
Ich hatte mich über die Preisdarstellung immer geärgert und mir vorgestellt, wie es wäre, wenn wir überall es mit solchen Preisdarstellungen zu tun hätten.
Wir gehen in den Supermarkt und kaufen einen Liter Milch.
Der Preis € 0,12 ist an der Milch angeschrieben.Dazu kommen dann Kosten für Steuern bei Bauer, Molkerei, Großhändler und Transporteur, Milchpfennig, Versicherungen, Lagereinstellung, Kühlung. die ich irgendwo finde und € 0,60 betragen.
Wenn ich an die Kasse gehe werden mir zusätzlich € 0,10 Service-Charge berechnet, damit ich die Milch überhaupt bezahlen darf. Macht dann € 0,82/Liter
Kein Verbraucher würde das im Supermarkt mitmachen. Aber bei den Flugpreisen haben wir das bisher ohne Murren ertragen.
Wer immer an Europa und seinen Institutionen zweifelt, sieht, dass sie manchmal doch ganz brauchbare Ideen haben.
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Ich bin mal mit der Air Berlin von Mallorca nach MUC geflogen und im Angebot standen 6 Euro!
Der Gesamtpreis lag dann incl. Steuern und Gebühren bei 89 Euro.
Wozu das gut sein soll frag ich mich.
Wer fliegen muß der fliegt auch wenn gleich 89 Euro angegeben ist. und ich glaub kaum das jemand irgendwo hin fliegt nur weils grad billig ist.
Vielleicht ist dieses sog. "Lockangebot" dazu da, dass die Leute dann den Flug buchen und es ihnen zu blöd ist sich nach dem endgültigen Preis nochmal durch noch mehr Airlines zu klicken. -
Ich finde, genau das ist Preisklarheit. Dass man erfährt, wie sich der Flugpreis zusammensetzt. Dass z.B. die Flughafengebühren bei verschiedenen Abflughäfen sehr unterschiedlich sind.
Und Du siehst bereits lange vor der Kassa (d.h. lange vor Abschluß des Buchungsvorganges) den tatsächlichen Preis, den Du zahlen musst.
Ich denke, es gäbe wichtigeres zu tun für unser Europa-Parlament.

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An der Zusammensetzung und Offenlegung will ja auch niemand etwas ändern. Aber wenn Du Dir heute die Gebühren, bspw. am Flughafen Köln auflisten läßt, zahlst Du bei Lufthansa, Germanwings, AirBerlin und Tuifly unterschiedliche Gebühren. Obwohl der Airport eine Gebührenliste hat.
Jede Airline macht es nach Belieben.Wer hier mitliest und die Details noch nicht kennt, hier weitere Infos
Focus Online - hier klicken -
privacy wrote:
Aber wenn Du Dir heute die Gebühren, bspw. am Flughafen Köln auflisten läßt, zahlst Du bei Lufthansa, Germanwings, AirBerlin und Tuifly unterschiedliche Gebühren. Obwohl der Airport eine Gebührenliste hat.
Jede Airline macht es nach Belieben.
:? Die Landegebühr (auch Teil dessen, was wir als Flughafengebühr verstehen und bezahlen) hängt von verschiedenen Faktoren ab: Größe des Flugzeuges, Tageszeit, Heimatflughafen des Flugzeuges und sogar von der Airline. RyanAir verhandelt z.B. mit Graz beinhart und hat schon teilweise Flüge nach Maribor (Slovenien) abgezogen. Für Graz ist Ryanair ein Tourismusfaktor, die Grazer Stadtwerke sind Eigentümer des Flughafens, RyanAir geht's um die Sicherheitsgebühren.Fazit: Wer am längeren Ast sitzt und hart genug verhandelt, landet günstiger und kann den Preisvorteil an die Kunden weitergeben (muss aber natürlich nicht).
Wenn am Plakat steht: € 99,-- one-way all-inklusive nach XYZ weiß ich garnicht wie der Ticketpreis sich zusammensetzt.
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Hallo Chriwi
als Österreicher ist Dir schon bekannt, daß Ryanair gerade eine
gerichtliche Niederlage einstecken mußte. Gegen das Urteil hinsichtlich
der Preisklarheit ist kein Einspruch möglich. So ähnlich wird das
dann auch im Rest-Europa durchgeführt. Details - mal schauen.Urteil gegen Ryanair - Der Standard - hier klicken
Gruß privacy
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Hab ich nicht gewusst, danke! Das Urteil betrifft die Auszeichnungspflicht, ist also nur ein Vorgriff auf das, was das EU-Parlament (lt. Focus) will. Da ich sowieso nie geglaubt hab, für 0,01 Euro nach London fliegen zu können,
(be)trifft mich das nur am Rande.So warb Ryanair beispielsweise mit einem Preis zuzüglich Abgaben und Steuern für einen Flug Bratislava - Frankfurt von 3,99 Euro. Der Bruttopreis hingegen machte für diesen Flug auf Grund von Steuern und Abgaben 23,01 Euro aus. Das ist mehr als das sechsfache...
