Brockhaus und die Pauschalreise - Vergleiche erlaubt?
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Auch ich denke, daß der Vergleich an den Haaren herbeigezogen ist. Urlaub ist ein Konsumprodukt, daß von den Meisten regelmäßig gekauft wird. Der Brockhaus galt in vielen Familien als eine Art Mobiliar, als eine im Leben einmaligeAnschaffung. Dazu machte der golbedruckte Einband etwas her, ein Meter Bücher mehr zeigte Bildungsbeflissenheit. Nur wenige Enthusiasten kauften sich in ihrem Leben immer wieder die neueste Edition. Ist ja auch eine Preisfrage. Der 24-bändige kostete schon soviel wie ein kleiner Gebrauchtwagen. Er hatte auch einen Nachteil: Er war immobil. Es ist das gleiche wie mit Fachwörterbüchern, sie sind schwer und unhandlich. Online finde ich heute fast Alles, selbst Dinge, die mir früher der Brockhaus oder selbst Fchwerke nicht verraten konnten, so daß ich den weiten Weg in eine Uni-Bibliothek machen mußte. Wollte ich vor ein paar Jahren beispielsweise aktuelle Informationen zur NASA haben, hatte ich ein Problem, die im Brockhaus waren eben so alt wie die Ausgabe im Schrank, aber immerhin hatte ich überhaupt eine Information darüber. Heute schaue ich sogut wie nocht mehr in den Brockhaus, klicken geht viel schneller und die Info ist immer aktueller, denn der Brockhaus war bereits beim Erscheinen veraltet.
Er ist für mich auch - leider - zum Vitrineobjekt geworden, eine schöne Erinnerung.
Das war jetzt mein persönlicher Nachruf. Was aber der Brockhaus mit Pauschalreisen zu tun hat - keine Ahnung. Wahrscheinlich genauso viel wie mit den Scheiben als Speichermedium, denen der Tod nach BlueRay auch schon prognostiziert wird. Ta panta rhei, Alles ist in Bewegung. So geht auch der Brockhaus den Weg aller Dinge, wie die Venylscheibe, das Videoband und die Schmalspukamera. Adieu, mit einer Träne im Knopfloch
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Mit traurigem Gruß, Peter
Gruß, Peter -
chriwi wrote:
Und wie gut ist diese Aussage recherchiert?!
Na gar nicht, deswegen steht da ja auch "gefühlte". Aber der Wert dürfte auch nach einer ausgiebigen Recherche samt Markanalyse noch locker Bestand haben! ( Soviel Selbstbewußtsein muss schon erlaubt sein aufdieSchulterklopf )

Übrigens verlange ich im Gegensatz zu den Springer-Medien meistens ja auch kein Geld dafür, dass ich ggf. schlecht recherchierte Unwahrheiten verbreiten darf.

Viele Grüße!
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Dafür bekommst Du völlig spontan einen, von mir üblicherweise nicht verwendeten, zweiten Smiley.

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"Ohne die Pauschalreise würden gefühlte 90% aller deutschen Veranstalter den Laden innerhalb von ´ner Woche zumachen ( darunter auch alle bekanten Größen wie TUI, Thomas Cook und Co. )"
So nicht wirklich richtig, denn die RV's bieten ja selbst über eigene HP oder Internetplattformen, wie nicht zuletzt HC auch ihre Pauschalreisen an. Richtig ist lediglich, dass die RV's ihre vorigen langjährigen Partner, nämlich die guten alten Reisebüros, völlig torpedieren.
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@Berthold, welcher "Büroteil" denn....

Ich finde, wir haben ganz nette und kompetente "Büroteile"
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ADEgi,
OK, ich habe wirklich ein wenig am Thema vorbei formuliert und wahrscheinlich nicht sorgfältig genug die Postings vorher gelesen, besonders den Link von privacy nicht. Natürlich ist auch HC, der Büroteil, ein Reisebüro. Aber mir ging es alleine um die Politik der RV's, die kleinen Reisebüros mit denen sie erst so gross und erfolgreich geworden sind, jetzt mit dem Instrument Internet zu killen. Irgendwann sitzen wir dann alle nur noch vor einem Monitor um unsere Einkäufe und Reisen zu tätigen, das Essen kommt vom Lieferservice, persönliche Dienstleistungen und den Kontakt zu anderen Menschen braucht man dann auch nicht mehr, geht ja bequemer vom PC. Genau deshalb wird auch die Pauschalreise niemals aussterben, weil schon jetzt vielen die Kreativität für eigenständiges Suchen und Buchen fehlt.
Der Bezug vom PC zum gedruckten Brockhaus ist davon gar nicht so weit entfernt.
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@Günter/HolidayCheck
"Ich finde, wir haben ganz nette und kompetente "Büroteile""
Damit gebe ich Dir völlig Recht, persönliche Ansprechpartner sind mir aber trotzdem lieber.
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bernhard707 wrote:
Aber mir ging es alleine um die Politik der RV's, die kleinen Reisebüros mit denen sie erst so gross und erfolgreich geworden sind, jetzt mit dem Instrument Internet zu killen.Das haben die Veranstalter vielleicht mal versucht, aber das hat schwer nachgelassen. Sie würden es sich vielleicht wünschen, aber sie können´s halt nicht, da der Reisebüro-Vertriebsweg bei weitem der günstigste Verkaufkanal der Veranstalter ist. ( Ja, auch günstiger als das Internet. )
Ich habe hierzu schonmal was geschrieben ... und das findest Du hier - KLICK
Aber diesmal bitte ganz lesen

