Diskussionsthema: ALLGEMEINBILDUNG
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@ Reisefan
Schaden kann es nix, darüber Bescheid zu wissen, zumindest grob! Detailkenntnisse gehören m.E. nicht zum Allgemeinwissen, das ist Spezialwissen.
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Kürzlich las ich in einer Dokumentation über eine Untersuchung, die herausgefunden haben will, daß das Fernsehen zur allgemeinen Verblödung beiträgt. Grund ist sei das absolut passive Verhalten der Zuschauer, die nahezu alles kritiklos hinnehmen - bis hin zur Werbung -, ohne darüber nachzudenken, was sie da serviert bekommen. Zum Teil kann ich das nachvollziehen: Wir hatten "früher" drei TV-Programme, 1., 2. und den regionalen Sender, eben das Dritte. Und irgendwann um Mitternacht kam dann das Testbild. Heute kann man rund um die Uhr fernsehen und darüber hinaus noch Video/CD und die dazugehörigen Verleiher. Es gibt informative Sendungen, die zur Allgemeinbildung beitragen könnten, wenn sie den gesehen würden. Es gibt Leute, die schauen sich nicht einmal die Nachrichtensendungen an, sie wollen Action - zur Entspannung. Dieses TV-Vorbild wurde von den jungen Leuten übernommen. Aufstehen, Fernseher an. Essen vor dem TV-Gerät. Zappen ist die Hauptbeschäftigung zuhause. Gespräche, Bücher - nee doch. Ich vertrete die Meinung: alles, was wir wissen könn(t)en, steht in Büchern... Da aber nicht mehr allzu viel gelesen wird, wissen die Menschen auch nicht mehr viel. Sie wissen auch nicht, wie es geschrieben wird, da sie ja das gedruckte Wort nicht mehr sehen. Ich kenne erwachsene Leute, die noch nie ein Buch gelesen haben! (Für mich unvorstellbar!) Sollen sie dann einen Text vorlesen/-tragen, kommen sie ins Stolpern. Sicher läßt sich das nicht verallgemeinern.
Aber: das wichtigste, was man seinem Kind beibringen kann, ist das Lesen. Es beginnt mit Vorlesen, Kind wird neugierig, möchte selbst lesen. Es ist dann auch viel besser in der Lage, die Texte in der Schule zu erfassen und zu verarbeiten. Auch eine Aufgabenstellung muß man ja erst einmal verstehen können.
Ach ja: das Thema Allgemeinbildung. Ich denke, heute ist der Themenbereich ein wenig anders. Das hat sich in der Evolution immer geändert. In der Frühgeschichte mußte man lernen, welche Tiere und Pflanzen eßbar sind, um zu überleben. Heute gehört der Computer dazu. Und es gab viele, viele Zwischenstufen.
Niemand kann alles wissen, aber man sollte wissen, wo man es nachlesen kann.
Gruß Erika -
.... vorausgesetzt, man weiß a) wie man google, schreibt, b) wie man orthographisch einigermaßen korrekt das Stichwort schreibt, c) man erkennt, wonach man überhaupt suchen muß und d) einen PC besitzt, den man auch bedienen kann...
Gruß Erika
P.S. @ reisefan: echt witzig... -
@ ungeschminkt
Frage und Antwort? Du stellst nur die Frage...
Ich denke, es ist das GELBE MEER, eine von Korea und China umgebene Einbuchtung des südwestlichen Pazifiks. Die gelbe Färbung entsteht durch große Mengen an Partikelfracht aus dem Fluß Huang He infolge Bodenerosion.Stimmt's? Hauptsache man weiß, wo's steht!
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@ Erika, ich kann deiner Ansichten bezüglich Fernseher nur beipflichten! Es gibt sicher auch lehrreiche Sendungen, interessante Filme, gute Dokumentationen u.Ä. Aber ich glaube auch, dass weder TV noch google es jemals schaffen Bücher überflüssig zu machen.
