Friedhoftourismus
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Hallo zusammen,
darüber habe ich kürzlich einen Bericht im WDR gesehen.
Mit dem Reisebus nach Tschechien, dort Krematorium, Friedhof, Särge, Urnen halt alles, was man so brauchen kann, wenn man das Zeitliche gesegnet hat, besichtigen und dann natürlich auch kaufen und das selbstverständlich zum Schnäppchenpreis.
Denn "Geiz ist geil", oder nicht?

LG MarityHier zum nachlesen:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0423/lokales/0167/
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Auf Ideen kommen die Leute. Für mich ist Friedhofstourismus, dass ich mir schon mal in anderen Ländern einen Friedhof angucke. Auf Korsika gibt es einen ganz tollen mit Blick auf die Bucht von Calvi. Mir wäre egal in welchem Pappkarton ich lande würde.

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Hallo Marity,
mittlerweise fahren doch die Leute auch aus Kostengründen ins Ausland um sich einer Operation zu unterziehen. Oder um eine Zahnbehandlung vornehmen zu lassen.
Es geht doch in Deutschland nur noch ums Geld!!!!!!
Wenn wir keine Ärzte und keine Beerdigungsinstitute mehr in Deutschland haben, können wir doch wieder anfangen zu jammern!
Gruss
Rosi -
Coole Idee!
Aber warum nicht!-
Gott macht doch vor Ländergrenzen nicht halt. Die haben in Tschechien schließlich keinen anderen Gott als hier.
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Die Wirtschaft weicht ja schließlich auch in Billigländer aus. Warum soll das der einfache Bürger nicht auch tun.
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Bestattungen sind mmg. nach viel zu teuer. Endlich eine Möglichkeit, den mafiösen, kartellartigen Preisen auszuweichen, wenn das Unausweichliche eintritt.
Wobei ich finde 888 statt 1000 ist auch kein echtes Schnäppchen. Weiß jemand, ob das in Polen oder der Ukraine noch günstiger zu bekommen ist?!
rosi0808 wrote:
Es geht doch in Deutschland nur noch ums Geld!!!!!!
Wenn wir keine Ärzte und keine Beerdigungsinstitute mehr in Deutschland haben, können wir doch wieder anfangen zu jammern!Worum soll's denn sonst gehen, wenn immer mehr Menschen an der Armutsgrenze leben?! Ich jammere jetzt schon: "Arme, arme Bestattungsunternehmer!"
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Praktisch denken - Särge schenken ........
Ist schon irgendwie makaber wenn man bedenkt das man sich heutzutage bald nicht mal mehr das Sterben leisten kann
Andererseits bleibt einem schon bald nichts mehr übrig an dieser Art des Tourismus mitzumachen wenn man sich selbst oder seine Lieben angemessen bestattet wissen möchte.
Am besten man sorgt beispielsweise in Form einer LV o.ä. vor. Dadurch braucht man auf der Welle nicht mitschwimmen .... -
Wegfall des Sterbegeldes - Wer zahlt nun?
von Birgit Mittwoch, Kristina Ehrlich, Anett Glatz
Der Bestatter Hartmut Woite auf dem Weg in die Kühlkammer seiner Beerdigungsfirma.
O-Ton: Hartmut Woite, Bestatter
Frage: "Wie lange liegen die hier schon?""Unterschiedlich, kommt darauf an, wie schnell wir aus dem Krankenhaus abholen können, aber im Schnitt 6,7,8 Tage."
Nach spätestens 10 Tagen, so will es das Gesetz, muss Bestatter Woite die Toten eigentlich unter die Erde gebracht haben. Doch seit Januar bleiben sie hier nicht selten wesentlich länger liegen. Grund: Da nach der Gesundheitsreform kein Sterbegeld mehr durch die Krankenkassen gezahlt wird, melden sich immer mehr mittellose Angehörige bei den Sozialämtern. Dort ist man offensichtlich überfordert, braucht mitunter Wochen für die Bearbeitung.
O-Ton: Hartmut Woite, Bestatter
"Ist durchaus schon vorgekommen, dass das Sozialamt keine Übernahme bewilligt hat und der hier längere Zeit stehen blieb, der Verstorbene. Das Schlimmste, was wir hatten, war 4-5 Wochen bis feststand, wer bezahlt, die Kosten übernimmt."http://www.mdr.de/exakt/archiv/1503785.html
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Der Bestatter hat mit seinen hochpreisigen Kollegen schon seit Jahren Ärger wg. der Bezeichnung " Sarg-Discount"
Konnten sie ihm aber nicht verbieten lassen.
Leichentourismus gibt es in Deutschland auch. Stirb ein Bayer in Berlin, lässt er sich nach Bayern überführen. Stirbt ein Türke in Deutschland, kommt er in einen Zinksarg und fliegt in die Türkei usw.
Einige lassen sich in Holland verbrennen und die Angehörigen nehmen die Asche in der Urne mit nach Hause. In D. eigentlich verboten.
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Auch in Deutschland kann die Urne anonym beigesetzt werden. Sie kommt dann in eine Wiese auf dem Gelände des Krematoriums.
Ohne Hinweis. -
Marity wrote:
Hallo chriwi,
lt. WDR gibt's eine Bestattung in Tschechien für € 980,--, bei uns kostet die im Durchschnitt € 5.000,--.Ich hab mich auf den Bericht (1. Link) bezogen. Da stand 888 / 1000 Euro. Bei dem von Dir genannten Preisunterschied, würd' ich SOFORT zuschlagen. Die Preise in Tschechien ziehen sicher i.d. nächsten Jahren deutlich an.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Hrušovany_u_Chomutova
Zumal sich die aus Böhmen Vertriebenen nun wieder in der Heimaterde bestatten lassen können.
Sie dürfen zwar ihre Häuser nicht zurückkaufen, aber---Geschichte: Die Erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1209. 1415 gehört das Dorf wahrscheinlich Heysso von Kazel, 1516 wird Georg Oppeln erwähnt, später Bohuslav Felix von Lobkowicz, 1604 geht das Dorf an die der kaiserlichen Verwaltung in Komotau, 1620 heißt der Besitzer Nikolaus von Hochhausen, 1623 folgt Florian Diony von Schra. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam Hruschowan mit Tenetitz an die Herren Negroni von Riesenbach. Anfang des 18. Jahrhunderts übernehmen Bauern das Dorf.
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chriwi wrote:
Marity wrote:
Hallo chriwi,
lt. WDR gibt's eine Bestattung in Tschechien für € 980,--, bei uns kostet die im Durchschnitt € 5.000,--.Ich hab mich auf den Bericht (1. Link) bezogen. Da stand 888 / 1000 Euro. Bei dem von Dir genannten Preisunterschied, würd' ich SOFORT zuschlagen. Die Preise in Tschechien ziehen sicher i.d. nächsten Jahren deutlich an.