Quelle: www.standard.at
Also mich hätte das nicht überrascht, dass der Flug tatsächlich teurer war. Ich würde deshalb aber noch lange nicht mit unserer Staatlichen Airline für das sechsfache von 23,01 Euro fliegen.

Aber was unterschiedliche Gebühren für Fluglinien betrifft, warst Du ein bissl am Holzweg, oder?!

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Ein Vorteil hat natürlich die Auflistung zwischen Flugpreis und Gebühren.
Bei einem Storno kann die Fluggesellschaft die Rückgabe der Steuern und Gebühren nicht verweigern, da dies ersparte Aufwendungen sind. Nur den Flugpreis und die Buchungskosten darf sie behalten. -
In der Schweiz haben wir das schon seit einigen Monaten. Die Easy-Ryan-Preise an der Werbetafel sehen jetzt nicht mehr so sexy aus. Finde das nur fair.
chriwi wrote:
Wenn am Plakat steht: € 99,-- one-way all-inklusive nach XYZ weiß ich garnicht wie der Ticketpreis sich zusammensetzt.Am Plakat muss es ja nicht stehen. Nachher im Internet findet sich dann die normale Aufschlüsselung, noch bevor man die Kreditkarte zückt. Und das find ich der Sache genüge getan.
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@Capitan
Denke schon, daß der unberechtigte niedrige Werbepreis viele
veranlaßt hat, speziell die Buchungsseite der werbenden
Fluggesellschaft aufzusuchen. So war die Wahrscheinlichkeit,
daß auch dort gebucht wurde, recht groß. Darum ja auch
das Gerangel um jeden Cent/Rappen, der dann mutierte. -
Hallo,
Privacy schrieb, daß an der Offenlegung der Preise für Flugtickets niemand etwas ändern möchte. doch das ist so nicht richtig. Die ganzen Reisebüros wollen das sehrwohl ändern. Die Fluggesellschaften zahlen meist keinerlei Provisionen an die Reisebüros mehr. Um Geld zu verdienen müssen diese Büros Ihr Serviceentgeld hinzurechen. Also deren Verdienst.
Nun ist es aber so, daß die Reisebranche - zumindest bei den Linieneflügen - die einzige Branche ist, bei der die Einkaufspreise auf der Ware stehen!!!!!!
Man überlege sich das einmal zum Beispiel bei der Kosmetik. Dem Kunden wird mitgeteilt, wie der EK ist und ersieht die Handelsspanne des Verkäufers. Dort völlig undenkbar! Klare Endpreise sind ein muß, aber ohne Offenlegung der Kalkulation!
Gruß
Berthold
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Ist es für einen mündigen Bürger wirklich so schwer, diese Flugangebote nicht zu verstehen????
Wenn es wirklich so ist, müsste man noch ganz andere (fast sämtliche) Werbemethoden mit einstampfen.
z.B hier auf der HC-Seite "Restplatzbörse"
hier wird eine Reise angeboten mit einem ab-Preis. Gehe ich in das Angebot, finde ich als z.B. "Hamburger" den günstigsten Reisepreis beim Abflughafen München und mit einem ganz anderen Reisetermin, als es mir eigentlich passt.
Im Grunde genommen ist dies auch eine verschleierte Preisgestaltung -nur regt sich niemand darüber auf, weil es eigentlich jedem klar ist, das der Reisepreis ein ganz anderer sein kann, als der ab-Preis. Bei den Flugangeboten ist das nichts anderes.
Meine Meinung
el_loco
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@el_loco
Hat nicht die EU letztens entschieden, dass für den beworbenen "ab-" Preis auch genügend Ware vorhanden sein muss, so dass der Artikel nicht nach sagenwirmal 5 Minuten ausverkauft ist? Das gilt sicher auch für Airline-Tickets, denk ich mal. "Ab" ist wenigstens deutlicher gekennzeichnet als "*" mit ewig vielen Zeilen im Kleingedruckten. -
@el_logo: Seh ich genau so! Deshalb ist der 2. Punkt im Focus-Artikel mmg. auch wesentlich interessanter.
Gleiche Preise für gleiche Strecken
Außerdem soll die Praxis beendet werden, dass Fluggesellschaften für ein- und dieselbe Strecke je nach Wohnort des Kunden unterschiedliche Preise anbieten.Derzeit ist es ja durchaus üblich, dass z.B. ein Flug VIE - BKK mit AUA für mich (als Ösi) € 950,-- kostet. Buchst Du als Hamburger, fliegst Du um € 800,-- inkl. Zubringer-Flug ab HAM.
