Ich bin ein Glückspilz -- ich habe eine Reise gewonnen!
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Wem ist das nicht schon passiert? Aus heiterem Himmel flattert ohne jegliche Vorwarnung ein Brief in den Briefkasten. Brief auf und was sehe ich da, ich bin ein Glückspilz und habe eine Reise gewonnen. Der Gewinn kann anlässlich eines Meetings mit Gratisnachtessen entgegengenommen werden. Entsorgen im Rundordner werden jetzt viele kritische Forenteilnehmer sagen. Nein, sage ich und vorausgesetzt die Lokalität der Veranstaltung liegt in der Nähe des Wohnortes, nichts wie hin.
Im gut besetzten Saal eines bekannten Speiserestaurants werden wir von top gekleideten Verkäufern, sorry, Verkaufsmanagern begrüßt und dann -- nein, nicht die gewonnenen Reisen werden überreicht, sondern Gesundheitsmatratzen und Pfannensets präsentiert. Nicht ganz billig, aber die Manager versichern glaubhaft, dass Qualität eben kostet. Und die Anwesenden kaufen. Einige sofort, andere erst nach intensiver Gehirnwäsche. Auch ich werde bearbeitet. Aber so wie es aussieht, sind meine grauen Hirnzellen bereits abgestorben. Deshalb meine zerknirschte Reaktion: “Ich besitze bereits Matratzen und ein Pfannenset benötige ich auch nicht”, wird stirnrunzelnd zur Kenntnis genommen. Und jetzt folgt der große Auftritt des Chefmanagers. Vor versammelter Gewinnergemeinde weist er lässig mit der Hand auf mich und sagt süffisant: “Jetzt noch einmal ganz langsam -- erläutere ich die Vorteile der Gesundheitsmatratzen und der Pfannensets -- damit es auch dieser Herr, ich bin gemeint, versteht!”
Der Chefmanager gab, zugegeben sein Bestes. Ich hörte mit glänzenden Augen aufmerksam zu und sagte dann freundlich: “Interessant ihre Ausführungen, aber mein “Mägeli” knurrt und es ist jetzt langsam an der der Zeit, das Gratisnachtessen zu servieren“. Nach dem schmackhaften Nachtessen mit dem selber bezahlten süffigen Tropfen aus einheimischen Gewächs, wollte ich noch meinen gewonnenen Reisegutschein entgegennehmen. Daraus wurde nichts, weil ich darauf bestand, auf den selber zu bezahlenden Reisegutschein einer Begleitperson zu verzichten.
Die Verkaufsmanager würdigten mich keines Blickes mehr und die glücklichen Gewinner, mit ihren unter dem Strich selber bezahlten Gratisreisen und mit ihren überzahlten Matratzen und Pfannensets bedauerten mich offensichtlich und konnten nicht begreifen, dass man solche einmaligen Angebote einfach ausschlägt.
Und der langen Rede kurzer Sinn: Solche Veranstaltungen sind amüsant und wenn man nichts besseres vorhat, immer wieder einen Besuch wert!

Grus
Pesche -
also doch den Brief in der Ablage P eingeben

Danke für die gut geschriebene Schilderung.
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Hallo Pesche.
Wunderschön geschrieben - Kompliment.Aber es gibt scheinbar immer noch Menschen, die auf solche Veranstaltungen hereinfallen.
Die Veranstalter, besser Salesmanager, leben sehr gut davon - leider.
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Dafür wäre mir meine Zeit zu schade.
Gruß Reisemarie
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Na ja, man muss dann halt auch konsequent NEIN sagen können ...
Selbst ich als überaus kritischer Mensch habe mir schon mal ein Gerät aufschwatzen lassen, das angeblich das Zuschneiden von Stoffen kinderleicht macht - obwohl ich vom Nähen keine Ahnung habe und mir selbst Knopfannähen ein Greuel ist. Lieber lege ich das Stück wieder in den Schrank und ziehe was Anderes an. Da ich also nicht für meine Standhaftigkeit garantieren kann, meide ich jetzt solche Veranstaltungen.LG Brigitte
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Ich bin stolz auf Dich, hast Du doch eine so tolle Reise sausen laßen und das tolle Schlafvergnügen auf den Neuen ach so tollen Matratzen und überleg mal, die Neuen Kilo´s die Du mit dem Pfannenset draufhaben könntest...
