Wie schätzt ihr die momentane Lage in Myanmar ein?
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Hallo,
auch wir fliegen im November nach Myanmar. Der Plan ist, eine Rundreise zu machen. Jedenfalls dann, wenn die Situation halbwegs stabil bleibt.
Laut den Berichten in den Medien wollen die Mönche weiter protestieren bis die Militärregierung abdankt. Das wird sicher noch eine Weile dauern. Es bleibt abzuwarten was passiert, wenn auch die "normale" Bevölkerung protestiert. Gegen friedliche Mönche vorzugehen ist das eine, auf eine aufgebrachte Masse zu schießen (wie in der Vergangenheit passiert) das andere.
Allerdings haben wir auf einer Reise 2003 das Land und vor allem die Bevölkerung als sehr friedlich, freundlich und hilfsbreit kennen gelernt. Daher hoffe ich für alle Beteiligten, dass die Proteste weiter friedlich bleiben.
Im Moment ist es schwer, an weiterführende Informationen zu kommen. Zwar wird in den Medien berichtet, vom Auswärtige Amt aber ist nur sehr Allgemeines zu hören.
Wenn also jemand aktuelle und ausführliche Informationen zu derzeitigen Lage hat ...Viele Grüße
Tina
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Hallo Tina und hallo Aflug!
Also bei uns ist die Reise nach Myanmar erst im April, aber trotz allem erschreckt uns die jetztige Situation etwas! Wir hoffen auch, dass es bei den friedlichen Demonstrationen bleibt und es zu keinen Ausschreitungen, vor allem blutigen, kommt!
Leider kann man zur Zeit nicht mehr machen, als die Lage über die Medien zu beobachten

lg
muhkikuh -
nun ich würde jeden tag auf spiegel.de ausland gehen, dort finden sich immer die aktuellsten nachrichten.
hoffen wir dass es gut ausgeht,
lg
senorcarlos -
Hallo Abflug,
was man da gestern Abend in den Nachrichten sah kann einen schon nachdenklich stimmen, in Rangun hat das Militär Stellung bezogen.
Laut Zdf-Auslandskorrespondenten wird es sich wohl noch in dieser Woche entscheiden.
Sollte die Militärjunta die Demonstrationen in gewohnter Manier gewaltsam auflösen würde ich im November da nicht hin wollen.
Das ganze Land könnte zum Pulverfass werden.
Du solltest mit deiner Entscheidung bis zum Wochenende warten.Lg Michl
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Ich hab vorgestern im ARD Nachtjournal ein Interview mit einem pensionierten deutschen Unternehmer gesehen, der in Myanmar charitativ tätig ist. Der hat gemeint, solange die Mönche mitmarschieren, ist es für das Militär undenkbar, die Demos gewaltsam aufzulösen. Die Mönche seien absolut unantastbar. Hoffentlich stimmt das.
Ist euch eigentlich auch schon aufgefallen, dass in der Deutschen bzw. Deutschsprachigen Berichterstattung fast immer nur von Burma und kaum von Myanmar die Rede ist?! Auch eine Form von einseitiger Berichterstattung und Meinungsmache, oder?! Myanmar ist ja die Bezeichnung, die sich die Militärregierung "ausgedacht" hat. Und Myanmar ist immerhin der Name, den auch die UNO anerkannt hat u. respektiert.
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Tja, ich fürchte die Entscheidung ist gefallen. Spiegel online berichtet gerade aktuell, dass auf unbewaffnete, friedliche Demonstranten geschossen wurde. Mindestens eine Person wurde getötet, mehrere verletzt. Und vermutlich ist das seitens der nur Regierung nur der Anfang.

Vom Auswärtigen Amt kommt dazu im Moment noch nichts. -
Wie kommt man eigentlich ernsthaft drauf, in einer der brutalsten Militärdiktaturen der Welt Urlaub zu machen? Das versteh ich nun beim besten Willen nicht.
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chriwi wrote:
Myanmar ist ja die Bezeichnung, die sich die Militärregierung "ausgedacht" hat.Die Bezeichnung Myanmar hat sich niemand ausgedacht. Sie taucht in vielen historischen Dokumenten als Landesname auf. Dagegen wurde der Name Burma von der Kolonialmacht Grossbritanien "erfunden", abgeleitet von der Mehrheit der Bewohner des Landes, die sich selber Bama nennen.
Die Rueckbennung in Myanmar sollte, ebenso wie die Beseitigung des kolonialen Einflusse auf Staedtenamen (frueher Rangun, jetzt Yangun), ein Zeichen fuer die endgueltige Ueberwindung der Kolonialzeit sein.Viele Gruesse
Cathin -
chriwi wrote:
... solange die Mönche mitmarschieren, ist es für das Militär undenkbar, die Demos gewaltsam aufzulösen. Die Mönche seien absolut unantastbar. Hoffentlich stimmt das.Stimmt leider nicht ( mehr ) Chriwi,
CNN meldet soeben das heute mindestens 5 Mönche getötet wurden.
Die Lage scheint wohl leider zu eskalieren. -
es wird immer schlimmer, unfassbar.....
ich würde spätestens jetzt umbuchen,
carlos
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santamarinello wrote:
Wie kommt man eigentlich ernsthaft drauf, in einer der brutalsten Militärdiktaturen der Welt Urlaub zu machen? Das versteh ich nun beim besten Willen nicht.Ganz einfach, viele unvergleichliche Sehenswürdigkeiten, traumhafte, noch nicht überlaufene Strände und die Freundlichkeit der Menschen.
Zurzeit könnte ich mir dort einen Urlaub allerdings nicht vorstellen, mich an den Strand legen und im Land werden Menschen erschossen und es geht der Punk ab, das ist doch wie ein Pulverfass.
Wollen wir mal hoffen, dass es wieder zur Ruhe kommt (wie auch immer, evtl. mit Sturz des Regimes)
Als Reisziel ist es bis auf Weiteres eher nicht geeignet, denke ich...
LG
Antonella -
Cathrinka wrote:
chriwi wrote:
Myanmar ist ja die Bezeichnung, die sich die Militärregierung "ausgedacht" hat.Die Bezeichnung Myanmar hat sich niemand ausgedacht. Sie taucht in vielen historischen Dokumenten als Landesname auf. Dagegen wurde der Name Burma von der Kolonialmacht Grossbritanien "erfunden", abgeleitet von der Mehrheit der Bewohner des Landes, die sich selber Bama nennen.
Ich weiß, deshalb auch die Gänsefüsschen bei "ausgedacht".
Aber danke für Deinen Beitrag. So stimmts natürlich. -
antonella wrote:
Ganz einfach, viele unvergleichliche Sehenswürdigkeiten, traumhafte, noch nicht überlaufene Strände und die Freundlichkeit der Menschen.Dachte mir dass da so ein Beitrag kommt. Das mag ja alles sein - aber als Reisender sollte man sich einfach überlegen, welche Regimes man unterstützt und welche nicht. Gerade in totalitären Staaten ists es doch so, dass von der Reisekasse so gut wie nichts bei der darbenden Bevölkerung ankommt sondern den herrschenden Oligarchen und Militärs in den Rachen geschmissen wird.
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santamarinello wrote:
Gerade in totalitären Staaten ists es doch so, dass von der Reisekasse so gut wie nichts bei der darbenden Bevölkerung ankommt sondern den herrschenden Oligarchen und Militärs in den Rachen geschmissen wird.Entschuldige bitte, aber was ist das denn für ein Blödsinn

