Bin etwas enttäuscht...
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Hallo,
wir waren im November in Kenia und natürlich begeistert...
Nun haben wir im Hotel beim Servicepersonal eine wirklich sehr nette Frau kennengelernt, die uns als "Dankeschön" für diverse Bekleidung auch mit zu ihrer Famile genommen hat. Die Experten hier haben sicher eine Vorstellung davon, wie die Leute leben....
Wir haben dann auch für die Familie 100 € dagelassen, da der Kocher defekt war, Schulgeld anstand etc.
Handy-Nr. wurden ausgetauscht, damit Kontakt bleiben kann...
Der blieb auch... So haben wir ein Paket mit Bekleidung geschickt (was leider nie ankam) und auch Geld überwiesen. So langsam ufert die Angelegenheit aber aus. Wir sind gerne bereit zu helfen, aber mittlerweile kommt alle 4-6 Wochen die verblümte Mitteilung, dass dringend Geld benötigt würde. Ja, für Kenia sind wir sicher als Europäer vermögend, aber ansonsten nun auch eben nicht. Fühle mich langsam ein wenig "ausgebeutet" und verliere die Lust.Könnt Ihr das verstehen? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Lieben Gruß,
Heike
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Morgen Heike 68
Schön das Du helfen willst, aber es gibt mir Sicherheit andere Wege als einer einzelnen Familie ständig Geld zu schicken die Du im Urlaub kennengelernt hast.

Entschuldige den folgenen Satz. Ich brauche auch ständig Geld.

Schöne Pfingsten
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Halo Heike
Die gleichen Erfahrungen erlebt man in unzähligen Entwicklungsländern rund um den Globus. Ausgenommen in Ländern und Destinationen die vom Massentourismus (noch) unberührt sind. Auch wir werden auf unseren Trips, bedingt dadurch, dass wir den Kontakt mit der Bevölkerung bewusst suchen, immer wieder zu einem Essen im Familienkreis oder zu einem Fest (Geburtstag, Hochzeit etc.) mit Freunden und Bekannten der Gastfamilie eingeladen. T-Shirt, alte Turnschuhe etc. wechseln bei solchen Gelegenheiten schon mal den Besitzer. Auch den Wunsch: >Wir würden euch gerne mal in eurer Heimat besuchen<, hören wir immer wieder. Dass sämtliche Kosten von den “steinreichen” neuen Freunden übernommen werden, ist für viele, dieser nicht auf der Sonnenseite des Lebens geborenen mehr oder weniger eine Selbstverständlichkeit, die nichts mit reinem Profitdenken und Ausnutzung zu tu hat.
Hin und wieder halte ich ein kleines Aufklärungs-Seminar. Phase 1: Ich nenne cool einen “Touri” Durchschnitts-Monatsverdienst. Übliche Reaktion: Glänzende Augen und die Bestätigung, dass alle Fremden, die sich hier in den Luxus-Anlagen mit Speis & Trank, von denen Einheimische nur träumen können, die Bäuche voll schlagen, eben steinreich sind.
Dann erkläre ich weiter. Phase 2: Auslagen pro Monat für: Miete Wohnung oder Abzahlung Eigenheim inkl. Elektrizität, Telefon und Fernsehen, Steuern, Krankenkasse, Arztkosten, Rentenkasse, Lebenshaltungskosten, Pkw, Kleider etc. -- bleibt Ende Monat ein Betrag von Euro ...!
Jetzt folgt die abschließende Phase 3: Ich nenne die Durchschnittskosten eines Ferien-Pauschalangebotes. Erstauntes Kopfschütteln und die Feststellung: >Für einen Urlaub in unserem Land muss ja lange gespart werden<. >So ist es, antworte ich cool -- in der Regel ein Jahr!<
Gruß
Pesche -
Aber leider "verstehen" sie es trotzdem nicht.
Die Summen, wieviel hier hier verdienen und unsere Ausgaben, sind für sie nicht nachvollziehbar.
In Kuba, z.B. verdient ein Arbeiter 250 Pesos. Die Miete kostet 1 Peso monatlich.
Wenn ich sage ich bezahle 500 EUR Miete, fragen sie "im Jahr"?Nein, im Monat - und ich arbeite 1 Woche nur für die Miete!
Das können sie nicht glauben. Und oft habe ich das Gefühl sie glauben mir wirklich nicht.
Wir sind für sie unheimlich Reich, da wir für 1 Nacht schlafen mehr bezahlen als sie in 2 Monaten verdienen.(250 Pesos sind 10 Dollar umgerechnet)
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Hallo Heike68
Schön dass Du den Leuten dort helfen willst, aber dies könnte sich als Fass ohne Boden erweisen. Es bringt nichts Dich ausgenützt zu fühlen, aber es hilft wenn Du den Kontakt freundlich aber bestimmt abbrichst.