Danke für Deine Ausführliche beschreibung eines so verlockenden Angebots.
WARNUNG WARNUNG WARNUNG WARNUNG
Leute Denkt nicht mal dadran, sollchen Betrügern auf den Leim zu gehen.
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Tja, leider gibt es für solche Fahrten / Veranstaltungen immer noch genügend Interessenten. Speziell die alleinstehenden, älteren Herrschaften sind da potentielle Opfer - kenne ich aus dem eigenen Bekanntenkreis. Die verabreden sich dann zu solchen Fahrten, kommen mal raus und sehen was und sind dann natürlich auch total überzeugt, dass die angebotenen Waren voll der Hammer sind und geben dafür dann auch noch ihr bissel Rentengeld aus. Für die meist sinnlosen Gratis-Geschenke von diesen Veranstaltungen finden sie sogar auch noch eine Verwendung.
Ein Kraut dagegen scheint leider noch nicht zu wachsen und auch von oben gibt es wohl keine Möglichkeit, einen Riegel vor so ein fragwürdiges Tun zu schieben. -
meine Freundinnen und ich gehen jedes Jahr zu einer Veranstaltung mit Reisepräsentation eines großen Buchverlages (der auch Reisen anbietet).
Natürlich mit hochwertigen Gutscheinen und Verlosungen, es gewinnen alle, die buchen wollen.
Man bekommt ein gutes Essen und verschiedene Reisen werden präsentiert, mit Lichtbildervortrag
Die Reisen haben aus meiner Sicht immer einen Haken
zur falschen Jahreszeit am falschen Ort, keine Angaben zu den Flügen, zweifelhafte Hotels und Buchung bis zu 1 1/2 Jahren im Voraus.
Aber es ist ein amüsanter Abend, wir beteiligen uns an Fragen und wirken interessiert um am Ende dann "leider kein Geld für sooo schöne Reisen zu haben".
Doch es wird fleissig gebucht.....und wir haben unseren Spass

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Das braucht kein Mensch,
und ich finde es eine bosenlose Frechheit wie dabei überwiegend ältere Menschen über den Leisten gezogen werden.
Kam ja wohl schon oft genug in den Medien.
Solchen Anbietern sollte meiner Meinung nach eine dicke Strafe aufgebrummt werden. -
Hallo,
nun ja, wenn es dir Spaß macht sei es dir doch gegönnt.
Wir haben mal, zusammen mit meinen Eltern, eine 3-tägige Tour nach Helgoland inkl. Verkaufsveranstaltung mitgemacht.
Zunächst haben wir uns angehört, was man uns denn verkaufen wollte, da es uns nicht interessierte, wollten wir den Saal verlassen. Leider war die Türe abgeschlossen. Man Mann hat dann gebeten, die Türe zu öffnen. Als Begründung wurde angegeben, damit "wir" nicht gestört werden. Nachdem man unserer Bitte nicht nach kam, holte mein Mann demonstrativ sein Handy raus und wollte die Polizei benachrichtigen.
Da war vielleicht was los, daß man nicht handgreiflich wurde, lag sicherlich an dem Handy mit der bereits eingegebenen Nummer. Einer versuchte sogar, meiner b.H. das Handy zu entwenden.Und solche Handhabung ist ja nur mit entsprechendem Publikum möglich.
Tut mir echt leid, aber ich habe kein Verständnis dafür, daß du über derartige Veranstaltungen schreibst, daß sie ihren Besuch wert sind.Meine Schwiegereltern haben sich auf diese Art und Weise vor Jahren Rheumadecken gekauft, von ihrer Rente haben sie 3 Jahre lang benötigt, sie zu bezahlen.
Daß, was man zu den Decken versprochen hat, haben sie natürlich nie gehalten.Egal, ob es sich um Rheumadecken, Reisen oder andere Dinge handelt, die an den Mann/Frau gebracht werden, es handelt sich bei den Vertreibern ganz klar um Nepper und Bauernfänger. Der Dumme ist dabei immer der Käufer.
