Wandern im Sellajoch
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Hallo
Im August gehen wir auf große Wandertour ins Sellajoch und Umgebung. Folgende Hütten sind eingeplant: Toni Demetz Hütte, Boe Hütte, Plattkofelhütte und Schlernhaus. Kann mir einer von euch etwas dazu sagen wie schwer die Hütten zu erreichen sind und ob man eine Kletterasurüstung (Seil,Helm, ect) dazu benötigt.

Danke im voraus!
Dierk -
Grundsätzlich kommt es natürlich darauf an, welche Routen ihr begehen wollt. Die Plattkofelhütte und das Schlernhaus sind mehr oder weniger über Spazierwege erreichbar. Die ToniDemetz Hütte stellt normalerweise auch kein Problem dar und kann mit normaler Wanderausrüstung erreicht werden. Einzig die Boe-Hütte könnte problematischer werden, je nachdem welchen Weg ihr nehmt. Ein vernünftiger Wanderführer kann euch da sehr weiterhelfen, im Buchhandel gibt es diverse Ausführungen. Am besten sind meiner Meinung nach die Wanderführer, die ein vernünftiges Streckenprofil vorweisen und die Schwierigkeitsgrade genau beschreiben.
Bestimmte Klettersteige erfordern schon die Mitnahme eines Helmes, Steinschlag ist oft nicht auszuschließen. Wenn ihr z.B. die Demetz-Hütte über die Langkofelscharte erreichen wollt, kann es schonmal durch oberhalb gehende Wanderer zu Steinschlag kommen. Ein Helm kann also nicht schaden. Seile sind eigentlich nur auf schweren Klettersteigen erforderlich, wobei ich davon abrate, ohne alpine Erfahrung und Ausbildung irgendwelche Seilschaften zu bilden.
Kleiner Speise-Tip am Rande: In der Plattkofelhütte gibt es eine sehr leckere "Bergsteiger-Merende", ein Brettchen mit Speck, Käse und Wurst, sehr lecker!
Von dort aus könnt ihr auch in ca. 90 Minuten den Plattkofelgipfel (Ca. 2950 m) erreichen. Von dort habt ihr eine tolle Aussicht über die Seiser-Alm, den Rosengarten, die Dolomiten bis in die öster. Alpen.
Der Steig ist relativ unproblematisch und führt größtenteils über Geröll. -
Erstmal "DANKE" für die ausführliche Antwort, die "Bergsteiger-Merende" werde ich natürlich probieren !!!

Vorweg, wir sind alle gut trainierte Männer so um die 35 Jahre. Trotzdem ist dies unsere erste Hüttentour und somit wollen wir eher wandern als klettern.( Eher gesagt wollen wir gar nicht klettern
) Wir nehmen auf jeden Fall den sichersten/leichtesten Weg und wollen somit jeder Gefahr aus dem Weg gehen.
Trotzdem reizt natürlich der Berg und der Gipfel welchen wir natürlich auch mal erklimmen möchten.
Einen Bergführer haben wir nicht aber gutes Kartenmaterial.Kannst du (oder Ihr) mir sagen welchen "leichten" Weg wir zur Boe-Hütte nehmen müßten ? Das wäre super nett !!!!
Gruß
Dierk -
Der leichteste Weg ist der mit der Sass Pordoi Bahn
!Ansonsten kann man vom Grödner Joch über das Rif. Pisciadu ( nach ca. 3 Std) und über den Altipiano (nach ca. 4,5 Std) zum Rif. Boe (ca. 6 Std.) laufen. Von dort sind es nochma ca. 2 Std. bis zum Gipfel.
Eine andere Strecke ist mir nicht bekannt. Diese Wanderung ist, wie gesagt, nicht ohne. Teilweise muss man vorhandene Drahtseile nutzen, oft liegt auch noch Schnee! Auf diesem Weg gibt es noch die Möglichkeit, eine Alternative zu nutzen, um zur Boe-Hütte zu kommen. Aber auch dort muss man teilweise recht abenteuerliche Wege gehen.
Grundsätzlich gilt hier: Ohne großartige Bergerfahrung sollte man es lieber bleiben lassen. Ich kann jetzt hier schlecht eine Ferndiagnose stellen, deswegen nochmal mein Tip. Geht in eine Buchhandlung und seht euch mal entsprechende Wanderbücher aus der REgion an. Sich nur auf eine Karte zu verlassen, ist aus meiner Sicht (ich gehe seit ca. 30 Jahren in die Berge) eher suboptimal.
Von Kompass oder anderen Anbietern bekommt man schon für ca. 15,- € entsprechendes MAterial.