Ich habe vor einiger Jahren monateweise in Nairobi gearbeitet und durfte die Kenianer kennenlernen. Es ist im Grunde genommen ein sehr liebenswertes Volk, aber meist sind es eben doch Schlitzohren. Auch meine Mutter hat dass bei einem ihrer Besuche am eigenen Leib erfahren. Gibst Du ihnen den kleinen Finger wollen sie am liebsten die ganze Hand. Angsichts ihrer Lebensumstände ja auch oft verständlich, aber es ist trotzdem nicht gerade schön ausgenutzt zu werden, oder???
Ich habe es dann immer so gehalten, dass ich während meines Aufenthaltes etwas gespendet habe (meinst in Form von Kleidern, Schulheften, Stiften und dergleichen), aber von Zuhause aus habe ich nie Geld geschickt. Genau aus dem Grund wie es Dir, und auch meiner Mutter, ergangen ist.
Lass Dir Kenia aber trotzdem nicht als Reiseland vergraulen.
Grüsse
Iris -
es gibt doch den Spruch:
Gib einem armen einen Fisch und er hat einen Tag zu essen.
Gib ihm eine Angel und er hat jeden Tag was. -
Hallo Heike,
kann Dich verstehen, Du willst helfen und wenn dann alle paar Wochen
Fragen nach Geld kommen kommt man sich schon etwas ausgenutzt vor.
Ich denke es ist wirklich besser es bei der Hilfe vor Ort zu belassen.
Pakete nach Kenya sind unheimlich teuer und meist stehen die Portokosten
in keiner Relation zu den Kosten der Kleidung vor Ort. Geschweige denn,
dass die Pakete so oft nicht ankommen. Ich denke auch jedesmal drüber
nach wenn ich Klamotten aussortiere und das schlechte Gewissen kommt
gleich wieder hoch...aber es hilft nichts. Ein paar der Sachen sammel ich
dann einfach, beim nächsten Kenya Urlaub wird Spendengepäck beantragt
und dann ist es gut. Man kann nicht allen helfen und oft ist es wirklich so,
wenn Du einen Finger reichst greifen sie gleich nach der ganzen Hand,
gerade dann wenn man die Leute nicht wirklich kennt...Schöne Pfingsten!
Viele Grüße
Stüppi -
Jambo Heike,
Du bist hier wirklich kein Einzelfall. Auch wir wurden in den ersten Jahren unserer Kenia-Besuche ähnlich "ausgenutzt". Mittlerweile sind wir aber mit einer Massai-Familie so befreundet, dass wir dieser wirklich "eine Angel zum Fischen" beschafft haben, die Schule der Kinder finanzieren und eben helfen soweit es in unseren Möglichkeiten steht. Aber nie nach Anfrage oder Bitten - das haben wir gleich zu Beginn unserer Freundschaft klargestellt und man hält sich daran.
Ich würde dir raten, wirklich mal klipp und klar zu sagen, dass eine weitere Hilfe von dir nicht mehr möglich ist. Dann wird sich herausstellen, ob es sich um eine echte Freundin handelt.
Eine (nun) amüsante Geschichte haben wir beim ersten Hotelaufenthalt in Kenia auch erlebt:
Ein Gärtner nahm uns mit zu sich nach Hause und zeigte uns seine Shamba, stellte uns seiner Familie vor und wir verlebten einen interessanten Nachmittag im "Busch". Weil er angeblich so weit zur Arbeit ins Hotel zu Fuß gehen musste, hab ich ihm versprochen, ein Fahrrad zu kaufen. Dies ist dann auch geschehen. Beim nächsten Aufenthalt wollte er schon, dass ich ihm einen Nissan kaufe, denn dann könnten wir zusammen mittels Taxi-Fahrten gute Geschäfte machen. Wir haben ihm zu verstehen gegeben, dass wir diese Forderung doch als etwas unverschämt ansehen - er lachte nur und war weiterhin viele Jahre höflich und freundlich zu uns. Um weitere Hilfe hat er nie mehr gebeten.Wegen Paketsendungen nach Kenia musst du auch bedenken, dass die Empfänger oft hohe Gebühren und Zölle und nicht zuletzt "Schmiergelder" an die Beamten bezahlen sollen, meist können solche Beträge nicht aufgebracht werden und die Pakete kommen eben dann nicht an.
Gruß Yeiyo
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Jambo Heike,
kann mich Yeiyo nur anschließen. Haben auch einen Freund mit Familie in Kenya, denen wir schon diverses an Sachen mitgebracht haben. Allerdings habe auch ihm gleich zu Anfang gesagt, dass ich entscheiden werde, was wir "geben" wollen. Bisher hat es da nie Probleme gegeben und er hat noch nie etwas verlangt. Wir halten netten SMS- und Telefonkontakt und bei nächsten Besuchen ist auch sicher wieder etwas für ihn und seine Familie im Koffer dabei.