Zu der gestellten Frage:
Was haltet ihr vom Schwarzen Meer?Die moderne Namensgebung ist mit der türkischen Sprache zu verbinden. Auf türkisch heißt das Schwarze Meer 'Kara Deniz' (=schwarzes Meer), während das Mittelmeer 'Ak Deniz' (=weißes Meer) heißt. Die Farben 'schwarz' und 'weiß' hatten in der alten türkischen Tradition den Sinn von 'nördlich' beziehungsweise
'südlich', so dass die Namen 'Kara Deniz' und 'Ak Deniz' einfach 'Nordsee' und 'Südsee' - bezüglich der Türkei - bedeuten. Der
Name 'Schwarzes Meer' hat sich im Laufe des 17. bis 18. Jahrhunderts über die französische Übersetzung (Mer Noir) in Europa
verbreitet und durchgesetzt. (Ich habe gegoogelt)
Viele Grüße Gisela. -
@ Gisela
Gratulation! Auf das näherliegende kommt man oft nicht.
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Hollerie,
bzw. Guten Tag
Wenn die Allgemeinbildung zu wenig ist, dann kann es nur eine Lösung geben.
Schickt Eure Kinder für ein halbes Jahr nach Bayern und die Sache ist geklärt.z.B. Rechnen wird bei uns ganz GROSS geschrieben.
1 Maß ist 1 Liter das lernen schon unsere Kleinsten...Erdkunde? Kein Problem
Bayern ist der Mittelpunkt der Erde:-)Nix für ungut.
Schönes Wochenende wünscht der Richard -
Hallo Salvamor u. alle, die ich offensichtlich verwirrt habe.
Die Frage lautete :nennen Sie Meere die Farben im Namen haben..............und als Antwort kam: "Blaues, Braunes,
Goldenes"!!!!
Stammt wohlgemerkt aus der Show "Familienduell".
Eine weitere Frage war: "nennen sie ein Wort mit Wind und da kam als Antwort:" Winter"!!!!!!!!!! -
Familienduell hab ich früher oft geguckt.Die Sendung selbst war OK.Nur,was da teilweise an Antworten kam,war der Hammer.
Da muss man sich wirklich manchmal fragen,ob solche Leute überhaupt in der Schule waren.....
Obwohl ich dazu sagen muss,dass auch ne gewisse Aufregung bestimmt eine Rolle spielt.
Was mich auch sehr beschäftigt,ist die neue Rechtschreibreform.
Ich schreibe zu 80 % so,wie es mir in der Schule beigebracht wurde.
Das ein oder andere Wort schreib ich manchmal nach der neuen Reform.Richtig daran Gewöhnen tu ich mich allerdings nicht daran.
Kann meinem Sohn oft bei den Hausaufgaben in Deutsch nicht mehr helfen,da er schon die "neue" gelernt hat.Ist eben ungewohnt für meiner einer.Grüsschen
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Hi,
dieses Thema beschäftigt mich sehr! Ich bin zwar noch frisch in der "Bildungsbranche" (an einem großen Berufsschulzentrum), aber die Defizite der Jugendlichen in vielen Bereichen erstaunen mich immer wieder. Unser Bildungsangebot: Wir qualifizieren Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, im dualen System, in verschiedenen Berufsfachschulen bis hin zur Fachhochschulreife bzw. zum Abitur.
Hier meine etwas ungeordneten Gedanken zu diesem Thema:- Wir stellen fest, dass Jugendliche trotz gleichwertiger Abschlüsse mit stark unterschiedlichen Wissensständen zu uns kommen. Dieses wird sich hoffentlich mit der Einführung von Bildungsstandards ändern.
- Ich stelle fest, dass viele Jugendliche nicht in der Lage sind Gemüse und Obstsorten zu benennen.
- Ich stelle fest, dass ca. 60-70% der Hauptschüler noch nie ein Buch gelesen haben. Fragt man alternativ nach Kinderbüchern, die sie vielleicht geliebt haben, bekommt auch keine Antwort. "Ich hatte keine Kinderbücher." Oder: "Nein, meine Eltern haben mir nichts vorgelesen."
- In vielen Haushalten scheint es keine Tageszeitung zu geben. Ab und zu wird mal die Bildzeitung gekauft.
- Einfache motorische Fertigkeiten, wie z.B. das Kneten eines Teiges bereiten den Jugendlichen Problemen. Einen Tisch ganz einfach einzudecken, ist vielen nicht bekannt. Von Tischmanieren ganz zu schweigen.
- Gerade im Bereich der Berufsfachschulen ist die Leistungsbereitschaft sehr gering. Ca. ein Drittel der Schüler/Schülerinnen "sitzt" dort rum, da es Kindergeld und evt. BaFög gibt. Unregelmäßiger Schulbesuch ist bei diesen Jugendlichen (bei den nicht leistungsbereiten) normal.