Gruß Reisemarie
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Wenn man die entsprechenden Berichte über solche Fahrten im Fernsehen beobachtet, stellt man schon fest, daß es eher "Gemüter von schlichtem Zuschnitt" sind, die auf diesen Kokolores reinfallen. Oft wohnen sie einsam am ***** der Welt und ihnen fällt nichts anderes ein, um ein wenig Abwechslung in ihr tristes Dasein zu bringen. Dabei geht es nicht ums Geld, das haben sie ja, sonst würden sie nicht irgendwelchen völlig überteuerten Tinnef kaufen können.
Warum also immer gleich solche Fahrten verbieten? Irgendwie ist jeder seines Glückes Schmied.
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Hallo Maximax,
das mit den schlichten Gemütern sollte man eigentlich nicht so stehen lassen. :?
Was ist mit den Bertelsmann Nilkreuzfahrt-Gewinnern hier in Forum? Vor lauter "Gier" nach UMSONST/GESCHENKT haben sich viele Lotto oder Lose aufschwatzen lassen.
Bei Umsonst hört manchmal das Denken einfach auf.
Gruß
Hubert -
Wir haben auch regelmäßig diese Gewinne im Briefkasten oder....
so etwas ähnliches - gestern einen Anruf auf meinem Mobil - Absendernr. ebenfalls eine Mobilnr. 0157...
Da ich nicht wußte, wer es sein könnte, wagte ich einen Rückruf. Es kam eine Bandansage mit der Mitteilung:
Sie sind die glückliche Gewinnerin eines Twingo im Wert von 10.000 Euro - oder den Geldbetrag - ja sie haben richtig gehört, sie haben gewonnen.
Wir brauchen dafür nur noch ein paar Angaben. Bitte wählen sie dazu die Nr. 0900...Ich habe dann nach 0900 aufgelegt.
Hier würde ich mir zum Beispiel wünschen, dass so etwas verboten wird. Diese Belästigungen nehmen überhand. Aufgrund der Nr. war nicht ersichtlich, dass es sich um einen Werbeanruf handeln könnte.
:? :?
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maximax wrote:
Hubert,meine Bemerkungen bezogen sich in erster Linie auf den Bereich Kaffeefahrten u. Co. Aber:
"Bei Umsonst hört manchmal das Denken einfach auf."
Eben! Irgendwie auch schlichte Gemüter...
Die "weniger schlichten Gemüter" lassen sich durch andere Reizwörter leicht ködern.
Steuern und Geld sparen durch Timesharing, Bauherrenmodelle, Geschlossene Fonds etc.
Da hat sich schon so mancher Akademiker aufs Glatteis führen lassen und sich und die Familie finanziell ruiniert.
Das ist viel schlimmer als bei den "schlichten Gemütern".
Die absolut zu teure Decke treibt die "arme Oma" nicht in den Ruin.Also, nicht so arrogant auf die "schlichten Gemüter" herabschauen.
Da gibt es reichlich Leute von hohem Rang, die sich dümmer als dumm verhalten, Gerade wurden wurden "die dümmsten Banker" der Welt gekürt.
Da wurden wirklich keine "peanuts" versenkt, sondern mal eben 320 Mio. -
hema 2812,
die sich durch Bauherrenmodelle, Timesharing, geschlossene Fonds aufs Glatteis führen lassen, sind ebenso schlichte Gemüter, das hatte ich doch klar zum Ausdruck gebracht.
Ob die von Dir angeführten Banker, die mal eben ein paar Hundert Millionen Euro zu Lasten ihrer Kunden versenken, auch zu dieser KLientel der schlichten Gemüter zählen, wage ich zu bezweifeln. Die kommen nämlich immer unversehrt aus dem Schlamassel raus, haben sich längst die Taschen voll gemacht und kassieren noch vertragskonform dicke Abfindungen. So setzte Stanley O'Neal, Chef von Merrill Lynch, 52 Milliarden Dollar in den Sand, bevor er mit einer Abfindung von 161 Millionen Dollar das Unternehmen verließ. In diesem Zusammenhang von schlichtem Gemüt zu sprechen, wird der Sache nicht gerecht. Das ist reines Kalkül, und sonst nichts!

Die Dummen sterben einfach nicht aus