Die Hintergründe kenn ich nicht, wahrscheinlich geht's bloß darum, am Deutschen Markt einigermaßen konkurrenzfähig zu sein. -
chriwi wrote:
Die Hintergründe kenn ich nicht, wahrscheinlich geht's bloß darum, am Deutschen Markt einigermaßen konkurrenzfähig zu sein.Richtig! Allerdings ohne "einigermaßen", wenns geht. Wenn das für alle Airlines gilt, dann brauchts diese unsägliche Praxis auch nicht mehr.
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Mit "niemand" waren der Gesetzgeber resp. die maßgeblichen Stellen
der EU gemeint, die die Gesetzesvorlage ausarbeiten.Natürlich ist aus Sicht der Reisebüros die Abgabe eines Endpreises
angenehmer. Aus Kundensicht nur bedingt. Immerhin sind in
den Flugpreisen Gestaltungselemente vorhanden, die nicht
anfallen, so denn der Flug nicht stattfindet. (Steuern/Gebühren)
Da Low-Cost-Airlines überwiegend keine Stornierung von
Flugreisen erlauben, ist eine Aufschlüsselung zwingend erforderlich.Da diese Rechtpraxis ja schon an verschiedenster Stelle
festgeklopft ist und eine Verpflichtung zur Erstattung
dieser Positionen zweifelsfrei vorhanden ist,
wird es eher keine Änderung geben.Das unterscheidet den Preis auch zur Milch im Supermarkt.
Die kann ich, wenn vor dem Ablauf des Haltbarkeitsdatums
sauer, zum vollen Preis zurückgeben. -
In Österreich regelt das Preisauszeichnungsgesetz diese Dinge:
- es darf nur mit einem Verbraucher-Endpreis geworben werden
-- sowohl Reisen
-- als auch bei reinen Flugpreisen
Die Fluglinien waren bis, ich glaube 2005, davon ausgenommen. Jetzt aber nicht mehr und Ryanair hat bereits einen Prozess in Wien beim Handelsgericht verloren (ich glaube Mai 2007).
Entweder die deutschen und österreichischen Flughäfen einigen sich auf gleiche Flughafensteuern und -taxen oder sie müssen eben ein laaaanges Inserat schalten:
Djibuti ab
Frankfurt
Hamburg
München
Düsseldorf
Wien
Salzburg
...So ist es eben im Leben. Und ich finde es gut. Wie oft hat wohl ein Reisender am Sonntag seinen Traumflug um € 1.-- nach ... gefunden, Omi, Opa, Hund' und Katz' zusammen gepackt und zum Flughafen gefahren: um dort dann zu hören: ja, ja, der Flug kosten 1.-- hin! retour, gell, retour zahlst aber € 299.-- und natürlich die Steuern dazu, € 135.-- pro Person ... dann ist er wieder heimgefahren und hat geschimpft, dass die Reisebüros ****** sind.
Die Reisebüros? Ja, die Reisebüros, denn die verkaufen doch auch Flüge!
Ja schon, aber die werben ja auch ganz anders. Oder? Also, sie werden wieder in einem Topf geschmissen, die bösen Reisebüros und die braven Fluglinien.
So gesehen ist es doch nur gerecht, dass alle gleiche Voraussetzungen haben müssen. Oder?
Gruß
Peter - es darf nur mit einem Verbraucher-Endpreis geworben werden
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el_loco wrote:
Ist es für einen mündigen Bürger wirklich so schwer, diese Flugangebote nicht zu verstehen????Wenn es wirklich so ist, müsste man noch ganz andere (fast sämtliche) Werbemethoden mit einstampfen.
z.B hier auf der HC-Seite "Restplatzbörse"
hier wird eine Reise angeboten mit einem ab-Preis. Gehe ich in das Angebot, finde ich als z.B. "Hamburger" den günstigsten Reisepreis beim Abflughafen München und mit einem ganz anderen Reisetermin, als es mir eigentlich passt.
Im Grunde genommen ist dies auch eine verschleierte Preisgestaltung -nur regt sich niemand darüber auf, weil es eigentlich jedem klar ist, das der Reisepreis ein ganz anderer sein kann, als der ab-Preis. Bei den Flugangeboten ist das nichts anderes.
Meine Meinung
el_loco
tja geh mal z.b. auf die ryanair seite.. da wird dir der flug, den du ausgewählt hast z.b. mit 19 euro angezeigt. erst viel später im buchungsvorgang siehst du dann dass er aber nicht 19 sondern plötlich 50 euro kostet, da noch gebühren draufkommen.