- Was ich heute im Unterricht gemacht habe, ist die Woche drauf "weg"!!! Trotz abwechslungsreicher Lernmethoden!
- Das Wunder!!! Wie viele Jugendliche in der Lage sind die kompliziertesten Handys zu bedienen und den Führerschein zu machen!!!
Ich denke, dass die Ursachen für die schlechte Allgemeinbildung vielschichtig sind. Sie auf Schule und/oder Elternhaus zu reduzieren, ist zu einfach. Die heutige Welt ist voller Informationen (Informationsflut). Gleichzeitig scheint es immer mehr Kinder zu geben, die kaum (oder wenig) menschliche Zuwendung erleben - ganz zu schweigen von Werten und ERZIEHUNG. Dieses wirkt sich stark auf das Lehren und Lernen in den Klassengemeinschaften aus. Immer mehr der eigentlichen Elternaufgaben sollen von den Schulen geleistet werden, was in den heutigen Strukturen nicht funktioniert. Gründe sind u.a. fehlende Ganztagsschulen, fehlende Sozialpädagogen und Psychologen. Die Erlebnisräume vieler Kinder sind stark reduziert - das Spielen oder Erfahren der Natur treten in den Hintergrund. Hier können schon wertvolle Erfahrungen nicht mehr gemacht und zu Wissen oder motorischen Feritgkeiten verknüpft werden. In unserer Umwelt findet eine ständige Reizüberflutung durch z.B. Medien und Lärm statt - sinnliche Erfahrungen treten in den Hintergrund.Wie erlebe ich meine Kollegen und Kolleginnen? Ich kann natürlich nur für unsere "kleine Welt" (einige tausend Schüler) sprechen. Die meisten Lehrkräfte sind sehr engagiert und versuchen den Unterricht interessant und abwechslungsreich zu gestalten. Die Arbeitszeit (einer Vollzeitkraft mit 24 Unterrichtsstunden) liegt real zwischen 50-70 Stunden in der Woche. Auch in den Ferien muss Praktikumsbetreuung geleistet oder in einigen Berufen Prüfungen abgenommen werden. Fortbildungen müssen (fast) immer in den Ferien, am Wochenende oder Nachmittags gemacht werden. Umfangreiche Klauren des Fachgynamsiums wie z.B. im Fach Deutsch (30 Schüler, die jeweils 15 Seiten geschrieben haben) schafft man nicht "im laufenden Betrieb" zu korrigieren - das geht nur in den Ferien.
Das soll jetzt kein Gejammere sein! Ich gehe gerne zur Arbeit, wie viele von meinen Kollegen auch. Ich möchte nur deutlich machen, dass für viele Lehrer das Maximum der Leistungsfähigkeit erreicht ist.
Abschließend möchte ich sagen, dass wir unser gesamtes Bildungssystem auf die veränderten Lebenssituationen abstimmen müssen: Eltern müssen ihre Erziehungspflichten erfüllen und ggf. dabei unterstützt werden. Kindergärten dürfen nicht länger nur zum Spielen da sein, sondern müssen schon mit der Vermittlung von Kompetenzen beginnen. Das Personal sollte (wie in Finnland) akademisch ausgebildet sein. Ganztagsschulen sollten Standard und nicht die Ausnahme sein. Dort sollte es Mittagessen und ein umfangreiches Angebot an Aktivitäten und Unterstützung geben. Selbstverständlich sollten auch Psychologen und Sozialpädagogen in ausreichender Stundenzahl an den Schulen sein.
Da unser Staat nicht bereit ist so viel Geld wie PISA-Sieger Finnland auzugeben, werden meine oben genannten Vorschläge wohl kaum umgesetzt werden.Einen schönen Sonntag wünscht hip!!!
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Das klingt alles ganz toll, erklärt mir aber nicht, wie z.B. Bayern es schafft, die Schüler besser auszubilden als NRW. Und eine gute Allgemeinbildung müsste doch auch ohne Ganztagsschule zu schaffen sein, oder nicht? Mein Sohn hat eine Gesamtschule besucht und nachmittags wurden dort Kurse angeboten, die entweder ausfielen oder in die Kategorie fielen: Beschäftigungstherapie!