Das eine anonym € 888,--, das andere nicht anonym € 980,--.
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tosca4711 wrote:
Mir wäre egal in welchem Pappkarton ich lande würde.
Dir vielleicht schon aber deine Nachfahren müssen bezahlen.
So einfach ist das hier in Deutschland nicht, es gibt Vorschriften die eingehalten werden müssen und in einem Pappkarton bestattet zu werden gehört nun mal leider nicht dazu. 5000.- € für eine Bestattung ist ein realer Preis! Ich verstehe, dass man sich im Ausland nach günstigeren Alterativen umschaut. Die Bestattung eines Angehörigen kann unter diesen Umständen für manche Leute der Start in die Schuldenfalle werden, nicht jeder hat eben mal 5000.- € über. -
chriwi wrote:
Ich hab mich auf den Bericht (1. Link) bezogen. Da stand 888 / 1000 Euro. Bei dem von Dir genannten Preisunterschied, würd' ich SOFORT zuschlagen. Die Preise in Tschechien ziehen sicher i.d. nächsten Jahren deutlich an.
Wie ist denn das jetzt zu verstehen? Suizid sofort, morgen ists zu teuer oder was? :?
Metrostar wrote:
Ist ja alles schön und gut: Aber jedesmal zum Blümchengießen ins Ausland? Daran denken viele nicht, denn es entstehen weitere Kosten durch Grabpflege oder Überführungen (falls die Asche nicht auf der grünen Wiese verstreut wird).Wer so denkt, der überlässt die Grab"pflege" eh der Natur. Hauptsache mal die Eltern billig unter die Erde gebracht und das "gesparte" Geld fröhlich beim nächsten Urlaub verprasst?
Es gibt auch noch ethische Grundsätze, über die es sich durchaus nachzudenken lohnt.
Meint
der Tom -
In Berlin macht ein Namhaftes, eins der teuren, Werbung mit dem Slogan:
Bestattungsregelung zu Lebzeiten!
Also nix wie hin

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Es gibt auch noch ethische Grundsätze, über die es sich durchaus nachzudenken lohnt.Und wenn das Grundstück des Friedhofes für den Autobahnbau gebraucht wird?