Witzig war auch eine Begegnung in diesem Jahr in einem Curio Shop: ein Verkäufer bat uns höflich, uns doch mal in seinem Laden umzuschauen, wären alles guuute Preise..... Ich ließ nur die Bemerkung fallen, dass ich nicht zum ersten Mal in Kenya bin und sofort fing er über beide Ohren an zu grinsen
Mehr musste nicht gesagt werden.... 
In diesem Sinne: rede "Tacheles" mit der Frau und du wirst sehn, was passiert. Aber lass dir "durch so etwas" nicht die Freude an den Menschen und an Kenya nehmen!!!
LG Dubhe
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Man sollte nicht Alle über einen kam scheren.Aber man muß auch mal etwas tiefer sehen.
Wir sind alle , für einen Afrikaner stink reich .Selbst ein Harz-4 Empfänger.
Wie soll ein Afrikaner verstehen das Europäer einfach zum Spaß nach Afrika fliegen es sich hier in den Hotels und auf Safaris gut gehen lassen und dafür auch noch bezahlt werden.Sprich in ihrem Urlaub weiter bezahlt werden fürs Shoppen, Relaxen am Pool.
Wie wär es in Deutschland wenn wir solche Armutszustände hätten.Es gibt auch bei uns genug Schnorrer und Leute die versuchen ohne viel Arbeit ein gutes Leben zu haben.
Wer will es einem Vater oder einer Mutter deren Kinder Hunger haben, oder die nicht wissen wie sie die nächste Nahrung ranbekommen sollen für Ihre Kinder, verdenken das sie die ihrer Ansicht nach reichen Europäer vielleicht auch bedrengen ihm mit Geld zu helfen.
WÄREN WIR DENN SO VIEL ANDERS????????????????????
Es wird ja keiner gezwungen etwas zu geben.Nur wenn er gibt muß er wissen das neue Begehrlichkeiten aufkommen.
Wir haben Freunde in Tanzania.Auch ich bekomme E.Mails mit der Schilderung von Fianziellen Engpässen.( Arbeitslos, u.s.w.)Aber sie wissen auch, das ich darauf nicht mit einer Überweisung antworten werde.
Wenn wir im Oktober vor Ort sind werden wir gerne , wenn wir uns überzeugt haben, helfen.Aber nur dann.
Und sollte der Kontakt eingestellt werden weil die Erwartungen nicht erfüllt wurden, auch nicht weiter schlimm ,dann waren es halt keinen echten Freunde.
Das gilt aber auch für Deutschland und Freunde hierzulande.
Auch hier gibt es Freunde die solange genug Geld da ist zu jeder Feier und zu jedem Fest erscheinen, geht es einem aber mal nicht mehr so gut auf einmal mächtig viel zu tun haben und sich nicht mehr sehen lassen.
Ich glaube Afrikener und Deutsche sind sich sehr,sehr ähnlich. -
Hallo Heike!
Ersmal muß ich sagen das ich Deine Hilfe total klasse finde.Habe ähnliche Erfahrung gemacht.War mehrmals im Urlaub auf einer kleinen Karibikinsel.Lernte dort eine Familie kennen.Auch sehr arm.Habe mehrfach Geld geschickt .Irgendwann wurd dies zuviel,da auch immer mehr gefordert wurde.Habe dann gesagt Ok helfen gut und schön muß aber im Rahmen bleiben. Menschen aus der 3 Welt sehen uns als weiß und reich.Es ist leider so.Ich habe es dann so gemacht da ich auch gerne Helfe ,eine Summe fest gemacht bei mir sind dies 50 Euro.( das ist dort sehr viel wert).Und mehr gibt es eben nicht.Oder Du schickt alle 2 Monate ein Paket.Fertig!
Hab kein schlechtes Gewissen.Auch wenn die Menschen dort viel fordern.Bleibe hart.
Die Menschen können sich glücklich schätzen so jemanden wie dich getroffen zu haben. -
Da wird nichts grossartiges mehr passieren.
Du erhältst noch ein paar Nachrichten aus denen du entnehmen kannst, wie schlecht es ihnen doch geht, das ein Familienmitglied sehr krank geworden ist, aber die Operation nicht bezahlt werden kann oder ähnliches.Wenn du dich dann immer noch nicht muckst wird deine email erstmal zu den unrentablen Addys gelegt und die übrigen europäischen Geldquellen werden weiter angezapft.
Irgendwann wird deine email vielleicht nochmal vorgekramt werden um einen neuen Versuch zu starten.
Das ist in Kenia nicht anders als in Tunesien, Ägypten usw usw usw.
(Diese Aussage bezieht sich selbstverständlich nur auf die Urlaubsregionen, nicht auf das eigentliche Land!!!)