Zum Kindergarten: Ich finde, dort wurde gutes geleistet. Es wurden die Grundsteine gelegt, um darauf in der Schule aufzubauen. Feste Zeiten, auf die man sich verlassen konnte.
Aber dann: 1. Schuljahr - mal beginnt der Unterricht erst zur 3. Stunde, mal zur 1. Stunde, dann ist aber dafür um ca. 11.00 Uhr schon Schulschluss. Bevor man es nicht mal schafft, in der Grundschule eine kontinuierliche Unterrichtszeit von 8.00 - 12.30 Uhr zu gewährleisten, ist alles andere frommes Wunschdenken. Das sind so meine Erfahrungen und ich mache 3 Kreuze, dass die Schulzeit meiner Kinder vorbei ist. -
@ Reisefan:
Das geht ja noch...wenn die Kinder denn wirklich zu einer bestimmten Zeit in der Schule sein müssen. Aber noch viel schlimmer finde ich es, dass in einigen Schulen der Unterricht ZWISCHEN 8:30 und 9:00 beginnt.Das ist doch wie: "Komm ich heut nicht, komm ich morgen". Mein Sohn hat leider noch 4 Jahre auf der Realschule vor sich. Ich denke, wenn wir nicht öfters mal ein Spiel, wo es um Allgemeinbildung geht, spielen würden, dann hätte auch er nicht allzuviel Allgemeinwissen.
LG
Tanja -
Genau reisefan, das hast du genau richtig verstanden. Gibts in Hamburg sogar an mehreren Schulen...
Gott sei Dank ist es in Schleswig-Holstein noch nicht ganz so schlimm.
Weiß das von einer Bekannten die von dieser Art "Gleitzeit" betroffen war. Ist doch echt das Letzte, oder?LG
Tanja -
@ hip
Ich habe Deine Ausführungen gelesen und bin ebenso wie Du der Meinung, daß unsere Regierung überhaupt kein Interesse hat daran etwas zu ändern. Es muß ja gespart werden. Und wo wird zuerst gespart: Natürlich bei der Bildung.Warum wird an Schulen z.B. Mengenlehre gelehrt und nicht so wie zu meiner Zeit normales Rechnen mit dem 1x1, Bruchrechnen, Raumlehre(ich glaube das ist heute Algebra) Prozentrechnen u.s.w.
Warum keine Erdkunde mit Ländern und deren Hauptstädte, sondern die Bevölkerungsdichte usw.(Wen interessiert das eigentlich?)
Welches Kind kann heute noch Stadt, Land, Fluß spielen?Leider gibt es noch soviele andere Fächer die absolut sträflich vernachlässigt werden. Wer kann den heute noch z.B. Schillers "Glocke" oder den Erlkönig auswendig aufsagen. (Bei mir hapert es zwar etwas, aber mit Hilfe kann ich es noch).
@ Reisefan
die oben aufgeführten Fragen könnten z.B. eine Erklärung dafür sein, daß Bayern die besseren Lehrmethoden hat.LG Wally
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Was mich irgendwo sprachlos macht,bei meinem Sohn sind die Lehrer krank,wie Sand am Meer.Die Stunden werden aber dann nicht mit nem "Ersatzlehrer" durchgeführt,sondern fallen aus.
Er hat praktisch Freizeit ohne Ende.
Das wäre im Endeffekt schon wieder ein anderes Thema.
Das hat es zu meiner Schulzeit nicht gegeben.....Gruß Silke
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Na ja, die setzen vielleicht die Schwerpunkte anders. Es soll alles nur noch Spass machen. Aber das bringt nichts. Ich habe selbst im Bekanntenkreis Erzieher und auch Lehrer, die sehr engagiert sind, tauschen möchte ich beruflich mit ihnen nicht. Die setzen sich wirklich ein für ihre Schutzbefohlenen und klagen über mangelnde Unterstützung der Eltern.
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@ Reisefan
das streit ich ja nicht ab,dass es auch anders geht.Du bist ja nicht aus BW.
Ich habe 11 Nichten und Neffen.Mal abgesehen,dass 3 davon noch den Kindergarten besuchen,höre ich vom Rest ständig:Heute früher Schluß,Lehrer krank.
Das kann es doch auch nicht sein !!!!