Viele Grüße!
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privacy wrote:
Nun ist es aus mit der Brockhaus-Enzyklopädie.
Nach 200 Jahren nimmt Brockhaus das gedruckte Werk aus dem Angebot.
Bietet ab April nur noch eine Online-Ausgabe zur kostenfreien Einsicht.Der Autor meint, daß in der Tat diese Entscheidung für Menschen bedauerlich ist, die Bücher lieben oder keinen Zugang zum Internet haben. Ehrenwert mag diese Gruppe sein, aber vor allem klein ist sie. Sie ist entweder technisch vom Netz abgeschnitten oder nimmt Informationen bevorzugt über Papier statt per Bildschirm auf. Eine sich rasant verändernde und immer neu lernende Gesellschaft schließt eine Gruppe, die nicht mehr mithalten will, sehr brutal einfach aus und entzieht ihr schlicht das Angebot.
....Auch der Brockhaus-Verlag ist ein auf Wirtschaftlichkeit ausgerichteter Betrieb. Ich kenne niemanden, der sich den Brockhaus gekauft hat und soweit ich mich an Preise (vor Jahren) erinnere, ist die gesamte Brockhaus-Enzyklopädie richtig teuer.
Wenn sich aber nur wenige Leute den Brockhaus kaufen - für wen soll der Verlag dann diesen Riesenaufwand betreiben und vor allem - wer soll das bezahlen ?
Die Entscheidung, die Brockhaus-Enzyklopädie nicht mehr zu drucken, mag eine bedauerliche Entscheidung sein, aber ist vor allem auch eine logische Konsequenz.
Gruß, Hardy
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Hardy01 wrote:
Die Entscheidung, die Brockhaus-Enzyklopädie nicht mehr zu drucken, mag eine bedauerliche Entscheidung sein, aber ist vor allem auch eine logische Konsequenz.
Gruß, Hardy...und eine traurige, Hardy. deswegen mein "Nachruf". Trauere einfach mal mit und denk nicht immer nur logisch, bittte ;). Enzyclopaedie auf dem Schirm ist wie Beatles, Stones, Pink Floyd etc. auf CD, digitally remastered. Beides perfekt - und wunderschön aalglatt. Beim Ersten fehlt das Geräusch des Blätterns, das Gefühl des Papiers, bei den Letzteren das vertraute Knisternund Rauschen des Venyls unserer Jugend.

Gruß, PeterZitat repariert
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Mit dem "Rüffel", dass ich "immer nur" logisch denke, komme ich irgendwie besser klar, als wenn Du mich des Gegenteils bezichtigt hättest.

Der Einstieg in den Druck-Ausstieg begann, als es wesentlich preiswertere PC-Angebotewie z.B. von Microsoft etc. gab. Diese Programme hatten zwar nicht den Umfang einer Brockhaus-Enzyklopädie, aber mal ganz ehrlich - die wenigstens von uns benötigen eine solche Riesen-Enzyklopädie. Die meisten Leute kommen mit den einschlägig bekannten Software-Angeboten klar (will hier keine Werbung für Software machen).
Bücher wird es immer geben. Aber ich glaube, wenn es um das Nachschlagen von Wissen geht, dann werden sich die meisten Leute an den PC setzen und Suchmaschinen oder Wiki's bemühen - und damit ausreichend klarkommen.
Du kannst die Zeit nicht stoppen. Sie haben uns die Technik gegeben, wir wollten sie haben und haben sie gekauft - und jetzt sollen wir sie nicht nutzen ?
Gruß, Hardy
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Trauerarbeit - ein treffliches Wort an dieser Stelle!!
Auch ich beweine das Ende des Papiers; zugegeben habe ich nie eines erstanden, sondern eine sehr betagte Ausgabe geerbt - wahrscheinlich die erste teure Anschaffung meiner Eltern im beginnenden Wirtschaftswunder.
Grauenhafte Auswüchse in der Gemeinde der Lexika (VOLKS-Dinger oder so - schauder!
), vergleichsweise kompakt und preiswert, bleiben leider im Markt und - schlimmer noch! - scheinen unaufhörlich zu kalben ...Wenn es wieder einen gibt: Ich kauf´ ihn, ich schwör´s - gedruckt, kaum noch unterzubringen und mein erster bewusster Beitrag zum Erbe meiner Kinder!!!
Schluchz!<<