Da kannst nix machen.
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Bestattung in Polen, Tschechien oder sonstwo - für mich noch unvorstellbarer als eine OP in diesen Ländern.
Was ich hingegen als diskussionsfähig sehen würde und sicherlich mit den geringsten Kosten verbunden ist die Frage nach dem "WO" ?
Was wäre eigentlich so unethisch daran, wenn ich meine Angehörigen nicht auf einem Firedhof beisetze, sondern - sofern natürlich die räumliche Möglichkeit dazu hat - in meinem Grundstück !
Sozusagen das "Familiengrab im Garten" ! Und man ist immer da, die Erinnerungen bleiben wach. Also auch keine Probleme bei der Grabpflege.
Sicher könnte man argumentieren, was passiert, wenn man selber alt ist, bald drankommt, das Anwesen dann verkauft wird ??
O.k., muss man drüber reden.
Aber Gräbernutzungsperooden auf städtischen Friedhöfen sind auch nicht viel länger als 10-15 Jahre, dann ev. gegen hohe Gebühren wieder verlängern.Wie gesagt, so`ne Idee geht nur bedingt und kann auch nur der, der über "Raum" verfügt - aber warum nicht, wer das will ??
Erwin
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Holzmichel wrote:
Was wäre eigentlich so unethisch daran, wenn ich meine Angehörigen nicht auf einem Firedhof beisetze, sondern - sofern natürlich die räumliche Möglichkeit dazu hat - in meinem Grundstück !
Sozusagen das "Familiengrab im Garten" ! Und man ist immer da, die Erinnerungen bleiben wach. Also auch keine Probleme bei der Grabpflege.Wie gesagt, so`ne Idee geht nur bedingt und kann auch nur der, der über "Raum" verfügt - aber warum nicht, wer das will ??
Erwin
Hallo Erwin,
diese Art des Bestattens haben wir in Vietnam kennengelernt. Dort darf man, wenn es sich um den eigenen Grund und Boden handelt, Familienmitglieder auf seinem Grundstück beerdigen. Fand ich irgendwie toll.
LG
Sandra
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Holzmichel wrote:
Bestattung in Polen, Tschechien oder sonstwo - für mich noch unvorstellbarer als eine OP in diesen Ländern.Nach der "Wende" war es für viele Wessis unmöglich sich in Ost-Berlin bestatten zu lassen!
( Motzki im Film)
Was wäre eigentlich so unethisch daran, wenn ich meine Angehörigen nicht auf einem Firedhof beisetze, sondern - sofern natürlich die räumliche Möglichkeit dazu hat - in meinem Grundstück !
Sozusagen das "Familiengrab im Garten" ! Und man ist immer da, die Erinnerungen bleiben wach.In Deutschland verboten. Du darfst nicht einmal deine Katze da verscharren
Und nebenan ist der Trinkbrunnen

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Lasst euch im Ausland beerdigen, macht die OP in der Türkei, kauft das Bier in Polen und rennt jedem Schnäppchen hintendrein - aber jammert nicht wenn plötzlich euer Lohn noch weniger wird.
Der Schuss kann dann plötzlich nach hinten losgehen, wenn wir alle Produkte in den Billig-Ländern kaufen, ohne deren Billig-Einkommen zu haben. Dass schon viele Unternehmen ganze Abteilungen ausgelagert haben um die Lohnkosten zu sparen ist bedenklich und muss ja nicht noch von jedem halbwegs klugen Menschen nachgemacht werden.
Von wegen Schuldenfalle vs Beerdigungskosten: Vielleicht mal auf ein neues Auto oder Flach-TV verzichten und schon was gespart.