Im übrigen stopfen sich - unabhängig von der Staatsform - in jedem Reiseland nur ein paar wenige "Große" die Taschen mit dem Geld der Touristen voll. Meistens sind das dann auch noch ausländische Investoren

Nichts desto trotz bekommt aber auch die normale Bevölkerung ihr kleines Stückchen vom Kuchen ab - und wenn es nur über Dienstleistungen (z.B. Guides) oder Souvenirverkauf ist. -
santamarinello wrote:
Gerade in totalitären Staaten ists es doch so, dass von der Reisekasse so gut wie nichts bei der darbenden Bevölkerung ankommt sondern den herrschenden Oligarchen und Militärs in den Rachen geschmissen wird.
Auch von mir ein Einspruch! Von den Strandverkäufern, die mir jeden Tag eine leckere Mango bringen, über Taxifahrer, Hotelangestellte bis zu Besitzern und Angestellten in kleinen Restaurants, Garküchen, Reiseagenturen und Läden haben durch den Tourismus Einkünfte.Sorry, aber SO-Asien ist nicht vergleichbar mit Dom.Rep. od. Kenia, wo man u.U. außer Flug u. AI-Resort keine Leistungen in Anspruch nimmt.
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Es geht hier nicht um Peanuts wie die paar Cent für den Mangoverkäufer oder den Guide. Es geht um volkswirtschaftliche und soziokulturelle Zusammenhänge. Aber das ausführlich zu erläutern sprengt den Rahmen eines Reiseforums ... belassen wirs dabei.
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santamarinello wrote:
.. Gerade in totalitären Staaten ists es doch so, dass von der Reisekasse so gut wie nichts bei der darbenden Bevölkerung ankommt sondern den herrschenden Oligarchen und Militärs in den Rachen geschmissen wird.Hi Santamarinello,
Du darfst SO-Asien nicht mit den klassischen AI-Ländern Domrep Ägypten und Türkei vergleichen.
Dort findet der Tourismus vorwiegend in den AI-Bunkern statt, und dein Statement trifft zum Teil zu.
Aber auch hier wird mit unangenehmen Mitbürgern nicht zimperlich umgegangen.Wie Chriwi schon richtig sagte, profitieren im asiatischen Raum viel mehr Menschen von deinem Urlaub, angefangen beim Taxifahrer , die alte Frau in der Garküche am Strassenrand, etc etc
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Michl, hast dein Schnitzel endlich aufgefuttert?
Es geht hier konkret um Totalitarismus in Myanmar und die Unterstützung des dortigen Militärregimes durch Devisenimport, nicht um andere, vergleichsweise freie Länder in SO-Asien.
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santamarinello wrote:
Es geht hier nicht um Peanuts wie die paar Cent für den Mangoverkäufer oder den Guide. Es geht um volkswirtschaftliche und soziokulturelle Zusammenhänge. Aber das ausführlich zu erläutern sprengt den Rahmen eines Reiseforums ... belassen wirs dabei.Ja, lass das. Bin ich auch zu blöd für so was.

Die "Peanuts" von denen Du sprichst helfen aber auch od. gerade in Ländern, die ihre Bevölkerung quasi aushungern, vielen Menschen dabei, sich über Wasser zu halten. Das wäre für mich zwar nicht der Grund extra nach Myanmar zu fliegen, aber auch kein Hindernis. Ich reise ja schließlich in ein Land und zu seiner Bevölkerung, und nicht als Staatsgast zum Militärregime.
Wenn die Einkünfte aus dem Tourismus ausbleiben, dann werden halt die Preise für Lebensmittel und Treibstoff nicht monatlich erhöht sondern wöchentlich, oder der Profit aus Korruption, Mohnanbau und synthetischen Drogen erhöht.